Caseking Geforce GTX Titan Black OC Herculez X3 Ultra im Test [Test der Woche]

113
Test Raffael Vötter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Caseking GTX Titan Black OC Herculez X3 Ultra im Test (7)
Quelle: PC Games Hardware

Der Online-Versender Caseking bietet im Rahmen seines King-Mod-Services eine ganz besondere Grafikkarte an: die GTX Titan Black OC Herculez X3 Ultra. Hierbei trifft der amtierende Single-GPU-Champion, Nvidias Geforce GTX Titan Black, auf einen der besten Luftkühler am Markt. Dazu gibt's eine ordentliche Übertaktung und natürlich 6 GiByte Grafikspeicher. Ob sich die Investition von 950 Euro lohnt, klärt unser Test.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Test war der erfolgreichste der abgelaufenen Woche. Aus diesem Grunde veröffentlichen wir ihn heute zum Wochenabschluss erneut mit dem Hinweis auf seinen Erfolg. Viel Spaß damit.

---------------

Vergleicht man fair, das heißt Referenzdesigns mit Referenzdesigns, besetzt die Geforce GTX Titan Black den Platz an der Sonne, keine Grafikkarte ist schneller, aber auch keine im Ansatz genauso teuer wie Nvidias 850-Euro-Flaggschiff. Seit dem Erscheinen der Titan Black im Februar dieses Jahres tritt dieses Modell jedoch auf der Stelle: Wie schon bei der Titan Classic gestattet es Nvidia seinen Partnern nicht, eigene Platinen- und Kühldesigns zu verwenden. Mit dem Erscheinen stark übertakteter, kräftig gekühlter Versionen der Geforce GTX 780 Ti wurde die Luft für die Titan Black dünner. Modelle wie die Gigabyte GTX 780 Ti GHz Edition, Asus GTX 780 Ti Matrix Platinum und Inno 3D GTX 780 Ti Herculez X3 Ultra erzielen dank hoher Boost-Frequenzen mehr Leistung in Spielen und kosten dabei "nur" etwa 650 Euro.

Der GTX Titan Black bleiben zwei Vorteile gegenüber der GTX 780 Ti: 6 GiByte Grafikspeicher sowie eine deutlich höhere Leistung bei doppeltgenauen Berechnungen (Double Precision, DP). Während Letzteres in Spielen keine Rolle spielt, zahlt sich der doppelt so große Speicher in Extremfällen aus. Auch moderne Spiele wie Watch Dogs zeigen, wohin die Reise im Laufe des Jahres 2014 und darüber hinaus gehen könnte – mit GTA V, Far Cry 4, The Witcher 3 & Co. stehen mögliche Speicherfresser an. Enthusiasten, denen die neuen GTX-780-Grafikkarten mit 6 GiByte RAM zu langsam sind, sehnen sich daher nach einer Lösung des Titan-Black-Kühlproblems. An dieser Stelle kommt unser neuester Proband ins Spiel.

Der Online-Versender Caseking pflegt seit Jahren seinen "King Mod"-Service, welcher Umbauten populärer Grafikkarten beinhaltet. Der Neuzugang Geforce GTX Titan Black OC Herculez X3 Ultra kombiniert die Basisplatine einer GTX Titan Black mit mächtiger Kühlung und werkseitiger Übertaktung. Was nach der sprichwörtlichen "eierlegenden Wollmilchsau" klingt, hat natürlich seinen Preis, gegenüber einer ordinären GTX Titan Black müssen Interessenten 100 Euro drauflegen, was in einer stattlichen Summe von 950 Euro mündet. Wer nun argumentiert, dass man den Umbau auch selbst vornehmen könnte, der hat Recht: Der Herculez X3 Ultra kostet separat 55 Euro; hinzu kommen mindestens 850 Euro für eine Titan Black. Der Vorteil des King-Mod-Umbaus ist, dass Käufer weder basteln noch selbst übertakten oder im Falle eines Defekts bangen müssen: Das Modding geschieht im Rahmen der Gewährleistung. Genug der Prosa, sehen wir uns Casekings Geforce GTX Titan Black OC Herculez X3 Ultra erst einmal genauer an:

