Geforce GTX 550 Ti im Test: Die bessere Radeon HD 5770?

Grafikkarten

Geforce GTX 550 Ti im Test: Die bessere Radeon HD 5770?

Marc Sauter
|
15.03.2011 14:00 Uhr
|
10°
|
Die Geforce GTX 550 Ti tritt mit mehr Takt und Speicherbandbreite die Nachfolge der Geforce GTS 450 an. Im Test prüft PC Games Hardware, ob die GF116-Grafikkarte den erklärten Gegner Radeon HD 5770 schlagen kann und welche Besonderheiten die Geforce GTX 550 Ti bietet.
Geforce GTX 550 Ti im Test

Info vorweg: Weitere Benchmarks mit mehr Spielen und Grafikkarten sowie zusätzliche Informationen (wie Dual-Monitor- und Blu-ray-Werte) zur Geforce GTX 550 Ti finden Sie in der Ausgabe 05/2011 der PC Games Hardware. Diese erscheint am 06. April 2011.

Nach der stellenweise etwas glücklosen GTX/GTS-400-Familie startete Nvidia im Herbst 2010 die überarbeitete 500er-Serie, welches es bisher auf drei Modelle brachte: Die Geforce GTX 580 trat als erste Fermi-Karte mit vollen 512 ALUs an (PCGH-Test), die Geforce GTX 570 (PCGH-Test) beerbte die GTX 480 und die Geforce GTX 560 Ti (PCGH-Test) verdrängte als Nachfolger der beliebten Geforce GTX 460 die ebenfalls verbreitete GTX 470. Nun baut Nvidia das Lineup aus und schickt die Geforce GTX 550 Ti ins Rennen. Diese positioniert sich oberhalb der Geforce GTS 450 (PCGH-Test) und wird gegen die Radeon HD 5770 gestellt, welche im OEM-Segment als Radeon HD 6770 verkauft wird. Die Geforce GTX 550 Ti bezeichnet Nvidia als "Sniper Reloaded" (in Anlehnung an den "Sniper" GTS 450), den offiziellen Preis ("MSRP") gibt der Hersteller mit 120 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer an, also etwa 140 Euro. Dies deckt sich mit den Startpreisen der GTX 550 Ti.

Geforce GTX 550 Ti im Test: Spezifikationen des GF116
Wie schon bei allen anderen Karten der 500er-Serie spricht Nvidia von überarbeiteten Transistoren in der GPU, der Grafikchip nennt sich daher GF116 statt GF106. Die technischen Eckdaten der GPU sind identisch zur Geforce GTS 450: Die 1,17 Millionen Transistoren teilen sich unter anderem auf einen GPC mit vier Shader-Multiprozessoren auf. Damit stehen insgesamt 192 ALUs und 32 TMUs bereit. Waren bei der GTS 450 nur zwei 64-Bit-Speichercontroller aktiv, sind es bei der GTX 550 Ti die volle Anzahl des GF116 - dies ergibt ein 192 Bit breites Speicherinterface und 24 statt 16 Rasterendstufen. Interessant: Nvidia hat dem GF116 eine Unterstützung für Speicher mit unterschiedlichen Größen verpasst, daher ist die Geforce GTX 550 Ti mit 1.024 MiByte GDDR5-RAM bestückt und nicht mit den eigentlich zu erwartenden 768 MiByte.

Um die Geforce GTX 550 Ti abgesehen von dem breiteren Speicherinterface gegenüber der GTS 450 zu beschleunigen, hat Nvidia die Taktraten auf 900/1.800/2.052 statt 783/1.566/1.800 MHz angehoben. Damit stehen 15 Prozent mehr Rechenleistung und eine 71 Prozent höhere Speicherbandbreite zur Verfügung. Die restlichen technischen Details lauten wie folgt: Unterstützung für DirectX 11, OpenGL 4.1, Open CL 1.1, PhysX, CUDA, SLI, 3D Vision (plus Surround bei SLI), optionales HQ-AF, SGSSAA in allen APIs sowie True-HD-Audio Bitstreaming und eine DP-Leistung, die einem Zwölftel der SP-Leistung entspricht. Das Referenzdesign bietet zwei Dual-Link-DVI-Anschlüsse und einen Mini-HDMI-Port sowie eine Dual-Slot-Kühlung auf Axiallüfterbasis, die uns vorliegende Palit-Karte tauscht einen DVI- gegen einen VGA-Port. Eine Besonderheit ist der einzelne 6-Pin-Stromanschluss: Abgesehen von der GTX 460 in der OEM-Version ist die Geforce GTX 550 Ti die schnellste Nvidia-Karte mit dieser Art der Energieversorgung. Bei AMD ist das die Radeon HD 6850 und die ist klar schneller und sparsamer, soviel sei gesagt.

