Samsung auf der Dreamhack Leipzig: Von Meltdown & Spectre, NVMe-SSDs und Display HDR

Samsung war mit einem großen Stand auf der Dreamhack Leipzig 2018 vertreten und sponserte unter anderem das Indieville. PC Games Hardware hat mit den beiden Produkt-Managern Simon Winkler (Displays) und Marcel Binder (SSDs) über aktuelle Entwicklungen gesprochen, darunter Themen wie die Sicherheitslücken Meltdown und Spectre, neue NVMe-SSDs und den VESA-Standard Display HDR.

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Samsung auf der Dreamhack Leipzig: Von Meltdown & Spectre, NVMe-SSDs und Display HDR
Quelle: PC Games Hardware

Zum Monatsende hin hat Samsung sein Aufgebot an SATA-6Gbit/s-SSDs mit der 860 Pro und 860 Evo (Test) aktualisiert, die neben den aktuellen Freesync-2-Monitoren und den NVMe-Datenträgern eine entsprechend große Rolle auf der Dreamhack Leipzig 2018 spielten. Für die Fachpresse war das eine interessante Veröffentlichung, da es die erste große seit dem Bekanntwerden der beiden Sicherheitslücken Meltdown und Spectre darstellte. Tester mussten sich entscheiden, ob sie die SSDs mit einem alten System auf den Prüfstand stellen oder ein aktuelles nutzen, bei dem die Datenträger aufgrund der Sicherheits-Patches langsamer abschneiden.

Samsung über Meltdown & Spectre

Samsung auf der Dreamhack Leipzig: Das aktuelle SSD-Line-Up Quelle: PC Games Hardware Samsung auf der Dreamhack Leipzig: Das aktuelle SSD-Line-Up Wir haben Marcel Binder, Produkt-Manager für den Bereich Massenspeicher, gefragt, was er anstelle eines Testers machen würde. Er entschied sich für die vorläufige Lösung der meisten Redakteure: Erst einmal mit einem ungepatchten System testen, um Vergleichswerte zu älteren SSDs heranziehen zu können. Würde man die 860 Pro/Evo mit einem aktualisierten PC testen, müsste man das auch mit einer Vielzahl anderer Modelle, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Das kann aus vielerlei Hinsicht problematisch sein: 1. Muss genug Zeit vorhanden sein, um die ganzen Benchmarks neu vornehmen zu können. 2. Müssen sich die SSDs überhaupt noch vor Ort befinden. Um in Zukunft bessere Vergleichstests mit gepatchten Systemen anstellen zu können, möchte Samsung seine 850er-SSDs länger als gewöhnlich im Test-Pool behalten, damit Redaktionen diese nachträglich noch "bestellen" können.

Übrigens sei der Hersteller wie die meisten von der Problematik überrascht worden. Vorabsprachen gab es quasi nur bei Prozessorherstellern, Samsung habe erst durch die öffentlichen Artikel davon erfahren. Während sich der Leistungsverlust bei SATA-Modellen im Rahmen hält, kann sich die Übertragungsrate flotter NVMe-Kärtchen durchaus halbieren. Samsung beobachtet die Geschichte und ist bereit, mit Prozessor- und Mainboard-Herstellern zusammenzuarbeiten, sieht die Verantwortung letzten Endes aber bei den Patch-Anbietern.

SSD Summit mit neuem NVMe-Modell?

Fragen nach kommenden Produkten wollte beziehungsweise konnte man uns wenig überraschend nicht beantworten. Mit einem Grinsen verriet uns Marcel Binder aber, dass dieses Jahr im Gegensatz zu 2017 wieder ein hauseigener SSD Summit im südkoreanischen Seoul stattfinden wird - dieses Jahr nicht im Herbst, sondern voraussichtlich schon zum Beginn des zweiten Quartals (ab April). Die Hausmesse nutzt Samsung regelmäßig für große Ankündigungen. Ein heißer Kandidat ist eine SSD 980 Evo auf Basis des OEM-Modells PM981, das in Asien bereits seit Ende 2017 erhältlich ist. Was es tatsächlich wird, wissen wir dann in ein paar Monaten.

