AOC Agon AG322QC4 im Test: Freesync 2 mit etwas HDR
Freesync 2, das mittlerweile nun offiziell Freesync 2 HDR heißt, kündigte AMD bereits im Januar letzten Jahres an. Aber erst seit Kurzem gibt es mehr als nur einen Monitor mit der Zertifizierung von AMD. Der Samsung C32HG70 war über ein Jahr der einzige HDR-Monitor mit Freesync und ist mit Display-HDR-600-Auszeichnung noch immer der technisch beste. Nun hat es auch der AOC Agon AC322QC4 in die Redaktion geschafft, den wir hiermit umgehend testen.
Vor über einem Jahr war bereits der Vorgänger bei uns im Test, der Agon AG322QCX - geändert hat sich also nur der letzte Buchstabe im Namen. Tatsächlich sind laut Datenblatt die Änderungen ebenso gering und es scheint wirklich nur Display HDR 400 und damit auch Freesync 2 HDR hinzugekommen zu sein. Damit weist er das schwächste von der VESA spezifizierte HDR auf, wobei die Zahl für die mindestens zu erreichende Peak-Helligkeit von 400 cd/m² steht. Diese Helligkeit wird aber schon von manchem Monitor ganz ohne HDR-Auszeichnung erreicht. Auch die Farbtiefe ist mit nativen 8 Bit und 16,7 Mio. Farben nur standardmäßig und auch nicht mehr seit dem Vorgänger.
Abgesehen von "ein bisschen HDR", wie wir die geringste 400er-Stufe auch gerne nennen, sind es zunächst kosmetische Details, die den neuen AG322QC4 vom Vorgänger unterscheiden: Der Standfuß ist etwa schwarz geworden, der QCX hatte noch einen silbernen. Außerdem hat AOC das On-Screen-Display, also das Einstellungsmenü, endlich etwas aufgeräumt. War es bei den Vorjahresmodellen noch etwas unübersichtlich und altbacken, wirkt es nun aufgeräumter und dem modernen Äußeren auch angemessen.
Freesync 2 HDR: Was bringt das überhaupt?
Aber von vorne: Das HDR-Schlagwort ist ja schon länger bei Fernsehern etabliert und geistert seit knapp zwei Jahren auch beim PC-Gaming herum. Eigentlich handelt es sich um zwei unabhängige Techniken: Freesync synchronisiert die Bildwiederholrate des Monitors mit der variierenden Bildrate der Grafikkarte, wordurch Bildrisse (engl. Screen Tearing) verhindert wird. Das konnte bislang nur Software-seitig V-Sync, ließ aber wegen der Pufferung den Input-Lag anwachsen, was fürs Online-Gaming fatal ist. HDR selbst bedeutet ein kontrastreicheres Bild, also knapp gesagt: schwärzeres Schwarz und weißeres Weiß, aber auch mehrere, feinere Abstufungen dazwischen. Mit HDR führt aber der Monitor für gewöhnlich ein eigenes Tone-Mapping für die korrekte Darstellung durch, was den Input-Lag weiter anwachsen lässt. Daher koppelte AMD das Ganze an Freesync, wodurch das extra Tone-Mapping wegfällt: Über die Extended Display Identification Data (EDID) teilt der Monitor der Grafikkarte mit, welches Tone-Mapping er benötigt, sodass diese direkt die korrekten Werte anliefern kann und der zusätzliche Prozess auf Seiten des Displays entfällt. Für diesen Schritt müssen Spiele allerdings etwas mit den EDID anfangen können, wofür die Integration einer AMD-API notwendig ist. Freesync 2 HDR muss explizit unterstützt werden.
Quelle: PC Games Hardware
AOC Agon AG322QC4 im Test
Freesync 2 HDR hat also nicht mehr nur die Eigenschaft, nahezu verzögerungsfrei ein rissfreies Bild darzustellen, sondern ebenso verzögerungsfrei HDR wiederzugeben. Letzteres ist umso wichtiger in schnellen Shootern. So haben wir schon vor ca. einem Jahr beispielsweise Destiny 2 in HDR erleben können, der erhöhte Input-Lag war im direkten Vergleich mit dem Samsung C32HG70 deutlich spürbar.
Während Nvidia seinen Partnern für G-Sync HDR feste Spezifikationen vorgibt und sogar die Panels für entsprechende Monitore zusammen mit AU Optronics entwickelt, sind die Angaben im Falle von Freesync 2 HDR (zumindest öffentlicht) schwammig. AMD spricht von einer Mindestvoraussetzung, die sich zwischen Display HDR 400 und 600 bewegt.
