Borderlands 3 auf der E3 2019: Knallige Ballerei auf mehreren Planeten
Zum zehnjährigen Jubiläum entführt Borderlands 3 schussfreudige Glücksritter gleich auf mehrere Planeten. Welche neuen Charakterklassen es gibt und welche neuen Mehrspieleroptionen Entwickler Gearbox ins Spiel packt, erfuhren wir auf der E3 2019 in Los Angeles.
Kinder, wie die Zeit vergeht: Die SF-Western-Ballerei Borderlands von Gearbox Software feierte 2009 erfolgreich Premiere. So erfolgreich, dass Borderlands 3, das wir auf der E3 2019 in Los Angeles anspielen konnten, schon das vierte Spiel der Serie ist. Kein Rechenfehler, denn nach den ersten beiden Teilen erschien Borderlands: The Pre-Sequel, das die Geschichte zwischen dem ersten Duo erzählte.
Dazu gab es noch ein Telltale-Adventure und die Handsome Collection mit Borderlands 2 und der Pre-Sequel. Zu der es in diesen Tagen einen kostenlosen Download-Inhalt gibt, der die Vorgeschichte von Borderlands 3 erzählt. Puh. Fast so viele Spiele, wie es Knarren im Spiel gibt - und das ändert sich auch im dritten Teil nicht.
Vier Klassen und zwölf Spezialisierungen
Die Handlung von Borderlands 3 ist rasch erzählt: Die Calypso-Zwillinge - die Bösen! - gründen den Kult der Kinder des Vault, um sich Vaults unter den Nagel zu reißen, die auf anderen Planeten auf Plünderer warten. Wir - die Guten! - wollen das natürlich verhindern. Uns helfen dabei auf NPC-Seite Lilith aus dem ersten Teil sowie etliche Charaktere aus dem Telltale-Adventure. Um an unsere Einsatzorte, pardon, -planeten wie Pandora, Promethia oder Eden 6 zu kommen, nehmen wir da eigene Raumschiff: die Sancturary 3.
Vier Charaktere beziehungsweise Klassen warten auf ihren Einsatz: Sirene Amara, Operative oder "Agent" Zane mit vielen technischen Goodies und Roboter-Tierbändiger und -beschwörer FL4K waren schon bekannt, Schützin Moze, die auf schwere Wummen und ihren Mech Iron Bear setzt, feierte auf der E3 Premiere. Dieser Mech hat es in sich - und auf sich, denn mit dem richtigen Upgrade kann ein anderer der bis zu vier Koop-Mitspieler darauf Platz nehmen und ein Geschütz bedienen, das den Gegnern einheizt.
Moze, die Mech-Kriegerin
Randy Varnell, Chef des Narrative Departments bei Gearbox, hat noch mehr Infos für uns parat - insbesondere über die drei Spezialisierungen von Moze. Die erste heißt "Demolition Woman" und gibt dem Mech einen Granat- und einen Raketenwerfer. "Ihr könnt dort jede passende Waffe verankern und aufrüsten", erklärt Varnell. "Etwa einen Schadensbonus für Granaten oder ein Lock-on für Raketen, die dann einen Moment später in die Luft gehen als sonst, aber dafür das Ziel im Blick behalten."
"Shield of Retribution", Spezialisierung Nummer zwei, belohnt riskantes Spielen. "Mit aktivem Schild gebt ihr euren Gegnern aus nächster Nähe eins drauf, Schüsse aus der verbesserten Railgun schießen bei einem Treffer Blitze auf Feinde in der Nähe eures Opfers." Und dann war da noch "Bottomless Mags": Wer diese Spezialisierung wählt, muss sich keine Gedanken darüber machen, die Gatling beziehunsgweise Mini Gun sowie den Flammenwerfer des Iron Bear nachladen zu müssen. Natürlich müssen die Ballermänner nach einer Weile abkühlen, aber mit der richtigen Verbesserung richten sie umso mehr Schaden an, je heißer sie sind.
