Ryzen 7000: Hallock beantwortet Fragen zu AVX, AM5, RDNA-2-IGP und mehr
Bei Rxzen 7000 blieben einige Fragen offen und Robert Hallock (Director of Technical Marketing) beantwortet nun ein paar von ihnen in Interviews. Außerdem wurden die Dies bereits vermessen.
Die Ankündigung von Ryzen 7000 war vielversprechend, aber auch von einigen Fragezeichen begleitet. Die maximal mögliche TDP der neuen Prozessoren etwa stiftete Verwirrung. Nun wissen wir, dass es bis zu 170 Watt TDP und bis zu 230 Watt PPT sein können. Derweil betreibt AMD weitere Aufklärungsarbeit über Robert Hallock (Director of Technical Marketing) bei noch offenen Fragen. Schon als Gerücht recht sicher, bestätigt man nun, dass Ryzen 7000 mit bis zu 16 Kernen angeboten wird. Folglich werden beim Spitzenmodell beide CCDs im Vollausbau zum Einsatz kommen.
Und die beiden CCDs sind nun dank eines Prozesses namens "back-side-metallization" vergoldet. Die Beschichtung ist nur wenige hundert Ångström und soll einerseits Oxidation verhindern und andererseits das Lot besser halten, mit dem die Wärme zum Heatspreader mit nunmehr auch weniger Wärmewiderstand abgeführt wird.
Die Dies wurden sogleich auch vermessen: Die IO-Die von TSMC in 6 nm soll demnach 120 Quadratmillimeter haben; die beiden Compute-Dies von TSMC in 5 nm je 72,5 Quadratmillimeter. Die Berechnung basiert darauf, dass das Package von AM5 bzw. Sockel LGA1718 40 × 40 Millimeter misst.
KI-Beschleunigung in Zen 4
Eine der Gründe, warum die TDP und die PPT steigen, ist dem Vernehmen nach der Einsatz von AVX-512 für KI-Beschleunigung. Man weiß ja bereits von Intel, dass AVX-Lasten schnell über die Stränge schlagen und das muss abgedeckt werden. Robert Hallock von AMD bestätigt zudem, dass die KI-Beschleunigung VNNI- und BLOAT16-Instruktionen verwenden.
"Genauer gesagt, AVX 512 VNNI für neuronale Netzwerke und AVX 512 BLOAT16 für Konklusionen. Beides sind ziemlich gute Geschwindigkeitssteigerungen, wir verwenden keine Festfunktionsbeschleunigung, das könnte etwas sein, was wir mit unserer Xilinx-Übernahme machen könnten. Wir sehen allmählich mehr Anwendungsmöglichkeiten für KI-Workloads im Consumer-Bereich, wie z. B. Video-Upscaling, das in den letzten zwei Jahren stark zugenommen hat. Ich denke, es gibt einen allgemeinen Trend, dass der durchschnittliche Enthusiast mehr KI-artige Arbeitslasten übernimmt."
RDNA2 für alle Ryzen 7000
Gar nicht viel wurde zunächst den IGPs verraten. Auch hier geht man noch mal etwas ins Detail: So bekommen alle Ryzen 7000 eine RDNA-2-Einheit. AMD wird vermutlich auch keine "F-Modelle" anbieten, also Ryzen 7000 ohne IGP. Die sitzt immmer im IO-Die, der in 6 nm bei TSMC gefertigt wird. Im Prinzip hat sie all das, was man von der Radeon RX 6000 kennt - nur in klein. Klein bedeutet vermutlich 4 Compute Units und die ganze Encode/Decode-Technik inklusive AV1.
"IGP ist Standard. Sie ist in allen 6-Nanometer-IO-Chips enthalten, in denen eine kleine Anzahl von Recheneinheiten eingebaut ist, die speziell für die Videokodierung und -dekodierung und mehrere Display-Ausgänge zuständig sind. [...] Für Enthusiasten ist es hilfreich, eine defekte Grafikkarte zu diagnostizieren, um das System zum Laufen zu bringen, wenn man noch auf die GPU wartet. Die iGPU-Konfiguration [Spezifikationen] sind einheitlich, und alle CPUs verfügen darübere."
