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  • Evga GTX 980 Classified im Overclocking-Test: Titan-X-Leistung dank 1,6 GHz Kerntakt? [Special der Woche]

    Mit der Geforce GTX 980 Classified hat der Hersteller Evga eine ganz besondere Version des amtierenden Nvidia-Flaggschiffs im Portfolio. Ob es mit diesem kompromisslosen Design möglich ist, die Leistung der anstehenden Geforce GTX Titan X zu erreichen? PC Games Hardware wagt trotz frühlingshafter Temperaturen den Overclocking-Test.

    Anmerkung: Dieses Special hatte die meisten Seitenaufrufe diese Woche. Aus diesem Grund veröffentlichen wir es heute erneut.

    Hochgezüchtete Grafikkarten üben seit jeher eine Faszination aus, der sich kein enthusiastischer PC-Spieler entziehen kann. Mit der Geforce GTX 980 Classified ist der Markt um ein weiteres Hochleistungsdesign reicher, denn Nvidias Premium-Boardpartner Evga schickt sich an, die Megahertzen eines jeden Übertakters höher schlagen zu lassen. PC Games Hardware prüft im Overclocking-Test, was das 700-Euro-Schlachtschiff zu bieten hat. Das erklärte Ziel: die Leistung der angekündigten Geforce GTX Titan X schon jetzt. Ob das gelingt, erfahren wir jedoch erst nach dem offiziellen Launch des neuen Titanen am 17. März.

    Evga Geforce GTX 980 Classified vorgestellt

    Die GTX 980 Classified richtet sich wie ihre Vorgänger sowie Asus' Matrix- und MSIs Lightning-Modelle in erster Linie an passionierte Übertakter. Falls Sie nun an Ihre Experimente in gängigen Tuning-Tools denken und sich angesprochen fühlen: Nicht diese Art des Overclockings ist gemeint. Die genannten Hochleistungsdesigns sind in Wahrheit darauf ausgelegt, mithilfe extremer Kühlmethoden auf Übertaktungswettkämpfen Medaillen zu gewinnen. Bei der Jagd nach möglichst hohen Taktfrequenzen weicht der werkseitig installierte Luftkühler meist einem Behältnis für flüssigen Stickstoff (LN2-Pot) zwecks dreistelliger Temperaturen unter dem Gefrierpunkt von Wasser. Ohne die geballte Kühlkraft verpufft ein großer Teil des Potenzials. Letzteres sitzt unter dem Kühler: Die Evga GTX 980 Classified verfügt über eine überbreite Basisplatine (PCB), auf der die Ingenieure möglichst viele, möglichst leistungsfähige Bauteile untergebracht haben. Dazu gehört in erster Linie eine starke Spannungsversorgung, die sich aus satten 14 Wandlerphasen für die GPU und drei weitere für den Grafikspeicher zusammensetzt. Die komplexe Verdrahtung und überdurchschnittlich viel Kupfer innerhalb der Platine sorgen dafür, dass die Spannungen stabil anliegen und die Wärme möglichst rasch von ihren Erzeugern abgeführt wird. Passend zu dieser Bestückung verfügt die GTX 980 Classified über zwei achtpolige Strombuchsen, welche jeweils 150 Watt beisteuern können – zusammen mit den (bis zu) 75 Watt aus dem PCI-Express-Interface ergibt das ein 375-Watt-Paket. Die Krux: Um das Potenzial der Classified wirklich auszunutzen, sind Maßnahmen notwendig, die über den Lieferumfang hinausgehen - und damit ist nicht der Wechsel des Kühlers gemeint.

    Doch widmen wir uns zunächst dem Werkszustand. Die High-End-Geforce aus dem Hause Evga verfügt über ein großzügiges Powertarget im BIOS, das sehr hohe GPU-Boosts ohne Berührung der Power-Wand ermöglicht: Selbst in den powerintensivsten Spielen (u. a. Anno 2070 & Risen 3) kann sie ihre Schaltfrequenz auf mindestens 1,4 GHz halten. Das entspricht einem satten Plus von 16 Prozent gegenüber dem von Nvidia für die GTX 980 angegebenen, typischen Boost (1.216 MHz). Da der Grafikspeicher nicht übertaktet ist, steigt die Leistung dadurch zwischen 10 und 15 Prozent an.

