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    Quelle: Intel

    Kaby Lake offiziell veröffentlicht: Intels nächste Core-CPU-Generation zunächst für Mobile

    Ein neuer PC soll her - aber welche CPU soll den Takt angeben? Geht es nach Intel, sollen PC-Upgrader zur 7. Generation der Core-Prozessorserie greifen. Zunächst erst für Laptops oder 2-in-1-Geräte, denn die Desktop-Chips sollen erst im Januar 2017 kommen.

    Auf dem letztjährigen Intel Developer Forum stellte der Konzern mit der Skylake-Architektur die 6. Generation der Core-Prozessorserie vor. In diesem Jahr warteten rund 6.000 Entwickler, Programmierer, Medienvertreter und Intel-Mitarbeiter auf Daten und Fakten zum Nachfolger, der den Codenamen Kaby Lake trägt. Die gab es dann auch - allerdings mit einem Wermutstropfen: PC-Schrauber müssen sich etwas in Geduld üben, denn zum Start der 7. Generation wird es bis zum Jahresende CPUs mit einem Energieverbrauch zwischen 4,5 und 14 Watt geben - Intel zielt klar auf das Weihnachtsgeschäft mit Notebooks und 2-in-1-Geräten. Die Desktop-Fassungen des Kaby Lake werden ab Januar erwartet. Was wissen wir derzeit über Intels neueste CPU?

    Kaby Lake: Verbesserter 14-nm-Fertigungsprozess

          

    Wie schon die Vorgänger Broadwell und Skylake wird Kaby Lake im 14-nm-Fertigungsprozess hergestellt. Intel "verlängert" damit sein Tick-Tock-Konzept: Normalerweise verkleinern Chips einer Tick-Generation eine bewährte Architektur in einem neuen Herstellungsprozess, während die Tock-Generation eine neue Architektur besitzt. Kaby Lake ist nach Skylake damit die zweite 14-nm-Tock-Variante, die jedoch in einem verbesserten 14-nm-Verfahren produziert wird, das Intel 14+ nennt. Offiziell spricht der Chiphersteller von einem PAO-Modell (Process, Architecture, Optimization). Kaby Lake wird mit neuen Dies gefertigt, bringt aber architektonisch keine allzu großen Änderungen mit sich. Kaby Lake-U und Kaby Lake-Y nutzen den gleichen Die.

    Laut Chipdesigner Mark Bohr, Senior Fellow, Logic Technology Department, erreicht Intel im Vergleich zum Vorgänger Skylake so eine zwölfprozentige Leistungssteigerung - und verlängert gleichzeitig die Lebensdauer eines Fertigungsprozesses. Die nächste, für Ende 2017 geplante 10-nm-Generation soll gar in drei Hauptvarianten über mehrere Jahre hinweg auf den Markt kommen: 10, 10+ und 10++.
    Kaby Lake-U/-Y Die-ShotKaby Lake-U/-Y Die-ShotQuelle: Intel

    Kaby Lake: Integrierte 4K- und HDR-Unterstützung

          

    Nach Studien der Marktforschungsfirma Sandvine sollen Video-Streaming und -Download jedes Jahr um 29 Prozent wachsen. 2017 sollen Endverbraucher sogar 70 ihres Datenverkehrs für Videos verbrauchen - wohl dem, der eine Flatrate besitzt. Gleichzeitig wechseln immer mehr Anwender von der 1080p- auf die 4K-Auflösung, die sowohl bei der Darstellung als auch beim Kodieren deutlich mehr Rechenpower benötigt. Intels Chipdesigner packten deshalb einige neue, festverdrahtete und damit schnelle 4K-Codecs in Kaby Lakes MFX-Einheit - MFX steht dabei für Multi-Format Codec. Der HEVC-Codec kann 4K-Videos in einer Farbtiefe von 10 Bit wiedergeben und kodieren. Der von YouTube eingesetzte VP9-Codec spielt 4K-Material in 8 und 10 Bit Farbtiefe ab, kann jedoch dieses nur in 8 Bit kodieren. Offiziell spricht Intel bei der Kaby-Lake-GPU übrigens von "auf Gen9 [Skylake] basierend" - verkürzt ließe sich die überarbeitete Grafikeinheit wohl Gen9.5 nennen.

