Digitale Fahrzeugpapiere: Fahrzeugschein ab sofort auf dem Handy, Führerschein folgt bis 2026
Deutschland digitalisiert den Straßenverkehr: Der Fahrzeugschein ist ab November 2025 digital verfügbar, der Führerschein soll Ende 2026 folgen. Die i-Kfz-App macht das Smartphone zur Dokumentenmappe.
Die deutsche Verkehrsdokumentation macht einen großen Schritt in Richtung Smartphone: Während der digitale Fahrzeugschein mit der i-Kfz-App des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) bereits verfügbar ist, rückt auch der digitale Führerschein mit einem verbindlichen Starttermin näher.
Neuer Fahrzeugschein auf dem Handy
Seit dem 6. November 2025 kann der klassische Papier-Fahrzeugschein bzw. die "Zulassungsbescheinigung Teil I" offiziell digital über die i-Kfz-App auf Android und iOS geführt werden. Das bedeutet: Halter können ihr Fahrzeugdokument per App aufs Smartphone laden, bei Kontrollen vorzeigen und damit die Mitführung des Papiers innerhalb Deutschlands ersetzen.
Die App erlaubt zwei Wege zur Authentifizierung:
- Über den elektronischen Personalausweis (eID-Funktion) mittels NFC
- Oder über einen QR-Code, den die Zulassungsbehörde bereitstellt
Zu den weiteren Funktionen gehören das gleichzeitige Hinterlegen mehrerer Fahrzeuge und das Teilen des digitalen Scheins mit berechtigten Nutzern - etwa Familienmitgliedern oder Mietern.
Trotzdem wird empfohlen, das Papierdokument vorerst weiterhin mitzuführen - insbesondere bei Auslandsfahrten oder wenn die neue Regelung bei einer Kontrolle noch nicht überall bekannt ist.
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Führerschein bald digital - Ziel: Ende 2026
Parallel zur Fahrzeugzulassung geht auch der digitale Führerschein an den Start. Die Bundesregierung hat den Gesetzentwurf zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes beschlossen und damit die rechtliche Grundlage für eine digitale Führerscheinvariante geschaffen.
Der Starttermin für eine bundesweite Verfügbarkeit ist für Ende 2026 vorgesehen - damit läge Deutschland deutlich vor der EU-Frist 2030 für einen europaweit einheitlichen digitalen Führerschein. Laut Entwurf soll der digitale Führerschein die Mitführpflicht der Plastikkarte aufheben - zumindest im Inland. Bei Auslandsreisen bleibt der physische Führerschein jedoch empfohlen, außerhalb der EU ist weiterhin der zwei Jahre gültige internationale Führerschein nötig.
Blick auf Technik, Praxis und Risiken
Mit der i-Kfz-App und dem digitalen Führerschein ergeben sich klare Vorteile: Papierkram entfällt, Dokumente sind jederzeit griffbereit, das Teilen von Fahrzeug- oder Fahrerlaubnisnachweisen wird flexibler. Solche digitalen Lösungen könnten Verwaltungsprozesse effizienter machen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte der Bürokratie den Kampf angesagt - und muss nun liefern. Viele Prozesse gelten als veraltet und werden von Bürgern nur noch widerwillig akzeptiert. Die Digitalisierung der Behörden bleibt ein Dauerthema.
- Herausforderungen bestehen weiterhin: Ob alle Kontrollen die digitale Variante bereits akzeptieren, ist noch unklar. Der ADAC warnt, dass etwa Fahrverbote oder Entzüge zeitnah im System abbildbar sein müssen.
- Auch Sicherheits- und Manipulationsrisiken werden diskutiert: Die App muss zuverlässig gegen Fälschung und Missbrauch geschützt sein. Zudem bleibt bei Auslandsfahrten das physische Dokument vielerorts erforderlich.
- Unpraktisch: Für jedes Dokument ist eine eigene App nötig. Zwar existiert eine App für den Personalausweis, sie dient aber nicht der Identifikation, sondern nur der Aktivierung der Digitalfunktionen. Viele Nutzer wünschen sich eine zentrale Lösung und bessere Integration in Apple/Google Wallet.
Immerhin nimmt die Digitalisierung von Fahrzeug- und Führerscheindokumenten in Deutschland endlich sichtbare Formen an. Mit der i-Kfz-App ist der digitale Fahrzeugschein bereits verfügbar - der digitale Führerschein folgt bis Ende 2026. Außerdem soll die Parkraumbewirtschaftung digitalisiert werden: "Die Kommunen erhalten damit auch mehr Spielräume für Lösungen beim Parkraummanagement, da sie durch Digitalisierung mehr Daten über Auslastung, Parkdauer und Nutzerverhalten erhalten können."
"Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das künftig: kein Ticketziehen mehr, da beispielsweise Kennzeichenscanner Parkvorgänge automatisch erfassen können. Die Bezahlung kann bequem per App oder QR-Code erfolgen."
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Quellen: KBA, BMV, Bundesregierung

Macht die Brieftasche wieder etwas dünner bei 2 Scheinen.
Man muss dann nur die Blitzer App ausmachen vor dem Zeigen
Und ich denke das funktioniert so, das du den Beamten dann dein Telefon zeigst und die sich dann da durchklicken müssen.
Der QR-Code ist nur zum teilen da für Freunde/Verwandte, nicht für die Polizei.
Oder ich hab das falsch verstanden?
Eine Gültigkeitsbeschränkung wäre eine Möglichkeit, wurde bislang aber nicht erwähnt und lässt sich auch ziemlich leicht aushebeln: Solange ich mein Handy Offline habe, kann ich auch die Uhrzeit beliebig ändern. Dann zeigt das auch im Juni 2026 noch den Informationsstand von heute an, also z.B. "Führerschein vorhanden", obwohl der längst eingezogen wurde. Noch einfacher wäre es, schlicht die Bildausgabe der App zu klonen und als Bild anzuzeigen, wenn es bei einer einfachen visuellen Überprüfung bleibt (wie heute mit den Papier-Gegenstücken). Dagegen hilft tatsächlich nur das Gerät zusammen mit der Fahrerlaubnis einzuziehen – womit wir wieder bei dem auf dem ersten Blick so absurden Vorschlag wären.
Respektive halt wahlweise eine Echtzeit-Online-Verbindung vorauszusetzen oder aber den Beamten umfangreich mit dem Smartphone interagieren zu lassen, um Täuschungsversuche zweifelsfrei aufzudecken. Ersteres setzt wieder eine regelmäßige Verbindung zum Server voraus (inklusive Tracking-Möglichkeiten), letzteres Kontrollaufgabe über das Gerät durch den Nutzer. Und bei letzterer muss man auch kriminelle Aktivitäten berücksichtigen: Während es für Diebe ziemlich uninteressant ist, sich als Polizisten auszugeben, um Führerscheine einzukassieren, werden für Smartphohne-Diebstahl noch viel absurdere Dinge durchgezogen.
tl;dr: In der Praxis ist so eine App-Lösung alles andere als einfach.
Und wenn man an jeder zweiten Ecke auf "dann funken halt die Polizisten" abstellt, dann kann man sich die App auch ganz sparen. Dann läuft die eigentliche Kontrolle über den Funkkanal der Polizei und das Smartphone zeigt nur die persönliche ID an, was man nun wirklich auch auf sehr vielen anderen Wegen machen könnte.