| Key Features | UHD Premium | Nvidia G-Sync-HDR | AMD Freesync 2 HDR | DisplayHDR 400 | DisplayHDR 600 | DisplayHDR 1000 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| HDR10 | Yes | Yes | Optional | Yes | Yes | Yes |
| Resolution | UHD | QHD/UHD | FHD/QHD/UHD | FHD/QHD/UHD | FHD/QHD/UHD | FHD/QHD/UHD |
| Color Depth | 8+2 Bit | 8+2 Bit | 8 Bit | 8 Bit | 8+2 Bit | 8+2 Bit |
| Color Space Coverage | DCI-P3 90 % | DCI-P3 90 % | - | BT.709 95 % | BT.709 95 %, DCI-P3 90 % | BT.709 95 %, DCI-P3 90 % |
| Peak Brightness | 1000 cd/m² | 1000 cd/m² | 400 cd/m² | 400 cd/m² | 600 cd/m² | 1000 cd/m² |
| Full Brightness | 600 cd/m² | 600 cd/m² | - | 320 cd/m² | 350 cd/m² | 600 cd/m² |
| Black Level | 0,05 cd/m² | 0,05 cd/m² | 0,25 cd/m² | 0,4 cd/m² | 0,1 cd/m² | 0,05 cd/m² |
| Gaming Features | - | G-Sync | Freesync, LFC | - | - | - |
Bildqualität
Quelle: PC Games Hardware
AOC Agon AG322QC4: Guter Kontrast, gute Farbtreue
Schon beim Vorgänger haben wir die gute Bildqualität des VA-Panels gelobt. Da wundert es uns nicht, dass das (vermutlich gleiche) VA-Panel ähnlich gut abschneidet. Die VA-Technik sorgt für gute Kontraste, weitaus besser als jeder TN- oder IPS-Monitor. Wir messen hier das gute Verhältnis von ca. 2.250:1 beim niedrigen Schwarzwert von ca. 0,1 cd/m². Das sorgt für knackige Farben und unserer Ansicht nach für eine subjektiv gute Farbdarstellung. Die Farben gefallen uns aber nicht nur nach der Sichtprüfung: Wie auch beim Vorgänger kommen wir hier selbst ohne Kalibrierung auf eine gute Farbtreue mit geringen Abweichungen von nur 1,8 im Delta-E-2000-Wert.
Mit einer Diagonale von über 31,5 Zoll ist das Panel das größte Format unter den 144-Hertz-Monitoren im 16:9-Format. Die WQHD-Auflösung ergibt hier eine Pixeldichte von 93 ppi, was in etwa Full HD auf 24 Zoll entspricht. Manchen empfindlichen Gemütern, die etwa schon 4K/UHD-Auflösungen gewohnt sind, könnten das für etwas zu dürr halten. So ein großer Monitor erfordert auch einen etwas größeren Sitzabstand.
Reaktionszeit und Bewegunsschlieren
Nun schlieren 144-Hz-Monitore generell weitaus geringer als langsamere 60-Hz-Panels. Noch vor einem Jahr konnten wir beim Vorgänger die Reaktionszeit nicht präzise messen. Mittlerweile haben wir einen Messkopf mit Fotodiode samt Oszilloskop und messen standardmäßig insgesamt 20 Farbwechsel. Hier können wir auch die VA-typische Schwäche in dunklen Graustufen bzw. Farben nachvollziehen und haben einen Ausreißer von 24,4 ms gemessen. Da es tatsächlich nur einer ist und der Durchschnitt mit 8,5 ms deutlich niedriger ausfällt, erachten wir das als verschmerzbares Manko. Zumal die Schlieren nur in dunklen, kontrastarmen Farbwechsel auftreten, wo sie kaum auffallen.
HDR-Qualität
Wie schon erwähnt, ist der Display-HDR-400-Standard der niedrigste der drei HDR-Stufen. Aus diesem Grund haben wir keine allzu großen Erwartungen gehegt. HDR ist eben nicht gleich HDR und mit einem Display-HDR-1000-Gerät, wie etwa dem sündhaft teuren Asus PG27UQ, ist er absolut nicht vergleichbar.
Dennoch überrascht die maximale Spitzenhelligkeit von nur knapp 380 cd/m², was immerhin fünf Prozent unter den geforderten 400 cd/m² liegt. Daran möchten wir uns aber nicht aufhängen, da ein Unterschied von 20 cd/m² ohnehin nicht wahrnehmbar ist. Vielmehr versuchen wir uns an einer qualitativen Beschreibung und haben uns einige HDR-Spiele angesehen. Eigentlich kann der Monitor kein HDR im eigentlichem Sinne eines höheren Dynamikumfangs leisten. Denn mit nur 8 Bit Farbtiefe hat er weder mehr Farben und mit dieser Helligkeit auch keinen nennenswert größeren Kontrast als vergleichbare SDR-Monitore. Andere Techniken, wie etwa ein in Zonen eingeteiltes Hintergrundlicht (Full Array Local Dimming, FALD), wie sie der Konkurrent Samsung C32HG70 aufweist, verwendet der AOC-Monitor ebenfalls nicht. Der Vorgänger ist mit ca. 290 cd/m² zwar noch etwas dunkler, hat aber kein schlechteres Kontrastverhältnis.
Zunächst mal ist die HDR-Darstellung im Windows-Desktop seit dem Update 1803 deutlich angenehmer geworden, da der Desktop nun keine Farben mehr falsch interpretiert und sich die HDR-Helligkeit auch in den Anzeigeeinstellungen regulieren lässt. Im direkten Bildvergleich, wie etwa hier in Shadow Warrior 2, ist schon ein Unterschied sichtbar, allerdings ist nicht wirklich ersichtlich,wann HDR an und wann aus ist.