    Was das für den Anwender bedeutet: Mit dem HEVC-Codec soll Kaby Lake bis zu acht 4K-Streams mit 30 Bildern pro Sekunde darstellen und 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde in Echtzeit bei bis zu 120 Mbps kodieren können. Für Twitch- und sonstige -Streamer ist das nicht uninteressant, denn damit hält die CPU der GPU den Rücken frei: Die Grafikkarte kann sich voll und ganz auf das Rendern und Darstellen eines Spiels konzentrieren, während die CPU dafür sorgt, dass der Stream internetverdaulich kodiert und damit komprimiert wird.

    AMD und Nvidia trommeln schon eine Weile für High Dynamic Range, was ebenfalls einen Farbraum von 10 Bit benötigt. Auch Intel gesellt sich zu den Fürsprechern der verbesserten, weil realistischeren Darstellung: Kaby Lake unterstützt mit der neuen Video Quality Engine, kurz VQE, Tone Mapping bei HDR-Bildmaterial sowie den Farbraum-Standard Wide Color Gamut (Rec. 2020). Auch, wenn mit der eingebauten Chipgrafikeinheit von Kaby Lake das Spielen von aktuellen Titeln wie Overwatch möglich sein soll, kam es bei ersten Demos zu wilden Tearing-Effekten. Darauf angesprochen gab Intel zu, dass der Prozessor noch kein Adaptive-Sync unterstützt (von AMD unter dem Namen Freesync vermarktet) - Intel bestätigte vor einem Jahr, dass man die Unterstützung in Zukunft einführen wolle.

    Kaby Lake: Akku- und Leistungsbenchmarks

          

    Weil Intel in diesem Jahr voll auf mobile Versionen von Kaby Lake setzt, verkündete der Hersteller denn auch stolz die Ergebnisse einiger Batteriebenchmarks für die U-Serie. Ein i7-7500U-System spielt 9,5 Stunden lang 4K-Videos mit HEVC-Kodierung (10 Bit) ab, bevor der Bildschirm dunkel wird. Dabei benötigt es mit durchschnittlich 0,5 Watt/Stunde dramatisch weniger als ein Skylake-i7-6500U, der dafür 10,2 Watt/Stunde aus dem Akku saugt - ein Best-Case-Szenario für den neuen MFX. Beim Videostreaming sehen die Leistungsersparnisse nicht mehr ganz so bombastisch aus: Von 5,8 Watt/Stunde sinkt hier der Verbrauch auf 0,8 Watt/Stunde. Immerhin: Gingen bei einem i7-6500U nach vier Stunden Youtube-Streaming in 4K mit VP9-Codec die Lichter aus, schafft ein vergleichbares Kaby-Lake-System mit sieben Stunden knapp die doppelte Zeit.

    Doch wer nicht den ganzen Tag Let's-Play-Videos anschaut, möchte vermutlich wissen, wie sich die 7. Core-Generation im Anwendungs- und Spielealltag schlägt. Hier hilft ein Blick in eine von Intel veröffentlichte Präsentation, die einige Benchmark-Ergebnisse für eine i7-7500U- beziehungsweise i7-7Y75-CPU enthält. Den Produktivitäts-Test Sysmark 2014 absolvierte ein System mit einer i7-7500U beispielsweise 12 Prozent schneller als mit dem Vorgänger i7-6500U. Im Internet-Test WebXPRT 2015 zog Kaby Lake der Skylake-Konkurrenz mit 19 Prozent mehr Leistung davon.