    Evga GTX 980 Classified im OC-Test: Vorbereitungen

    Classified Controller: Ein wahrlich spannendes Tool. Classified Controller: Ein wahrlich spannendes Tool. Quelle: PC Games Hardware Der Auslieferungszustand ist jedoch nicht Gegenstand dieses Artikels. Wir verwenden diese Grafikkarte, wofür sie entworfen wurde – hemmungsloses Overclocking! Auf dem Weg dahin gilt es jedoch zunächst einige Steine aus dem Weg zu räumen. Zwar ist die Platine auf hohe Spannung und Stromstärke vorbereitet, die sie ansteuernde Software jedoch nicht. Der einfachste Weg, die Fußfesseln loszuwerden, führt über eine softwareseitige Modifikation – und, damit einhergehend, zu Garantieverlust. Im Internet kursieren sowohl modifizierte BIOS-Dateien, welche die lästigen Schutzmechanismen ausschalten, als auch solche, die höhere Taktfrequenzen festsetzen. Damit lässt sich bereits arbeiten, die besten Ergebnisse erfordern jedoch maximale Kontrolle über die anliegenden Spannungen. Mithilfe eines inoffiziellen Tools, dem Classified Controller, haben Sie Zugriff auf die GPU-Spannung (NVVDD), die Speicherspannung (FBVDD) sowie die Speisung anderer Bauteile inklusive PCI-Express-Schnittstelle (PEXVDD). Letzterer kommt erst bei extremen Frequenzen und Minusgraden eine Bedeutung zu, während GPU- und RAM-Overvolting auch mit ordinären Kühlelementen - Luft und Wasser - hilfreich sind. Diese Funktionalität gewährt Evga offiziell nur Käufern des EVBot, ein Zubehör, das im Evga-Shop separat erworben werden muss.

    Wir bedienen uns für diesen Test eines modifizierten BIOS mit werkseitig geweiteten Limits und besagter OC-Software. Um die Alltagstauglichkeit zu wahren, verzichten wir jedoch auf extreme Kühlmethoden und versuchen stattdessen, mithilfe des Standardkühlers und weiterer Belüftung die Limits auzuloten.

    09:07
    Evga Geforce GTX 980 Classified @ 1,6 GHz: Titan-X-Herausforderer im "Real 4K"-Video-Test

    Evga GTX 980 Classified im OC-Test: Die Ergebnisse

    Evga Geforce GTX 980 Classified Extrem-OC: Titan-X-Leistung schon jetzt (5) Evga Geforce GTX 980 Classified Extrem-OC: Titan-X-Leistung schon jetzt (5) Quelle: PC Games Hardware Es ist offensichtlich, dass Nvidias GM204-Grafikchip leicht auf 1.500 MHz Kerntakt getrieben werden kann, doch nur wenige Grafikkarten jenseits dieser Grenze stabil arbeiten. Bereits 1.550 MHz sind für die meisten Chips unerreichbar, sofern umfassende Stabilität und nicht nur ein 3D-Mark-Durchlauf voller Artefakte das Ziel ist. Unser Sample der GTX 980 Classified stemmt ohne Spannungsänderung die 1,5-GHz-Marke, gerät ab 1,55 GHz jedoch ins Wanken. Unsere Zuversicht, mit dieser Grafikkarte erstmals ohne großen Aufwand 1,6 GHz zu sehen, war groß. Doch die Realität sieht anders aus: Um von 1,55 auf 1,60 Gigahertz Kerntakt zu kommen, sind im Falle unseres Musters weit mehr als 1,3 Volt nötig. Nach etwas Tüftelei gelingt uns der Betrieb mit 1.600 MHz Kern- und 4.099 MHz Speichertakt - mit satten 1,4 Volt Kernspannung, 80 Prozent PWM-Impuls und rückseitiger Zusatzbelüftung. Rockstable ist die Grafikkarte mit dieser Konfiguration trotzdem nicht, während der Benchmarks begegnen uns sporadische Artefakte, die wie Blitze durch das Bild zucken. Gewiss würde ein Wasserkühler der Stabilität zugute kommen, ein solcher stand uns jedoch zum Testzeitpunkt nicht zur Verfügung.

