Thermal Grizzly: "der8auer" berichtet über Rohstoff-Betrug in Höhe von 40.000 Euro

35
News Jacqueline Brosch Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Thermal Grizzly: "der8auer" berichtet über Rohstoff-Betrug in Höhe von 40.000 Euro
Quelle: Erzeugt mit ChatGPT

Thermal Grizzly berichtet über Probleme bei der Beschaffung von Produktionsmaterialien. Laut Firmenangaben könnte eine Lieferung von Rohstoffen zu einem Schaden im fünfstelligen Bereich geführt haben.

Der Hersteller Thermal Grizzly berichtet über Probleme bei der Beschaffung von Rohstoffen für die eigene Produktion von GPU-Wasserkühlern. Eine Lieferung von Materialien soll zu einem finanziellen Schaden von knapp 40.000 Euro geführt haben, wie Mitgründer Roman "der8auer" Hartung in einem Youtube-Video erklärt hat. Ausgangspunkt der Situation soll eine schwierige Beschaffungslage für bestimmte Kupferplatten gewesen sein. In Europa seien entsprechende Materialien zeitweise nur bedingt und eingeschränkt verfügbar gewesen, weshalb Thermal Grizzly nach alternativen Lieferanten gesucht habe.

Die schlussendliche Bestellung wurde bei zwei verschiedenen Anbietern aufgegeben, und laut Hartung habe man sich bewusst entschieden, zwei Lieferanten zu haben, um das Risiko aufzuteilen. Insgesamt soll es bei den Bestellungen um mehrere hundert Kupferplatten mit einem Materialwert von etwa 40.000 Euro gegangen sein.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Nach Angaben von "der8auer" wurden die Anbieter zuvor geprüft. Dazu gehörten Handelsbewertungen auf Plattformen wie Alibaba, dokumentierte Geschäftsabschlüsse sowie Bildmaterial aus der Produktion. Zudem seien während der Fertigung wiederholt Fotos der Platten übermittelt worden, etwa zur Kontrolle von Abmessungen oder Oberflächen.

Die Lieferung erfolge schließlich per Seefracht, da ein Transport via Luftfracht aufgrund des Gewichts der Metallplatten nicht sinnvoll gewesen sei. Die Transportdauer sollte dementsprechend etwa 40 Tage betragen. Erste Prüfungen nach der Ankunft der Ware sollten zunächst zu keinen Auffälligkeiten geführt haben. Maße und Oberfläche der Platten hätten den Erwartungen entsprochen. Auch eine Materialanalyse mittels Rasterelektronenmikroskop habe zunächst auf Kupfer hingedeutet.

Abweichungen bei weiteren Tests

Bei weitergehenden Tests sollen sich dann allerdings Abweichungen gezeigt haben. So habe ein Leitfähigkeitsmessgerät untypische Werte für Kupfer angezeigt, und auch bei der mechanischen Bearbeitung seien Funken entstanden, die es sonst bei reinem Kupfer eigentlich nicht gebe.

Ein zusätzlicher Test mit einem Magneten lieferte schließlich einen entscheidenden Hinweis. Die vermeintlichen Kupferplatten reagierten magnetisch. Laut Hartung handelte es sich daher offenbar nicht um massive Kupferplatten, sondern um Stahlplatten mit einer Kupferbeschichtung. Auch bei einer weiteren Lieferung seien Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Eine Palette mit angeblichen Aluminiumplatten habe zwar an der Oberfläche Aluminium enthalten, darunter jedoch teilweise Stahlplatten oder andere Materialien.

Rechtliche Schritte gelten nach Einschätzung von der8auer als schwierig. Internationale Lieferketten sowie unterschiedliche Rechtssysteme erschweren eine mögliche Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber ausländischen Lieferanten. Nach eigenen Angaben steht das Unternehmen weiterhin mit einem der Anbieter in Kontakt. Der Vorfall könnte übrigens auch Auswirkungen auf geplante Produkte haben. Laut Hartung könnten sich einzelne Projekte verzögern, da geeignetes Material zunächst neu beschafft werden muss.

Was halten Sie von dem Vorfall? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Quelle: der8auer

35
    • Kommentare (35)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Incredible Alk
        Vermutung: Sichtprüfung Warenkontrolle.
        Gewicht plausibel, Deckel auf, sieht gut aus, maximal die erste oder zweite Lage mal anheben, ok, kann weiter.

        Würde mich nicht wundern wenn die Jungs die Routinen der Kontrollen kennen und ihre Kisten passend verpacken.

        Oder, Kartellvermutung, die Prüfung ist Teil des Betruges. Der Prüfer weiß ganz genau dass die oberen 3 Lagen ok und der Rest Scam sind und prüft entsprechend nur Lage eins und zwei falls irgendwelche Dritten/Zeugen da sind. Dafür bekommt er dann sagen wir mal private Vergünstigungen.
        Genau das!
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Incredible Alk
        Vermutung: Sichtprüfung Warenkontrolle.
        Gewicht plausibel, Deckel auf, sieht gut aus, maximal die erste oder zweite Lage mal anheben, ok, kann weiter.