QLC, M.3, U.2, Einsteiger-NVMe-SSDs und Flash-Preise

Vorerst keine großen Themen werden für Samsungs Endkundensparte einige noch junge Standards darstellen. Die ersten Hersteller, darunter Samsung selbst, forschen an QLC-NAND mit vier Bit pro Speicherzelle (Quad-Level Cell), der zwar die Speicherdichte erhöht, das erfahrungsgemäß aber zulasten der Leistung. Wenn Samsung eine entsprechende SSD anbietet, wolle man sicherstellen, dass unter dem QLC-Speicher nicht die Performance leide - im Falle der Evo-Serie mit TLC-NAND funktioniert das bisher schon gut. QLC wird demzufolge erst einmal nur im Server-Bereich eingesetzt, wo der Preis im Vordergrund steht.

M.3 sei auf absehbare Zukunft uninteressant, da sich gerade erst das Ökosystem rund um M.2 gebildet habe. Quasi alle aktuellen Endkunden-Mainboards haben inzwischen entsprechende Steckplätze, wohingegen man bei M.3 wieder bei 0 stünde. Hinzu kommt, dass auf einem M.2-Kärtchen schon mehrere Terabyte Speicher passen. In eine ähnliche Richtung geht die Abstinenz von U.2 (PCI-E 3.0 x4 als Steckerverbindung für 2,5-Zoll-SSDs): Den Anschluss sieht Samsung vorwiegend im Server-Bereich, weil es für Endkunden bereits M.2 gibt. U.2-Anschlüsse bieten meistens nur höherpreisige Mainboards.

Eine Lücke zwischen den 860er- und 960er-Reihen, die mit einer Einsteiger-NVMe-SSD besetzt werden könnte, sieht Samsung ebenfalls nicht. Dieses Jahr werden von der Konkurrenz die ersten Modelle mit zwei statt vier PCI-Express-3.0-Lanes erwartet. Dafür erwartet der Hersteller im Laufe des Jahres allmähliche Preissenkungen durch eine Erhöhung der Flash-Speicherproduktion - Interessenten sollten lediglich nicht mit einer ruckartigen Verbesserung rechnen.

Display HDR und VA statt IPS

Im Bereich der Monitore setzt Samsung als einer der ersten Hersteller auf den VESA-Standard Display HDR statt etwa HDR10 oder Dolby Vision. Die aktuelle Freesync-2-Linie bestehend aus CHG70 und CHG90 ist nach Display HDR 600 zertifiziert, was für Helligkeitsspitzen von mindestens 600 cd/m² steht (neben zahlreichen weiteren Vorgaben). Die anderen Zertifikate sieht Samsung vor allem im Fernseherbereich, wo HDMI dominant ist. Bei den PCs halte der Displayport die Vormachtstellung. Samsung auf der Dreamhack Leipzig: Der CH49G90 im doppelten Full-HD-Format (32:9) eignet sich vor allem für Rennsimulationen, wie der Hersteller unter Beweis stellte. Quelle: PC Games Hardware Samsung auf der Dreamhack Leipzig: Der CH49G90 im doppelten Full-HD-Format (32:9) eignet sich vor allem für Rennsimulationen, wie der Hersteller unter Beweis stellte. Auffällig ist Samsungs Fokus auf VA-Technik. Da der Hersteller seine Panels selbst produziert, kann er die Spezifikationen selbst festlegen. Vor allem in Zeiten der gekrümmten ("curved") Monitore habe das Verical Alignment Vorteile bei der Bildqualität, da die Flüssigkristalle im Falle von IPS Probleme verursachten. Der ohnehin problematische IPS-Glow, ein Gelbstich in den Ecken, werde zu einem noch größeren Thema, das man bei VA nicht habe. Hinzu kommen der höhere Kontrast und die besseren Schwarzwerte, was besonders für HDR interessant sei. Den größten Schwachpunkt, die Trägheit von VA-Panels, habe Samsung gut in den Griff bekommen (die aktuellen Modelle sind bei zugeschaltetem Overdrive mit 1 ms spezifiziert).

