Rage 2: Der rabiate Endzeit-Shooter mit Vulkan-Renderer im Technik-Test [Update]
Rage 2, der Open-World-Shooter mit Endzeit-Setting, ist erschienen. Wir konnten uns bereits einige Tage vor dem Launch mit der spaßig-überdrehten Action auseinandersetzen und sind ob der Grafik und Performance sehr angetan. Die Apex-Engine des Entwicklers Avalanche präsentiert schicke Optik und butterweiche Bildraten - flotte Hardware vorausgesetzt. Welche dazu nötig ist, klärt unser Technik-Test.
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Update vom 14. Mai: Noch gestern Abend erschien die Radeon Software 19.5.1 aus dem Hause AMD - leider trotz unserer vorherigen Anfrage zu spät für den Launch-Test. Selbstverständlich haben wir den neuen Treiber bereits ausprobiert und das Versprechen von "bis zu 16 Prozent Leistungsverbesserung" überprüft. Tatsächlich profitieren AMD-GPUs gegenüber der Radeon Software 19.4.3 messbar. Die Radeon RX Vega 56 legt mit unserer Testszene und -einstellungen zwischen fünf und sieben Prozent an Fps zu, die Radeon VII zwischen drei und fünf Prozent. Sie finden die mittlerweile komplett aktualisierten Werte im Benchmark unten und können die alten Ergebnisse im Menü wieder einblenden.
Mit Rage 2 erhält der Shooter aus dem Hause id Software nach beinahe neun Jahren einen Nachfolger. Anders als das erste Rage, welches noch auf Levels setzte, die mit offenen Passagen verbunden wurden, ist Rage 2 ein echter Open-World-Titel. Des Weiteren ist nicht mehr id Software für die Entwicklung zuständig, sondern Avalanche Studios, unter anderem bekannt durch die Just-Cause-Reihe, Mad Max und Generation Zero. Und auch die id-Tech hat ausgedient, Avalanche setzt stattdessen auf die hauseigene Apex-Engine. Obendrein nutzt Rage 2 exklusiv die Vulkan-Schnittstelle, weder DirectX noch OpenGL werden unterstützt. Allerdings hat id Software den schwedischen Entwicklern von Avalanche offenbar etwas unter die Arme gegriffen, so lassen jedenfalls das zu Spielstart ebenfalls eingeblendete id-Logo und die Listung einiger id-Mitarbeiter in den Credits vermuten.
Die offiziellen Hardware-Anforderungen von Rage 2 sind moderat, allerdings wird laut diesen zumindest ein flotter Vierkern-Prozessor vorausgesetzt. Die Hardware-Empfehlungen sind für 60 Fps bei 1.920 × 1.080 Pixel samt Ultra-Details locker ausreichend, sogar WQHD lässt sich mit minimalen Abstrichen in Angriff nehmen.
| Minimale Hardware | Empfohlene Hardware | |
|---|---|---|
| Windows | Windows 7, 8.1, or 10 (64 Bit Versionen) | Windows 7, 8.1, or 10 (64 Bit Versionen) |
| CPU | Intel Core i5-3570 oder AMD Ryzen 3 1300X | Intel Core i7-4770 oder AMD Ryzen 5 1600X |
| RAM | 8 GiByte RAM | 8 GiByte RAM |
| Grafikkarte | Nvidia GTX 780 3GB oder AMD R9 280 3GB | Nvidia GTX 1070 8GB oder AMD Vega 56 8GB |
| Festplatte | 50 GiByte freier Speicher | 50 GiByte freier Speicher |
Für solche Anpassungen bietet das Grafikmenü gutes Optimierungspotential, vor allem die optionale, dynamische Auflösungsskalierung ist interessant, wenn nur in einigen Situationen ein wenig Performance eingespart werden muss, die Grafik aber nicht über Gebühr leiden soll. Sie können den maximalen Grad des Upscalings beschränken und mit dem Frameratenziel die Schwelle festlegen, ab welcher das Upscaling aktiv geschaltet wird. Somit wird das Bild nur in niedrigerer Auflösung berechnet, wenn die Performance nicht ausreicht, dieses Ziel zu erreichen. Auch die übrigen und recht vielfältigen Optionen sind weitestgehend nützlich, um das Spiel zu optimieren.