Mehr Komfort für Mehrspielerfans
Weil gemeinsames Ballern noch mehr Spaß macht, baut Gearbox die Mehrspieleroptionen aus. Zwei Kammerjäger im Splitscreen- beziehungsweise vier im Online-Koop dürfen sich jetzt freuen, im Verkaufsautomaten gelegentlich Knarren zu finden, die ihre Freunde in deren Automaten versilbert haben. Findet jemand einen seltenen Gegner, taucht dieser dann als dynamische Mission bei den Freunden auf. Ebenfalls prima: "Versehentlich" gelootete Gegenstände schicken übereifrige Plünderer jetzt per E-Mail an ihre Freunde.
Natürlich gibt es seriengemäß massig neue Köpfe und Skins, die alle im Spiel droppen. "Bei uns muss niemand einen müden Cent dafür ausgeben", sagt Randy Varnell. "Ihr könnt alle durch das Töten von Gegnern und Absolvieren von Herausforderungen bekommen." Manche sind jetzt sogar animiert, alle lassen sich mit je drei Farben für einen individuellen Look anpassen. Neue Emotes und Waffen-Anhänger, die im Display sowie an den Waffen selbst angezeigt werden, runden das Bild ab.
Und dann war da noch Eden 6, die erste Borderlands-Welt, auf der so richtig viele Bäume stehen. In der Dschungellandschaft stapeln sich an manchen Ecken die Häuser vertikal empor, während andere in Sümpfen wie im Bayou von Louisiania auf Besucher warten. Etwa Jacob's Manor, das Herrschaftshaus der gleichnamigen Familie, die mit ihren Waffenfabriken reich wurde, aber trotzdem bei einem Disput um unsere Hilfe bittet. Neue Gegner, die an Saurier und Affen erinnern, versunkene Raumschiffe ... auf Eden 6 gibt's einiges zu entdecken.
Sturm auf das Fernsehstudio
Nach der Präsentation dürfen wir selbst an den Abzug: Unsere Aufgabe ist, das Fernsehstudio von Tyreen Calypso zu stürmen. Natürlich wählen wir Bottomless Mags, um so lange wie möglich auf unsere Gegner ballern zu können, die uns in großer Schar entgegenstürmen. Gelegentlich versetzen wir uns so mit dem Iron Bear etwas Luft, doch der ist natürlich nicht unbegrenzt, sondern nur für einen kurzen Moment verfügbar.
Und das sogar im Studio selbst, das dankenswerterweise ausreichend hohe Decken und Türrahmen hat. Neben den üblichen Psychos und Fanatikern wartet dort auch ein Miniboss namens Mouthpiece auf uns, dem wir mit herkömmlichen Waffen wegen seines Schildes nichts anhaben können - und wenn wir uns in seinen Rücken setzen wollen, umschwärmen uns schnell weniger starke Gegner. Erneut Zeit für den Iron Bear, mit dem wir erst dem Kleinzeugs und dann dem Miniboss das Handwerk legen. Wir hätten gerne noch weitergespielt, doch die Demozeit war leider etwas knapp bemessen.
Bildergalerie
Fazit
Wer die Borderlands-Serie mag, kommt auch im "dritten" Teil voll auf seine Kosten. Und wer noch keine Freundschaft mit ihre geschlossen hat, sollte das schleunigst nachholen: Insbesondere im Mehrspielermodus sorgt das planetenübergreifende Ballern für enorme Gaudi.
Natürlich lässt sich nach so kurzer Spielzeit keine Aussage über die Langzeitmotivation und das Endgame eines Looter-Shooters treffen - hallo Anthem! Doch mit den neuen Mehrspielermöglichkeiten und gleich mehreren Planeten sollten wir den Raketenwerfer nicht so schnell an den Nagel hängen müssen. Freitag, der 13. September 2019 ist jedenfalls der Tag der Wahrheit: Dann nämlich erscheint Borderlands 3.

Erstmal abwarten was da wirklich kommt.