Ati Radeon HD 5770 im Test: DirectX-11-Mittelklasse

Grafikkarten

Ati Radeon HD 5770 im Test: DirectX-11-Mittelklasse

Carsten Spille, Raffael Vötter, Marc Sauter
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13.10.2009 06:01 Uhr
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24°
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Wie gut schlägt sich die Ati Radeon HD 5770 im Test? PC Games Hardware prüft die erste DirectX-11-Grafikkarte der Juniper-Reihe, die ab 140 Euro für Furore sorgen soll.

Ati Radeon HD 5770 im PCGH-Test (3)Ati Radeon HD 5770 im PCGH-Test (3) [Quelle: PC Games Hardware]Im heutigen Test muss Atis Radeon HD 5770 beweisen, ob sie den überzeugenden Einstand ihrer DX11-Schwestern Radeon HD 5870 (Test) und HD 5850 (Test) fortführen kann. Beide Modelle gefielen im Test durch ihre hohe Leistung, eine im Vergleich zur Vorgängergeneration gesteigerte Bildqualität (verbesserte anisotrope Filterung und Supersampling-Kantenglättung) sowie den angepeilten Preis. Mittlerweile sind einige der Karten auch tatsächlich lieferbar und die bisherigen Besitzer attestieren den Radeons ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, seit längerem Teil der AMD'schen Grafikkartenphilosophie. Zeit herauszufinden, wie es um die Radeon HD 5770 bestellt ist.

Radeon HD 5770 HD 5750 BlockdiagrammRadeon HD 5770 HD 5750 Blockdiagramm [Quelle: AMD]Radeon HD 5770 im Test: Spezifikation
Der Grafikchip mit dem Codenamen Juniper erfüllt selbstverständlich genauso die DirectX-11-Spezifikation wie sein großer Stammvater Cypress. Im Gegensatz zu diesem hat AMD jedoch die Anzahl der Funktionseinheiten reduziert. Wie das abgebildete Blockdiagramm zeigt, handelt es sich beim Juniper-Chip quasi um einen halbierten Cypress. Entsprechend verfügt der Grafikprozessor der Radeon HD 5770 über 10 SIMD-Einheiten à 16 Prozessoren zu je fünf ALUs (800 insgesamt). Bei der HD 5750 ist eines der 10 SIMDs deaktiviert, sodass hier neben dem von 850 auf 725 MHz gesenkten Takt auch die Anzahl der Shader auf 720 geschrumpft ist.

In allen Fällen steht jedem SIMD eine Quad-TMU zur Seite; deren Gesamtzahl beläuft sich somit auf 40 bzw 36 TMUs. Wie auch schon Cypress arbeitet Juniper mit Shader-basierter Texture Adress Interpolation, sodass hier kein Flaschenhals mehr entsteht, wie es noch bei der Vorgängergeneration der Fall ist. Vier Quad-ROPs - gut für einen Durchsatz von 16 Pixeln pro Takt - sorgen für die meisten Transaktionen vom und zum zweifach ausgelegten GDDR5-Speichercontroller, gepuffert durch zwei Level-2-Caches.

Ob die Caches pro zu versorgender Einheit dieselbe Kapazität haben wie im Cypress-Chip, konnte AMD uns vorab noch nicht endgültig beantworten, die Presseabteilung geht zurzeit jedoch davon aus. Im Bereich der Display-Controller und damit beim Eyefinity-Merkmal wurde beim Juniper ebenfalls etwas gespart - jedoch bei weitem nicht halbiert. Ein Juniper-Chip kann maximal fünf anstelle der sechs Bildschirme beim Cypress per Display-Port ansteuern

Zusammgefasst haben wir alle uns bekannten Details noch einmal in dieser Tabelle:

Hersteller AMD Radeon    Nvidia Geforce  
 HD 5870 HD 5850 HD 5770HD 5750 HD 4890 HD 4870 HD 4850 GTX 285 GTX 275 GTX 260-216
Chip Cypress Cypress Juniper Juniper RV790 RV770 RV770 GT200b GT200b GT200(b)
Version (DirectX / Shader) 11/5.011/5.011/5.011/5.010.1 / 4.1 10.1 / 4.1 10.1 / 4.1 10.0 / 4.0 10.0 / 4.0 10.0 / 4.0
Process tech (Nanometer) 40404040555555555565/55
Transistors (Mio.) 2150215010401040965965965140014001400
Engine clock (MHz) 850725850700850750625648633576
Shader clock (MHz) 850725850700850750625147614041242
VRAM clock (MHz) 2400** 2000** 2400** 2300** 1950** 1800** 99312421134999
Numbers     
Shader-ALUs 16001440800720800800800240240216
Texture Units 80724036404040808072
ROPs / -Render-Backends 32321616161616322828
VRAM (MiByte) 102410241024512-10241024512-1.024 512-1.024 1024896896
Bus width (Bit) 256256128128256256256512448448
VRAM type GDDR5 GDDR5GDDR5GDDR5GDDR5 GDDR5 GDDR3 GDDR3 GDDR3 GDDR3
Performance-Peaks     
GFLOP/s (Single-Prec. MADD) 2720208813601008136012001000709674537
Texel-Fillrate (MTex/sec.) 68000522003400025200340003000025000518405064041472
Pixel-Fillrate (MPix/sec.) 27200232001360011200136001200010000207361722416128
Peak Bandwidth (GiByte/sec.) 153,612876,873,2124,8115,264158,9127111,9
Misc.     
Anti-Aliasing, best 8x SGSSAA, 24x CFAA 8x SGSSAA, 24x CFAA 8x SGSSAA, 24x CFAA 8x SGSSAA, 24x CFAA 24x CFAA 24x CFAA 24x CFAA 16xQ CSAA 16xQ CSAA 16xQ CSAA
Multi-Sampling, max. 8x 8x 8x 8x 8x 8x 8x 8x 8x 8x
Multi-GPU (Crossfire X / SLI up to 4 cards up to 4 cards up to 4 cards up to 4 cards up to 4 cards up to 4 cards up to 4 cards up to 3 cards up to 3 cards up to 3 cards
PCI-E.-Connectors (6-Pin/8-Pin) 2 x / 0 x 2 x / 0 x 1 x / 0 x1 x / 0 x2 x / 0 x 2 x / 0 x 1 x / 0 x 2 x / 0 x 2 x / 0 x 2 x / 0 x
Length of card (approx., mm) 282242220NA241241234267267267

* Einzelwerte addieren sich nicht notwendigerweise durch ein Multi-GPU-Setup.
** Angegeben ist die Summe der beiden Write-Clocks bei GDDR5

Radeon HD 5770 im Test: Leistungsaufnahme, Lautstärke und Kühlung
Mit unserem Messgerät nehmen wir aus 50 Zentimetern Entfernung senkrecht zur Lüfternabe das Laufgeräusch der Grafikkartenkühler auf und ermitteln die Lautheit in Sone. Das restliche System kommt ohne bewegliche Teile aus und besteht aus einem Scythe-Orochi-Kühler, einem AMD Athlon X2 BE-2350 mit 2,1 GHz, einem Asrock A780 FDP mit AMD-780G-Chipsatz, dem Nesteq-X-Zero-Netzteil mit 600 Watt Nennleistung und einer Hama-SSD. Das "Grundrauschen" in unserem schallarmen Testlabor beträgt 0,1 Sone.

Der PCGH-Lautstärke-Messstand (hier mit einer Geforce GTX 295 und einem passiven FSP-Netzteil)Der PCGH-Lautstärke-Messstand (hier mit einer Geforce GTX 295 und einem passiven FSP-Netzteil) [Quelle: PC Games Hardware]Um Ihnen präzise Temperatur- und Leistungsaufnahme-Werte zu liefern, messen wir nicht den Verbrauch des Gesamtsystems, sondern ermitteln aufwendig nur den Konsum der Grafikkarte. Dabei kommen die Messstation Adexelec PEX16IX und das Zangenamperemeter Chauvin Arnoux F09 AC/DC zum Einsatz. Einerseits messen wir die 2D-Werte auf dem Vista-Desktop, andererseits auch die Last-Temperaturen. Hierbei setzen wir auf Race Driver: Grid in 1.920 x 1.200 mit 4x MSAA und 16:1 AF. Das Spiel fordert die Karten gleichmäßiger und stärker als Crysis Warhead und viele andere Spiele. Als absolutes Worst-Case-Szenario ziehen wir zudem den Ozone3D Furmark in der Version 1.6.5 heran. Dieser lastet spätestens mit umbenannter Ausführungsdatei alle Prüflinge zu 100 Prozent aus und treibt das Kühlsystem an den Rand der Leistungsgrenze. Dieser Worst-Case zeigt, mit welchen Werten, was Lüfterlautstärke und Leistungsaufnahme (im Rahmen des gegebenen Testsystems) angeht, Sie im schlimmsten Fall rechnen müssen - praxisnah ist der Furmark jedoch nicht. Der Furmark wird seit dem Catalyst 9.7 jedoch dauerhaft per Catalyst-Treiber gedrosselt , AMDs HD-Radeons arbeiten ergo nicht unter Volllast.

