Need for Speed Payback: Techniktest des Frostbite-Racers [Großes Update]
Am 10. November geht Need for Speed Paypack offiziell an den Start, EA-Access-Abonnenten dürfen bereits seit einigen Tagen ans Steuer. PC Games Hardware hat halsbrecherische Rennen auf sich genommen, um Ihnen Technik-Eindrücke und Hardware-Empfehlungen für NFS Payback zu liefern - Screenshots mit maximaler Qualität inklusive.
Auf dieser Seite
Update vom 09. November: Wir haben den Techniktest von NFS Payback umfassend ergänzt. Neben weiteren Grafikkarten-Benchmarks finden Sie auch die Benchmarkszene als Video im Artikel sowie weitergehende Informationen zu den Grafikoptionen, deren Performance-Auswirkungen und mehr an den entsprechenden Stellen in diesem Artikel.
Mit Need for Speed Payback geht die berühmte Rennspielserie in die nächste Runde. Erneut zeichnet das Studio Ghost Games verantwortlich und abermals kommt DICE' Frostbite-3-Engine zum Einsatz, welche Electronic Arts (EA) für alle Neuentwicklungen einsetzen lässt. Welche PC-Komponenten der rasanten Raserei genügen und welche nicht, klären wir im Techniktest von NFS Payback. In der Bildergalerie finden Sie passend dazu die schönsten Impressionen der ersten Spielstunde.
Need for Speed Payback: Systemanforderungen
Die offiziellen PC-Mindestanforderungen beziehen sich auf ein Spielerlebnis in 720p, eine Ziel-Framerate von 30 Fps und niedrige Grafikeinstellungen. Bei Need for Speed Payback soll dafür ein Core i3-6300 ausreichen. Im Gegensatz zum Vorgänger aus dem Jahr 2016 nennt EA nun auch AMD-CPUs, allerdings nur alte Bulldozer-Modelle wie den FX-8150. Alternativ sollte ein Ryzen 3 als Vierkerner mehr als ausreichend sein. Bei der Grafikkarte gibt es mit der Geforce GTX 750 Ti und Radeon HD 7850 (R7 265, R7 370) keine Änderungen. Ebenso genügen noch 6 GiByte RAM. Auf dem Datenträger belegt das Rennspiel 30 Gigabyte Speicherplatz (Download: rund 22 GByte).
Die empfohlenen Systemanforderungen für NFS Payback gelten für 1080p und 60 Fps bei hohen Grafikeinstellungen. CPU-seitig empfohlen wird ein Intel Core i5-4690K. Im Falle von AMD wird ein FX-8350 genannt, wobei alternativ spätestens ein Ryzen 5 für die Einstellungen genügen dürfte. Die Grafikkarte sollte weiterhin 4 GiByte RAM haben. EA nennt eine Geforce GTX 1060/6G beziehungsweise Radeon RX 480/4G. Empfohlen wird außerdem Windows 10, was jedoch am Support-Ende von Windows 7 liegen dürfte. DirectX 12 ist kein Thema bei NFS Payback, wenngleich die Frostbite-Engine prinzipiell dazu in der Lage ist.