Caseking GTX Titan Black OC X3 Ultra: Spezifikation

Caseking verwirklicht die Titan Black X3 Ultra in Kooperation mit dem Nvidia-Partner Inno 3D. Von ihm kommen nicht nur die Titan-Black-Basiskarten im Referenzdesign, sondern auch die Nachrüstkühler. Befinden sich alle Teile im gleichen Raum, beginnt der Umbau: Der berühmte Titan-Kühler weicht dem drei Slots breiten Herculez X3 Ultra inklusive einer edlen Backplate; die Hitzeableitung vom Grafikprozessor wird durch den Einsatz einer hochwertigen Wärmeleitpaste (Prolimatech PK-3) sichergestellt. Zwar wäre diese Paarung bereits sehr leistungsfähig, Caseking und Inno 3D gehen jedoch einen Schritt weiter und brennen der GTX Titan OC Herculez X3 Ultra deutlich erhöhte Taktfrequenzen ins BIOS: 1.020 MHz GPU-Basis- und 3.600 MHz Speichertakt sind Programm, was Zuwächsen von +15/+3 Prozent entspricht. Damit liegt die Karte bereits ohne GPU-Boost deutlich über den von Nvidia für Referenzkarten angegebenen, typischen Boost von 980 MHz. Die TDP wurde dabei nicht angetastet und liegt infolgedessen bei 250 Watt. Die Spezifikation der GTX Titan Black OC X3 Ultra im Vergleich mit anderen High-End-Grafikkarten:

Grafikkartenmodell GTX Titan Black OC X3 Ultra Geforce GTX Titan Black Geforce GTX 780 Ti Geforce GTX Titan Geforce GTX 780 Radeon R9 290X
Circa-Preis (Euro) 950,- 850,- 550,- 880,- 390,- 400,-
Codename GK110-430-B1 GK110-430-B1 GK110-425-B1 GK110-400-A1 GK110-300 Hawaii XT
Direct-X-Version 11.0 11.0 11.0 11.0 11.0 11.2
Transistoren Grafikchip (Mio.) 7.100 7.100 7.100 7.100 7.100 6.200
Shader-/SIMD-/Textureinheiten 2.880/15/240 2.880/15/240 2.880/15/240 2.688/14/224 2.304/12/192 2.816/44/176
Raster-Endstufen (ROPs) 48 48 48 48 48 64
GPU-Basistakt (Megahertz) 1.020 889 876 837 863 727 (inoffziell)
GPU-Boost-Takt (Megahertz) 1.071+ 980 (typisch) 928 (typisch) 876 (typisch) 902 (typisch) 1.000
Rechenleistung SP (GFLOPS)* 6.169 5.645 5.345 4.709 4.156 5.632
Durchsatz Pixel/Texel (GPixel/s)* 42,8/257,0 39,2/235,2 37,1/222,7 35,0/196,2 36,1/173,2 64,0/176,0
Dreiecksdurchsatz (Mio./s)* 8.033 7.350 6.960 6.132 5.412 4.000
Takt Grafikspeicher (MHz)* 3.600 3.500 3.500 3.004 3.004 2.500
Speicheranbindung (parallele Bits) 384 384 384 384 384 512
Speicherübertragungsrate (GByte/s) 345,6 336,6 336,6 288,4 288,4 320
Übliche Speichermenge (MiB) 6.144 6.144 3.072 6.144 3.072 4.096
PCI-Express-Stromanschlüsse je 1x 6-/8-polig je 1x 6-/8-polig je 1x 6-/8-polig je 1x 6-/8-polig je 1x 6-/8-polig je 1x 6-/8-polig

*Bei Boost-Takt

Caseking GTX Titan Black OC X3 Ultra: Leistung

Angesichts der Rohdaten verwundert es nicht, dass die Caseking Geforce GTX Titan Black OC Herculez X3 Ultra zu den schnellsten Grafikkarten zählt, die PC Games Hardware je im Testlabor hatte. Richtig gelesen: Sie gehört zu den schnellsten, ist aber nicht unangefochten an der Spitze. Im Rahmen des auf mittlerweile 20 Spiele angewachsenen PCGH-Testparcours boostet unser Sample auf ~1.071 (Anno 2070), über ~1.137 MHz (Crysis 3, Watch Dogs) bis auf ~1.163 MHz (Battlefield 4, Goat Simulator). Angegeben ist jeweils der Mittelwert nach einer Aufheizphase im Freiluftaufbau. Der Kühler hat erwartungsgemäß keine Schwierigkeiten damit, die GPU kaltzustellen, wir messen eine Maximaltemperatur von 62 Grad Celsius bei ~1.700 Lüfterumdrehungen pro Minute. Dabei wird eine Lautheit von 2,8 Sone erzeugt (Leerlauf: 0,7 Sone), was zwar eindeutig hörbar, in Relation zur Spieleleistung aber sehr gut ist.

Nur Gigabytes Geforce GTX 780 Ti GHz Edition kann dank eines mittleren Boosts jenseits von 1.200 MHz der GTX Titan Black OC X3 Ultra davonlaufen, andere Hochleistungsdesigns der Geforce GTX 780 Ti, wie die Asus Matrix Platinum (Test in PCGH 07/2014), Inno GTX 780 Ti iChill X3 Ultra DHS und Evga GTX 780 Ti Dual Classified ACX, liegen auf Augenhöhe zur Caseking-Schöpfung – solange 3 GiByte Speicher ausreichen.

