PCI-Express-Lanes mit R9 Fury X getestet: Mit PCIe 3.0 x8 noch alles im Lot
Immer wieder gibt es Aussagen, dass man eine Grafikkarte möglichst mit PCI-Express 3.0 x16 laufen lassen sollte, ansonsten könne die Bandbreite limitieren. Die Kollegen von techpowerup.com haben sich diesen Mythos mit einer Radeon R9 Fury X erneut angesehen und geben Entwarnung.
Zuletzt hatten wir uns auf PCGH.de die Skalierung mit PCI-Express-Lanes anhand eines SLI-Systems mit zwei Geforce GTX 780 Ti angesehen und sind dabei der Frage nachgegangen, ob eine häufig vom Mainboard gebotene x8/x8-Konfiguration limitiert. Je nach Spiel kann das fast gar nichts, aber auch mal fast 10 Prozent Leistungsnachteil bedeuten. Techpowerup.com hat sich nun die Skalierung mit PCI-Express-Bahnen bei einer einzelnen Grafikkarte angesehen. Dabei müssen nicht mehrere GPUs untereinander kommunizieren, über das Interface fließen also weniger Daten. Ähnliches, allerdings sowohl mit Radeon- als auch mit Geforce-Karten in diversen Spielen, testen wir übrigens im ausführlichen PCI-Express-Kompendium der PCGH 12/2015.
Als Grundlage diente bei Techpowerup eine Radeon R9 Fury X auf einem Asus Maximus VIII Hero mit einem Core i7-6700K und 16 GiByte DDR4-3000-RAM. Über eine breite Riege an PC-Spielen zeigt sich, dass das PCI-Express-Interface ab einer gewissen Bandbreite kaum limitiert. PCIe 3.0 x16 ist natürlich das Optimum, PCIe 3.0 x8 oder 2.0 x16 (beide mit ähnlicher Bandbreite) sind aber nur maximal zwei Prozent langsamer. Selbst bei 2.0 x8, 3.0 x4 oder 1.1 x4 kommt es nicht zu heftigen Einbrüchen, wenn auch man da die Unterschiede mit fünf bis acht Prozent schon merken kann. Erst wenn man in Richtung 2.0 x4 geht, wird der Abstand wirklich groß. TPU hat sich auch noch die Mühe gemacht, PCIe 3.0 x4 gesondert über den Z170-PCH zu testen. Die Fps fallen da so gut wie gar nicht ab verglichen mit der gleichen Konfiguration über die CPU.
Die Spieleübersicht zeigt indes, dass der Performance-Abfall bei knapperen PCI-Express-Lösungen stark vom jeweiligen Spiel und der Engine abhängt. Während ein Battlefield 4 irgendwann nur noch zwei Drittel der Fps ausgibt, wird ein Crysis 3 selbst bei PCIe 1.1 x4 kaum limitiert. Dabei hängt es vor allem vom erforderlichen Speicher und dem Streaming ab, wie viel Bandbreite benötigt wird. Grundsätzlich könnte man sämtliche Leitungen zum Glühen bringen, wenn man es nur provozieren wollte – nicht umsonst entwickelt Nvidia im Enterprise-Bereich mit dem Nvlink eine schnellere Alternative zu PCI-Express. Alles, was Sie über PCI-Express wissen müssen, finden Sie übrigens in einer separaten Übersicht.
Quelle: techpowerup.com
http://extreme.pcgameshar...
Trotzdem denke ich immer nicht nur an hier und jetzt, sondern ein paar Jahre weiter. Die nächste Generation Grafikkarten
mit HBM2 steht vor der Tür. Beruhigend ist natürlich, dass mit steigender Auflösung und sinkenden FPS die Bandbreite der
Anbindung in den Hintergrund tritt. Trotzdem wären im Test auch Angaben der min. FPS wichtig, so wie es PCGH immer macht.
Außerdem wurden kritische Spiele, wie Wolfenstein, nicht bewertet, bei denen es im letzten Test dazu große Abweichungen
gab. Trotzdem ist es in der Summe sehr beruhigend, da man mit gutem Gewissen acht Lanes für schnelle SSD und USB 3.1
abzwacken kann.