AM5 und die Langlebigkeit
Wie lange AM5 von AMD genutzt wird, wollte man nicht sagen. Hallock sagt in einem Interview, dass er es nicht weiß. AMD stellt auf Land Grid Array um und theoretisch könnte man AM5 lange nutzen, da schon DDR5 und PCI Express 5.0 berücksichtigt ist sowie 170 Watt TDP Möglichkeiten lassen sollten. In der Praxis weiß man es aber nicht oder will es nicht sagen.
"Ich weiß es noch nicht - das ist die ehrliche Antwort. Wir befinden uns noch in einer frühen Phase der Entwicklung von AM5. Sie kommt im Herbst heraus, aber das ist noch ein weiter Weg. Eines der Dinge, die wir klären wollen, ist, wie das aussehen wird. Unsere Nutzer erwarten Transparenz bei diesem Thema. Aber wir haben einfach noch keine Antwort."
HEDT bleibt zudem erhalten. Man hatte die Enthusiasten-Plattform bei AMD wie Intel schon tot geglaubt, aber sie kommt wohl zurück - möglicherweise mehr mit einem Fokus auf Workstations. Neue Threadripper sind also gesichert, da die "nirgends hingehen" - vielleicht auf dem gemunkelten Sockel SP6.
Quellen: Techpowerup, Crazy Tech Lab, Hot Hardware, PC World, Twitter (Skyjuice 1, Skyjuice 2)

Bezüglich dem TR-Beispiel wolltest du das gleich mit "nicht relevant weil was vollkommen anderes, weil Workstation, usw." relativieren und bereits der Versuch ging recht weit an meinem eigentlichen Thema vorbei. *)
Der Punkt ist schlicht, dass derart weitreichende Zusagen immer im Spannungsfeld von Umsatz & Gewinn sowie technischem Fortschritt und Konkurrenzfähigkeit bzgl. neuer Produkte stehen und daraus lassen sich dann durchaus gewisse Schlüsse ableiten.
*) Und nein, in dem von mir genutzten Kontext war es sogar der exakt gleiche Punkt bzgl. des TR. Wie schon erklärt, stellte AMD im 1HJ18 eine offizielle Roadmap für den TR vor, der den Nachfolger von Castle Rock in 2020 immer noch auf TR4 zeigte. Am Ende halt Pustekuchen, da alles anders kam als von AMD mal angekündigt.
Bereits Castle Rock selbst erschien in 2019 nicht mehr auf TR4 und in 2020 war erst mal eine Durststrecke angesagt, da man erst mal mit Hilfe von Lenovo den TR als Pro-Version als "echte" Workstation-Plattform etablierte im 2HJ20 gar vorerst Lenovo-exklusiv.
Aber es werden zu viele gebrauchte CPUs einzeln verkauft in Relation zu gebrauchten Workstations, als dass man es mit Mainbaord-Defekten erklären kann. Irgendwer nimmt die alten CPUs aus den Dinger raus und verkauft sie, während er den Rest weiterverwendet. Bei Firmen, die nur leasen wäre es naheliegend, dass der Leasinggeber die Rückläufer als refurbished auf eine zweite Reise schickt.
Ich habe schlicht ebenfalls den Ist Zustand beschrieben, dass im Workstationbereich eben im professionellen Einsatz im Normalfall keine CPUs aufgerüstet werden, weil da auch niemand seine Rechner selbst zusammenbaut.
Das TR zunächst als HEDT gestartet ist ist was anderes, aber dem ist er eben seit Jahren schon entwachsen und mittlerweile eher keine Plattform für Privatkunden mehr (konzeptionell und preislich). Auch wenn der eine oder andere sich vermutlich dennoch einen leistet. Ein ähnlich langes Leben wie bei AM4 war den TR Sockeln soweit ich weiß auch nie versprochen oder angekündigt worden.