Ati Radeon HD 5770 im PCGH-Test (11)Ati Radeon HD 5770 im PCGH-Test (11) [Quelle: PC Games Hardware]Messungen: Radeon HD 5770
Unter der Haube der Radeon HD 5770 steckt ein 70-mm-Radiallüfter mit 0,66 Ampere, dieser belüftet einen sehr kleinen Kühlblock, kaum größer als zwei Streichholzschachteln. Offensichtlich besteht der kupferne Boden aus einer Vapor-Chamber, darauf sind 30 Aluminum-Lamellen verlötet.

Wie auch die Radeon HD 5870 und HD 5850 ist die Radeon HD 5770 im Leerlauf ein leiser und sparsamer Vertreter ihrer Zunft: 0,9 Sone und 22 Watt sind sehr gut, liegen jedoch leicht über den Werten der großen Schwestern - dies könnte jedoch auch auf eine gewisse Serienstreuung und minimale Messschwankungen zurückzuführen sein. Aufgrund von nur 41 Grad Celsius in 2D ist eine Drosselung der Lüfterdrehzahl auf 20 Prozent (Standard: 35 Prozent) und damit fast unhörbar 0,2 Sone kein Problem. Unter Spiele-Last (Race Driver: Grid) erhitzt sich die HD 5770 auf gut 70 Grad, der leicht surrende Radiallüfter dreht auf hörbare, aber nicht störende 2,3 Sone hoch. Dies ist leiser als eine HD 4870 oder GTX 260-216. Im Furmark steigt die Lautheit auf 2,9 Sone, die Temperatur auf knapp 80 Grad.

Alle Werte in der Übersicht:

 Radeon HD 5770Radeon HD 5850Radeon HD 5870Radeon HD 4890Geforce GTX 275Geforce GTX 260-216 (55 nm)
Leistungsaufnahme 2D22 Watt19 Watt20 Watt60 Watt34 Watt29 Watt
Leistungsaufnahme 3D (Race Driver Grid)78 Watt104 Watt128 Watt158 Watt162 Watt121 Watt
Leistungsaufnahme 3D (Furmark 1.6.5)102 Watt149 Watt186 Watt226 Watt215 Watt159 Watt
Lautheit 2D (Aero aktiv)0,9 Sone0,8 Sone0,5 Sone0,8 Sone1,2 Sone1,6 Sone
Lautheit 3D (Race Driver Grid)2,3 Sone4,0 Sone3,1 Sone6,8 Sone3,6 Sone2,4 Sone
Lautheit 3D (Furmark 1.6.5 )2,9 Sone4,9 Sone6,4 Sone8,24,5 Sone3,7 Sone
Temperatur 2D (Aero aktiv)41 °C45 °C38 °C43 °C49 °C48 °C
Temperatur 3D (Race Driver Grid)71 °C69 °C68 °C84 °C79 °C80 °C
Temperatur 3D (Furmark 1.6.5)79 °C83 °C86 °C87 °C86 °C86 °C

Ati Radeon HD 5770 im PCGH-Test (8)Ati Radeon HD 5770 im PCGH-Test (8) [Quelle: PC Games Hardware]Radeon HD 5770 im Test: Overclocking
Theoretisch sollte sich Juniper etwas besser übertakten lassen als Cypress, da weniger Funktionseinheiten außerhalb der Spezifikationen betrieben werden. Mit 100 Prozent Drehzahl (15 Sone!) und Zusatzbelüftung durch zwei 120-mm-Propeller ließ sich unser Sample auf stabile 930/2.700 MHz übertakten. Das sind gut 9 Prozent mehr Chip- und 12,5 Prozent mehr Speichertakt. Der GDDR5-Speicher stammt von Hynix und trägt die Bezeichnung H5GQ1H24AFR T2C 934A, ergo ist er auf 2.500 MHz spezifiziert.

