Core i9-12900K nicht schneller als ein i3-12100? Zwei CPUs im Vergleich mit drei Spielen
Welchen Einfluss hat die CPU auf die Spieleleistung, wenn die GPU limitiert? Keinen, möchte man vermuten. Manchmal stimmt das, manchmal aber auch nicht. Um zu beweisen, dass die CPU nicht ganz egal im GPU-Limit ist, haben wir den aktuellen Intel-Top-Prozessor Core i9-12900K mit einem i3-12100 verglichen. Diesmal nicht in 720p, sondern in Full HD, WQHD und UHD und das Ganze in drei Spielen. Herausgekommen sind teils erwartbare und teils seltsame Ergebnisse.
Wir testen die CPUs in Spielen stets in 720p-Auflösung (oder darunter), einfach um das CPU-Limit zu erreichen. Leider kommt das nicht immer verständlich rüber, weswegen wir jetzt zwei ungleich starke Prozessoren einem praxisnahen Vergleich unterziehen. Wir haben das Topmodell Core i9-12900K und das Einsteigermodell Core i3-12100 in den drei Auflösungen Full HD, WQHD und 4K/UHD in den drei Spielen Cyberpunk 2077 (1.5), Total War Warhammer III und Call of Duty: Warzone zusammen auf einem Z690-Mainboard mit einer RTX 3070 getestet. Nicht immer limitiert die Grafikkarte und nicht immer ist die CPU im Spiel egal, wie die interessanten Ergebnisse zeigen.
Klar limitiert fast immer die Grafikkarte die Spieleleistung. Nur sind nicht alle Spiele gleich und manche haben so ihre Eigenheiten. Deswegen haben wir drei Spiele unterschiedlicher Gattungen ausgewählt, um zu zeigen, dass die CPU jeweils einen anderen Einfluss haben kann.
CPU-Vergleich in Cyberpunk 2077 1.5: Man kombiniere eine RTX 3090 mit einem Core i3!
Cyberpunk 2077 ist nach wie vor ein fordernder GPU-lastiger Titel, der selbst die stärksten Grafikkarten in die Knie zwingt. Mit dem Patch 1.5 wurde abermals die Performance verbessert und neben Nvidias DLSS gibt es nun auch AMDs FSR. Wir haben die drei Auflösungen jeweils mit und ohne Raytracing (Psycho) getestet. Wie erwartet langweilt sich der Core i9, aber auch der i3 in allen Einstellungen und Auflösungen. Die relativ wenigen Fps stemmt selbst der i3-12100(F), sodass er hier selbst eine RTX 3090 nicht limitieren würde. Gerade weil diese nun doch eher für hohe Auflösungen ab WQHD oder gleich 4K/UHD angeschafft wird, sodass zur Top-GPU eine Top-CPU gar nicht notwendig wäre.
Auch in den Frametime-Diagrammen sind die Unterschiede unwesentlich gering. Der Core i9 hat minimal niedrigere Rechenzeiten, die aber bestenfalls messbar und nicht spürbar sind. Grundsätzlich würde man erwarten, dass ein i9 gegenüber einen i3 selbst hier einen geringen Vorteil bietet, das ist aber in Grafik-lastigen Spielen nicht der Fall und beweist, wie irrelevant letztlich die CPU in niedrigen Fps-Regionen ist. Ganz so pauschal kann diese Behauptung nicht stehen bleiben, denn der Core i3-12100 ist bereits ein Vierkerner mit acht Threads. Vor einigen Generationen traf das noch auf die Top-CPUs mit i7-Suffix zu. Daher ist der i3 sicherlich fürs Gaming nicht ganz so unbrauchbar.
Quelle: PC Games Hardware
i3-12100 vs. i9-12900K: Frametimes in Cyberpunk 2077
CPU-Vergleich in Total War: Warhammer III: Effizienzkerne stören wohl
Vom aktuellen Strategietitel der Total-War-Reihe haben wir erwartet, dass er mit viel Gewusel auf der Karte in Schlachten den Prozessor etwas mehr fordert als ein Grafik-lastiges Singleplayer-Spiel. Das ist auch der Fall, aber in hohen Einstellungen und mit Full-HD-Auflösung spuckt selbst eine RTX 3070 nur magere 50 Fps im Schnitt aus. Um die Unterschiede besser darzustellen, haben wir uns hier für mittlere Details entschieden. Prinzipiell ändert es hier auch nichts am Ergebnis, denn selbst in Full HD macht die CPU hier noch nicht dicht und die Grafikkarte bleibt voll ausgelastet. Lediglich in Full HD messen wir eine geringe Fps-Differenz zwischen den CPUs: Der Core i9 12900K bietet hier circa zehn Prozent mehr Leistung als das gleiche System mit dem i3-12100.
Quelle: PC Games Hardware
i3-12100 vs. i9-12900K: Fps & P1 in Total War: Warhammer III
Der Fps-Durchschnittsbalken erzählt aber nur die halbe Wahrheit, denn tatsächlich läuft das Spiel schlechter, genauer gesagt wesentlich ruckeliger mit dem i9 als mit dem i3, was die Frametimes auch zeigen: Ohne Synchronisierung (V-,G-,Freesync) leidet es unter heftigen Mikrorucklern, die mit dem i9 nicht mehr ganz so "mikro" sind, sondern paradoxerweise höher als mit dem i3. Dass sie auftreten, liegt am aktuell noch schlecht optimierten Spiel. Die gravierende Differenz zwischen den beiden CPUs aber ist den Effizienzkernen des i9 geschuldet, die der i3 einfach nicht hat. Die zusätzlichen Effizienzkerne können also für eine schlechtere Spieleleistung sorgen und müssen im Zweifel sogar deaktiviert werden, sofern sie derart stören. In diesem Fall von Total War: Warhammer III aber lässt sich das mit Synchronisierung lösen, die in der Praxis ohnehin läuft und wir grundsätzlich empfehlen.