    Intel-Benchmarks
    Intel-Kaby-Lake-Benchmarks-pcgh


    Was die Spielleistung der Mobil-CPU angeht, trommelt Intel mit dem Faktor 3, um den eine i5-7200U- eine i5-2467M-CPU übertreffen soll - jedenfalls gemessen mit dem Benchmark 3DMark Cloud Gate. Allerdings vergleicht Intel hier eine brandneue CPU mit einem Chip, der im 2. Quartal 2011 auf den Markt kam. Auch eine "25 Prozent mehr Leistung im Vergleich zur letzten Generation" bei der Kombination von "Twitch-4K-Gaming-Encode" war nicht ganz koscher: Wer das Kleingedruckte der IDF-Präsentation genau studiert, lernt: Dieser Wert stammt aus dem Vergleich von i7-6950X und i7-5960X - zweier CPUs, die bereits erhältlich sind.

    Kaby Lake: Spezifikationen der ersten Y- und U-Modelle

          

    Hatte Intel zum Mobile-Launch von Skylake noch eine Fülle an verschiedenen Modellen angekündigt, sind es im Falle von Kaby Lake nur jeweils drei Y- und U-Modelle. Deren Spezifikationen zusammen mit den Vorgängermodellen finden Sie nachfolgend in der Tabelle. Erwähnenswert sind vor allem die Turbo-Taktraten, die stark ansteigen. In der Praxis wird es in Note- und Ultrabooks und vor allem in 2-in-1-Geräten allerdings auf die thermischen Eigenschaften ankommen, wie hoch die CPUs takten können.

    ProzessorBasistakt (GHz)Max. Turbo 1/2 Kerne (GHz)L3-CacheKerne/ThreadsSpeicher DDR4/DDR3L/LPDDR3TDP/cTDP (Watt)IGP HD GraphicsMax. Turbotakt (GHz)
    Kaby Lake-U        
    i7-7500U2,73,5/3,54 MiB2/42133/1866/160015/7,56201.050
    i7-6500U2,53,1/3,04 MiB2/42133/1866/160015/7,55201.050
    i5-7200U2,53,1/3,13 MiB2/42133/1866/160015/7,56201.000
    i5-6200U2,32,8/2,73 MiB2/42133/1866/160015/7,55201.000
    i3-7100U2,4nicht vorhanden3 MiB2/42133/1866/160015/7,56201.000
    i3-6100U2,3nicht vorhanden3 MiB2/42133/1866/160015/7,55201.000
    Kaby Lake-Y        
    i7-7Y751,33,6/3,44 MiB2/4-/1866/16004,5/7,0/3,56151.050
    m7-6Y751,23,1/2,94 MiB2/4-/1866/16004,5/7,0/3,55151.000
    i5-7Y541,23,2/2,84 MiB2/4-/1866/16004,5/7,0/3,5615950
    m5-6Y541,12,7/2,44 MiB2/4-/1866/16004,5/7,0/3,5515900
    m3-7Y301,02,6/2,44 MiB2/4-/1866/16004,5/7,0/3,75615900
    m3-6Y300,92,2/2,04 MiB2/4-/1866/16004,5/7,0/3,75515850

    *Teilweise basierend auf authentischen Leaks, da Intel die genauen Spezifikationen noch nicht nennen wollte

    Kaby Lake: Ein erstes Fazit

          

    Wer mit dem Kauf eines neuen Mobilsystems liebäugelt, für den ist Kaby Lake interessant: Höhere Akkulaufzeiten, bessere Videofähigkeiten inklusive HDR-Support sprechen neben höheren Benchmark-Ergebnissen eine klare Sprache. Mit der Weiterentwicklung der 14-nm- zu 14+-Fertigungstechnik haben die Intel-Designer ein gutes Stück mehr Leistung aus der CPU geholt. Genau hier liegt auch der Punkt von Kaby Lake: Taktraten konnten (teils stark) erhöht werden, wodurch sich das Gros der Mehrleistung ergibt. IPC-Verbesserungen wird man mit der Lupe suchen müssen.