Die Leistung steigt anschließend in Crysis Warhead um gut 12 Prozent an - offenbar giert Juniper nach mehr Bandbreite. Tragen Sie die Device-ID der HD 5770 in die "Rivatuner.cfg" ein, ist ein Auslesen der Temperaturen und Drehzahlen möglich, Overclocking jedoch nicht.

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Lötkolbengott/-göttin
02.11.2009 11:20 Uhr
Es wird nur die getestete Karte mit OC abgebildet. Das ist am sinnvollsten.
hat keinerlei Vergleichsmöglichkeit der OC-ten karte zu dem Potential der anderen
Das hier ist auch kein OC-Artikel, sondern das Review der Ati Radeon HD 5770.
PC-Selbstbauer(in)
01.11.2009 20:44 Uhr
Zitat: (Original von Bucklew;1226299)
Was meinst du wie die Hersteller teilweise die Autos für Testberichte "optimieren"

Ich weiss...ich kenne die Materie:105% Motor, erhöhter Ladedruck...usw. usf. Ist aber nicht weiter schlimm...weil bei Sportwagenvergleichstests überall ähnlich vorbereitet wird. Aber es gibt relativ unbestechliche Landmarks...z.b die Nordschleife. Auch hier wird jeder Hersteller sein Setting optimieren, Suspension usw. Wesentliche faktoren sind allerdings konstruktionsbedingt..wenn bei hohen Geschw. Auf- anstelle von Abtrieb herrscht-aus den Ecken Traktion fehlt...kann der Hersteller das ohne massive Eingriffe in die optische Erscheinung nicht kaschieren

Zitat: (Original von PCGH_Marc;1226574)
@ cesium137

Gar kein OC testen und nicht gegen andere Karten stellen? Nein.
Und Autos kann man nicht mit Grafikkarten oder Bügeleisen vergleichen.


Doch! In jeglichem Test sollte ausreichend Information mittels relevanter Daten geschaffen werden...um dem Leser eine objektive Vergleichsmöglichkeit zu geben. Wer als uninformierter eure Tabelle betrachtet..hat keinerlei Vergleichsmöglichkeit der OC-ten karte zu dem Potential der anderen
Lötkolbengott/-göttin
28.10.2009 15:39 Uhr
@ cesium137

Gar kein OC testen und nicht gegen andere Karten stellen? Nein.
Und Autos kann man nicht mit Grafikkarten oder Bügeleisen vergleichen.
Gesperrt
28.10.2009 14:17 Uhr
Zitat: (Original von cesium137;1226215)
Wie wäre es mit gar nicht?? Oder hast Du als Analogie schon mal eine Sportwagen publikation gelesen...bei der im Vergleichstest beim Launch eines neuen Porsche Turbo`s neben seinen Messwerten noch die mit +mehr Ladedruck und ++noch mehr Ladedruck und +++nochnoch mehr Ladedruck veröffentlicht werden.

Was meinst du wie die Hersteller teilweise die Autos für Testberichte "optimieren"
PC-Selbstbauer(in)
28.10.2009 13:51 Uhr
Zitat: (Original von PCGH_Marc;1221846)
Klar kann man die anderen Karten OCen, aber um die gehts hier ja nicht Daher ist nur die HD5770 mit OC drin, damit man sieht, welcher stock-Karte sie mit OC nahe kommt. Oder wie soll man das deiner Meinung nach sonst machen?


Wie wäre es mit gar nicht?? Oder hast Du als Analogie schon mal eine Sportwagen publikation gelesen...bei der im Vergleichstest beim Launch eines neuen Porsche Turbo`s neben seinen Messwerten noch die mit +mehr Ladedruck und ++noch mehr Ladedruck und +++nochnoch mehr Ladedruck veröffentlicht werden. Oder im Bügeleisenvergleichstest bei Stiftung Warentest erkannt wird dass das Krups Dampf 2000 so die langsamste Aufwärmzeit hat....bei 260V statt 230V aber um einiges schneller heizt

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