Privat sollten doch die weitaus meisten Leute mit dem auskommen, was ein AM4 bietet. Wer - aus was für Gründen auch immer - meint unbedingt eine Profi Plattform privat einsetzen zu müssen, der muss eben auch mit deren Einschränkungen bezüglich der Aufrüstbarkeit leben.
Was das jetzt mit der Notwendigkeit zur Gewinnerzielung einer Firma zu tun hat ist mir rätselhaft. Ich stelle das nicht in Frage.
Da wird dann nach einer bestimmten Zeit einfach die ganze Kiste getauscht.
Darum ging es aber auch letzten Endes in diesem Kontext nicht, sondern darum, dass AMD hier in der Vergangenheit aus vertriebstechnischer Sicht Aussagen in den Raum stellte und diese nachträglich zu ändern versuchte bzw. beim Threadripper es auch schlicht tat, denn bereits mit dem 3000er-Modell in 2019 war es vorbei mit der Sockel-Kompatibilität.
Kein Grund hier wieder mit irgendwelchen Beißreflexen aufzuwarten ... das ist schlicht eine Beschreibung des Ist-Zustandes, nicht mehr und nicht weniger. Am Ende geht es hier schlicht um Umsatz und Gewinn und da gleichen sich alle weltweiten Aktielgesellschaften.
*) Darüber hinaus haben die sich dann aber auch in Verbindung mit Naples in ähnlicher Art ebenso einen Faux Pas geleistet. Rome wurde schon von Beginn an als DopIn-Replacement vollmundig angekündigt, was auch notwendig war, da Naples eher noch einer Machbarkeitsstudie gleichkam und auch plattformtechnisch eher durchwachsen war.
Als man sich dann dem Release näherte, stellte sich jedoch heraus, dass es mit dem DropIn in den meisten Fällen nichts werden würde, weil ihr BIOS für Rome derart angewachsen war, dass es 32 MB-Flash-Speicher benötigte, der Großteil der damaligen Boards aber aufgrund Speicherbausteinknappheit nur 16 MB-Module verwendete. Entsprechend war der Großteil der Early-Adopter gezwungen auch komplett neue Boards mitzukaufen, egal ob es ihnen vielleicht nur um die CPU und nicht etwa um das I/O ging. Pech gehabt. Das Prekäre war jedoch, dass AMD wohlwissentlich, dass sie dieses Dead End selbst verusacht haben **), sie dennoch unentwegt in jeder weiteren Präsentation zu Rome ausnahmslos von einem DropIn-Replacement zu Naples sprachen, was in dem Falle natürlich vollkommener Unsinn war.
Ein Ähnliches Bild zum Thema früherer Aussagen und/oder Amortisierungdrang ebenso bei Naples und PCIe4 denn auch hier gab es den einen oder anderen Hersteller, der die Freischaltung der neuen Version auf ihren Naples-Boards in Erwägung zog. Am Ende daraus geworden ist meines Wissens nach nichts, vermutlich weil auch hier AMD mit "strenger Hand" wie im Consumer-Segment durchgegriffen und dieses Vorgehen untersagt haben wird.
**) Denn selbstredend hätte AMD natürlich auch feste und absehbar sinnvolle Vorgabe an die Boardhersteller herausgeben können, aber das unterlies man voraussichtlich bewusst um die anfänglich eingeschränkte Plattformvielfalt nicht noch weiter schrumpfen zu lassen, als sie nun schlussendlich zu Beginn eh schon bei Naples war.
Aufrüsten von Speicher (Festplatte und/oder Ram) kenne ich auch, aber die CPUs werden nach meiner Erfahrung dann mit dem nächsten Rechner nach der Laufzeit erneuert.