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  • MSI X99S SLI Plus: Haswell-E-Basis für 190 Euro im Test

    MSI X99S SLI Plus: 10× SATA ist X99-Standard, MSIs M.2-Implementation, die dem Nutzer die Wahl zwischen PCI-3.0- und -2.0-Lane-Sharing lässt, nicht. Quelle: PC Games Hardware

    Einige Sockel-2011-v3-Mainboards kosten knapp 400 Euro, aber muss man so viel Geld ausgeben? Einige Einsteiger-Lösungen können gut mit den Luxus-Modellen mithalten. Unser Test zeigt, was MSIs günstigste X99-Lösung zum halben Preis bieten kann.

    Mit den Luxus-CPUs Core i7-5960X und i7-5930K bietet Intel nach längerer Zeit wieder für Spieler interessante High-End-Modelle an. Während Sandy-Bridge-E und Ivy-Bridge-E es gegen die eine Generation vorrauseilende Mittelklasse-Plattformen schwer hatten, bietet Haswell-E auch denjenigen aktuelle CPU-Technik, die sich mit den vier Kernen beziehungsweise 16 PCI-Express-3.0-Lanes der Sockel-1150-Mittelklasse nicht zufrieden geben. Getrübt wird die Freude aber durch die Anschaffungskosten. Bei den CPUs gibt es mit dem Core i7-5820K ein attraktives Mittelklasse-Angebot, aber welcher preisbewusste Käufer möchte noch einmal den gleichen Betrag für beispielsweise ein Asus Rampage V Extreme ausgeben? Günstige Sockel-2011-v3-Mainboards wollen durch Verzicht an akzeptabler Stelle die wichtigen Vorteile der neuen Plattform auch für unter 200 Euro zugänglich machen. Wir prüfen, ob der Plan bei MSI aufgeht.

    MSI X99S SLI Plus: Schwarz auf schwarz.

          

    Schwarzes Mainboard, schwarze Slots, schwarze Anschlüsse und minimale Beschriftung: In der aktuellen PCGH 12/14 präsentiert sich MSIs Topmodell X99S Gaming 9 AC als neutraler Hintergrund für alle Freunde des Case-Moddings. Lediglich die Kühler setzen beim Topmodell ein paar rote Akzente. In der Einsteigerklasse hat MSI das Konzept stilbewusst fortgeführt und auch die Kühlkörper komplett in schwarz gehalten. Erfreulicher Weise geht das Styling nicht zu Lasten der Funktion, sieht man von der fehlenden Übersicht in dunklen Gehäusen ab. Die zerklüfteten Kühlkörper zählen sogar zu den leistungsfähigeren am Markt. Auch bei maximaler Heizleistung von i7-5960X und GTX 980 messen wir auf der Platinenrückseite nur 35,6 °C (PCH) beziehungsweise 44,8 °C (Spannungswandler). Insbesondere letzterer Wert braucht sich vor den glatten Designer-Kühler auf manchem High-End-Board nicht zu verstecken, obwohl dort mit wesentlich mehr Material und Heatpipes gearbeitet wird.

    MSI X99S SLI Plus: CPU-Umfeld

          

    Unter dem Spannungswandlerkühler findet sich eine, soweit erkennbar, nur geringfügig abgespeckte Spannungsversorgung. Die Spulenbestückung entspricht optisch dem 8+1-Layout der teureren Gaming-Baureihe, aber die SMD-Kondensatoren mussten günstigeren, konventionellen Modellen weichen. Beim CPU-Sockel nutzt MSI die Variante mit Gewinden in der rückseitigen Backplate. Alternativ ständen auch Bauarten zur Verfügung, die keine Löcher im Mainboard erfordern und die Gewinde in den vorderseitigen Sockel-Rahmen integrieren, damit aber natürlich einen größeren Teil der schwarzen Platine verdecken würden. Ein Positiver Nebeneffekt von MSIs Bauweise ist die Kompatibilität mit überlangen Kühler-Schrauben, die hier über Intel-Spezifikationen hinaus durch das Mainboard ragen können.

