MSI Workstation: Erste Gaming-Mainboards mit C236 für Skylake-E3-Xeons
MSI plant die Markteinführung von zwei Mainboards aus der neuen Workstation-Serie, die mit einem C236-PCH ausgestattet sind und die Spielerschaft ansprechen sollen. Betrieben werden können damit die kleinen Skylake-E3-Xeons. In unserem Preisvergleich werden die ATX- und Micro-ATX-Platinen bereits gelistet.
Intel verbietet aus firmenpolitischen Gründen trotz gleicher Sockel den Betrieb von Skylake-E3-Xeon-Prozessoren auf Consumer-Mainboards mit H110-, B150-, H170- beziehungsweise Z170-PCHs. Die Hersteller packen daher die Profi-PCHs auf eine für die Spielerschaft gedachte Platine und wollen die Xeons so trotzdem an den kleinen Mann bringen. Bisher wurden allerdings nur C232-Mainboards vorgestellt, deren Ausstattung den B150-Brüdern, also der Mittelklasse, entsprechen. Gigabyte hat auf der CES als erstes das GA-X170-Gaming 3 WS mit C236, dem Z170-Äquivalent, gezeigt.
Zwei C236-Modelle haben es nun auch von MSI in den PCGH-Preisvergleich geschafft. Parallel dazu werden sie auf MSIs offizieller Produktseite gelistet, eine entsprechende Pressemitteilung steht allerdings noch aus. Interessant ist vor allem das C236A Workstation im ATX-Format, indem es die vorhandenen PCI-Express-Lanes durch den PCH auszunutzen weiß. Der untere x16-PCIe- (elektrisch x4) und die drei x1-Steckplätze hängen ebenso an dem Chip wie der Asmedia-ASM1142-Controller für einen USB-3.1-Typ-C-Anschluss, Intels I219-V-LAN-Controller und der M.2-Slot. Letzterer erlaubt leider nur 80 mm lange SSDs (M.2 2280). Für viele suboptimal dürfte die Verteilung der USB-Ports sein, denn an der Rückseite befindet sich neben dem 3.1-Typ-C-Anschluss nur jeweils 2 × USB 3.0 und USB 2.0 (jeweils Typ A). Schließt man seine Eingabegeräte nicht über PS/2 an, könnte das knapp werden. Jeweils vier USB-2.0- und -3.0-Anschlüsse befinden sich auf der Platine selbst. Zu guter Letzt gibt es sechs SATA-6Gbit/s-Ports, zwei bleiben ungenutzt (der C236 kann acht bereitstellen).
Das C236M Workstation ist als Micro-ATX-Mainboard deutlich schlechter ausgestattet. USB 3.1 fehlt gänzlich, dafür hat es auf der Rückseite zwei weitere USB-3.0-Anschlüsse. Statt M.2 gibt es einen Mini-PCIe-Steckplatz, beispielsweise für WLAN-Karten. Neben zwei Mal SATA-Express sind zwei einzelne SATA-6Gbit/s-Verbindungen vorhanden, also auch insgesamt sechs.

Auch Supermicro führt Core i5 und i7 nur bei den C236-Modellen in den Kompatibiltitätslisten. Bislang haben wir keine offiziellen Angaben und keine Testmuster, aber es wäre möglich dass Intel den kleineren C232 ebenfalls in der Kompatibiltität beschneidet.
MSI Z170A SLI Plus (7998-001R)
Derzeit ist das 236A bei Geizhalt für etwa 180€ gelistet und bewegt sich auf einem ähnlichem Preisniveau wie das Z170A Gaming 5. Die Ausstattung dürfte bei beiden Boards fast identisch sein. Rein optisch gefällt es mir jeden Falls viel besser als das ganze Gaming-Gesudel was MSI im Angebot hat. Ein paar Einschränkungen gibt es jedoch, etwa hat das 236A weniger USB 3.0-Ports extern, beherrscht nur 2-way SLI bzw. CF, unterstützt nur Speicher bis 2133 MHz offiziell. Aber das sind jetzt nicht unbedingt Dinge die unverzichtbar wären. Wenn man jetzt mal den i7 6700 und den Xeon 1230 v5 zum Vergleich hernimmt, spart man je nach dem welches Z170-Board man nimmt, etwa 20€ mit dem Xeon gegenüber dem vergleichbaren i7. Im Endeffekt läuft es aber fast immer aufs Gleiche hinaus, bzw. einen wirklichen Preisvorteil gibt es nicht.
Der 6600K liegt derzeit bei 250€, der i7 6700 bei 290€ (Tray)/330€ (Boxed), der Xeon 1230v5 liegt bei 265€ (Tray)/270€ (Boxed) und der i7 6700K bei knapp 370€.
Sowohl der Xeon als auch der Non-K-i7 lassen sich inzwischen über BLK übertakten, somit ist das kein zwingender Grund mehr für eine CPU mit offenem Multi.
Der Xeon füllt schon eine gewisse Lücke zwischen dem 6600K und dem 6700, ist also quasi ein Kompromiss aus beiden. Ohne offenen Multi, dafür aber mit SMT.
Ich würde mich tendenziell für den i7 6700 entscheiden, da er nur wenig mehr kostet als der Xeon und man auch für 150€ schon Boards mit ordentlicher Ausstattung bekommt, vor allem aber eine gewisse Auswahl an Boards hat. Dennoch würde ich nicht sagen, dass der Xeon völlig uninteressant ist.
Das ganze hätte ich gern als 2P System
find ich gut, so mehr so besser.
In unserem Testboard (X11SAE) von Supermicro ließ sich ein i5-6600K problemlos betreiben, es kann also kein grundlegendes Problem sein. Dass hauptsächlich i3 und Pentiums neben den Xeons als unterstützt aufgeführt werden, hat mMn eher damit zu tun, dass die als Consumer-Prozessoren im Gegensatz zu i5 und i7 auch ECC-RAM unterstützen.