Ex-Mitarbeiter packt aus: So kaufte Microsoft den Age-of-Empires-Entwickler Ensemble Studios
Ein ehemaliger Entwickler schildert ungewöhnliche Hintergründe zur Microsoft-Übernahme von Ensemble Studios. Im Mittelpunkt standen interne Machtkämpfe und nicht allein Age of Empires.
Als Microsoft Anfang der 2000er Jahre die Ensemble Studios übernahm, erschien das im Nachgang zum Erfolg von Age of Empires als logischer, nächster Schritt für das Entwicklerteam. Ex-Entwickler Sandy Petersen zeichnet heute jedoch ein anderes Bild.
In einem ausführlichen Beitrag auf X beschreibt Petersen die Übernahme als Ergebnis eines internen Konflikts innerhalb von Microsoft. Seine Schilderungen basieren auf persönlichen Erinnerungen und liefern einen seltenen Einblick hinter die Kulissen einer der bekanntesten Studio-Übernahmen der Strategiespiel-Geschichte.
Microsoft gegen Ensemble?
Laut Petersen verliefen die Vertragsverhandlungen für neue Projekte überraschend festgefahren. Den damaligen Vertragsverantwortlichen warf er vor, trotz des enormen Erfolgs von Ensemble Studios auf bestimmten Konditionen bestanden zu haben, die das Studio nicht akzeptieren wollte. Gleichzeitig habe die Publishing-Abteilung genau das Gegenteil angestrebt: Sie wollte den Entwickler unbedingt halten, da Age of Empires zu den erfolgreichsten Spielereihen des Unternehmens gehörte. Der Konflikt habe weniger zwischen Microsoft und Ensemble stattgefunden als zwischen verschiedenen Bereichen innerhalb des Konzerns.
Ein Streik brachte Bewegung
Nachdem keine Einigung erzielt werden konnte, stellt Ensemble laut Petersen die Arbeit an Microsoft-Projekten vorübergehend ein. Das Studio habe sich dabei in einer starken Verhandlungsposition gesehen und war davon ausgegangen, auch ohne die Marke Age of Empires problemlos einen neuen Publisher zu finden. Erst als die Situation bis zur damaligen Unternehmensführung durchgedrungen sei, habe sich eine Lösung abgezeichnet.
Petersen zufolge wurde Steve Ballmer direkt von den Ensemble Studios kontaktiert, woraufhin Microsoft ein Kaufangebot für das gesamte Studio unterbreitet habe. Der Deal soll nach seiner Erinnerung rund 100 Millionen US-Dollar umfasst haben.
Rückblickend bewertet Petersen die Übernahme der Ensemble Studios durch Microsoft jedoch zwiespältig. Kurzfristig hätten zwar beide Seiten profitiert: Microsoft sicherte sich den erfolgreichen Entwickler, die Mitarbeiter erhielten Microsoft-Aktien und finanzielle Sicherheit. Gleichzeitig sieht Petersen in genau dieser Entscheidung aber auch den Ausgangspunkt für das spätere Ende von Ensemble Studios, das achte Jahre später schließlich dann auch geschlossen wurde.
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Quelle: Sandy Petersen auf X

Gerade "Age of Empires" ist ja Teil der Spielekultur, wie auch "C&C" auch. Wenn da ansiehst wie die mit so Studios umgehen (Ensemble oder halt Westwood oder andere), dann ist das echt schwach.
Gerade die Neuauflage von "AoE1" ist schon geil gemacht, aber auch die von "Age of Mythology". Sehr geil. Da siehst heute noch beim Spielen, was für ein Spaß und eine Qualität da vorhanden ist oder immer noch vorhanden ist.
Klar, so Genres haben immer auch Schwankungen, aber ne Grundschicht an Käufern bleibt, dann kannst Studios so organisieren, daß se halt alle Jahre wieder ihr Ding bringen und das läuft.
Bei so großen Publishern merkst halt, daß se einfach Marken/Studios etc. einkaufen, das maximal Verwerten und dann ausscheißen, anstatt daß man da regelmäßig immer etwas scheffelt und das laufen läßt.