Der Internet-Wurm
Sasser ging 2004 auf das Konto eines damals 17-Jährigen Schülers aus Deutschland. Der Wurm infizierte rund 2.000.000 Rechner und brachte Microsoft zur Weißglut. Die Softwareschmiede setzte sogar ein Kopfgeld auf den Programmierer aus. Doch statt am Galgen endete dieser vor Gericht und bekam eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten plus 30 Stunden gemeinnützige Arbeit aufgebrummt. Unter den prominenten Opfern des Wurms waren unter anderem die deutsche Postbank und Delta Airlines vertreten. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Obwohl es schon vorher Programme gab, die sich ungefragt auf den Rechner übertrugen, gilt (c)Brain als erstes offizielles Virus. Anders als seine Vorgänger verging es sich als erstes selbstübertagende Fremdobjekt an MS-DOS-Rechnern. Ins Leben gerufen hatten es die pakistanischen Brüder Amjad und Basit Farooq Alvi im Januar 1986 – ein historischer Moment, der aktuell sein 26. Jubiläum feiert. Damals gab es freilich noch keine allumfassende Vernetzung, wie sie uns in Form des Internets heutzutage zahllose Möglichkeiten eröffnet. Und so musste (c)Brain auf das setzen, was eben da war. Im Falle von Datenübertragung zwischen verschiedenen Rechner waren das anno 1986 die berühmt-berüchtigten Floppy-Laufwerke.
Als sogenanntes Boot-Virus belegte (c)Brain lediglich den Bootsektor der 5,25 Zoll großen Datenlappen. Einige PC-User wunderten sich über ein langsameres Floppy-Laufwerk, schlimmstenfalls gab einer der berüchtigten Datenträger den Geist auf. Viele User merkten den Befall aber erst gar nicht, wenn ihnen nicht gerade auffiel, dass ihr Medium plötzlich unter dem Namen (c)Brain firmierte. Insgesamt besetzte das weltweite erste Virus drei Bootsektoren auf der Diskette. Deren zwei nutzte es selbst, einen weiteren belegte es mit den eigentlichen Boot-Daten. (c)Brain deklarierte diese Sektoren als defekt, um ein Überschreiben seiner selbst zu verhindern. Auf dem Rechner nahm das Virus im Arbeitsspeicher Platz. So konnte es sich munter auf die eingelegten Disketten aufspielen und sich so beim Weiterreichen der Medien übertragen.
Was die pakistanischen Brüder veranlasste, das Virus zu schreiben, ist bis heute nicht ganz geklärt. Am wahrscheinlichsten gilt, dass das Virus als eine Art Vorläufer des viralen Marketings fungierte. Immerhin konnten die Urheber samt Kontaktdaten und Firmenadresse aus dem Programmcode ausgelesen werden. Dazu bedurfte es lediglich eines Editors für Binärdaten. Was Amjad und Basit Farooq Alvi auch veranlasst haben mochte: Von der Resonanz waren sie anscheinend selbst überrascht. Nach einiger Zeit kündigten die Brüder ihren Telefonanschluss, weil anscheinend mehr Anwender das Virus ausgelesen hatten, als ihnen lieb war. Bekannt hat (c)Brain die beiden auf jeden Fall gemacht. Noch heute betreiben sie eine Telekommunikationsfirma, die auf den Namen Brain Limited hört.
Heutzutage sind Computerviren nur noch eine von vielen Unterarten von Schadprogrammen. Allen gemein ist ihnen die Tatsache, dass sie sich unerlaubt auf den Rechner des Anwenders übertragen und dort ein ebenso unerwünschtes Werk verrichten. Im allgemeinen Sprachgebrach wird Virus oft synonym mit Schadprogrammen respektive Malware verwendet. Das ist aber nicht ganz richtig - immerhin bestehen zwischen den einzelnen Übeltätern teils erhebliche Unterschiede. Die klassischen Computerviren verbreiten sich durch Kopien ihrer selbst, die der Eindringling in Datenträger oder auch innerhalb von Programmen oder Dateien ablegt. Aggressiver geht ein Computerwurm ans Werk. Dieser verbreitet sich direkt über Internet und Netzwerke und ist damit meist erfolgreich, so dort keine Schutzmechanismen vorliegen. Beim Trojanischen Pferd ist dagegen der Name Programm. Statt sich aktiv selbst zu verbreiten, kommt er im scheinbar nützlichen Gewand, das den Nutzer überreden soll, die infizierte Datei zu öffnen.
Malware muss aber nicht per se Schaden am System anrichten: So steckt etwa hinter Scareware eine betrügerische Absicht. Statt tatsächlichen Schaden zu verursachen, gaukelt sie dem User den Befall von schädlicher Software vor, um ihm anschließend eine kostenpflichtige Software zur Beseitigung des Problems anzudrehen. Einen finanziellen Hintergedanken haben auch die Urheber sogenannter Spy- und Adware. Erstere sammelt Informationen über die Tätigkeit des Anwenders und leitet die Daten ungefragt an Dritte weiter. Die gesammelten Daten werden anschließend unteranderem genutzt, um Werbung benutzergerecht zu streuen. Dem Gegenüber steht Adware als häufiger Teil von Freeware-Programmen. Eigentlich ist sie dazu gedacht, Einnahmen aus den Programmen zu generieren. Als Malware wird sie deswegen klassifiziert, weil die eigentliche Software nicht immer über deren Installation aufklärt. Adware streut gezielt Werbung innerhalb dieser Programme und wird zum Teil auch verwendet, um die gesammelten Daten an Dritte weiterzuleiten.
Wenn Sie sich dafür interessieren, welche Schädlings-Meilensteine es seit der Entwicklung erster Computerviren gegeben hat, empfehlen wir einen Blick in unsere Bildergalerie.
Dort haben wir rund 20 Übeltäter und weitereichende Informationen zusammengestellt.
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Komplett-PC-Aufrüster
21.01.2012 01:43
23? Oh mein Gott die Illuminaten! Und sie zeigen sich! In der Spiegelung des Tablets im letzten Bild!!!!
Nur ein Witz! Aber im Tablet in Ralfs Hand ist wenn ich es richtig deute Herr Spille zu sehen.
Kabelverknoter
20.01.2012 12:08
Der Junge der den Sasser-Virus programmiert hat hat mMn ein viel zu geringe Strafe ausgefasst
Sysprofile-User
19.01.2012 18:04
"anti malware bytes" hatte meinen rechner 2 mal fast lahmgelegt... echt nervig, da man es nur schwer entfernen kann...