Heftiger Vorwurf: Wurde das Studio hinter Age of Empires aus Gier geschlossen?

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Heftiger Vorwurf: Wurde das Studio hinter Age of Empires aus Gier geschlossen?
Quelle: pcgames.de

Obwohl sie mit der "Age of Empires"-Reihe erfolgreiche Spiele produzierten, schloss Microsoft im Jahr 2009 überraschend die Ensemble Studios. Laut dem Entwickler Sandy Petersen ist dafür Gier in Microsofts Management verantwortlich.

Wenn es um Echtzeit-Strategiespiele geht, fällt schnell der Name Microsoft. 2002 übernahm das Unternehmen die texanischen Ensemble Studios, die mit Age of Empires und Age of Empires 2 zwei große Erfolge vorweisen konnten. In den darauffolgenden Jahren folgten aus der Hand der Entwickler weitere Strategiespiele, zuletzt Age of Empires 3 2005 und Halo Wars 2009. Obwohl keiner der bis dato entwickelten Titel ein Flop war, wurden die Ensemble Studios dann überraschend geschlossen.

Kurzfristige Gier statt langfristigem Erfolg?

Der legendäre Spieldesigner Sandy Petersen, der unter anderem an Doom, Quake und eben an Age of Empires mitwirkte, hat zu ebendieser Schließung nun einen schweren Vorwurf erhoben. Auf X behauptet Petersen, dass Ensemble 2008 die Arbeit an einem gigantischen MMO im Halo-Universum aufgenommen hat. Unter dem Codenamen Titan sollte ein Titel entstehen, der angeblich selbst in den niedrigsten Schätzungen der Entwickler und von Microsoft mindestens 1,1 Milliarden US-Dollar einspielen hätte sollen.

Trotz dieser rosigen Aussichten wurde Ensemble Entertainment aber geschlossen. Und das liegt laut Petersen an Don Mattrick, Microsofts damaligem SVP für die Entertainment-Abteilung. Demnach wurde Mattrick ein Aktienbonus in Aussicht gestellt, der sich am Gewinn von Microsofts Gaming-Sparte orientiert - und zwar über einen Zeitraum von drei Jahren. Um Titan fertigzustellen, hätten die Ensemble Studios aber mindestens noch dreieinhalb Jahre benötigt. Deshalb, so behauptet Petersen, hat Mattrick alle Entwickler gefeuert, um sie für diesen Zeitraum nicht bezahlen zu müssen, damit Kosten einzusparen und sein eigenes Gehalt aufzupolieren. Kurzum: Die eigennützige Gier von Microsofts Management soll das Ende des Studios besiegelt haben.

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Inwiefern dieser heftige Vorwurf zutrifft, lässt sich von außen leider kaum sagen. Zumal es beim Zeitverlauf offenbar Ungenauigkeiten gibt: Laut PC Gamer begann die Entwicklung von Titan bereits 2004 und wurde 2007 eingestellt. Die Einstellung würde zwar trotzdem in den Entscheidungsbereich von Don Mattrick passen, die abweichende Jahreszahl wirft aber trotzdem Fragen auf. Klar ist nur eins: Die Schließung von Ensemble Entertainment war für viele überraschend - und im Nachhinein wohl ein Fehler. Denn wenige Jahre danach musste Microsoft die Weiterentwicklung der Age-of-Empires-Reihe dadurch komplett neu aufbauen - und bis heute spielt sie Geld in die Kassen des Konzerns.

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Quelle: Sandy Petersen (X) via PC Gamer

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MightySH33p Freizeitschrauber(in)
        Es ist schon krass was es immer wieder für abartige Menschen gibt.
      • Von MightySH33p Freizeitschrauber(in)
        Es ist schon krass was es immer wieder für abartige Menschen gibt.
      • Von rum BIOS-Overclocker(in)
        Willkommen in der Management-Abteilung.
        Ich muss immer wieder staunen, wie selbstzerstörend bestimmte Systeme doch sein können.

        Die Kurzfristigkeit des Denkens erschreckt mich genau so sehr. Was glaubt man denn, was mit der Gamingmarke, dem Firmennamen bzw. allgemein dem Ansehen / der Reputation passiert, nachdem man 2-3 Manager mit genau dieser Art von Belohnungssystem einstellt? Ich gucke jetzt wirklich niemanden an!
        Wollen die sich selbst kaputt machen oder ist das einfach wirklich nur Dummheit? Ich meine, klar: jeder Manager freut sich über sowas, sofern es, so wie hier, sowas einfaches zum Opfern für den persönlichen Profit gibt. Dauert n halbes Jahr länger als mein Vertrag? Sorry, aber da hilft nur alle rauszukicken und das dann als Sparmaßnahme zu verkaufen und entsprechend einzukassieren.
        Kann natürlich auch sein, dass der einstellende Kreis das genau so durchgerechnet hatte, davon ausging, dass der Typ das Projekt durchzieht und dadurch der Marke hilft und man zusätzlich als kl. Benefit nicht so hohe Boni zahlen muss; .. und der sich dann dachte: nicht mit'n Kommander!
        Vielleicht sind solche Zeiträume ja auch als Testballon gedacht, um zu sehen wie eiskalt jemand für n paar Dollar alles und jeden zur Seite schiebt und abwürgt? Ich weiß es nicht .. Aber im Moment scheint der Kapitalismus, zumindest in der Spielebranche, entsprechend negative Ergebnisse zu liefern bzw. scheint die Zeit vorbei, in der man das verschleieren könnte.

        Wie auch immer: so lange es sie noch gibt, die Entwickler und -studios die ein Baldurs Gate 3, ein Claire Obscur usw. einfach machen und damit die echten Spielerherzen höher schlagen lassen, können die Geldgierstudios (woanders werden sie eventuell "große Studios" genannt) ihren Scheiß innerhalb der Firma halt machen wie sie wollen. Mir tun manchmal die Mitarbeiter leid, aber eigtl sind Spieleentwickler und -mitwirkende nicht dumm sollten Systeme wenn schon, wenigstens erkennen oder zumindest vermuten können.

        Wie immer: nur meine Welt, nur mein Blick darauf, nur meine Vermutungen
      • Von Echo321 Software-Overclocker(in)
        Jemand hat jemals was anderes geglaubt ?
      • Von SFT-GSG BIOS-Overclocker(in)
        Kenne ich leider wo als üblich im gehobenen Management. Dort sind die "posten" zu 90% durchlaufstationen. Da wird auf maximal 5 Jahre kalkuliert, dann wird man befördert oder man verlässt das Unternehmen. So geht Karriere. Und so funktionieren (bei uns) die Boni.
      • Von VeriteGolem BIOS-Overclocker(in)
        klingt für mich plausibel
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