AMD Ryzen: Chipsätze müssen noch für PCI-Express 3.0 zertifiziert werden [Update 2]
AMDs Chipsätze mit dem Codenamen Promontory sind offensichtlich noch nicht für PCI-Express 3.0 zertifiziert, wie die Texaner in der jüngsten Präsentation zu Ryzen 5 innerhalb des Kleingedruckten preisgeben. Unseren Informationen zufolge hat noch kein Mainboard-Hersteller Schnittstellen über PCI-E 3.0 an den Chipsatz angebunden.
Update 2 vom 31.07.19:
In seinem Reviewer's Guide zu Ryzen 3 hat AMD eine aktualisierte Plattformübersicht zum Sockel AM4 eingefügt, die eine abgewandelte Formulierung zur PCI-Express-Zertifizierung beinhaltet. Es handelt sich also nicht um eine kopierte Angabe, sodass die PCI-Express-3.0-Konnektivität auch im Juli 2017 noch nicht von der PCI-SIG abgesegnet wurde.
Quelle: PC Games Hardware (Screenshot)
AMD Ryzen: Chipsätze müssen noch für PCI-Express 3.0 zertifiziert werden [Update 2]
Update 1 vom 29.03.17:
Zwischenzeitlich gab Gigabyte an, mindestens beim GA-AX370-Gaming 5 SATA-Express mit PCI-Express-3.0-Funktionalität zur Verfügung stellen zu können. Die Spezifikation wurde inzwischen auf PCI-E 2.0 revidiert, sodass es zurzeit tatsächlich kein einziges AM4-Mainboard gibt, das PCI-E 3.0 über den Chipsatz nutzt. Vier entsprechende Lanes kommen ausschließlich von der CPU (neben den 16 für Grafikkarten). Gespräche mit Herstellern ergaben, dass man auf die Zertifizierung und damit AMDs Freigabe wartet. Ob eine nachträgliche "Aufwertung" stattfinden kann, ist uns nicht bekannt.
Originalartikel vom 16.03.17:
Laut AMDs Angaben können die Promontory-Chipsätze X370, B350 und A320 für die AM4-Plattform vier PCI-Express-3.0-Bahnen zur Verfügung stellen. Allerdings werden diese offenbar nirgendswo als PCI-Express 3.0 tatsächlich ausgeführt, beispielsweise für USB-3.1-Zusatz-Controller des Typs Asmedia ASM-2142 oder als M.2-Steckplatz beziehungsweise U.2-Anschluss. Alle Rückfragen bei den Mainboard-Herstellern wurden entweder nur sehr vage beantwortet oder sie gaben zu, dass bestimmte Komponenten nur PCI-Express 2.0 nutzen.
Eine mögliche Erklärung dafür bietet AMD selbst. Der Chiphersteller hat just vier Prozessoren innerhalb der Ryzen-5-Familie angekündigt und in den Fußnoten zur Chipsatzfolie ein kleines, aber feines Detail geschrieben: "At time of presentation, PCI-Express 3.0 connectivity pending certification" - sprich die PCI SIG (Special Interest Group) hat die drei Promontory-Chipsätze noch nicht für PCI-Express 3.0 zertifiziert. Mainboard-Hersteller müssten darauf warten, um Anschlüsse zuverlässig über das aktuelle Protokoll laufen lassen zu können.
Natürlich stellt sich jetzt die Frage, warum PCI-Express 3.0 noch nicht zertifiziert wurde. Grundsätzlich werden Chipsätze nicht im modernsten Fertigungsprozess produziert und sollten lange vor der CPU-Veröffentlichung fertiggestellt sein, sodass sie frühzeitig zur Zertifizierung eingereicht werden können (und den Herstellern zur Entwicklung von Mainboards zur Verfügung stehen). Irgendwas bei dem Prozess scheint schief gelaufen zu sein. Womöglich wurden die Chipsätze doch erst kurzfristig fertig, was zu den Gerüchten über Probleme bei USB 3.1 passen würde. Andererseits war das PCI-Express 3.0 ursprünglich vielleicht gar nicht geplant, sodass kurzfristige Änderungen vorgenommen wurden und es nicht rechtzeitig zur Zertifizierung kam.
Sollten die Mainboard-Hersteller tatsächlich nichts über PCI-E 3.0 an die Chipsätze anbinden, gäbe es jedenfalls einiges an Verbesserungspotenzial für eine zweite Generation an AM4-Mainboards. AMD gibt die Fußnote übrigens bei allen PCI-Express-Anschlüssen an, also auch bei der CPU selbst. Dort wird definitiv die aktuelle Version für Grafikkarten und NVMe-SSDs eingesetzt. Vermutlich wollte AMD nur auf Nummer sicher gehen - dass alle PCI-E-2.0-Lanes auf 3.0 verbessert werden sollen, glauben wir nicht.

Der X570 wird direkt PCIe4.0 mitbringen. Dafür muss aber auch eine Ryzen 3000 CPU drauf laufen.
Ältere Boards werden kein PCIe4.0 unterstützen. Jetzt offiziell: Kein PCIe 4.0 fuer Prae-X570-Mainboards - ComputerBase
Gibt es hier schon ein Update?
Meine Antwort auf den Thread ist vermutlich genauso verspätet wie AMD mit PCIe 3.0
Wie kann ein Mainboard im Jahre 2018 kein PCIe 3.0 haben.... Mannoman....
Ich bin mal gespannt, wann AMD den Controller für den Lochstreifenleser aus dem Chipsatz entfernt, nutze ja bereits Bandlaufwerke....
Mal eine kurze Frage: Ist der B350/X370 mit 4 PCIe GEN3 oder in GEN2 an die CPU angebunden? Die Frage kam auf, weil es in meinem Asus Strix Bios eine Funktion namens "SB (Southbridge) Link" gibt, bei dem maximal nur Gen2 möglich ist.
Nein, keine Neuigkeiten. Erste Leaks sprechen selbst dem kommenden X470 und B450 die gleichen PCI-E-Fähigkeiten wie der aktuellen Generation zu. Ungeachtet dessen unterstützen aber alle AM4-Mainboards PCI-Express-3.0 direkt von der CPU, quasi immer in Form eine ×16-Slots und eines M.2-Steckplatzes mit vier Lanes. Damit sind die PCI-E-3.0-Möglichkeiten der AM4-Plattform aber leider auch voll ausgeschöpft, während Intels Sockel-1151-Oberklasse typischerweise 16 CPU- und 18-PCH-Lanes mit 3.0 nutzt, um parallel zur Grafikkarte mehrere M.2, zusätzliche ×4-Slots, besonders schnelle LAN- und weitere Onboard-Zusatzcontroller anzubinden.