    Doch sei's drum, die Benchmarkergebnisse der Evga Geforce GTX 980 Classified können sich sehen lassen. Bereits ab Werk leistet die Grafikkarte viel und mithilfe manueller Übertaktung steigt die Bildrate sogar gut fühlbar über das Niveau einer gewöhnlichen GTX 980 im Referenzdesign. Die größten Zuwächse sind in Szenarien zu beobachten, die sowohl power- als auch shaderlimitiert sind. So kann sich bereits die unmodifizierte Classified in Anno 2070 um 20 Prozent von der Referenzkarte absetzen, da sie ihren Takt konstant auf 1.418 MHz halten kann und dabei nicht phasenweise von ihrem Powerlimit gedrosselt wird. Mit 1.500/4.099 MHz - Werte, die noch mit moderaten 1,262 Volt absolut stabil möglich sind - steigt die Leistung um 36 Prozent. Der psychologisch wertvolle Sprung auf 1.600 MHz Kerntakt (+6,7 %) resultiert in einer um 5,1 Prozent höheren Bildrate. Am Ende distanziert sich die manuell ausgereizte GTX 980 Classified um satte 43 Prozent von der Referenzkarte - obwohl wir den Kerntakt "nur" um 32 und den Speichertakt sogar um lediglich 17 Prozent erhöht haben.

    Doch die Gewinne fallen nicht in allen Szenarien so üppig aus. Im schlimmsten Fall, Watch Dogs, steigt die Bildrate um relativ magere 27 Prozent. Das weitere Spektrum reicht von +28 % (CoD Advanced Warfare und Risen 3), +29 % (Far Cry 4) sowie +36 % in Crysis 3. Im Anschluss finden Sie die Benchmarks ergänzende Frameverläufe mit fordernden Einstellungen. Hierbei liegt die Last primär auf der Speicherbahn. Wenig verwunderlich kann unser Proband hier nicht immer glänzen, da er von der Speichertransferrate zurückgehalten wird.

    Evga GTX 980 Classified

    • Anno 2070
    • Risen 3
    • Far Cry 4
    • Watch Dogs
    • CoD AW
    • Crysis 3
    Info Icon
    Game/Version Anno 2070 (Uplay)
    Benchmark/Detail Bäm!
    • Produkte ein-/ausblenden

    OC @ 1.600/4.099 MHz XXX
    71.4
    66
    OC @ 1.500/4.099 MHz
    67.9
    63
    ~1.400/3.506 MHz
    60.2
    54
    1.216/3.506 MHz
    50.0
    46
    1.000/2.500 MHz
    47.3
    44
    1.178/3.506 MHz
    41.2
    38
    0
    75
    Name
    2.560 × 1.440, Ingame-FXAA/16:1 HQ-AF (Average-Fps)
    Minimum-Fps

    Hardware

    Core i7-4770K @ 4,5 GHz, 8 GiByte DDR3-2133 (10-11-10-20-1T)

    Software

    Catalyst 14.12 Omega, Geforce 347.71 Hotfix, Windows 8.1 x64 (HQ-AF)

    Resultate nicht unbedingt vergleichbar mit früheren Reviews/Results not necessarily comparable with earlier reviews

    Evga GTX 980 Classified im OC-Test: Fazit

    Das selbstgesteckte Ziel, die Leistung der Geforce GTX Titan X durch Übertaktung einer GTX 980, ist wahrlich ambitioniert. Ob wir es geschafft haben oder doch kläglich gescheitert sind, werden wir erst nach dem Launch des neuen Titanen erfahren, welcher am 17. März erfolgen soll. Wir gehen mit Leistungssteigerungen von bis zu +43 % und +36 % in den Ring, müssen uns am Ende aber eingestehen, dass im Mittel mehr als ein Drittel mit Luftkühlung kaum möglich ist. Interessant ist weiterhin die Leistungsaufnahme: Der Sprung von 1.500 auf 1.600 MHz kostet uns mehr als 100 Watt und beinahe unser Gehör. Dafür bekommen wir lediglich +5 % höhere Bildraten zu Gesicht. Damit bestätigt sich einmal mehr, dass die 1,5-GHz-Marke für den GM204-Grafikchip eine Art Sweet Spot darstellt, ab dem unverhältnismäßig viel Aufwand betrieben werden muss, um die Leistung weiter zu steigern. Der GM200-Chip, welcher gerüchteweise +50 % bei nahezu allen leistungsrelevanten Teilen mitbringt und höchstwahrscheinlich ebenfalls übertaktbar sein wird, sollte ein leichtes Spiel mit uns haben. Doch das ist Thema eines anderen Artikels.

