Rage: 16 Radeon- und Geforce-Grafikkarten im Performance-Test, mit interessanten Ergebnissen [Test des Tages]
Rage ist zwar alles andere als ein Performance-Fresser, die id-Tech-5-Engine skaliert in hohen Auflösungen trotzdem ansehnlich mit der Grafikkartenleistung. Wir bitten 16 Geforce- und Radeon-Modelle zum Benchmarktest - darunter zahlreiche GPU-Dinosaurier von 2007 und 2008.
Id Softwares jüngste Schöpfung, der Egoshooter Rage, spaltet derzeit die Spielergemeinde: Zwar glänzt Rage mit einem fantastischen Art Design, technische Probleme werfen jedoch dunkle Schatten auf die postapokalyptischen Schauplätze. Eines kann man der zugrundeliegenden Game-Engine, der id Tech 5, definitiv nicht vorwerfen: Ineffizienz. Rage entpuppte sich im PCGH-Testlabor als bespielhaft performant, Ruckeln ist erst auf sehr alten Computern zu sehen. Wo ist die Grenze? Wir haben 16 Grafikkarten von AMD und Nvidia durch das Wasteland gescheucht, um diese Frage zu beantworten.
Die Ergebnisse sind teilweise sehr interessant, beachten Sie also den Erläuterungstext!
Rage: Vorwort, Grafikkarten-Testszene, Einstellungen
Id Software ist sich der Probleme bewusst und gelobt Besserung – auch indirekt, neue Grafiktreiber von AMD und Nvidia sollen ihren Teil richten. Da Rage id-typisch zur seltenen Gattung der OpenGL-Spiele gehört, steckt vermutlich noch einiges an Potenzial in den Treibern. Auf die Bildrate reduziert ist das kaum nötig, die fallabhängig auftretenden Grafikfehler gehören jedoch behoben. Doch wie performt Rage jetzt, am Tag seines Erscheinens in Europa? Das sehen wir uns im Folgenden an. Zum Einsatz kommen die jeweils aktuellen Treiber von AMD und Nvidia, der (erste) "Rage Performance Driver" und der Geforce 285.38 Beta. Update: AMD hat wenige Stunden nach unserem Test ein Treiberupdate nachgeschoben, das wir uns schnellstmöglich ansehen werden, auch wenn AMD selbst nur von Bugfixes und nicht etwa Performance-Tweaks spricht.
Die Testszene für die Grafikkarten-Benchmarks besteht aus einer 20-sekündigen Fahrt mit einem Quad, hinaus aus einer Basis, durch einen Canyon. Da die Engine bei 60 Fps abgeriegelt ist und High-End-Systeme fast immer an dieser Grenze "kleben", erhöhen wir den Schwierigkeitsgrad: Zum Einsatz kommt die PCGH-Config für Rage – die erhöhte Texturauflösung ausgenommen, da wir damit schon auf 1-GiByte-Grafikkarten starkes Nachladestocken beobachteten. Aufgrund der hohen Grundperformance testen wir durchgehend mit 8x Ingame-AA in 1.920 x 1.080 und in 2.560 x 1.600. Erst die letztgenannte Auflösung zeigt Unterschiede zwischen aktuellen Grafikkarten auf und ist außerdem für "Downsampler" interessant, die die ähnlich fordernde Auflösung 2.880 x 1.620 nutzen.
Während 1.920 x 1.080 den meisten Grafikkarten nur ein müdes Lächeln entlockt, trennt 2.560 x 1.600 (doppelte Pixelmenge) die Spreu vom Weizen. Doch der Reihe nach, denn schon in Full-HD beobachteten wir Ungereimtheiten, die sich nach aktuellem Kenntnisstand nur unzureichend erklären lassen. Da wäre einerseits das exzellente Abschneiden der Radeon HD 4870 (512 oder 1.024 MiB), welche sich dicht an die Fersen aktueller 100-Euro-Grafikkarten mit DirectX 11 (HD 5770, GTS 450) heften kann. Die Konkurrenz von 2008, Nvidias Geforce GTX 260-216, berechnet deutlich weniger Fps, platziert sich jedoch mit logischem Abstand vor der 9800 GT. Wir spekulieren, dass die Engine im Rahmen der automatischen Qualitätsanpassung trotz der Tweaks Details einspart. Einzig die Radeon HD 3850 kapituliert in Full-HD; nicht wegen ihrer Rohleistung, sondern weil ihr Speicher überläuft. Ohne MSAA stemmt auch sie mehr als 20 Fps. Ansonsten gilt in 1080p: sorgenfreie Performance.
Quelle: forum-3dcenter.org
Rage: Grafikkarten-Benchmarks (4)
2.560 x 1.600 löst die meisten Grafikkarten von der 60-Fps-Wand, offenbart aber neue Phänomene. Die GTX 260 zieht plötzlich an der HD 4870 vorbei, welche unter der höheren Rechenlast deutlich stärker einbricht. Auch zeigt sich, dass für die hohe Auflösung 1 GiByte Videospeicher ratsam ist: Nicht nur die Radeon HD 4870 profitiert geringfügig (+14 Prozent), vor allem die Geforce 9800 GT käme mit verdoppeltem VRAM aus ihrem Sumpf heraus. Die Radeon HD 3870/512M leistet im Vergleich Erstaunliches, Rage ist mit dieser Grafikkarte selbst in 1600p spielbar, allerdings ist das Nachlade-Streaming deutlich sichtbar – ein weiteres Indiz dafür, dass die Engine grafikkartenabhängig Details einspart.