    MSI X99S SLI Plus: RAM

          

    Zu beiden Seiten des Sockels finden sich je vier DDR4-Steckplätze, wie man sie von anderen Sockel-2011-v3-Mainboards gewohnt ist. Welche Slots für Quad-Channel-Betrieb vorrangig zu bestücken sind, wird nicht durch die Farbgebung (schwarz und schwarz), sondern durch einen kleinen Aufdruck neben den Slots verdeutlicht. Bei den Speicherfrequenzen wagt MSI keine Experimente, wie bei vielen anderen Haswell-E-Mainboards lässt sich mit den verfügbaren Speicherteilern maximal DDR4-2666 direkt einstellen.
    Zwar existieren OC-Presets für schnellere Module, diese heben aber zum Teil zusätzlich den BCLK mit an. Diese Einschränkung ist aber nicht der Preisklasse des X99S SLI Plus geschuldet. Auch bei teureren Modellen vermeidet MSI auf diese Art Stabilitätsprobleme, wie sie von einigen Konkurrenz-Mainboards ab spätestens DDR4-3000 berichtet werden. Intel selbst spezifiziert ohnehin maximal DDR4-2133

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    MSI X99S SLI Plus: Haswell-E-Basis für 190 Euro im Video

    MSI X99S SLI Plus: Anschlüsse

          

    Ebenfalls keinen großen Unterschied zur Spitzenklasse findet sich bei der Konnektivität. Lediglich das WLAN-Modul wurde eingespart und ein Intel-PHY ersetzt den Killer-NIC E2205 des X99S Gaming 9 AC. Die Vorteile von letzterem sind aber ohnehin umstritten. Die USB-Ausstattung (8 × 3.0 und 2 × 2.0 extern, 4 × 3.0 und 4 × 2.0 intern) ist dagegen identisch und such in der Preisklasse unter 200 Euro ihres gleichen. Weiterhin mit von der Partie ist ein Realtek-Audio-Codec, allerdings nur der günstige ALC 892, der ohne externe Zusatzchips verbaut wird. Andere Sockel-2011-v3-Mainboards nutzen meist den ALC 1150 und werten den Klang mit externen DACs, zusätzlichen Kopfhöhrerverstärkern oder hochwertigen Bauteilen auf, beim X99S SLI Plus wurde aber sogar auf eine elektrische Trennung des Audio-Bereiches vom Rest des Mainboards verzichtet.

    MSI X99S SLI Plus: SATA und M.2

          

    Wieder auf Oberklasse-Niveau präsentieren sich die Laufwerks-Anschlüsse. 10 × SATA 6 GBit/s werden bereits vom X99-PCH bereitgestellt, MSI erlaubt auch die Bündelung von zwei der Anschlüsse zu einem SATA-Express-Port. Vorbildlich fällt die Implementation des M.2-Ports für kompakte SSDs aus, dem Nutzer wird nämlich die Wahl zwischen Anbindungsvarianten gelassen. Im langsamen Modus wird die Anbindung des SATA-Express-Anschlusses umgeleitet. So bleibt die theoretische M.2-Bandbreite zwar auf 1 GB/s beschränkt und es stehen "nur" noch 8 SATA-Anschlüsse zu Verfügung, im Gegenzug sind aber alle PCI-Express-3.0-Lanes für Erweiterungskarten nutzbar. Alternativ nutzt der M.2-Slot vier PCI-Express-3.0-Lanes von der CPU. So sind theoretisch 4 GB/s möglich und alle 10 SATA-Ports bleiben nutzbar, es wird aber der letzte PCI-Express-3.0-Slot deaktiviert.

    MSI X99S SLI Plus: PCI-Express

          

    Von diesen verbaut MSI insgesamt vier Stück, alle im mechanischen ×16-Format. Verteilt werden diese aber nur über die unteren 6 von 7 spezifizierten ATX-Slotöffnungen. So findet unterhalb der ersten beiden 3.0-Slots noch je ein PCI-Express-2.0-×1 seinen Platz, die unteren beiden 3.0-Slots grenzen aber unmittelbar aneinander. Im Gegenzug bleibt oberhalb des ersten Slots mehr Platz für CPU-Kühler und ein einfacheres, günstigeres Layout rund um den CPU-Sockel. Elektrisch werden die vier Slots mit ×16/×16/×0/×8 beziehungsweise ×8/×16/×8/×8 bei Verwendung einer 40-Lane-CPU angebunden, mit einem Core i7-5820K verbleiben ×16/×8/×0/×4 beziehungsweise ×8/×8/×8/×4. Wie bereits erwähnt, steht der letzte Slot bei Einsatz einer schnellen M.2-SSD nicht mehr zur Verfügung. So ist es auch verschmerzbar, dass der unterste Slot durch Dual-Slot-Karten im dritten 3.0-Slot blockiert wird.

