[26/11/2021] Sind optische Medien tot? Im Massenmarkt: ja. Im Regal von Enthusiasten: noch nicht. Blu-ray und Co. waren einmal. Heute verschwinden Recorder, Laufwerke und ganze Produktlinien still aus den Sortimenten. Jüngstes Hardware-Beispiel dieses Trends? Die Änderung des Fractal Pop Air zur zweiten Generation: Während man bei ersterer noch 2× 5,25-Zoll-Laufwerke an der Front hatte, sind diese nun weggestrichen. Braucht kaum einer, es wird immer seltener. Nur Hardware-Enthusiasten und Nostalgiker wie ich halten halbherzig am alten Standard „fest“.
Streaming und Digitalplattformen haben gewonnen – nicht wegen besserer Qualität, sondern wegen maximaler Bequemlichkeit. Klick statt Klack, Abo statt Besitz. Technisch kann die UHD-Blu-ray noch immer mehr. Höhere Bitraten, weniger Kompression, keine Lizenz-Überraschungen mit wegfallendem Content, den man einst gekauft hat. Aber das interessiert außerhalb der Heimkino-Blase kaum noch jemanden. Wer hat schon ein speziell geflashtes LG BH16NS, um mit Datenträgen machen zu können, was man als User auch will? Der Durchschnittsnutzer will keinen klobigen Datenträger samt Abspielgerät mehr, er will Zugriff. Und das sofort, unverzüglich und überall. Kann ich auch verstehen. Hätte ich meine NAS- und Dateninfrastruktur nicht, wäre ich vermutlich immer noch bei Papa Bezos und Warner Netflix. Optische Medien sind mit dem Trend nicht plötzlich wertlos, nur de facto irrelevant geworden. Und das ist für ein Massenmedium meist das endgültige Urteil. (Richard Engel)