    Wer sich hingegen im letzten Jahr eine Desktop-CPU wie etwa eine i7-6700K gekauft hat, kann der Zukunft relativ entspannt entgegengehen: Von den eingebauten 4K-Funktionen abgesehen scheint es derzeit keinen echten Grund zu geben, von Skylake auf Kaby Lake zu wechseln. Allerdings hat sich Intel noch nicht in die Karten blicken lassen, was die "großen" Versionen der 7. Core-Generation angeht, etwa in Sachen einer eventuell eingebauten Iris-Pro-Grafikeinheit. Hier müssen wir noch den Januar 2017 beziehungsweise die CES in Las Vegas abwarten. Während sich die meisten Käufer eines Kaby-Lake-Vierkerners auch eine dedizierte Grafikkarte anschaffen werden, könnte eine GPU mit EDRAM als L4-Cache auch CPU-seitig interessant werden, da die Rechenkerne ebenfalls vom zusätzlichen Zwischenspeicher profitieren.

    Zu guter Letzt lohnt auch ein Blick auf die Konkurrenz: Mit der ebenfalls während der IDF-Woche vorgestellten Zen-Architektur hat AMD ein heißes Eisen im Feuer, das Intel die Monopolstellung streitig machen könnte. In den aktuellen Spielkonsolen Playstation 4, Wii U und Xbox One (S) tickt bekanntlich schon ein AMD-Herz - da sollte niemand den Fehler machen, die neueste CPU-Architektur der Texaner zu unterschätzen.

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    04:15
    Cebit 2016 bei Intel: Intel-Smartwatch soll Redakteurs-Handicap verbessern
    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    AMD Zen ab 2017: Alles zu Release-Termin, CPU-Sockel, technische Daten [Update]
      • Von DKK007 Moderator
        Schade, ich hatte auch auf AdaptiveSync gehofft. Aber "noch kein", heißt ja, das es per Treiber noch kommen könnte. Oder dann eben mit Icelake.
      • Von Locuza Lötkolbengott/-göttin
        An 50% braucht man nicht einmal entfernt zu glauben.
        Die EU-Anzahl ist die selbe, die Architektur praktisch auch und die Taktraten scheinen nur ein wenig erhöht worden zu sein, wenn überhaupt.
      • Von Atent123 Volt-Modder(in)
        Wen die "Leaks" das die GT2 Gen 9,5 50% schneller ist als die GT2 9.0 stimmen wäre Adaptiv Sync für eine große IGPU gar nicht mal uninteressant.
        Bereits die HD550 lieferte gut ab.
        Wobei ich glaube das es eh bis Canonlake gebraucht hätte bis sich Adaptiv Sync wirklich durchgesetzt hat.
      • Von Locuza Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Artikel
        Darauf angesprochen gab Intel zu, dass der Prozessor noch kein Adaptive-Sync unterstützt (von AMD unter dem Namen Freesync vermarktet) - Intel bestätigte vor einem Jahr, dass man die Unterstützung in Zukunft einführen wolle.
        Man verdammt, darauf war ich am meisten gespannt und habe gehofft Gen 9.5 würde das mit einem verbesserten Display-Controller mitbringen.
        Sehr schade.
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1206129
Kaby Lake-U
Kaby Lake offiziell veröffentlicht: Intels nächste Core-CPU-Generation zunächst für Mobile
Ein neuer PC soll her - aber welche CPU soll den Takt angeben? Geht es nach Intel, sollen PC-Upgrader zur 7. Generation der Core-Prozessorserie greifen. Zunächst erst für Laptops oder 2-in-1-Geräte, denn die Desktop-Chips sollen erst im Januar 2017 kommen.
http://www.pcgameshardware.de/Kaby-Lake-U-Codename-264865/Specials/Release-Mobile-1206129/
30.08.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/08/Kabe-Lake-U-Package-1--pcgh_b2teaser_169.jpg
specials