    Ärgerlicher ist dagegen der geringe 1-Slot-Abstand zwischen den beiden Slots mit ×16-Anbindung. Zwar lassen sich hier zwei Dual-Slot-Karten installieren. Aber wer der oberen Karte auch Luft zum Atmen geben möchte oder einen 2,5-Slot-Kühler favorisiert, der muss auf den ersten und den dritten 3.0-Slot zurückgreifen. Nutzer eines Core i7-5960X verschenken hier 16 Lanes im zweiten Slot und binden die Grafikkarten zudem nur mit ×8/×8 an - MSI hat das kostengünstigste X99-Mainboard aus eigenem Hause offensichtlich eher für den Core i7-5820K optimiert. Mit diesem wäre ×16/×16-Betrieb ohnehin nicht möglich.

    MSI X99S SLI Plus: Leistung

          

    Eine Überraschung erleben wir in der Leistungsmessung. Für Spiele- und Anwendungsleistung sind naturgemäß GPU und CPU wichtiger, das X99S SLI Plus ordnet sich knapp unterhalb des Durchschnitts eines entsprechend engen Testfeldes ein. Bei der Boot-Zeit dagegen legt es dagegen einen neuen Bestwert vor und schlägt das X99S Gaming 9 AC aus eigenem Hause um rund 10 Prozent, obwohl dieses kaum zusätzliche Controller zu initiieren hat. Noch deutlicher wird der Unterschied beim Stromverbrauch. Zwar bleiben Soft-Off- und Leerlauf-Verbrauch im Vergleich zu anderen Herstellern auf mittleren bis gehobenen Niveau, aber mit 298 W unter Volllast kann das X99S SLI Plus an der Spitze mithalten und distanziert sich deutlich vom 323-Watt-Negativ-Rekord des großen Bruders.

    PCGH-Wertung
    2,42

    MSI X99S SLI Plus: Fazit

          

    Halber Preis, (fast) volle Ausstattung. Dank des niedrigeren Verbrauches, mehr Platz für CPU-Kühler und zusätzlicher PCI-Express-2.0-Slots fällt die Endnote sogar des X99S SLI Plus sogar leicht besser aus, als beim Top-Modell aus eigenem Hause. Für 190 Euro macht man mit dem kleinsten Sockel-2011-v3-MSI-Mainboard nur in Details Abstriche. Killer-NIC und WLAN? Wollen/Nutzen viele ohnehin nicht. Diagnose-Anzeige und umfangreiche Overclocking-Schalter auf der Platine? Sie sind nützlich, aber definitiv kein Muss. Die Vorteile der Haswell-E-Plattform bei CPU-Ausstattung, Speicher, PCI-Express- und SATA-Ausstattung stehen dagegen in vollem Umfange zur Verfügung. Die MSI-M.2-Implementation erlaubt sogar die Wahl zwischen zwei Anbindungen, zwischen denen man sich bei der Konkurrenz bereits zum Kauf entscheiden muss. Einzig beim abgespeckten Onboard-Sound und dem gedrängten PCI-Express-Layout wird die niedrige Preisklasse deutlich. Wir werden deswegen für die PCGH 01/15 weitere Budget-Haswell-E-Mainboards unter die Lupe nehmen, die andere (Einspar-)Prioritäten setzen.

