Assassin's Creed Origins auf der E3 angespielt: The Witcher 3 trifft auf Ägypten
Zehn Jahre nach dem ersten Teil nimmt uns Assassin's Creed Origins mit nach Ägypten - zu den Anfängen der Bruderschaft. Und macht ganz nebenbei aus dem Action-Abenteuer ein waschechtes Open-World-Rollenspiel.
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Was macht ein Entwickler, wenn einer Serie etwas die Puste ausgeht und selbst ausgefallene Schauplätze und Zeitepochen nur teilweise neuen Schwung bringen? Ganz einfach - er verschiebt einfach die Genre-Torpfosten. So ist Assassin's Creed Origins kein waschechtes Action-Adventure mehr, sondern lässt sich guten Gewissens ins Genre der Open-World-Rollenspiele wie The Witcher 3 einsortieren. Ob das auch Spaß macht, wollten wir beim Anspielen des Titels auf der E3 2017 in Los Angeles herausfinden.
Goldene Statuen gesucht
Ohne lange Vorreden startet unser Abenteuer im alten Ägypten. Bayek, der letzte Medja und damit eine Art Ordnungshüter, reitet ins an einem Fluss gelegene Dorf Euhemeria, wo er sieht, wie ein Priester einen seiner Schüler ohrfeigt - wieder und wieder. Wir wollen uns zuerst nicht in die Szene einmischen, doch Ubisoft-Mitarbeiterin Virginie ermutigt uns, es doch zu tun - schließlich wartet hier eine Quest auf uns. Nicht die erste Quest des Spiels, wohlgemerkt, denn Held Bayek hat bereits Stufe 20 erreicht und damit etliche seiner 51 (!) aktiven und passiven Fähigkeiten freigeschaltet. Die sind in die Bereiche Krieger (Nahkampf), Jäger (teils unsichtbares Zuschlagen aus der Ferne) und Seher (Manipulation der Umgebung) unterteilt.
Der mies gelaunte Priester offenbart uns derweil, dass sein Schüler zwei wertvolle Figuren gestohlen habe, auch wenn dieser seine Unschuld beteuert. Er stimmt aber unserem Vorschlag zu, mit der Prügelei aufzuhören, wenn wir ihm seine Schätze wiederbringen. Der Schüler gibt uns die grobe Richtung vor, die genauen Positionen der zwei Figuren müssen wir selbst herausfinden. Dazu schicken wir unseren Adler Senu in die Luft, der mit scharfem Auge und Sonar-Schrei eine Figur auf einem Schiff, die andere unter Wasser ausmacht. Wir schnappen uns ein kleines Segelboot und fahren damit zuerst zum versunkenen Schatz.
Unter Wasser und auf Deck
Unter Wasser geht es recht beschaulich zu: Die Figur steckt in einer Kiste, die sich im gesunkenen Schiff des Priesterschülers befindet. Doch da wir unseren Atem so gut wie ein Perlentaucher anhalten können und uns keine Feinde begegnen, haben wir das Objekt der Begierde schnell in der Tasche - wie auch zahlreiche andere Gegenstände wie Münzen und Nahrungsmittel, die rollenspieltypisch im Schiff verstreut sind.
Die Beschaffung der zweiten Figur ist etwas komplizierter. Wir schleichen uns an Bord des Schiffes, auf dem zahlreiche Gegner umherlaufen, und begeben uns zum Heck. Dort patrouilliert eine Wache, die wir unbemerkt von hinten ausschalten, nachdem wir sie um den Mast herum verfolgt haben. Der Kapitän des Schiffs wird auf uns aufmerksam, doch mit dem Nahkampfbogen - wir haben auch einen für weiter entfernte Ziele - machen wir auch ihm den Garaus. Die Figur ist unser, doch für den kompletten Abschluss der Quest gilt es, noch ein paar weitere Seeleute zu bezwingen.
Epische Beute im Inventar
Rollenspiel-Alarm: Der Kapitän hat uns einen hochwertigen Bogen "hinterlassen", den wir flink ausrüsten und damit die Gegner am Bug ausschalten, indem wir uns immer im richtigen Moment hinter ein paar Kisten hervorwagen. 300 Stunden mit dem Deckungs-Shooter-Rollenspiel The Division haben offensichtlich ihre Spuren hinterlassen. Prügellustige Spieler könnten die Gauner natürlich auch im Nahkampf bezwingen.
Wir schwimmen nach getaner Arbeit zurück ans Ufer, neben den zwei Statuen auch um einen epischen Schild reicher, der ebenfalls schnurstracks ausgerüstet wird. Die alten Ausrüstungsgegenstände könnten wir beispielsweise Händlern verkaufen, die überall in der Stadt zu finden sind - für die Demo allerdings deaktiviert sind, damit wir uns nicht zu sehr verzetteln. Zurück am Ufer überreichen wir dem Priester die Beute, der sich statt eines Dankes noch weitere abschätzige Worte abringt.
Quelle: Ubisoft
In Assassin's Creed Origins dürfen Spieler auch den Schild schwingen
Undank ist des Priesters Lohn
Mit den für die Quest erhaltenen Erfahrungspunkten steigen wir derweil eine Stufe auf und dürfen einen Fähigkeitspunkt verteilen. Wir wählen eine passive Fähigkeit, die unseren bezwungenen Feinden automatisch die Taschen leert. Apropos Feinde - der Priester ist über unsere etwas aufmüpfigen Antwort auf seine Worte nicht erfreut und hetzt zwei Wachen auf uns - die wir jedoch mit unserer neuen Ausrüstung ohne große Schrammen umlegen, während der Priester selbst das Weite sucht.