| Need for Speed Payback | Need for Speed (2016) | |
|---|---|---|
| Minimum | 720p / 30 Fps / Low | 720p / 30 Fps / Low |
| Betriebssystem | Windows 7 (64 Bit) | Windows 7 (64 Bit) |
| Prozessor | Core i3-6300, FX-8150 | Core i3-4130 |
| Grafikkarte | Geforce GTX 750 Ti, Radeon HD 7850 | Geforce GTX 750 Ti, Radeon HD 7850 |
| Arbeitsspeicher | 6 GiB | 6 GiB |
| Speicherplatz | 30 GByte | 30 GByte |
| Empfohlen | 1080p / 60 Fps / High | 1080p / 60 Fps / High |
| Betriebssystem | Windows 10 (64 Bit) | Windows 7 (64 Bit) |
| Prozessor | Core i5-4690K, FX-8350 | Core i5-4690 |
| Grafikkarte | Geforce GTX 1060/6G, Radeon RX 480/4G | Geforce GTX 970, Radeon R9 290 |
| Arbeitsspeicher | 8 GiB | 8 GiB |
| Speicherplatz | 30 GByte | 30 GByte |
Need for Speed Payback: Technik und Performance
Technisch und grafisch erinnert Need for Speed Payback an den 1,5 Jahre alten Vorgänger Need for Speed (2016), was angesichts der gleichen Entwickler- und Engine-Basis nicht verwundert. Neu ist, dass NFS Payback der alten Schule folgt, was das Spieldesign angeht: Die Online-Anbindung wurde, vermutlich wegen der durchwachsenen Erfahrungen mit den vorhergehenden Spielen, stark zurückgefahren. So trifft der Spieler auf der Karte nicht mehr auf menschliche Mitspieler, stattdessen gibt's KI-Fahrer. Die simulierte Stadt verliert dadurch zwar etwas an Lebendigkeit, der Performance dürfte dieser Schritt jedoch gut tun. Ebenfalls neu, wenn auch alt, ist, dass nun auch wieder bei Tag durch Stadt und Umland geheizt werden darf.
Grafisch bietet Need for Speed Payback solide, teilweise sogar richtig hübsche Kost, echte Aha-Momente im Stile von Project Cars 2 oder Forza 7 bleiben jedoch aus. Der Vergleich ist aber nicht ganz fair, denn NFS Payback zeichnet und streamt eine große Welt, während die Konkurrenz nur kleine Strecken darstellen muss, die entsprechend detaillierter ausfallen können, ohne übliche Computer zu überfordern. Man sieht NFS Payback seine Herkunft - die Frostbite-Engine und entsprechende Assets - an, das Verhältnis aus Grafikqualität und Leistungshunger wirkt jedoch ausgewogener als beim hardware-hungrigen Vorgänger. Wer möchte, kann die Grafikqualität im erweiterten Menü von NFS Payback umfassend konfigurieren, entweder über globale Presets oder Einzeloptionen. Neben den obligatorischen Einstellungen der Auflösung und Textur- und Objektqualität dürfen Sie auch die Art der Kantenglättung und Ambient Occlusion bestimmen. TAA, eine temporale Bilddatenverrechnung, liefert eine nahezu flimmerfreie Glättung und stellt somit unsere Empfehlung dar.
Während unserer Ausflüge in Ultra HD wurden stets rund 9 GiByte Grafikspeicher belegt.
Auch die Schatten in NFS Payback werden sauber (weich)gefiltert, Flimmern ist selten, allerdings sieht man die Schatten mitunter vor dem Fahrzeug einblenden. Die Texturen sind außerdem der Haupt-Ansatzpunkt, wenn das Spiel nicht flüssig läuft - Need for Speed Payback giert bei maximalen Details nach Grafikspeicher. Während unserer Ausflüge in Ultra HD wurden stets rund 9 GiByte belegt. Ein paar Messungen später stellte sich bereits heraus, dass NFS Payback auf 8-GiByte-Grafikkarten unter Ultra HD tatsächlich an Nachladerucklern krankt, sobald alle Details maximiert werden. Mit dem spieleigenen "Ultra"-Preset läuft das Spiel hingegen auf 8-GiByte-Grafikkarten sauber bis inklusive 3.840 × 2.160 Pixel.
Screenshot-Künstler freuen sich indes über den integrierten Fotomodus, um die schönsten Impressionen und spektakulärsten Karambolagen festzuhalten. Auch an Benutzer extrabreiter Bildschirme haben die Entwickler gedacht, das 21:9-Format wird, ebenso wie 17:9, sauber unterstützt. Lediglich die Zwischensequenzen laufen stets in 16:9 ab.