Shadow Warrior 2 in SDR und HDR
Achtung: Es handelt sich hier nicht etwa um HDR-Fotos, die zur korrekten Darstellung auch auf der Gegenseite einen HDR-Monitor erfordern würden. Hiermit möchten wir nur in etwa den Unterschied zwischen SDR und HDR demonstrieren.
AOC Agon AG322QC4: Fazit
Noch vor einem Jahr hatte der Vorgänger weitaus weniger Konkurrenz und war ein ziemlich guter Monitor mit kontraststarkem, farbtreuem Bild. Das ist er zwar immer noch, aber die HDR-Darstellung ist bestenfalls eine nette Farbalternative als ein wirklicher Mehrwert. Display HDR 400 bietet also kein technisches Plus, sondern erlaubt bestenfalls die Software-seitige HDR-Aktivierung in Windows und Spielen. Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass der AG322QC4 nur ca. 500 Euro kostet, also nicht mehr als der aktuelle Straßenpreis des Vorgängers.
Die Konkurrenz aber hat für nicht wirklich viel mehr Geld einfach technisch Besseres zu bieten. Der Samsung C32HG70 bietet für 530 Euro ein VA-Panel mit Quantum Dot, eine Milliarde Farben (8 Bit & FRC) und Display HDR 600 mit acht Dimming-Zonen. Das ist zwar kein viel besseres HDR und noch immer weit weit weg vom 1000er-Standard, aber immerhin schon ein sichtbarer Unterschied. Der Samsung ist aber nicht in jedem Detail der bessere Monitor: Empfindliche Gemüter könnten sich am 340-Hz-Flimmern des Hintergrundlichts stören, während der AOC Agon flimmerfrei arbeitet. Wächst der Preisunterschied noch etwas mehr, mausert sich der AG322QC4 noch zur Preis-Leistungs-Alternative.
| Testtabelle AOC Agon AG322QC4 | |
|---|---|
| Größe | 32 Zoll |
| Produktname | Agon ACAG322QC4 |
| Hersteller | AOC |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 500,-/Befriedigend |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/1806560 |
| Ausstattung (20 %) | 1,51 |
| Anschlüsse | 1× VGA, 1× HDMI 1.4, 1× HDMI 2.0, 2× Displayport 1.2, 2× USB 3.0 |
| Max. Auflösung/Pixeldichte | 2.560 × 1.440/91,8 ppi |
| Panel-Typ/Diagonale | MVA/78,4 cm |
| Netzteil/Vesa-Halterung | Extern/100 x 100 (belegt) |
| Gewicht/Maße (inkl. Standfuß) | 6,7 kg/71 cm × 64 cm × 28 cm |
| Pivot 90 Grad/neigbar/höhenverst. | Nein/+29°/-5°/11 cm |
| Garantie | 3 Jahre |
| Sonstiges/Zubehör | LEDs am unteren Rand, Display HDR 400, Fernbedienung |
| Eigenschaften (20 %) | 2,21 |
| Betrachtungswinkel horizontal/vertikal | 170/160 Grad |
| Bildwiederholrate/VRR | 48 (LFC)-144 Hz/Freesync 2 |
| Farbtiefe/Farben | 8 Bit/16,7 Mio. Farben |
| Kontrastverhältnis/Schwarzwert | 2309:1/0,1 cd/m² |
| Max. Leistungsaufnahme/Stand-by | 62,3 Watt/0,3 Watt |
| Leistung (60 %) | 1,51 |
| Input Lag (Full HD, 60 Hz) | 10,8 ms |
| Farbabweichungen (ø Delta E 2000) | 1,8 |
| ø Reaktionszeit (Min.-Max.) | 8,5 ms (3,5-24,4 ms) |
| Max. Helligkeit, Abweichungen | 330,3 cd/m², Bis 10 % |
| Schlieren-/Korona-Bildung | wenig/wenig |
| Endnote | 1,65 |
| + | Guter Kontrast,gute Farbtreue |
| + | Geringer Input Lag |
| - | Sichtbare Schlieren, schwaches HDR |

Wenn ich nicht durch Zufall den LC34 günstig geschossen hätte, würde ich vermutlich immernoch auf den QNIX spielen
In welcher Auflösung spielt ihr meistens? (2018)
Selbst hier im Enthusiasten Forum sind es weniger.
Wenn man alleine das Seitenverhältnis betrachtet, verliert 21:9 haushoch.
Das ist nur das Forum, die meisten Ottonormalverbraucher wissen nicht was 21:9 ist.
Die kennen nur 4K vom Fernseher.
Aber ich schätze, dass im direkten Vergleich 1440p@21:9 <> 4K@16:9, die Masse der Käufer eher 1440p nehmen würde
Aber selbst wenn ich nichts mehr anderes haben wollen würde, guck dir mal den Markt an.
Die Zukunft ist UHD/4K/8K und dadurch auch 16:9.
21:9 ist ein Nischenmarkt, genauso wie 16:10.
Das wissen auch die Hersteller.