        Würde mich nicht wundern wenn die Jungs die Routinen der Kontrollen kennen und ihre Kisten passend verpacken.

        Oder, Kartellvermutung, die Prüfung ist Teil des Betruges. Der Prüfer weiß ganz genau dass die oberen 3 Lagen ok und der Rest Scam sind und prüft entsprechend nur Lage eins und zwei falls irgendwelche Dritten/Zeugen da sind. Dafür bekommt er dann sagen wir mal private Vergünstigungen.
        Genau das!
      • Von Mega-Zord Freizeitschrauber(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Okay, da war die Versicherung dann entweder richtig blöd und hat die Quote falsch berechnet oder sie war richtig faul und hat ihn ohne Prüfung in eine Risikogruppe gepackt, in die er gar nicht gehörte. Und in beiden Fällen war sie richtig gutgläubig, wenn sie auch die fünfte "jo öh wurde schon wieder geklaut"-Kamera anstandslos bezahlt hat.^^
        Aber bei größeren Businessverträgen wird zumindest das mit der Gruppe schwieriger, weil teure Einzelfälle halt einzeln geprüft werden, und Versicherungen, die häufiger nicht-kostendeckende Prämien ansetzen, verschwinden schnell wieder vom Markt.
        Nein, ich denke nicht, dass das falsch berechnet war. Das ist ja kein individueller Vertrag. Solche Kamera-Versicherungen kann jeder klicken. Aber nicht jeder fährt 4 mal pro Jahr in problematische Länder. Das ist für die auch einfach nur eine Mischkalkulation. Die kündigen dir halt irgendwann den Vertrag und du gehst dann zur nächsten Versicherung.

        Wenn du jetzt mit deinem Flugzeug oder Schiff zwischen der arabischen Halbinsel und Persien unterwegs bist, bekommst du sicher ein sehr individuelles Angebot für eine Versicherung.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Okay, da war die Versicherung dann entweder richtig blöd und hat die Quote falsch berechnet oder sie war richtig faul und hat ihn ohne Prüfung in eine Risikogruppe gepackt, in die er gar nicht gehörte. Und in beiden Fällen war sie richtig gutgläubig, wenn sie auch die fünfte "jo öh wurde schon wieder geklaut"-Kamera anstandslos bezahlt hat.^^
        Aber bei größeren Businessverträgen wird zumindest das mit der Gruppe schwieriger, weil teure Einzelfälle halt einzeln geprüft werden, und Versicherungen, die häufiger nicht-kostendeckende Prämien ansetzen, verschwinden schnell wieder vom Markt.
      • Von Mega-Zord Freizeitschrauber(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Bei hohen Eintrittswahrscheinlichkeiten sind Versicherungen zwar allgemein sinnlos, aber im Thermal-Grizzly-Fall dürfte die Eintrittswahrscheinlichkeit gar nicht bekannt sein: Bei derartigen Einzelgeschäften die Lieferanten und die Transportkette zu überprüfen, um ihre Verlässlichkeit bewerten zu können, wäre schnell teurer als die 20k-Einzeldeals selbst. Solche Versicherungen anzubieten lohnen sich, da kann man sich eher an einen Buchmacher wenden: "1:10, dass ich über den Tisch gezogen werde."
        Das kommt ein bisschen drauf an. Wenn die Versicherung etwas kalkuliert und du mit der Prämie gut fährst...

        Ein Kumpel ist früher oft durch die ganze Welt gereist, auch durch so richtige Schurkenstaaten und Shitholes. Dabei hatte er immer Kamera-Equipment im Wert eines Kompaktwagens... deutlich über 10k. Ihm wurde mehrmals die Kamera geraubt. In Brasilien hatte er mit Messer am Hals dem Räuber gebeten, ihm wenigstens die SD-Karte zu lassen. Dem wurde stattgegeben.

        Die Kameras wurden immer von der Versicherung ersetzt und es wäre deutlich teurer gewesen, sie selbst neu zu kaufen. Wenn die Versicherung also von 1:10 ausgeht, du aber eher von 1:5 ausgehst, mag das ein guter Deal für dich sein.
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Warum lagen da überhaupt noch mehrere Lagen brauchbaren Materials oben auf?
        Vermutung: Sichtprüfung Warenkontrolle.
        Gewicht plausibel, Deckel auf, sieht gut aus, maximal die erste oder zweite Lage mal anheben, ok, kann weiter.

        Würde mich nicht wundern wenn die Jungs die Routinen der Kontrollen kennen und ihre Kisten passend verpacken.

        Oder, Kartellvermutung, die Prüfung ist Teil des Betruges. Der Prüfer weiß ganz genau dass die oberen 3 Lagen ok und der Rest Scam sind und prüft entsprechend nur Lage eins und zwei falls irgendwelche Dritten/Zeugen da sind. Dafür bekommt er dann sagen wir mal private Vergünstigungen.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk