Abgesang auf optische Medien: Selbst der Erfinder verliert die Lust zunehmend
Vor 20 Jahren feierte man im Sony-HQ in Japan: Man hatte den Formatkrieg mit der Blu-ray gewonnen. Heute läuft der Abgesang auf optische Medien, denn selbst der Entwickler hat zunehmend weniger Lust auf das eigene Format, und nach den Dics geht es den Recordern an den Kragen.
Rund 20 Jahre ist es her, dass die Schlacht um die Vorherrschaft bei den optischen Medien tobte. Die DVD sollte einen Erben finden, und wie bei nahezu jedem Medium dieser Art musste es einen Formatkrieg geben. Wie wir alle wissen, gewann das Blu-ray-Format von Sony gegen die HD-DVD von Toshiba. Anders als bei der DVD saß Sony dieses Mal am längeren Hebel - doch nun, 20 Jahre später, rückt das Ende näher.
Die finale Auslieferung von Sonys Blu-ray-Recorder-Modellen steht unmittelbar bevor. Laut Kyodo News wird Sony die letzten Geräte noch im Februar 2026 ausliefern, bevor der Verkauf dieser Recorder endgültig endet. Damit zieht sich Sony aus dem Markt für Blu-ray-Disc-Recorder zurück, der vor allem in Japan eine nennenswerte Rolle bei der Aufnahme von TV-Inhalten spielte.
Ursache für diesen Rückzug ist der massive Wandel im Bereich der Heimunterhaltung: Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime Video und andere On-Demand-Plattformen haben die Nachfrage nach physischen Geräten stark reduziert. Konsumenten nutzen zunehmend digitale Alternativen wie Streaming-Apps, Cloud-Speicher und Netzwerkfestplatten für TV-Aufzeichnungen, wodurch klassische Blu-ray-Recorder und -Player an Relevanz verloren haben.
Blu-ray ist nicht für ewig
Zahlreiche bekannte Hersteller wie LG haben die Geräte bereits aus dem Programm genommen und man findet im Handel zunehmend Geräte günstiger Anbieter aus Fernost. Sony hatte sich bereits dazu entschieden, die Produktion von Blu-ray-Discs einzustellen. Schon damals sprachen die Japaner vom "Ende einer Ära". Tatsächlich wird es zunehmend schwieriger, ein breites Angebot an Blu-ray-Playern, -Recordern und -Discs zu finden. Sony möchte zunächst an Stand-alone-Playern festhalten, doch auch hier dürfte es nur eine Frage der Zeit sein. Die Produktion von PC-Laufwerken hatte das Unternehmen bereits 2013 eingestellt.
Ein "ewiges" Medium sind Discs und Laufwerke ohnehin nicht. Speziell mehrlagige BD-Discs, die vor allem für UHD- und 4K-Filme verwendet werden, können mit zunehmendem Alter Probleme bereiten. Manchmal liegt es an mangelhafter Disc-Qualität, manchmal an alternden Lasereinheiten der Player, die mit der Zeit an Leistungsfähigkeit verlieren. Entsprechende Berichte gibt es zahlreich.
Sony im Wandel
Im Fall von Sony ist es auch eine Konsolidierung, die im gesamten Unternehmen stattfindet. Erst vor Kurzem verkündete der Konzern, die TV-Produktion in ein Joint Venture mit TCL auszugliedern. Die zunehmend schrumpfenden Margen im Consumer-Electronics-Bereich setzen japanische Unternehmen unter Druck — das Feld überlässt man verstärkt Mitbewerbern aus China.
Stattdessen konzentriert sich Sony auf Bereiche, in denen das Unternehmen stark aufgestellt ist, etwa Imaging-Sensorik (inklusive der daran geknüpften Smartphone- und Kamerasparte) sowie Unterhaltung wie Gaming, Musik, Filme und digitale Services.
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Es geht mir ja nicht ums physische Medium, sondern um den "Besitz" und die Qualität.
Und, dass ich pro Monat seit meine Sammlung komplett ist eigentlich null Ausgaben habe wenn ich nicht will, während alle in meinem Freundeskreis Tausende Euro Pro Jahr ausgeben (Netflix, Prime, Disney, HBO, Sky, DAZN und dann noch Spotify...)
Die nächsten 15 Jahre wird's noch BDs zu kaufen geben und schon heute kommt außer Indie Produktionen zu viel Müll den niemand
Nix spezielle Player. Nix inkompatibler Kram im Bereich Audio, HDR usw. Überall abspielbar, mit Download nach login. Ähnlich wie GoG Spiele. BD wird irgendwann weggehen. Wie bei Spielen - selbst wenn man ’ne Box im Laden kauft, ist da nur ein Code drin
Mag für dich dystopisch klingen, wird aber irgendwann in naher Zukunft real werden.
Für mich wäre auch ein Smartphone ganz ohne Ports durchaus brauchbar. Mein Aktuelles hat in 2 Jahren vll 6x was im USB-Port gehabt. Und all das wäre auch wireless gegangen
Vinyl ist eine Ausnahme wegen der Haptik, nicht wegen Qualität oder Audio-Artefakten. Einfach weil damit als DJ auflegen was ganz anderes ist. Aber auch da gibt es längst Abhilfe - nennt sich DVS und hat ein digitales Signal, welches die Software steuern kann, wo die Musik entsprechend ist. 1:1 identisch mit Schalplatte, aber braucht halt nen Laptop vor der Nase - dafür günstiger und leichter zu transportieren. All der Rest der Datenträger, die zum einmaligen installieren/abspielen gedacht sind, können alle schon gestern abdanken. Deren Zweck bleibt nur in Archivierung, Militär (offline-Einsatz) und Legacy-Infrastruktur wie z.B. Züge in Japan, die noch Disketten nutzen. Nix was den gemeinen Anwender interessiert.
Die nächsten 15 Jahre wird's noch BDs zu kaufen geben und schon heute kommt außer Indie Produktionen zu viel Müll
Die Zeit der guten Filme ist ja ohnedies vorbei und in 25 Jahren wird vieles selbstgemacht/KI generiert sein.
Ich bin letztes Jahr durch gegangen und haben geschaut ob ich von jedem Jahr die besten 10-20 Filme hab.
Da gab es Jahre, wie etwa 1992-1996 da waren die Top 20 fast allesamt großartig. Und wenn man das mit den letzten 20 Jahren Vergleicht... Puh.
Das ist für mich ja auch ein Problem des Streamings, noch erreicht es nicht die Qualität einer BD
Da es wie bei Musik ein paar Futzis wie mich gibt die das aber wollen wird es immer eine Möglichkeit geben.
Noch mehr stört mich aber oft, dass bei den Streaming Versionen oft auf 16:9 zurück gegangen wird, ich aber lieber das Originalformat haben möchte
Was die Qualität angeht - ich würde das gerne weit über BD haben wollen. 10Gbit/s Leitung sei Dank, spielt die Größe keine wirkliche Rolle. Gib 8K mit unkomprimiertem Audio und Bonusmaterial in HDR.
Solche Angebote gibt es nicht.. also nicht für Geld. Dafür gibt es alles Mögliche mit der Piratenflagge. BD Remux, DVD Quali für Leute mit schlechten Leitungen, extra Subtitles und natürlich auch regionale Versionen bzw. unterschiedliche Anbieter an einem Ort.
Streaming ist praktisch.. oder war es mal. Bis 3/4 vom Katalog bei Netflix rausgetreten wurden und man diese aktuell über 20 Dienste zusammenkratzen darf, ohne Garantie das diese auch bleiben (also nicht mal sicher ob deine gewählte Serie nicht mittendrin einfach puff macht und weg ist). 21:9 bzw Original (entsprechend Retro Formate) sind mir auch wichtig. Egal wo ich schaue, es ist OLED oder halt Macbook mit gutem Schwarz - daher stören die schwarzen Balken weniger als remastered im falschen Format.
Die Zeit der guten Filme ist ja ohnedies vorbei und in 25 Jahren wird vieles selbstgemacht/KI generiert sein.
Ich bin letztes Jahr durch gegangen und haben geschaut ob ich von jedem Jahr die besten 10-20 Filme hab.
Da gab es Jahre, wie etwa 1992-1996 da waren die Top 20 fast allesamt großartig. Und wenn man das mit den letzten 20 Jahren Vergleicht... Puh.
Noch mehr stört mich aber oft, dass bei den Streaming Versionen oft auf 16:9 zurück gegangen wird, ich aber lieber das Originalformat haben möchte