Die Premiumbilder des Titan Noir Max im Praxis-Check
Auf dem Papier beeindruckt der Titan Noir Max mit 7.000 ISO-Lumen. Doch wie gut sehen Filme und Spiele darauf wirklich aus und wo zeigen sich trotz Premium-Anspruch noch Schwächen?
Inhaltsverzeichnis
Die beeindruckenden Bilder des Titan Noir Max
Damit die Bilder richtig gut aussehen, hat XGimi den Titan Noir Max in so ziemlich allen Bildaspekten auf elf gedreht - allem voran die beeindruckend hohe Helligkeit. Allerdings muss man hier festhalten, dass sich die 7.000 ISO-Lumen auf den Hochleistungsmodus beziehen. Wie für derlei Modi üblich erhöht dieser den Grünanteil im Licht, da Grün als hellste der drei Grundfarben gilt. Das geht erwartungsgemäß mit einer einmal mehr, einmal weniger wahrnehmbaren Grünverschiebung einher, wobei man in diesem Fall klar von "mehr" sprechen muss.
Quelle: PCGH
Mit seiner Bild- und Lichtleistung, der Ausstattung und seinem Preis ist der XGimi Titan Noir Max definitiv ein Projektor der Enormitäten.
Mit anderen Worten: Im Alltag ist dieser Modus praktisch nicht zu gebrauchen. Das liegt einerseits daran, dass er den sonst angenehm leisen Lüfter auf über 50 dB aufdreht. Andererseits erhöht das gleichzeitig den Stromverbrauch von akzeptablen 240 Watt - gemessen im hellsten Standardmodus - auf ca. 350 Watt. Damit liegt er erwartungsgemäß deutlich über kompakten Lifestyle-Beamern, bleibt im Standardbetrieb für seine Lichtleistung aber nachvollziehbar. Selbst laut Hersteller ist diese Funktion nicht für längeren Betrieb geeignet.
Glücklicherweise kommt der Projektor im regulären Modus dennoch auf 4.000 bis 5.000 ISO-Lumen, was selbst für den Betrieb bei Restlicht noch vollkommen ausreicht. Bei kompletter Dunkelheit ist der Beamer bei Helligkeitsstufe 10 von 11 und im hellsten Blendenmodus (f/2.0) sogar beinahe unangenehm hell. Dafür lässt sich die Blende bequem in fünf Stufen weiterjustieren, wobei eine geschlossenere Blende (z. B. f/4.0) wiederum Lichtleistung gegen mehr Präzision in dunklen Bereichen eintauscht. OLED-Niveau wird aufgrund der physikalischen Einschränkungen eines Projektors aber nie erreicht.
Bildergalerie
Ein paar Bildfehler gibt es, aber diese Feature-Menge ...
Soll es dagegen noch heller werden, gibt es zusätzlich eine Helligkeitsstufe 10+. Die kitzelt zwar noch etwas mehr Licht aus dem Gerät heraus, bezahlt das allerdings mit einem sichtbaren Bildrauschen. Ähnlich sieht es übrigens beim Anti-RBE-Modus aus. Der verhindert den Regenbogeneffekt tatsächlich merklich, den man etwa durch schnelle Augenbewegungen wahrnimmt, sorgt gleichsam jedoch für unschönes Pixelrauschen in dunkleren Bereichen. Einen Hauch von Farbsäumen sieht man zudem selbst bei diesem hochpreisigen Gerät, insbesondere an den Rändern oder bei hellen UI-Elementen auf dunklem Hintergrund. Schrift, Menüs und feine Details bleiben über verschiedene Auflösungen hinweg aber sauber gezeichnet und wirklich störend wird der Effekt nie.
Außerdem: Allein durch die schiere Anzahl an Modi (Standard, Film, Sport, Filmmaker, ISF Tag, ISF Nacht), das neue Dynamic Black Level Enhancement, die Unterstützung für IMax Enhanced, Dolby Vision sowie HDR10+ und die Möglichkeit, eigenhändig nachzujustieren, können sich Enthusiasten hier vollkommen austoben. Doch auch wer einfach auspacken und loslegen möchte, bekommt mit dem XGimi Titan Noir Max eine hervorragend kontrastierte Farbpracht geboten. Die hat uns in Film und Spiel durchweg überzeugen können, wenngleich die Schattendetails durch die abfotografierten Bilder leider nicht ganz so gut herauskommen.
Quelle: PCGH
Dennoch klingt auch das Harman-Kardon-Soundsystem durch seine beiden frontalen 12-Watt-Lautsprecher erstaunlich gut.
Der Ton kann sich hören lassen
Nicht ganz so brillant, aber für einen Projektor dennoch recht ansehnlich, sieht es mit dem Ton aus. Auch er ersetzt keine separate Soundbar oder gar ein ausgewachsenes Heimkino-System. Allerdings liefern die beiden 12-Watt-Lautsprecher des Harman-Kardon-Soundsystems inklusive DTS Virtual:X-Unterstützung dennoch satten und überraschend tiefen Klang. Der wird nach vorn abgestrahlt und kann die Standardlüfterlautstärke problemlos überdecken. Damit ist der Klang des Titan Noir Max definitiv mehr als eine Notlösung - und für alle anderen stehen mit eARC, optischem Ausgang und Klinke genügend Möglichkeiten für ein externes Soundsystem zur Verfügung.