Neben der Optik kann außerdem das Sichtfeld angepasst werden, mit "weichem" Vsync eine adaptive Bildsynchronisation nutzen, welche die Synchronisation bei niedrigen Bildraten deaktiviert, um eine möglichst geringe Eingabelatenz zu gewährleisten. Des Weiteren lässt sich der der FOV anpassen, die standard-mäßig sehr kräftige Chroma-Abweichung oder das HUD deaktivieren, 21:9-Auflösungen werden unterstützt und die Eingabe kann umfangreich den eigenen Wünschen angepasst werden.
Rage 2 - Schicke, effektgeladene Grafik, saubere Performance
Die technische Ausbaustufe der Apex-Engine ist auf einem ähnlichen Niveau wie das schicke, aber spielerisch enttäuschende Generation Zero und bietet unter anderem eine hohe Weitsicht, hohe Objektdichte, viele Physikelemente sowie eine teils sehr ansehnliche Beleuchtung samt globalem Ansatz und eine saubere Ausleuchtung und Verschattung der teils üppigen Vegetation. Die Interaktion zwischen Lighting und physikbasiertem Rendermodell ist weitestgehend überzeugend, sowohl sumpfiger Untergrund, metallene Oberflächen oder staubige Straßen wirken glaubwürdig, auch wenn das Spiel nicht direkt auf einen ultra-realistischen Look abzielt, sondern eine leicht stilisierte Optik bietet.
Die Entwickler nutzen Tessellation für die Landschaftsdarstellung, um geschwungene Oberflächen zu realisieren, Screenspace-Reflections zieren Wasseroberflächen, gewaltige Explosionen und die beinahe allgegenwärtigen Physikmodelle zeugen von der Verwandtschaft mit Just Cause. Die Grafik von Rage 2 ist durchaus ansehnlich und auch handwerklich überzeugend, die große Spielewelt ist zudem in sehr unterschiedliche Regionen unterteilt, darunter Wüste, ein dunstiger Sumpf, dichter Dschungel oder zerklüftetes Ödland. Innenareale sind schick ausgeleuchtet, besonders in diesen stößt man beim Spielen allerdings auch häufiger auf die eine oder andere Matschtextur, beispielsweise bei metallenen Kisten oder anderen kleinen Levelobjekten. Hier und dort zeigt sich auch ein flackender Schatten oder ein zu aggressives Culling (Ausblenden von Geometrie am Bildschirmrand).
Bei der Performance gibt es fast ausschließlich Positives zu berichten, was auch deshalb erfreulich ist, da die letzten beiden Titel von Avalanche Studios und der Apex-Engine, namentlich Generation Zero und Just Cause 4, einen etwas unrunden Eindruck hinterließen. Offenbar wurden die Ressourcen des Studios zu großen Teilen in Rage 2 gesteckt, das Spiel wirkt wesentlich aufwendiger produziert und technisch deutlich sauberer als beide Titel obendrein wirkt Rage 2 außerdem gehaltvoller. Rage 2 benötigt potente Mittelklasse-Hardware, um Full HD mit Ultra-Details flüssig darzustellen, ist im Vergleich zu anderen aktuellen Titeln aber nicht bemerkenswert anspruchsvoll, weder was die Leistung noch die Speicherausstattung der Grafikkarte betrifft. Für Full HD reichen 4 GiByte noch weitestgehend aus, allerdings kann es hier schon zu kleineren Aussetzern und Speicherüberlauf kommen, in letzterem Fall krachen die Bildraten rund 20 bis 30 Prozent nach unten. Empfehlenswert sind daher zumindest 6 GiByte, diese Speichermenge ist auch für WQHD noch ausreichend. Ab Ultra HD sollten dann 8 GiByte Speicher installiert sein.
Bei sehr niedrigen Auflösungen knackt unser Testsystem - nun mit einem i9-9900K @ 5,0 GHz ausgerüstet - locker 400 Fps!