Need for Speed Payback: Grafikkarten-Benchmarks
Unsere Wahl für die Grafikkarten-Benchmarks innerhalb von NFS Payback fiel auf ein Rennen gegen fünf Kontrahenten, da die Hardware hier mit einer höheren Last konfrontiert wird als in Driftrennen oder einer freien Fahrt innerhalb der Stadt. Die Testsequenz besteht aus einer 20-sekündigen Fahrt mit einem sündteuren Koenigsegg Regera; wir messen ab dem Start einen weitgehend geraden Sprint und haben die Gegner dabei stets vor der Motorhaube. Dieses Rennen, welches Sie bereits nach einigen Minuten innerhalb von NFS Payback absolvieren müssen, entpuppte sich nach weiterem Vorankommen in der Geschichte als sehr hardwarefordernd, im Mittel läuft das Spiel wesentlich besser. Die PCGH-Benchmarksequenz "Regera" im Video - wir messen, sobald die "3" eingeblendet wird:
Wie immer bei PCGH-Spieletests verwenden wir die zum Messstart aktuellen Grafiktreiber von AMD und Nvidia, in diesem Falll die Radeon Software 17.11.1 und den Geforce 388.13 WHQL. Bei Need for Speed Payback haben wir uns nach den ersten Messungen dagegen entschieden, mit maximalen Details zu testen. Der Grund: Stehen alle Optionen manuell am Anschlag, ruckelt das Spiel selbst auf 8-GiByte-Grafikkarten. Da diese Speicherkapazität selbst unter den fortschrittlichen PCGH-Lesern noch nicht zum Standard gehört, haben wir entschieden, "nur" mit dem Ultra-Preset zu benchen, welches die Optionen auf ein sehenswertes, wenn auch nicht bestmögliches Niveau einstellt.
Ein genauerer Blick auf die Unterschiede zwischen dem vernünftig gewählten Ultra-Preset offenbart subtile Verbesserungen, die enorm ins Fps- respektive Speicher-Kontor schlagen. Die manuell zuschaltbaren Verbesserungen betreffen die Nachbearbeitungseffekte (Ambient Occlusion, Reflexionen), Schatten und Vegetationsdarstellung. Einige dieser Dinge lassen sich auf dem Bildvergleich erkennen, andere nicht. Beachten Sie dabei bitte, dass die Zuschauer bei jedem Rennen zufällig generiert werden.
Siehe da: Mit dem Ultra-Preset genügen 4 GiByte Grafikspeicher, entsprechende Grafikkarten (wie die Radeon R9 Fury X und Geforce GTX 970) liefern eine gute, wenn auch nicht tadellose Performance ab. Daneben fällt die hohe Prozessorlast von Need for Speed Paypack auf. Das Spiel benötigt eine schnelle CPU, um in Rennen gegen mehrere Kontrahenten flüssig zu laufen. Je nachdem, wie stark die CPU das Geschehen limitiert, desto größer ist die Differenz zwischen Radeon und Geforce. Dies zeigt der Vergleich der Radeon RX Vega 56 mit der Geforce GTX 1070 Ti: Letztere ist in Full HD, wo zu weiten Teilen der Prozessor bremst, deutlich schneller als die AMD-Karte. Letztere macht mit steigender Auflösung Boden gut.
Dennoch: Need for Speed Payback ist zweifellos sehr prozessorlastig, schnelle Grafikkarten wie die Geforce GTX 1080 Ti werden in der Full-HD-Auflösung massiv ausgebremst. Dies ist in unserem Benchmark gut an der geringen Differenz zwischen GTX 1080 Ti und GTX 1080/1070 Ti erkennbar - obwohl wir einen flinken Sechskerner @ 4,4 GHz verwenden. Hinzu kommt, dass das Spiel auf jeder Konfiguration zu Stottern neigt, die Frametimes eines Rennens sind niemals ruhig, es kommt zu sporadischen, fühlbaren Rucklern. Dagegen hilft lediglich ein Framelimit respektive Vsync.