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    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Freiheraus
        AW: Samsung auf der Dreamhack Leipzig: Von Meltdown & Spectre, NVMe-SSDs und Display HDR

        Zitat von Echo321
        Lohnen sich NVMe-SSDs nach Meltdown & Spectre denn noch ? Ich klick mich gerade durch die verschiedenen News aber aufgrund der vielen Neuigkeiten ist es schwer den Überblick zu behalten. Mal halbiert sich die Übertragungsrate , dann ist es "nur" ein Leistungsverlust von 5 - 10%. AMD ist nicht betroffen dann aber doch.
        Das versuche ich bald selbst herauszufinden mit Ryzen, mein Interesse an schnellen M.2 SSDs kam dadurch erst auf^^ Mal sehen was Microsoft Nötiges oder Unnötiges dem User unterschiebt.
      • Von Freiheraus
        AW: Samsung auf der Dreamhack Leipzig: Von Meltdown & Spectre, NVMe-SSDs und Display HDR

        Zitat von Echo321
        Lohnen sich NVMe-SSDs nach Meltdown & Spectre denn noch ? Ich klick mich gerade durch die verschiedenen News aber aufgrund der vielen Neuigkeiten ist es schwer den Überblick zu behalten. Mal halbiert sich die Übertragungsrate , dann ist es "nur" ein Leistungsverlust von 5 - 10%. AMD ist nicht betroffen dann aber doch.
        Das versuche ich bald selbst herauszufinden mit Ryzen, mein Interesse an schnellen M.2 SSDs kam dadurch erst auf^^ Mal sehen was Microsoft Nötiges oder Unnötiges dem User unterschiebt.
      • Von Casurin BIOS-Overclocker(in)
        AW: Samsung auf der Dreamhack Leipzig: Von Meltdown & Spectre, NVMe-SSDs und Display HDR

        Zitat von Firebuster
        HDR 400, 600 und 1000 sind von VESA spezifizierte Standards. Erst dadurch kocht niemand mehr sein eigenes Süppchen.
        Display HDR: VESA spezifiziert drei HDR-Stufen von Low- bis High-End
        Und HDR10 ist ein offener Standard der Consumer Technology Association - im endeffekt hat VESA nur den 3ten 'Standard' geschaffen (der nicht offen ist und für den lizengebühren fällig sind) und die Namensgebung ist wie gesagt - 'MOAAAR'.
        Und "Spezifizierter Standard" kann man dann auch zu Dolby Vision und anderen terivaten sagen.
      • Von Firebuster Freizeitschrauber(in)
        AW: Samsung auf der Dreamhack Leipzig: Von Meltdown & Spectre, NVMe-SSDs und Display HDR

        Zitat von Casurin
        HDR600 - weils besser klingt als HDR10 - und schlechter ist
        Ist ja schön und gut, aber so kann man nichtmehr von einem Standard sprechen wenn jeder sein eigenes Süppchen braut.
        HDR 400, 600 und 1000 sind von VESA spezifizierte Standards. Erst dadurch kocht niemand mehr sein eigenes Süppchen.
        Display HDR: VESA spezifiziert drei HDR-Stufen von Low- bis High-End
      • Von Sonnenbluemchen Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: Samsung auf der Dreamhack Leipzig: Von Meltdown & Spectre, NVMe-SSDs und Display HDR

        Zitat von leaderwhite
        Dreamhack soll mal nach FFM kommen
        Oder das andere, bessere Frankfurt (das schöne an der Oder )

        Alternativ Berlin
      • Von Echo321 Software-Overclocker(in)
        AW: Samsung auf der Dreamhack Leipzig: Von Meltdown & Spectre, NVMe-SSDs und Display HDR

        Lohnen sich NVMe-SSDs nach Meltdown & Spectre denn noch ? Ich klick mich gerade durch die verschiedenen News aber aufgrund der vielen Neuigkeiten ist es schwer den Überblick zu behalten. Mal halbiert sich die Übertragungsrate , dann ist es "nur" ein Leistungsverlust von 5 - 10%. AMD ist nicht betroffen dann aber doch.
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