Der Anspruch von Rage 2 verschiebt sich ein wenig beim Erhöhen der Auflösung, denn der Wechsel auf die nächsthöhere Stufe kostet verhältnismäßig viel Leistung - der Sprung von Full HD auf WQHD kostet mit den meisten GPUs knapp 60 Prozent Leistung. Dieser Umstand wird allerdings auch durch die sehr gute CPU-Performance untermalt, denn im Gegensatz zu fast jedem anderen Spiel gelangen wir in Rage 2 selbst mit den potentesten Grafikkarten nicht in ein CPU-Limit. Tatsächlich ist die CPU-Performance absolut bemerkenswert, selbst in 720p und mit einer RTX 2080 Ti sind wir noch grafiklimitiert, bei (sehr) niedrigen Auflösungen knackt unser Testsystem - nun mit einem i9-9900K @ 5,0 GHz ausgerüstet - locker 400 Fps! Offensichtlich hat es sich gelohnt, für Rage 2 die Vulkan-Schnittstelle zu nutzten. Solch hohe Bildraten haben wir bislang in noch kaum einem technisch aufwendigen Spiel gesehen, zu den Ausnahmen zählen Doom und Wolfenstein 2, welche ebenfalls die Vulkan-API nutzen. In unserem Video haben wir neben unserer Benchmarkszene auch ein solches Szenario mit potenter Grafikkarte und niedriger Auflösung festgehalten.
Rage 2: Benchmarks von 25 Grafikkarten
Die bemerkenswerte CPU-Performance wirkt sich auch beim Spielen in höheren Auflösungen aus: Die Frametimes sind generell ausgesprochen glatt, Ruckler stellen die absolute Ausnahme dar, selbst wenn die Engine stark belastet wird, beispielsweise durch schnelle Fortbewegung. Ein solches Szenario haben wir für unsere Benchmarks genutzt. Wir starten unsere Messungen im "Sekreto-Marsch" im Nordwesten der Karte. Diese Umgebung stellt mit dichtem Bewuchs, volumetrischem Nebel und vielen Wasserflächen samt Screen-Space-Reflections ein grafisch sehr anspruchsvolles Szenario dar. In kaum einem anderen Bereich und selbst in sehr Action-reichen Gefechten fällt die Bildrate so gering aus wie hier. Wir starten unseren Benchmark bei der Mission "Bodenstation" ganz im Norden der Sümpfe, verlassen die Anlage und hüpfen in unser Fahrzeug. Nun können wir mit Hilfe des integrierten Fotomodus die Uhrzeit auf 12:00 Uhr mittags stellen, die Uhrzeit im Fotomodus wird dann auch auf das Gameplay angewandt - somit haben wir immer die gleiche Ausgangslage für unsere Messungen. Wir nutzen die "Shift"-Taste und düsen dann mit unserem Buggy 20 Sekunden lang die schlammige Straße entlang. Zum Aufzeichnen nutzen wir die Software OCAT. Den genauen Ablauf des Benchmarks können Sie in unserem Video nachvollziehen.
Sage und schreibe 25 Grafikkarten der Jahrgänge 2013 bis 2019 haben Rage 2 in vier Auflösungen (inklusive Ultrawide-QHD) über sich ergehen lassen. Die Ergebnisse:
Die Grafikkarten-Messmethodik der PCGH
Basierend auf Leser-Feedback verwendet PC Games Hardware für Spiele-Benchmarks seit einigen Jahren keine Referenz-Grafikkarten mit Standard-Taktraten mehr. An ihre Stelle treten Herstellerdesigns samt werkseitiger Übertaktung, wie sie von einem Großteil unserer Community verwendet werden. Hierbei handelt es sich um typische Modelle, wenngleich "typisch" gar nicht so einfach zu definieren ist. Die Auswahl richtet sich nicht nur daran, welche Grafikkarten noch im PCGH-Testlabor anwesend sind, sondern auch, ob sie repräsentativ für das jeweilige Modell sind: Wir nutzen nach Möglichkeit weder unübertaktete, sich wegen Überhitzung drosselnde oder enorm schnelle Herstellerdesigns, sondern "Vernunftversionen", wie wir sie auch in den PCGH-Grafikkartentests meistens empfehlen.