Radeon RX Vega 56: Optimierungsspielraum
Ergänzende Information zu den Vega-56-Ergebnissen: Im Standardzustand wird die Referenzkarte deutlich von ihrem Kühler und Powerlimit ausgebremst. Da Custom-Designs der AMD-Boardpartner nach wie vor nicht in Sicht sind, lohnt sich eine manuelle Optimierung der Referenzkarte. Da wir genau das gerade für einen anderen Artikel gemacht haben, durfte die Radeon RX Vega 56 auch Need for Speed Payback mit beherztem Tuning erneut absolvieren. Wir verwenden eine gewöhnliche Referenzkarte, haben diese jedoch mittels Wattman-Menü gezielt optimiert. So arbeitet die Vega 56 unter Volllast nur noch mit circa 0,95 Volt, hält dabei gut 1.500 MHz Kerntakt und auch der HBM läuft mit 950 anstelle von 800 MHz. Die Leistung steigt durch diese Maßnahme um 8 Prozent in Full HD (CPU-limitiert; 86,2 Fps avg.) bis 17 Prozent in Ultra HD (38,5 Fps avg.).
Die Grafikkarten-Messmethodik der PCGH
Basierend auf Leser-Feedback verwendet PC Games Hardware für Spiele-Benchmarks seit einigen Jahren keine Referenz-Grafikkarten mit Standard-Taktraten mehr. An ihre Stelle treten Herstellerdesigns samt werkseitiger Übertaktung, wie sie von einem Großteil unserer Community verwendet werden. Hierbei handelt es sich um typische Modelle, wenngleich "typisch" gar nicht so einfach zu definieren ist. Die Auswahl richtet sich nicht nur daran, welche Grafikkarten noch im PCGH-Testlabor anwesend sind, sondern auch, ob sie repräsentativ für das jeweilige Modell sind: Wir nutzen nach Möglichkeit weder unübertaktete, sich wegen Überhitzung drosselnde oder enorm schnelle Herstellerdesigns, sondern "Vernunftversionen", wie wir sie auch in den PCGH-Grafikkartentests meistens empfehlen. Beachten Sie bitte, dass wir nicht sämtliche Modelle am Markt testen können, sondern uns auf eine Auswahl beschränken müssen. Auch behalten wir uns vor, einzelne hier herangezogene Herstellerkarten in anderen Tests auszutauschen, beispielsweise dann, wenn sie das Testlabor verlassen müssen.
Bildergalerie
Jede Grafikkarte wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte: Eine gerade aus dem Regal genommene Grafikkarte, noch kalt vom Nichtstun, boostet höher als im normalen Betrieb nach einiger Zeit unter Last. Die durchschnittliche, automatisch gesetzte GPU-Taktfrequenz beim Test der jeweiligen Karten finden Sie in den Benchmarks.
Die tatsächliche Frequenz ist wichtig und kann angesichts der großen möglichen Unterschiede nicht einfach unter den Tisch fallen, denn "GTX 1080 Ti" ist nicht "GTX 1080 Ti", um nur ein Beispiel zu nennen - je nach Herstellerdesign können zehn Prozent Differenz dazwischen liegen. Hinterfragen Sie daher Messwerte im Internet, die ohne jegliche Taktangabe veröffentlicht werden. Dem gegenüber stehen wenige Grafikkarten, von denen keine übertakteten Versionen existieren. Die prominenteste ist AMDs Radeon R9 Fury X, welche wir als Referenzdesign testen - gäbe es OC-Versionen, würde eine solche in den Benchmarks mitmischen. Auch die Radeon RX Vega 56 ist derzeit nur in Referenzbauweise verfügbar, sodass wir ein solches Modell testen, bis OC-Versionen der Hersteller erscheinen.

.
Kommen noch CPU-Tests?
MfG,
Raff