[26/11/2021] Sind optische Medien tot? Ich würde nicht sagen, dass sie tot sind, sondern eher nicht mehr erwünscht. Die jüngeren Leute haben oft nicht mal mehr einen PC, für die ist das Smartphone die einzige Realität, die noch existiert (was für sich schon unlogisch ist). Da passt halt kein Laufwerk mehr rein. Jeder alte Hase wird das jedoch vermissen. Ein schöner Karton aus Holz, darin eine CD-Schachtel, weiteres Zubehör, ein Installer, bei dem bereits die Hintergrundmusik tönt, während man voller Vorfreude das beiliegende Handbuch (in Farbe!) durchliest – wer das nicht erlebt hat, weiß nicht, wie schön das war. Heute drückst du bei Steam auf Kaufen und lädst runter, während du bei TikTok oder Insta den nächsten viralen Clip konsumierst, nur um das Spiel dann zu starten und nach fünf Minuten beiseitezulegen, weil der Dopamin-Kick nicht wie erhofft ausfällt. Das ist im Grunde nicht nur eine Beleidigung für den Entwickler, der sein Herzblut in das Spiel investiert hat, sondern auch eine Zeitverschwendung für einen selbst. Man muss aber auch dazu sagen, dass Spiele inzwischen so groß geworden sind, dass wir unzählige Discs bräuchten, um diese zu installieren. Zudem erscheinen Spiele in einem dermaßen schlechten Zustand, dass die Verkaufsversion auf Disc für alle Zeiten ins Kuriositätenkabinett wandern würde. Nein, optische Medien sind nicht tot, aber Entwickler und mögliche Zielgruppen haben schlicht den Anspruch daran verloren. (David Krausbauer)