Beachten Sie bitte, dass wir nicht sämtliche Modelle am Markt testen können, sondern uns auf eine Auswahl beschränken müssen. Auch behalten wir uns vor, einzelne hier herangezogene Herstellerkarten in anderen Tests auszutauschen, beispielsweise dann, wenn sie das Testlabor verlassen müssen. Jede Grafikkarte wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte: Eine gerade aus dem Regal genommene Grafikkarte, noch kalt vom Nichtstun, boostet höher als im normalen Betrieb nach einiger Zeit unter Last. Die durchschnittliche, automatisch gesetzte GPU-Taktfrequenz beim Test der jeweiligen Karten finden Sie in den Benchmarks. Die tatsächliche Frequenz ist wichtig und kann angesichts der großen möglichen Unterschiede nicht einfach unter den Tisch fallen, denn "GTX 1080 Ti" ist nicht "GTX 1080 Ti", um nur ein Beispiel zu nennen - je nach Herstellerdesign können zehn Prozent Differenz dazwischen liegen. Hinterfragen Sie daher Messwerte im Internet, die ohne jegliche Taktangabe veröffentlicht werden. Dem gegenüber stehen wenige Grafikkarten, von denen keine übertakteten Versionen existieren. Die prominenteste ist AMDs Radeon R9 Fury X, welche wir als Referenzdesign testen - gäbe es OC-Versionen, würde eine solche in den Benchmarks mitmischen. Derzeit teilt die Radeon VII ihr Schicksal, allerdings geht man hier davon aus, dass Hersteller-/OC-Versionen nur eine Frage der Zeit sind.
Rage 2: Fazit des Technik-Test
Technisch macht Rage 2 einen sehr guten Eindruck: Die Optik ist auf aktuellem Stand und wirkt gefällig, auch wenn die Grafik in Rage 2 keine neuen Akzente setzen kann. Die Ansprüche an die Grafikkarte sind daran gemessen relativ hoch, insbesondere in höheren Auflösungen, halten sich allerdings noch im verträglichen Rahmen - bei wenig Speicher kann sich Rage 2 jedoch ein wenig biestig anstellen, wir hatten beispielsweise Probleme, mit 4-GiByte-GPUs Ultra HD überhaupt zu starten, die R9 280X mit 3 GiByte gab sich schon in UWQHD zickig. Mit der GTX 970 blieb das Spiel direkt nach dem Starten im Menü oft hängen, ein andermal kam es zum Speicherüberlauf, was sich wiederum mit abnorm niedrigen Bildraten im Spiel übersetzte. In niedrigeren, für die Speicherbestückung passenderen Auflösungen läuft Rage 2 allerdings auch mit 4 GiByte weitestgehend flüssig, nur hier und dort zeugt ein kleiner Stocker vom knappen Speicher.
Bei den Benchmarks positionieren sich die Grafikkarten in gewohntem Muster, kein GPU-Hersteller scheint besonders bevorzugt oder benachteiligt, allerdings wirken Vega und Turing im Vergleich zu Pascal ein wenig im Vorteil und AMD generell bei den P99-Werten gut. Rage 2 ist mit der interessanten technischen Basis außerdem ein Kandidat für unseren neuen Grafikkarten-Benchmark-Parcours.

30-60fps, 90-100% CPU, GPU-Auslastung nicht zuverlässig messbar (zeigt alternierend 0 und 100% an)
Nach dem Update geht das Game an der Stelle nicht einfach zu, sondern es kommt der ErrorReporter - also denke mit Warten komme ich da nicht weit
Wenn da noch mehr Spiele kommen, die auf der CPU nicht mehr laufen, wird der Aufbau eines Ryzen-3000 diesen Sommer immer sicherer.^^
Auf meinem Phenom II X4 940 stürzt es nach der erste Zwischensequenz ab.
Schade darum, ich hatte mich schon auf ein Spiel gefreut, das mit einer schwachen/alten CPU zurecht kommt.^^
EDIT: Hier habe ich etwas dazu gefunden: Angeblich braucht das Spiel SSE 4.2.
Die Aussage ist dort allerdings völlig unreferenziert; ich finde sie auch nur dort und in russischen Foren/Videos ansttt als offizielle Aussage vom Hersteller.
Falls jemand genaueres/sichereres weiß, würde ich mich über eine Rückmeldung freuen
Denuvo wurde aus der Steam Version entfernt, in der Bethesda Launcher Version war sie ja gar nicht drin.
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