125-Watt-CPUs bringen Mainboards ins Schwitzen: Schuldzuweisungen
Bereits mehrfach haben wir über die Probleme berichtet, welche vornehmlich Micro-ATX-Boards mit High-End-CPUs von AMD haben. Nachdem die Boardhersteller zu Wort kamen, meldet sich nun auch AMD.
Quelle: (Bild: Asustek)
Die meisten der Mikro-ATX-Platinen, wie hier zum Beispiel das "Asus M3A78-EMH HDMI", arbeiten nicht mit AMDs 125-Watt-CPUs zusammen. (Bild: Asustek)
Das Problem: Anandtech hatte darüber berichtet, dass während ihrer Tests mehrere Mainboards im Mikro-ATX-Format überlastet und ausgefallen wären, sobald eine von AMDs High-End-CPUs mit 125 Watt Thermal Design Power (TDP) eingesetzt worden sei - unabhängig davon, ob es sich hier um einen Phenom X4 oder Athlon 64 X2 gehandelt habe.
Die Mainboardhersteller hätten, so Anandtech, nicht ausreichend klargestellt, dass ihre Produkte nur für AMD-CPUs mit geringerer TDP validiert und geeignet seien. Jack Whitman, ein AMD-Sprecher aus den USA, gab hierzu nun folgenden Kommentar ab:
They've taken an enthusiast-class quad-core part and paired it with a mainstream motherboard [...] And not all motherboard manufacturers have tweaked their boards to support a 125-watt TDP [...] We've never made claims that 780G motherboards are enthusiast-class motherboards.
Die Schuld läge demnach nicht bei AMD, da die 780G-Mainboards nie als High-End-Produkte beworben worden wären und auch die Boardpartner kommen bei Whitman gut weg: Nicht alle hätten ihre Mainstream-Produkte so ausgelegt, dass auch 125-Watt-CPUs unterstützt würden.
Was Whitmans Statement allerdings nicht erklärt, ist die Behauptung Anandtechs, die Mainboardhersteller würden nicht oder nicht deutlich genug darauf hinweisen, welche Phenom-Prozessoren ihre Produkte unterstützten.
Joel Hruska von arstechnica.com zufolge hat keines der sieben von ihm kontrollierten Mainboards eine Einschränkung gemacht, dass nur Prozessoren mit maximal 95 Watt TDP - bei AMD die zweite Stufe nach den kritischen 125 Watt - unterstützt werden. Weder in den Handbüchern noch deren online-Pendants im PD-Format PDF seien diese Informationen enthalten gewesen. Lediglich in den online gestellten CPU-Support-Listen sei die Lage besser. Hier wäre nur ein Hersteller nachlässig gewesen.
Für den deutschen Markt genügt das Vorhandensein dieser Information allein im Online-Angebot der Hersteller nicht, da sie dem Kunden bei Vertragsabschluss nicht vorgelegen hat und somit nicht Bestandteil des Kaufvertrags wird (es sei denn, ein umsichtiger Händler druckt diese Übersicht aus und legt sie dem Käufer vor).
Informieren Sie sich also genau, welche Hardware zusammenpasst, bevor Sie den Kauf tätigen.
Zurzeit unterstütze - so Joel Hruska - nur das Asus M3A-H einen Phenom 9850 offiziell. Ein Tipp am Rande: In die TDP-Falle können Sie natürlich auch tappen, wenn Sie einen 95-Watt-Prozessor übertakten!
