Atari VCS: Hardware-Update mit Ryzen statt Excavator [Update]
Atari versieht seine Spielekonsole VCS mit modernerer Hardware als ursprünglich geplant. Statt einer Bristol-Ridge-APU des Typs A10-9630P mit Excavator-CPU und GCN-Gen-3-iGPU kommt ein Ryzen-Mobile-Ableger mit Zen-Kernen und Vega-iGPU zum Einsatz. Der Wechsel wird die Auslieferung verzögern.
Update vom 18.04.19:
AMD hat kürzlich die APU-Reihe Ryzen Embedded R1000 veröffentlicht, die aus den beiden Modellen Ryzen Embedded 1606G und Ryzen Embedded R1505G besteht. In der Pressemitteilung spricht der Hersteller explizit Atari als einen der ersten Abnehmer an. Welches Modell genau die Atari VCS nutzen wird, ist nicht bekannt. Da sich die die Spezifikationen nur bei den Frequenzen unterscheiden, werden die CPU-Kerne und die iGPU schlimmstenfalls etwas langsamer takten
Originalartikel vom 20.03.19:
Eigentlich wollte Atari die VCS-Konsole ab dem Frühling 2019 ausliefern. Daraus wird nichts mehr, wie der Hersteller bekannt gegeben hat. Verantwortlich ist der Wechsel des Prozessors. Dieser soll weiterhin von AMD stammen, jedoch nicht mehr der alten Bristol-Ridge-Generation angehören. Bisher wollte Atari den A10-9630P einsetzen, der zwei Excavator-Module mit acht GCN-Compute-Units der dritten Generation (512 Shader) vereint.
Atari wechselt auf Ryzen-APU mit Vega-iGPU
Stattdessen darf es jetzt moderne Zen-Technik in Form einer APU mit zwei Rechenkernen und einer Vega-iGPU sein. Atari stellt Vorteile beim Verbrauch, der Effizienz und den Video-Codecs in den Vordergrund. Netflix, Amazon Prime Video und andere Dienste könnten in Ultra HD unterstützt werden. Welche APU genau zum Einsatz kommen soll, verrät der Hersteller noch nicht. Die Nennung von zwei Zen-Kernen schränkt die Auswahl faktisch auf den Ryzen 3 2200U, Ryzen 3 3200U und Ryzen Embedded V1202B ein. Ein gesockelter Athlon 200GE dürfte kaum in Frage kommen.
Mit dem Wechsel erhält Atari zwei schnellere CPU-Kerne anstelle von zwei langsameren Modulen. Auf Seiten der Grafikeinheit verzichtet der Hersteller auf 320 Shader-Einheiten, sofern keine Lösung zum Einsatz kommt, die AMD nicht öffentlich anbietet. Die verbleibenden 192 ALUs würden dafür höher takten und dank aktualisierter Mikroarchitektur eine etwas bessere Leistung pro Takt erreichen. Die Standard-TDP beläuft sich auf 15 statt 35 Watt. Theoretisch könnte Atari die Ryzen-APU mit 12 bis 25 Watt (cTDP) konfigurieren. Das Bristol-Ridge-Modell kam im Bestfall auf die 25 Watt. Die reale Leistungsaufnahme soll durch den Wechsel sinken. Atari geht davon aus, die VCS bis zum Jahresende mindestens in Nordamerika an seine Indiegogo-Unterstützer ausliefern zu können.

Was den VCS als Streaming Box angeht hat nvidia die Messlatte beim Shield schon recht hoch gelegt, da fehlt eigentlich aktuell nur VP9 Profile 2, Dolby Vision und automatische Frameratenanpassung bei Amazon Video, bei Netflix kriegt man es via KODi Plugin ja hin inkl Atmos. Gibt zwar auch ein Amazon Video Plugin für KODi, dem habe ich aber bislang noch nichts anderes als SDR entlocken können. Und es wird ja über ein Hardware-Upgrade der Switch spekuliert, wäre natürlich eine feine Sache, wenn da das Shield auch ein Upgrade bekäme
Was Atari jetzt schreibt, klingt wie ein Konkurrent zum Nvidia Shield, das bei 4k Videostreaming per Netflix und Amazon doch erheblich punkten kann und das ich als Streamingbox empfehlen würde. Den AMD 2200U mit Vega 3 gibt es in ein paar Lenovo Yoga 3 Laptops, dort macht der Chip halt was Laptop Chips so tun. Ein wenig Video, ein wenig Oldschool Emulation, ein wenig Factorio. Wenn das Atari VCS das auf die Reihe bekommt, dann reicht das als Nostalgieprodukt. Aber wenn Atari denkt, dass man wie in den 80ern und 90ern mit überholten Chips und viel Werbung Marktanteile holt, dann ist dafür die Konkurrenz zu stark.
Freue mich schon auf den neuen Ryzen endlich wieder AMD Cpu wie früher