Sechs Beamer im Vergleich: Das sollten PC-Spieler über das perfekte Heimkino wissen
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XGimi Titan Noir Max: Fazit
Der XGimi Titan Noir Max ist vielleicht kein Projektor der Extreme, aber mindestens - ja, dieses Wort existiert - einer der Enormitäten. Enorm hell, enorm umfangreich ausgestattet, enorm hochwertig verpackt und auf den ersten Blick auch enorm teuer. Mit 5.500 Euro Listenpreis spielt er weit oberhalb der meisten Lifestyle- und Gaming-Beamer, ist im Umfeld hochwertiger Laser-Heimkinoprojektoren aber durchaus konkurrenzfähig. Vergleichbare Modelle von Epson, Sony oder JVC liegen je nach Technik, nativer 4K-Auflösung und 4K/120-Hz-Unterstützung grob zwischen 4.500 und deutlich über 10.000 Euro. Der Preis bleibt eine nennenswerte Hürde, wirkt gemessen an Ausstattung, Lumen und Bildleistung jedoch nicht aus der Luft gegriffen.
Besonders brillieren kann der Projektor nämlich mit seinen Bildern: bemerkenswerte Farbwiedergabe, starke Kontraste, erstaunlich präzise Tiefen und die hohe Helligkeit. Der Hochleistungsmodus ist zwar im Alltag nicht wirklich zu gebrauchen, doch selbst standardmäßig ist der Beamer hell genug, um trotz Restlicht noch souverän abzuliefern. Auf der Gegenseite stehen kleinere Bildfehler wie Farbsäume, Pixelrauschen in bestimmten Modi und ein Autofokus, der gelegentlich minimal nachkorrigiert werden muss. Dass die UHD-Darstellung per Pixelshift und nicht nativ erfolgt, ist in der Praxis wiederum weniger dramatisch, als es auf dem Papier klingt: Das Bild wirkt sehr scharf und liegt sichtbar weit über klassischem Full HD.
Beim Gaming überzeugt er derweil mit seiner großen Feature- und Anschlussauswahl, der extrem geringen Latenz und den 240 Hz bei 1080p. Lediglich dass bei 4K maximal 60 Hz möglich sind, verpasst ihm einen kleinen Dämpfer. Kompetitive Spieler könnten hier mehr erwartet haben, Singleplayer profitieren wiederum von der Kombination aus Helligkeit, Farbkraft und projektortypisch schierer Bildgröße. Wer also bereit ist, die Taler in die Hand zu nehmen - und davon scheint es der erfolgreichen Kickstarter-Kampagne zufolge eine ganze Menge zu geben - darf sich beim XGimi Titan Noir Max über einen vielseitigen und hochwertig ausgestatteten Premium-Projektor für Heimkino und Gaming freuen.


Eine ordentliche Leinwand in annehmbarer Größe kostet auch noch mal eine ordentliche Stange Geld.
Da dann lieber einen vernünftigen 100" TV
Eine ordentliche Leinwand in annehmbarer Größe kostet auch noch mal eine ordentliche Stange Geld.
Das ist es, was mich vom Kauf eines Kurzdistanz-Beamers abhält ... die Gesamtkosten.
Das Gerät ist trotzdem ein Hammer, ein 5000 Lumen Gerät mussten wir damals mit zwei Mann aus demFahrzeug heben heben, der Preis lag auf Kleinwagen Niveau.
Es würde helfen, wenn im Test erwähnt wird, welches DMD Chipset von Texas Intruments im Beamer verbaut ist - das erleichtert den Vergleich. Insbesondere wenn zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr ganz klar ist, um welche Generation es sich handelt.
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Wie für derlei Modi üblich erhöht dieser den Grünanteil im Licht, da Grün als hellste der drei Grundfarben gilt.
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Jeder der schon einmal verschieden Farbige LEDs kombiniert/verlötet hat und dachte die müssten die gleiche Leistung haben, kennt das Problem
Im Prinzip wird im Leistungsmodus einfach CIE Normierungskurve abgeschaltet, die heutzutage in allen Farbdarstellungen als Filter eingesetzt wird - ob jetzt Bildschirm oder RGB Leuchtmittel.
OLED-Niveau wird aufgrund der physikalischen Einschränkungen eines Projektors aber nie erreicht.
Die maximale Leuchtdichte? - die kann man variieren indem die Fläche auf die der Beamer projiziert verkleinert ( bzw. den Projektor dichter an die Leinwand bewegt).
Bei 5000 alltagstauglichen Lumen dieses Beamers hätte man über 4245 cd/m² auf einer Projektionsfläche mit 2,20 m Diagonale. Das übetrifft die maximale Leuchtdichte der meisten OLEDs.
Oder ist hier der Schwarzwert gemeint?
Der lässt sich durch die Farbgebung der Leinwand definieren - von dunkelgrau bis schwarz ist einiges möglich.
Es lassen sich in perfekt abgedunkelter Umgebung und der entsprechenden Leinwand, theoretisch sehr tiefe Schwarztöne erreichen, im Austausch mit der maximalen Leuchtdichte versteht sich.
Es sind nur ein paar Nostalgiker, (die nicht wahrhaben wollen, dass ihr einst kostspieliger Projektor nun von Beamern die einen Bruchteil davon kosten, übertrumpft werden) die Pixel-Shift einen schlechten Ruf anhaften.
DIe können ja auf dem demnächst erscheinenden 4K DMD Chip gerne natives 4K schauen, alle Anderen freuen sich dann über 8K mit Pixelshift
MfG
Raff
MfG
Raff