AMD-CEO Lisa Su über die Vorteile der Rolle als Underdog

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Lisa Su, CEO AMD
Quelle: AMD

Lisa Su ist seit 2014 CEO bei AMD und im Gegensatz zu ihren Vorgängern, die sich die Klinke in die Hand gaben, scheint es bei ihr zu laufen. Meyer, Read und Co. konnten weniger Erfolg aufweisen als die aus Taiwan stammende Amerikanerin, die AMD vom nahezu Pennystock zu einem Hoffnungsträger gemacht hat. Die Underdog-Rolle sieht sie als Vorteil.

Ein beliebtes Debattenthema zwischen den AMD- und Intel-Befürwortern ist die Tatsache, dass Intel in den letzten Quartalen üblicherweise mehr Gewinn macht als AMD Umsatz. Das soll dem Debattengegner deutlich machen, wie klein und unbedeutend doch das von ihm präferierte Unternehmen ist. Alternativ wird gerne erwähnt, dass Nvidia im letzten Quartal in etwa das an Gewinn schaffte, was AMD als Verlust anhäufte. Schaut man auf die Zahlen und den aktuellen Stand der Leistungsfähigkeit der Produkte, sieht es objektiv nicht so gut für AMD aus.

Von Pennystock-Gefahr zum Hoffnungsträger

Doch davon lässt sich AMD nicht beeindrucken. Lisa Su, seit Oktober 2014 CEO, äußerte sich während der CES gegenüber Yahoo Finances zum Status Quo bei AMD. Im Vergleich zu ihren Vorgängern scheint Su einiges richtig zu machen, denn nachdem das Unternehmen nach Aktienwert vor einiger Zeit nur noch Ramschniveau hatte, konnte sich der Preis der Aktie in etwa verfünffachen - auf nunmehr rund 11,50 USD. Wer damals zum Ramschpreis eingestiegen ist und größere Mengen kaufte, kann nun eine nette Marge einstreichen.

Das zeigt, dass die Investoren zumindest wieder Vertrauen in AMDs Zukunft haben, wo man mit Ryzen und Vega nun allerdings auch unter Druck steht und liefern muss. Das Vertrauen dürfte aber nicht nur darauf bauen, dass man bei AMD Geld für Forschung und Entwicklung gefunden hat, sondern auch, dass Su den einen oder anderen Deal an Land gezogen hat, der dem klassischen PC-Spieler weniger schmeckt. Die Custom-Chips für Playstation 4 und Xbox One spülen sicheres Geld in die Kasse. Ein weiterer Grund für die unter Su besseren Aussichten ist wohl die Konzentration auf Segmente, die man beherrscht. Statt sich einen teuren Kleinkrieg bei Tablet-Chips und Co. zu liefern (die wertvollsten Assets wurden sowieso vor einiger Zeit an Qualcomm verkauft), konzentrierte man sich unter ihrer Führung auf das Kerngeschäft. Solche finanziellen Massengräber kann sich nur Intel erlauben.

David gegen Goliath

"Wir haben verstanden, dass wir der Kleinere sind", bestätigt Su die heutige Underdog-Rolle von AMD im Vergleich zu Intel. "Das kann man manchmal als entmutigend sehen", führt Su fort. "Ja, unser Mitbewerber hat signifikant mehr Ingenieure und finanzielle Mittel in der Forschung und Entwicklung. Auf der anderen Seite haben wir signifikant mehr Freiheiten. Wir haben die Freiheit, innovativ zu sein." Und auf diese Innovation ist man angewiesen, wenn man bei den Prozessoren nicht einmal enden will wie Cyrix, heute Teil von VIA, oder Nexgen, heute Teil von AMD. Ryzen soll es nun richten und erste Aussichten deuten darauf hin, dass AMD zumindest den Anschluss an Intel gefunden hat und leistungstechnisch auf Niveau von Broadwell-E liegt. Wünschenswert wäre mehr, aber für AMD ist dieser - im Vergleich zum aktuellen Portfolio - enorme Performancesprung wichtig und gibt Raum für Verbesserungen. Nettes Detail am Rande - gegen Nvidia sieht man sich wohl nicht als Underdog, es war ausdrücklich von Intel als Mitbewerber die Rede. Im Geschäft mit Grafikkarten ist man auch durchaus besser aufgestellt. Da mag es schon Ironie des Schicksals sein, dass der 5,4 Mrd. USD teure Kauf von Ati damals mehr als umstritten war. Heute kann man sich glücklich schätzen.

VR und AR sind die Zukunft

Bei AMD setzt man als zukünftige Umsatzbringer auch auf Virtual und Augmented Reality. Dabei ist sich Su durchaus bewusst, dass beide Themen noch Zeit brauchen. Die Technologie sei noch etwas zu komplex für einen Massenmarkt und ein wenig zu sperrig. Mit fortschreitender Entwicklung wird sich auch VR und AR einer natürlichen Kurve der Adaptionsrate nähern, sagt Su voraus. Aktuell sei man da noch nicht, was die "bescheidenen" Verkaufsergebnisse widerspiegle. Besorgt ist man deswegen aber nicht und glaubt daran, dass VR und AR in Zukunft eine große Rolle spielen werden.

Su setzt dabei auch auf die Möglichkeiten, die VR und AR abseits der Unterhaltung bieten. Etwa im medizinischen Bereich, wo angehende und etablierte Ärzte mit VR und AR arbeiten können. Oder in der Architektur, wo man Häuser und Stadtplanung auf dem Reißbrett erarbeiten und visualisieren kann. AMD hofft, dass die eigene Zukunft von VR mitgesichert wird.