Grafikkarte Geforce   Radeon  
Modell GTX 550 TiGTX 460 (1G/768M) GTS 450 HD 6850HD 5770/1G
Codename GF116GF104 GF106 Barts ProJuniper XT
Fertigungstechnik 40 nm 40 nm 40 nm 40 nm 40 nm
Transistoren Grafikchip (Mio.) 1.1701.9501.1701.7001.040
SP-Rechenleistung (GFLOPS) 6919076011.4881.360
DP-Rechenleistung (GFLOPS) 587650- -
Polygondurchsatz (Mio. Dreiecke/s.) 9001.350783775850
Pixeldurchsatz (GPix/s.) 7,29,56,324,813,6
Texturleistung (GTex/s.) 28,837,825,137,534
Speicherbandbreite (GByte/s.) 98,5115,2/86,4 57,6128,076,8
Takt Grafikchip (MHz) 900675783775850
Takt Shadereinheiten (MHz) 1.8001.3501.566775850
Takt Grafikspeicher (MHz) 2.0521.8001.8002.0002.400
Shader-/SIMD-/Textureinheiten 192/4/32 336/7/56 192/4/32 960/12/48800/10/40
Rasterendstufen 2432/24 163216
Speicheranbindung (Bit) 192256/192 128256128
Üblicher Speichertyp GDDR5 GDDR5 GDDR5 GDDR5 GDDR5
Zusätzliche Netzteilanschlüsse 1x 6-polig 2x 6-polig 1x 6-polig 1x 6-polig 1x 6-polig
Länge 210 mm 210 mm 210 mm230 mm 220 mm
 
Software-Overclocker(in)
19.03.2011 00:13 Uhr
Die GTX 550 ist zwar im Vergleich mit der Radeon 5770 eine gute Alternative, aber in Sachen Preis/Leistung ist man wohl besser dran, wenn man entweder günstig an eine 5770 rankommt oder besser gleich die 6850 nimmt (habe ich vor Kurzem mal bei Altern... für 127€ gesehen).
Lötkolbengott/-göttin
16.03.2011 23:28 Uhr
Schaffe89 veranstaltet diesen Heckmeck bei nahezu jedem Review, ist wohl eine Art Hobby oder so
Software-Overclocker(in)
16.03.2011 22:51 Uhr
Ich versteh den Heckmeck gerade nicht. Soll in dem Artikel nun die verwirrende Namensgebung breitgetreten werden oder sollen Messungen über die Leistung durchgeführt sowie kommentiert werden? In einem Test erwarte ich letzteres.
Und wenn du PCGH zu nVidia-lastig empfindest dann suchst du dir weitere Tests. Die Wahrheit liegt dann irgendwo in der Mitte.

LG Hübie
Lötkolbengott/-göttin
16.03.2011 22:04 Uhr
Es ist ein ganz objektives Empfinden.
Empfinden und objektiv widersprechen sich per Definition.
Software-Overclocker(in)
16.03.2011 21:25 Uhr
Gen-übergreifend darf man einfach nicht erwarten, dass eine HD 6870 schneller als eine HD 5870 oder eine GTX 550 Ti schneller als eine GTX 460 ist.
Habeich auch gar nicht gesagt.
Ich habe das auf die GTX560TI bezogen, die fast so schnell ist wie ne HD6950.
Bei AMD gibts da noch HD6870 und HD6850 dazwischen bis zur HD5770 und selbst zwischen HD5770 und HD6850 könnte man noch locker eine Karte platzieren.
Und hier will Nvidia eine GTX550TI platzieren, die 0 bis 5% über der HD5770 im Schnitt liegt.
Dann frage ich mich halt was dann noch kommen soll. GTX555 und GTX557? Die Namensgebung ist dadurch noch sinnbefreiter wie die von AMD.

Darüber hinaus findest du den Vermerk, dass wir Print mit mehr Spielen und Karten testen.


Dort, wo sich die Benches i.d. Regel wieder ergänzen, genauso wie im Performanceindex, sich die Werte relativ gut ergänzen und ein relativ repräsentatives Ergebis liefern.
Online ergänzen sich die Benches nicht, daher wohl auch kein Performancerating.

Das ist dein persönliches Empfinden. Wie sagte Leo so schön: "Wer in unparteiisch geschriebenem Text eine Parteilichkeit entdeckt, entdeckt nur, daß er selber entsprechend gepolt ist."


Nein, ist es nicht, die Kritik von mir betrifft auch keine parteisch geschrieben Texte.
Es ist ein ganz objektives Empfinden. Dass ihr dahingehend Nvidia weniger kritisiert habt, hängt eventuell auch damit zusammen, das es nicht ganz einfach ist dem geneigten Leser alles recht zu machen.

Aber gut, lassen wir das.

MFG Schaffe89

Verwandte Artikel

777°
 - 
Im 3DCenter-Forum liegen inzwischen einige stichhaltige Hinweise vor, welche die kommenden Maxwell-GPUs von Nvidia betreffen. Demnach legen der GM206- (Performance) sowie der GM204-Grafikprozessor (High-End) im April ihren Tape-Out hin. Die GM200-GPU für den Enthusiast-Bereich wird voraussichtlich im Juni folgen. mehr... [12 Kommentare]
738°
 - 
Grafikkartentests und Kaufempfehlungen: Der Markt für AMD- und Nvidia-Grafikkarten ist für viele Anwender ein undurchsichtiger Dschungel. PC Games Hardware gibt daher stets einen aktuellen Überblick über Tests und Kaufempfehlungen für Geforce- und Radeon-Beschleuniger. mehr... [701 Kommentare]
498°
 - 
Die Leistung des jungen Maxwell oder: Geforce GTX 750 Ti im Test. Nvidia führt mit der Geforce GTX 750 und Geforce GTX 750 Ti die auf hohe Energieeffizienz getrimmte Maxwell-Architektur ein. Was der GM107-Chip leistet, ob er Kepler in Grund und Boden rechnet und ob sich AMD fürchten muss, erfahren Sie im PCGH-Test der Geforce GTX 750 Ti. mehr... [220 Kommentare]