Besonders kurios ist das schlechte Abschneiden der Radeon HD 6970. Die AMD-Karte unterliegt selbst der Evergreen-Oberklasse in Form der Radeon HD 5850. Da letzterer eine andere Architektur als der Cayman-XT-Karte zugrunde liegt und sich die HD 5850 im Verhältnis zu den anderen Grafikkarten erwartungsgemäß platziert, tippen wir auf ein Auslastungsproblem im Treiber. Möglicherweise gelingt es einem nachfolgenden Catalyst, nicht nur die alteingesessenen VLIW5-ALUs der HD 5850 auszufahren, sondern auch die VLIW4-Modelle der HD-6900-Reihe. Eine Neuinstallation des Treibers und Nachtests änderten nichts an der Bildrate. Wir stehen derzeit mit AMD in Kontakt, um dem Phänomen auf den Grund zu gehen. Problematisch ist dies allerdings nicht, denn 50 Fps sind im grünen Bereich.
Sobald die neuen Grafikkartentreiber von AMD und Nvidia erschienen sind, überprüfen wir das soeben skizzierte Leistungsbild. Auch der Rage-Patch wird natürlich begutachtet. Wie läuft das Spiel indes bei Ihnen?
Rage: Technischer Hintergrund
Rage basiert auf der "id Tech 5"-Engine, ebenso wie das angekündigte Doom 4. Der Technikmotor wird im Gegensatz zu den Vorgängern nicht lizenziert, sondern steht nur Entwicklerstudios der Muttergesellschaft Zenimax zur Verfügung. Vertraute id Software jahrelang auf Open GL, so ändert sich dies auch mit Rage nicht. Aus technischer Perspektive ist Rage, welches auf der Xbox 360 und Playstation 3 mit 60 Fps laufen soll, kein solches Monster wie beispielsweise Crysis 2: Angefangen bei den vergleichsweise polygonarmen Landschaften über die oft groben Texturen ohne Parallax Mapping und Co., bis hin zu den an den Kanten ungefilterten Schatten (keine Stencils mehr wie in Doom 3, sondern Shadow-Maps) und nicht vorhandener Umgebungsverdeckung wirkt der Titel an vielen Stellen altbacken. Die Beleuchtung ist nahezu durchgehend statisch, Lichtquellen oder Explosionen werfen keine dynamischen Schatten und lassen sich ebenso wenig durch Beschuss beeindrucken wie die wehenden, aber vorberechneten Stoffe - einzig die leider optisch schwebenden Wüsten-Fahrzeuge und die NPCs respektive Gegner zeigen einen Schattenwurf, der allerdings an den Kanten leichte "Sägezähne" aufzeigt. Die detaillierten Spielfiguren sind exzellent animiert und sprechen zumindest in der englischen Version lippensynchron, in Kämpfen ist eine leichte Bewegungsunschärfe der sorgfältig modellierten NPCs zu erkennen. Die hinterlassen bei Beschuss zwar hin und wieder Blutflecken auf Böden und Wänden, ansonsten fehlt die Interaktion mit der Umwelt - Stichwort Einschusslöcher - aber komplett (abgesehen von den einsammelbaren Objekten). Seltene Leitern erklettern Sie ohne spezielle Tasten, für die Seilrutsche braucht es aber eine.

Ein einziger Krampf!
Aber Rage war auch der Grund, wieso ich seit dem NIE wieder ein Spiel vorbestellt habe.
Ich schau mir vorher jetzt immer Tests an und seh dann, ob es Probleme gibt.
Ich hatte mich wahnsinnig auf das Game gefreut als es 2011 rauskam. Habs installiert und mich direkt nur geärgert.
Hatte nach jeder Sekunde Freezes von 2 Sekunden....ich kam so quasi noch nichtmal ins Spiel.
Dann die Katastrophe mit dem Texturstreaming. Das war ein Krampf. Ganz ganz übel. Und für sowas hab ich Vollpreis bezahlt. Man was ich ich mich geärgert.
Nach 2 Wochen kam dann der Rage Performance Treiber und dann lief es endlich reibungslos und mit flüssigen 60 FPS.
Hatte damals ne MSI HD 5850 OC verbaut.
Dabei kommt mir eine Idee für eine neue Benchmethodik (ähnlich wie bei HardOCP): Man untersucht künftig nur die prinzipielle Spielbarkeit und lässt den Leser entscheiden, wie vergleichbar die BQ ist. Das hat den Vorteil, dass man sich nicht krampfhaft um vergleichbare BQ-Settings bemühen muss. Der Nachteil ist, dass man dann die Verantwortung hat, die Detailstufen vernünftig zu wählen. Also doch wieder nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Das Tearing ist irgendwie weniger geworden