    ProduktX99S SLI Plus
    Hersteller MSI (www.msi.com)
    Preis/Preis-Leistungs-VerhältnisCa. € 200,-/gut
    Link zum PCGH-Preisvergleichwww.pcgh.de/preis/1148609
    Chip/ UEFI-/ Board-RevisionIntel X99/ 1.3/ 1.1
    Gehäuse-Format/ Höhe × BreiteATX/ 305 × 244 mm
    Ausstattungs-Note (20%)3,18
    Speicherslots8× DDR-4
    PCI-E-Standard*–/3.0/2.0/3.0/2.0/3.0/3.0
    PCI-E-3.0-Lane-Verteilungsoptionen* 40-Lane-CPU (28-Lane-CPU)–/×16/–/×16/–/×0/×8 (–/×16/–/×8/–/×0/×4) oder –/×16/–/×8/–/×8/×8 (–/×8/–/×8/–/×8/×4)
    PCI-E-2.0-Lane-Verteilungsoptionen*–/–/×1/–/×1/–/–
    mini-PCI-E
    SATA10 × 6 GBit/s (X99) 2 als 1× SATA-Express nutzbar
    M.2/ Anbindung/ Format1×/ entweder PCI-E-3.0-×4 (shared Slot 7) oder PCI-E-2.0-×2 (shared SATA-Express/2× SATA)/ 2242/2260/2280
    Onboard-LAN1× Gigabit (Intel I218-V)
    Wireless
    USB8×/4× USB 3.0 extern/intern/ 2×/4× USB 2.0 extern/intern
    Legacy-Schnittstellen extern/internPS/2-Maus-Tastatur-Combo-Port
    Sound-ChipRealtek ALC 892
    Kopfhörer-Verstärker/ DTS oder DDL/ wechselbarer OP-AMPNein/nein/nein
    Audio-Aus-/Eingänge7.1, optisch/1× Stereo
    Lüfteranschlüsse5× 4-Pin
    Sonstige AusstattungDual-BIOS/ Power- und Reset-Schalter clear-CMOS-Schalter/ Spannungsmesspunkte
    Beiliegend6× SATA-Kabel/ SLI-Brücke/ Handbuch E
    SoftwareTuning-Tool
    Eigenschaften-Note (20%)2,09
    Abstand** CPU <> 1./2. RAM-Slot16/25 Millimeter
    Abstand** CPU <> 1./2. Spannungswandlerkühler16/– Millimeter
    Abstand** CPU <> 1. PCI-E-×1640 Millimeter
    Abstand PEG 1 <> 21 Slot
    CPU-/Ring-/Multiplikator/BCLK-Strapanheb- und absenkbar/einstellbar/automatische Anpassung
    CPU-Spannung0,8 bis 2,1 Volt
    Vcore Offset nach oben/nach unten/Vdroop-GegenmaßnahmeJa/ja/ja, konfigurierbar
    VCCIO/IMC-/Ring/PCH-Spannungeinstellbar/einstellbar/einstellbar/einstellbar
    maximaler SpeicherteilerDDR4-2666 (ohne BCLK-Änderung
    maximale Speicherspannung2,80 Volt
    LüftersteuerungKurve konfigurierbar/ CPU + weitere Lüfter
    Stabilitäts- & Praxis-Problemekeine
    Leistungs-Note (60%)2,28
    Realer Referenztakt (CPU-Z)99,98 MHz
    Witcher 2 EE 1080p kein AA/AF103,5 Fps
    Adobe Lightroom, 30 RAWs konvertieren123,1 Sekunden
    AIDA Memory Bench - Kopierrate56317 MB/s
    Boot-Zeit Desktop Windows 8.129,8 Sekunden
    Temperatur Spannungswandler***44,8 °C
    Temperatur X99***35,6 °C
    Stromverbrauch**** Soft-Off2,2 Watt
    Stromverbrauch**** Leerlauf62,9 Watt
    Stromverbrauch**** Prime95 + Witcher 2298,0 Watt
    Fazit+ Flexible M.2-Anbindung
     + zahlreiche USB-3-Anschlüsse
     - Nur 1 Slot Abstand zwischen Grafikkarten
    Note2,42


    Testsystem: Core i7-5960X, MSI GTX 980 Gaming G4, 4× 8 GiB Crucial DDR4-2133, EKL Alpenföhn Brocken Eco bei 900 U/min
    *ATX-Slot-Positionen 1/2/3/4/5/6/7, beginnend mit erster Öffnung neben I/O-Panel
    **Ab CPU-Kühler-Bohrung. Nur Spannungswandlerkühlerteile >2,5 cm
    ***Prime95 v25.6 + Witcher 2 Enhanced Edition maximierte Details, kein Ubersampling, Messung auf Platinenrückseite, normiert auf 20 °C Umgebungstemperatur
    ****ganzes System

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    Es gibt 42 Kommentare zum Artikel
    Von PCGH_Torsten
    Asrock und Gigabyte bieten mittlerweile OC-Sockel-Mainboards an; von MSI ist mir nichts derartiges bekannt. Laut…
    Von Ebrithil
    Nicht das ich wüsste.
    Von Nathenhale
    Hat MSI mittlerweile auch den OC Sockel wie ASUS oder sind die da noch nicht nachgezogen?
    Von akuji13
    Das frage ich mich auch, ein board das so heißt sollte eigentlich besser für SLI aufgestellt sein.Sehr schade, denn…
    Von PCGH_Torsten
    PCI-Express 3.0:http://www.pcgameshardwar...(weitere Ergebnisse in der noch aktuellen 12/14)Sockel-2011-v3-Mainboards…
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MSI X99S SLI Plus: Haswell-E-Basis für 190 Euro im Test
Einige Sockel-2011-v3-Mainboards kosten knapp 400 Euro, aber muss man so viel Geld ausgeben? Einige Einsteiger-Lösungen können gut mit den Luxus-Modellen mithalten. Unser Test zeigt, was MSIs günstigste X99-Lösung zum halben Preis bieten kann.
http://www.pcgameshardware.de/Mainboard-Hardware-154107/Tests/MSI-X99S-SLI-Plus-Test-1142290/
21.11.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/11/Detail_MSI_M2-pcgh_b2teaser_169.JPG
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