Quelle: Yahoo

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    • Kommentare (50)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von cryhme187 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: AMD-CEO Su über die Vorteile der Rolle als Underdog gegenüber Intel

        Ich arbeite an AR in der Medizin und das ist noch weit entfernt von uns. Wenn man sich aktuell verfügbare Lösungen mal anschaut sind diese 1) zu langsam (<30-60 FPS, externes rendering und damit streaming, etc.) und 2) technisch nicht ausgereift (schlechtes Tracking, Volumen wird nicht auf Patient angepasst, erinnern mehr an einen LSD-Trip).
      • Von cryhme187 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: AMD-CEO Su über die Vorteile der Rolle als Underdog gegenüber Intel

        Ich arbeite an AR in der Medizin und das ist noch weit entfernt von uns. Wenn man sich aktuell verfügbare Lösungen mal anschaut sind diese 1) zu langsam (<30-60 FPS, externes rendering und damit streaming, etc.) und 2) technisch nicht ausgereift (schlechtes Tracking, Volumen wird nicht auf Patient angepasst, erinnern mehr an einen LSD-Trip).
      • Von Quat BIOS-Overclocker(in)
        AW: AMD-CEO Su über die Vorteile der Rolle als Underdog gegenüber Intel

        Zitat von Oberst Klink
        Die Rolle des Underdogs hat auch einen gewaltigen Nachteil: Man sitzt bei der Preisgestaltung am kürzeren Hebel und kann von vorn herein nicht so viel verlangen wie die Konkurrenz.
        Und wie man AMD kennt, sind solche Hochs schneller vorbei als man denkt. Aber erst mal müssen Ryzen und Vega beweisen, dass sie am Markt ankommen.
        Ich glaub, der Nachteil ist so arg keiner. Der Marktführer gestalltet die Preise. Der Zweite braucht nur etwas darunter zu bleiben, kann aber durch hohe Preise des Konkurrenten selbst höhere ansetzen. Diese Underdog-Rolle wird es sein, die Su eigentlich mag.
        Erst wenn man es übertreibt, siehe Fury, geht's nicht mehr auf. Ryzen wird mich sicherlich bestätigen, mal schauen.
      • Von Two-Face Lötkolbengott/-göttin
        AW: AMD-CEO Su über die Vorteile der Rolle als Underdog gegenüber Intel

        Ich habe ja extra gesagt, es werden nur Elemente derselben weiterverwendet. War/ist doch bei AMD auch nicht anders, siehe AMD64.
        Aber ganz ohne Entwicklung geht's eben nicht und wenn man sich die Performancesprünge ansieht, kann man bei Intel wohl kaum von "auf der Stelle treten" sprechen.
      • Von Atma Lötkolbengott/-göttin
        AW: AMD-CEO Su über die Vorteile der Rolle als Underdog gegenüber Intel

        Zitat von Two-Face
        1. Intel forscht sehr wohl, Skylake, Kaby Lake, Sandy Bridge usw. sind alles Weiterentwicklungen. Die eigentliche "Core"-Architektur (Conroe, Kentsfield, Yorkfield usw.) wird in ihrer Urform so schon lange nicht mehr weiterverwendet, nur Elemente derselben.
        Ich will jetzt nicht auf alles antworten weil Wall of Text und so. Aber:

        "Core" heißt nicht automatisch Conroe, Wolfdale & Co. sondern bezieht sich auf auf die Grundarchitektur. Diese ist nun mal Intels P6 Architektur. Egal ob Conroe, Kentsfield oder Yorkfield - alle setzen im Grunde auf eine gepimpte P6 Architektur. Die erreichte in Sandy Bridge ihren vorläufigen Höhepunkt, denn seit Sandy Bridge ist nicht mehr wirklich viel passiert. Von Sandy Bridge bis Kaby Lake gab es quasi nur Detailverbesserungen wie breitere Register, mehr Bandbreite, schnellere Caches etc. und Taktsteigerungen. Das Ergebnis dieses "Taktik" sieht man bei Kaby Lake. Schnell ist Kaby Lake ohne Frage, aber auch sehr heiß weil am Limit gebaut. Man darf gespannt sein wie nah am Limit die kommenden Generationen Cannonlake und Icelake gebaut sein werden.
      • Von Zappaesk Volt-Modder(in)
        AW: AMD-CEO Su über die Vorteile der Rolle als Underdog gegenüber Intel

        Zitat von scully1234
        Hab ich was verpasst, oder ist diese Selbstueberschaetzung taktischer Natur ?
        Welche Selbstüberschätzung? Im Graka Markt ist man technisch auf Augenhöhe und bietet absolut konkurrenzfähige Produkte erfolgreich an. Das ist ein gewaltiger Unterschied zum CPU Bereich!
        Das man nicht im oberen Preissegment vertreten ist, spielt da keine Rolle. Das ist stückzahlmäßig der weniger interessante und nicht technologisch bedingt.

        Ein Unternehmen muss danach schauen mit den Mitteln die man hat möglichst erfolgreich zu wirtschaften und nicht danach innerhalb einer Produktlinie alle Nischen zu besetzen. Dieser Schw...längenvergleich wer die schnellste Karte/CPU hat ist dabei absolut irrelevant.
      Direkt zum Diskussionsende
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