Quelle: PC Games Hardware
i3-12100 vs. i9-12900K: Frametimes in Total War: Warhammer III
CPU-Vergleich in Call of Duty: Warzone: High-Fps-Shooter brauchen einen schnellen Prozessor
Die ersten beiden Beispiele zeigen, dass die CPU entweder egal oder eine "zu schnelle" sogar hinderlich fürs Gaming sein kann. Wer aber viele Fps will, etwa um seinen 360-Hz-Monitor auszureizen oder weil man an die Vorteile hoher Bildfrequenzen glaubt (weniger Lag, bessere Trefferrate), benötigt dann doch fürs Gaming wieder eine potente CPU.
Quelle: PC Games Hardware
i3-12100 vs. i9-12900K: Fps & P1 in Call of Duty: Warzone
In unserer praxisnahen Benchmark-Szene, die zudem noch ganz ohne Gegner funktioniert, limitiert der Core i3-12100 in allen Auflösungen bei circa 50 Fps. Selbst in UHD konnte die RTX 3070 nur circa 40 Prozent an Last melden. Dieses Beispiel beweist, dass in hohen Fps eine gute CPU sich doch wieder lohnt, sofern man nicht in Briefmarken-Auflösung spielen möchte.
Quelle: PC Games Hardware
i3-12100 vs. i9-12900K: Frametimes in Call of Duty: Warzone
In diesem Fall zeigt das Frametime-Diagramm, was die Fps-Balken schon andeuten: Der deutlich niedrigere Durchschnitt zeigt ein grundsätzlich höheres Niveau der Frametimes und der höhere Abstand zum ersten Perzentil (P1) zeigt einen deutlich unruhigeren Verlauf. Subjektiv ist hier allein schon das Niveau entscheidend, aber ein gleichmäßigerer Verlauf ist die Kür für ein geschmeidiges, hochfrequentes Bewegtbild.
Fazit: Selbst im GPU-Limit sorgt die CPU für Unterschiede
Wie falsch man mit der Vermutung liegen kann, dass die CPU ja egal sei, wenn man sowieso fast immer im GPU-Limit spielt, zeigen manche dieser Stichproben. In Grafikkrachern mit ohnehin niedrigen Fps mag das der Fall sein, nicht aber, wenn etwa das Spiel noch nicht gut optimiert oder eben mit Effizienzkernen klarkommt - oder man eben hohe Fps anvisiert.
Nun haben die Tests auch gezeigt, dass der i3-12100 nicht unbedingt die leistungsschwache Office-Gurke ist, die man in dieser Preisklasse vermuten würde. Der Vierkerner könnte eine Option für Budget-Konfigurationen eines Gaming-Rechners sein, der etwa Full HD oder WQHD stemmen könnte. Unser ausführlicher CPU-Test zum i3-12100 steht noch aus (und wird hier verlinkt werden), daher halten wir uns zu einem allgemeinen Fazit noch zurück. Der CPU-Vergleich hier hat aber schon einige gute Einblicke in seine Leistung gegeben. Interessant war für uns auch, dass sich die Effizienzkerne, ein neues Killer-Feature der hochklassigen Alder-Lake-Prozessoren, sich fürs Gaming auch als Nachteil erweisen kann.

Ich finde die Idee ja erstmal nicht schlecht, bei einem CPU Test als Ergänzung noch nen "praxisnahen" Benchmark dranzuhängen, aber welche GPU ist denn bei welcher Auflösung in welchem Spiel praxisnah?
1440p/144 oder 4k/60? Strategie oder Grafik-Shooter?
Was nützt einen das im GPU Limit? Genau nichts.
Beispiel:
Sagen wir mal du hast einen 5900X und eine 6800XT. In Spiel XY erreicht diese CPU in 720p nun 120FPS und die GPU in 4K 60 FPS. In 1080p schafft die Karte dann beispielsweise 140 FPS.
Daraus lässt sich ableiten, dass deine Combo in 4K 60 FPS und in 1080p 120 FPS liefert.
Wozu also noch ein Test, wenn sich aus beiden Tests bereits alles ableiten lässt?
Tl;dr: Du suchst deine CPU im 720p Test, deine GPU in der jeweiligen Auflösung und die kleinste FPS Zahl der beiden Einträge ist das, was du mit dieser Combo erreichst.
Ich halte von diesen "praxisnahen" CPU Tests überhaupt nichts. In der Praxis spielt jeder im GPU Limit, wo ab der Mittelklasse alle CPU die gleichen Avg. FPS liefern, weil sie im GPU Limit laufen.
Die wenigen Spiele, welche in "praxisnahen" Auflösungen im CPU Limit laufen, hätten dies auch mit 720pm gemacht.
Bei GPU Tests müssten ja dann, Umkehrschluss, auch eher Mittelklasse CPUs benutzt werden, weil "praxisnah".
Wäre genauso Quatsch, ich will doch wissen was die Komponente ohne künstliche Einschränkungen leisten kann.