Etwas aggressivere Naturen hätten den Priester natürlich auch direkt zu einem Treffen mit den Göttern schicken können. Wohlbemerkt: Diese Quest war mitnichten ein Teil der Hauptgeschichte - die wartet nach wie vor auf uns, genau wie das Erkunden der Umgebung und das Einsammeln von wertvollen Gegenständen.
Quelle: Ubisoft
Looten und Leveln: Rollenspieler sollen in Assassin's Creed Origins auf ihre Kosten kommen
Die Totgeweihten lassen grüßen
Wir schauen zum Abschluss unseres Ägypten-Abenteuers in der Arena vorbei, in der muskelbepackte Krieger zur Belustigung des Volkes gegeneinander kämpfen - anders als beim Wrestling allerdings bis zum Tod. Eine Reihe von normalen Schergen machen Bayek und seiner Speerwaffe keine Probleme, etwas kniffliger wird es beim Endgegner, der uns mit wuchtigen Schlägen zu Boden streckt.
Nach ein paar Versuchen haben wir aber den Dreh raus und ihn fast besiegt, doch in einem unaufmerksamen Moment erlauben wir ihm einen tödlichen Distanzschlag. Immerhin: Wenn das Spiel am 27. Oktober dieses Jahres erscheint, wissen wir, wie wir Kleinholz aus dem Burschen machen können. Allerdings auf eigene Faust, denn Mehrspieleroptionen sind in Assassin's Creed Origins nicht vorgesehen. Was uns bei dieser Art von Spiel ehrlich gesagt aber auch nicht sonderlich traurig stimmt.
Assassin's Creed Origins angespielt: Fazit
Schon bei unserer ersten Begegnung mit Assassin's Creed Origins im Rahmen der Xbox-E3-Pressekonferenz schoss es uns durch den Kopf: Das sieht aus wie The Witcher 3 in Ägypten. Nach einer halben Stunde mit dem Spiel bestätigt sich dieser Eindruck: Die Designer in Montreal haben Geralts Abenteuer ausgiebig studiert und Origins in ein waschechtes Rollenspiel verwandelt - bewährte Kletter- und Kampfeinlagen inklusive. Dadurch kommt deutlich mehr Tiefe und Langzeitmotivation ins Spiel, denn stimmungsvoll präsentierte Quests motivieren zumindest den Autor dieser Zeilen stärker zum Weiterspielen als das kommentarlose Sammeln von in der Gegend versteckten Objekten.
Optisch darf Ubisoft Montreal noch etwas am Spiel feilen, was erfahrungsgemäß in den letzten Monaten vor dem Release passiert - dann wissen die Designer schließlich, wie viele Rechenzyklen die Programmierer ihnen für die Grafik zur Verfügung stellen. Das soll nicht heißen, dass Assassin's Creed Origins schlecht aussähe - ein 4K-Aha-Moment stellte sich bei der Demo allerdings noch nicht ein. Dennoch: Mit Origins könnte den Entwicklern der spielerische Befreiungsschlag gelingen, den die Serie nach zehn Jahren dringend nötig gehabt hat.
Quelle: Ubisoft
Die luftigen Ausblicke dürften auch in einem Assassin's Creed Origins nicht fehlen

eins der besten Spiele ever
Also bitte was ist denn das für ein lächerlicher vergleich ? The Wischer 3
Ich finde den Vergleich durchaus sinnig, da man ganz deutlich bei AC:O sieht, woher Ubisoft seine Inspiration genommen hat. (KS usw) Die Frage ist halt nur, warum muss man heutzutage jedem Action Adventure RPG Elemente geben ? ..... Da hätte ich bei AC eher an anderen Stellen angesetzt.
Was mir persönlich unangenehm auffällt an Ubisoft-Spielen ist, dass entweder das Hud zu modern zum Spiel ist (Assassins Creed) und das es bei Ubisoft-Spielen ständig irgendwie blinken/leuchten muss.
The Crew 1 ist das beste Beispiel, alle paar Meter muss mitten auf der Strasse was blinken und "mitgenommen" werden.
Zum Glück habe ich dafür kein Geld verschwendet. Gute Spiele, haben zum einen nur das allernötigste im Hud/Interfacing zu sehen und es blinkt nicht alle Nase nach.
Ubisoft wird für mich erst wieder interessant, wenn sie auch Spiele für Erwachsene rausbringen und nicht für kiddies.
Es ist vielleicht kein Witcher 3 und wird wahrscheinlich auch nicht an die Qualität, dessen herankommen, aber bei diesen Satz muss man dem Autor vollkommen recht geben:
" lässt sich guten Gewissens ins Genre der Open-World-Rollenspiele wie The Witcher 3 einsortieren"
Gerade im Vergleich zu den anderen AC Teilen ist mir sofort der viel stärkere Fokus auf Rollenspielelemente aufgefallen. Es gibt verschiedenes sammelbares Equipment, Levels mit Fähigkeitenerweiterung, Dialoge etc.
Zumindest von dem was man bis jetzt gesehen hat, bin ich wirklich überzeugt und das obwohl mein letztes Spiel der Reihe AC3 war.
Man nehme Talentbäume und Nebenquests mit Tiefgang und siehe da; ein The Witcher 3 Vergleich
Man nehme Schild, Block - & Ausweichsystem mit anspruchsvollen Gegnern und siehe da, ein Dark Souls Vergleich
Btw, wenn AC: Origins wirklich einigermaßen den Spagat zwischen den beiden erwähnten Spielen schafft plus eine Story ala Ezio Audiore, könnte es das beste AC seit langem wieder werden.