AMD stellt Sechskern-Chip Istanbul vor
AMD hat heute den ersten eigenen Sechskern-Prozessor offiziell vorgestellt. PCGH blickt auf Features und die Architektur.
Quelle: AMD
Istanbul-Die
Mit dem heutigen offiziellen Marktstart ist die scheibchenweise Enthüllung des Chips vorläufig abgeschlossen. Bereits im Februar hatte AMD erste Server mit dem Sechskern-Prozessor gezeigt und schon im April vergangenen Jahres gab es die ersten Eckdaten. Zudem sind bei Youtube bereits seit einigen Wochen Videos von einer Live-Migration zu sehen.
Schnelle Entwicklung
Der Sechskern-Opteron wurde unter dem Codenamen "Istanbul" entwickelt und ist der direkte Nachfolger der 45-Nanometer-Shanghai-Prozessoren, die erst vor knapp einem halben Jahr vorgestellt wurden (AMD präsentiert Shanghai). AMD-Bereichschef Pat Patla lobte denn auch die schnelle Entwicklung, der Chip sei Monate vor der geplanten Einführung fertiggestellt worden. Der Istanbul-Kern wird ebenfalls im 45-Nanometer-Prozess in Dresden von Globalfoundries gefertigt, dank einiger neuer Funktionen soll er aber nicht nur wegen der zwei zusätzlichen Kerne deutlich schneller arbeiten.
Neue Funktionen und Performance
Quelle: AMD
HT Assist
Als wesentliche, performancesteigernde Funktion nennt AMD HT Assist neben der auch bei Shanghai vorhandenen Direct-Connect-Architektur sowie den Funktionen V-Suite (Beschleunigung der Virtualisierung) und P-Suite (Energie-Effizienz-Maßnahmen). Bei HT Assist handelt es sich um eine Optimierung, die den Datenstrom ("Traffic") zwischen den Prozessoren in Mehrprozessor-Systemen reduzieren soll.
Im Vergleich zu einem gleich schnell getakteten Shanghai-Prozessor soll ein Istanbul-Opteron bis zu 34 Prozent schneller sein, behauptet AMD. Außer einigen Spec-Werten liefert der Chiphersteller keine weiteren Benchmarks.
Istanbul vs. Intel
Quelle: AMD
Live-Demo
Istanbul ist nicht der erste Sechskern-Prozessor; Intel hatte mit dem Dunnington bereits im September 2008 einen solchen Prozessor auf den Markt gebracht. Während Dunnington aber maximal in Vier-Sockel-Servern eingesetzt werden kann, bieten Opteron-Prozessoren seit jeher die Option, bis zu sieben weitere CPUs in einem Rack unterzubringen. Erst mit dem vor wenigen Tagen engekündigten Nehalem EX will Intel dieses 'Manko' beheben; dann sollen auch hier bis zu acht Prozessoren ein einem System genutzt werden können. Entsprechende Chips werden wohl aber nicht vor Mitte 2010 erhältlich sein und bis dahin will AMD bereits einen Zwölfkern-Chip fertiggestellt haben.
Bei der Virtualisierung sieht sich AMD ebenfalls vorne: Ein virtueller Rechner kostet nach einer AMD-Rechnung pro Opteron-Server 118 Dollar, während bei Intel mindestens 160 Dollar fällig seien.
AMD betont zudem die einheitliche Modellpolitik. "Es gibt keine Kompromisse, immer das gleiche Feature-Set und keine künstlichen Limitierungen", sagte Patla in Anspielung auf die teilweise undurchsichtige Modellpolitik bei Intel. Wie üblich, kann ein Shanghai-Server nach einem BIOS-Update mit einem Istanbul-Prozessor 'nahtlos' ("seamless") aufgerüstet werden.
Modellübersicht
Zum Start bietet AMD drei Modelle an, die im Juni verfügbar sein sollen und mit 2,2, 2,4 und 2,6 GHz getaktet sein sollen. Alle Istanbul-Prozessoren verfügen über 6 MiByte L3-Cache, die Preise liegen zwischen 455 und 2.649 US-Dollar. Im dritten Quartal erscheinen laut AMD die HE-, SE- und EE-Modelle, dann auch mit höheren Taktfrequenzen.
Fazit und Ausblick
AMD hat mit dem überraschend schnell fertiggestellten Istanbul-Opteron ein heißes Eisen im Feuer. Schon im nächsten Jahr will AMD zum Intel-"Trick" greifen und zwei Istanbul-Kerne auf einem Siliziumchip koppeln. Das Produkt heißt dann Magny-Cours und wird 12 CPU-Kerne in einem CPU-Sockel bereitstellen - dabei können allerdings maximal vier Prozessorkerne gekoppelt werden. Ein spannender Kampf mit Intels Nehalem EX ist sicher.


Hat sich da mit Istanbul was getan?
50% mehr CPU sind ja nett, ich les nix, was dagegenspricht, dass die auch mit 50% mehr Stromverbrauch einhergehen
Ansonsten: 34% mehr Leistung -und Herstellerangaben sind sicherlich nicht die konservativsten- aus 50% mehr CPU mit zusätzlichen Optimierungen?
Die ganz große Revolution wird das jedenfalls wieder nicht.
Komplette Infos unter
heise online - 01.06.09 - AMDs Sechskernprozessor läuft vom Stapel
Scheint also doch ein etwas größerer Sprung zu sein.
methode.
Trauriger finde ich da schon eher, dass es den 12-Kerner wohl nicht in einer 8-Wege-Variante geben wird. D.h. AMD macht wirklich nichts anderes, als zwei CPUs in ein Gehäuse zu packen. So spart man zwar Platz, aber abgesehen von dem etwas schnelleren Link zwischen den beiden CPUs hat man keinerlei Leistungsvorteile gegenüber einem 8-Wege-System mit 6-Kernern. Den Nachteil, sehr große Energiemengen auf einer kleinen Fläche abführen zu müssen, hat man trotzdem. (und die ganzen armen User hier, die extra einen riesen Bogen um Intels LGA1567-Plattform machen, weil sie nicht So1366 kompatibel ist, werden wieder eine neue Plattform brauchen, weil die 12 Kerner nicht in nen Sockel F passen
Wo wir gerade bei Energieverbrauch sind:
Hat sich da mit Istanbul was getan?
50% mehr CPU sind ja nett, ich les nix, was dagegenspricht, dass die auch mit 50% mehr Stromverbrauch einhergehen
Ansonsten: 34% mehr Leistung -und Herstellerangaben sind sicherlich nicht die konservativsten- aus 50% mehr CPU mit zusätzlichen Optimierungen?
Die ganz große Revolution wird das jedenfalls wieder nicht.