    In weiterführenden Tests haben wir festgestellt, dass unser Sample der Evga GTX 980 Classified auch mit beeindruckenden 4.307 MHz Speichertakt arbeiten kann, sofern das entsprechende BIOS geflasht und die Speicherspannung von 1,6 auf 1,7 Volt erhöht wurde. Natürlich ist uns diese fünfprozentige Steigerung neue Benchmarks wert, um unser erklärtes Ziel zu stärken. Wie das Duell ausgeht, lesen Sie am 17. März bei der PC Games Hardware.

      • Von freezy94 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Raff

        Wie gesagt, du scheinst den besten GM204 auf Erden zu haben - leider ist's aber eine beschnittene Version, keine GTX 980. Nicht auszudenken, was mit einer BIOS-Mod ginge - 1,8 GHz wären kein Problem.

        MfG,
        Raff


        BIOS-MOD rennt. Dadurch konnte ich ca. 500 MHz auf den Memory draufhauen.
        Leider muss man da wohl mit einer physischen Spannungsmodifikation ran...
        Hab seit Mod aber den Core auch nicht mehr angepackt und die Spannung gibt sicher auch noch was her.
      • Von SamLombardo Komplett-PC-Käufer(in)
        Mal ne Frage zur OC 980. Hast du in 4k damit den überfüllten Speicher irgendwie gemerkt, etwa durch Nachladeruckler? Die Min fps sind ja mit der Titan so erstaunlicherweise ziemlich identisch. Dankeschön.
      • Von Erok BIOS-Overclocker(in)
        Also nach Euren ersten VÖ zur Titan - X sieht es ja jetzt danach aus, als ob die 1,6 Ghz noch nicht mal nötig sind bei der Classified, um über die Titan X zu triumphieren, und dabei ist sie dann mal schlappe 500 Euro günstiger bei gleicher Leistung, und etwa gleicher Lautstärke.

        Da ist echt nur noch die Frage zu klären, ob man für 8 GB VRAM mehr auch bereit ist 500 Euro mehr auf den Tisch zu blättern.......

        Von daher ist dieser Classy-Test von Raff jetzt sogar noch interessanter geworden

        Aber eine Frage habe ich da noch an Raff. Auf welches der 3 Biosè hast Du denn Kingpin`s Bios-Mod aufgespielt ?

        Ich tat es bei meiner auf dem OC und LN2-Bios, und beide male hat es die Karte nicht verkraftet, da sie einfach nicht in der Lage war, die Einstellungen zu stemmen. Aber nach einem Telefonat mit EVGA gestern bekomme ich die Karte ausgetauscht gegen eine hoffentlich leistungsfähigere als dem OC-Krüppel, den ich da hatte

        Greetz Erok
      • Von Grestorn BIOS-Overclocker(in)
        Na, ich sammle ja keine Karten und kauf mir von jeder Generation maximal ein Modell

        Ich bin schlicht beeindruckt. GraKas sammeln ist schon was spezielles.
      • Von Soulsnap PCGH-Community-Veteran(in)
        Dann musst du ne Menge ausgelassen haben, Allein 3 Generationen Nvidia füllen 50 Karten (Geforce 5, 6 und 7^^)
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Geforce GTX 980
Evga GTX 980 Classified im Overclocking-Test: Titan-X-Leistung dank 1,6 GHz Kerntakt? [Special der Woche]
Mit der Geforce GTX 980 Classified hat der Hersteller Evga eine ganz besondere Version des amtierenden Nvidia-Flaggschiffs im Portfolio. Ob es mit diesem kompromisslosen Design möglich ist, die Leistung der anstehenden Geforce GTX Titan X zu erreichen? PC Games Hardware wagt trotz frühlingshafter Temperaturen den Overclocking-Test.
http://www.pcgameshardware.de/Geforce-GTX-980-Grafikkarte-259282/Specials/Evga-GTX-980-Classified-OC-Test-1153148/
15.03.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/03/Evga_Geforce_GTX_980_Classified_18-pcgh_b2teaser_169.jpg
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