Etwa 300 Euro liegen zwischen dem Caseking-Titanen und einer hochgezüchteten GTX 780 Ti der genannten Marken. Abseits der schon oben verlinkten Extremtests möchten wir an dieser Stelle einen weiteren Fall aufzeigen, bei dem sich ein 6 GiByte großer Grafikspeicher auszahlt. Da extreme Einstellungen reichlich Grundleistung benötigen, kombieren wir diesen Benchmark mit einem Overclocking-Test. So groß das OC-Potenzial angesichts der starken Kühlung aussieht, in der Praxis fährt die Karte regelmäßig und rasch an die "Power-Mauer". Mit 106 Prozent Power Target legt die Karte ein (13 MHz) bis zwei (26 MHz) Boost-Stufen obendrauf, was natürlich nicht fühlbar ist. Der Nutzer steht daher vor der Wahl: mehr Kern- oder mehr Speichertakt? Mit leichten Offsets erzielen wir relativ stabile Frequenzen jenseits von 1.200 MHz bei 3.800 MHz Speichertakt. Wird letzterer gesenkt, boostet die GPU minimal höher. Dieses Problem lässt nur durch ein Mod-BIOS beseitigen (das die Gewährleistung zerstört).

Watch-Dogs-Extrembench

Caseking GTX Titan Black OC X3 Ultra: Fazit

Casekings King-Mod-Version der Geforce GTX Titan Black ist rundum gelungen. Wer 950 Euro investiert, erhält eine Grafikkarte, die fast allen Lastszenarien gewachsen ist, selbst Ultra-HD-Sessions sind dank hohem Boost und 6 GiByte Speicher möglich. Das Kühlsystem agiert dabei stets leise, wenn auch nicht unhörbar - für High-End-Verhältnisse ist die Geräuschkulisse aber sehr angenehm. Kritik abseits des stattlichen Preises fällt schwer, das maue Overclocking-Potenzial ist jedoch ein Punkt, der so manchen Enthusiasten stören dürfte.

Reklame: Caseking Geforce GTX Titan Black OC Herculez X3 Ultra bestellen

Bildergalerie

PCGH-Grafikkarten-Benchmarks 2013/2014: Testsystem

Da sowohl die Radeon-HD-7000- als auch Nvidias Kepler-Reihe PCI-Express 3.0 unterstützen, entspricht unser Testsystem dieser Entwicklung, um hier einen eventuellen Flaschenhals aufzubrechen. Daher haben wir uns als Basis der Grafikkarten-Tests für aktuelle Core-i7-4770K-Prozessoren entschieden, die uns vom Online-Shop Caseking zur Verfügung gestellt wurden. Die folgende Tabelle bezeugt, dass die Infrastruktur noch reichlich Luft nach oben hat:

• Intel Core i7-4770K @ 4,6 GHz (vier Kerne plus SMT; ohne Turbo)
• Asus Z87 Maximus VI Extreme (SLI- und Crossfire-tauglich)
• 2 x 4 GiByte DDR3-2000; 10-10-10-20-1T
• Corsair HX850 (850 Watt, 80-Plus Silber)

Testkarten online (Taktraten: GPU/VRAM)
• Geforce GTX Titan Black (980 MHz fixiert/3.500 MHz, 6 GiByte GDDR5)
• Geforce GTX 780 Ti (928 MHz fixiert/3.500 MHz, 3 GiByte GDDR5)
• Geforce GTX 780 (902 MHz fixiert/3.004 MHz, 3 GiByte GDDR5)
• Radeon R9 290X "Uber Mode" (1.000 MHz Boost/2.500 MHz, 4 GiByte GDDR5)
• Radeon R9 290 (947 MHz Boost/2.500 MHz, 4 GiByte GDDR5)

Treiber und Betriebssystem
• Catalyst 14.6 Beta v1.0 - HQ
• Geforce 337.88 Beta - HQ
• Windows 7 Ultimate x64 SP1 inklusive Patches

Weitere Details wie die Art der genutzten Kantenglättung können Sie den einzelnen Benchmark-Diagrammen sowie unserer PCGH-Benchmark-FAQ entnehmen.

Treibereinstellungen: Hohe Qualität (HQ) ist Trumpf
PC Games Hardware testet stets mit aktuellen Treibern und achtet dabei streng auf die Bildqualität. Wir haben uns nach dem Start der Radeon HD 7970 und ausführlichen Bildqualitätsbetrachtungen dazu entschieden, Grafikkarten fortan mit "Hoher Qualität" (HQ) im Treiber zu testen. Dies bezieht sich direkt auf den anisotropen Filter (AF), welcher in der HQ-Einstellung auf Radeon- wie Geforce-Grafikkarten nicht nur ein sehr gutes Bild liefert, sondern auch qualitativ vergleichbar ist - mit Qualität/Quality (Q) gibt es Unterschiede zugunsten Nvidias, sofern anisotrope Filterung zum Einsatz kommt.

Falls Sie mit dem teils flimmrigen Q-AF zufrieden sind: Im Mittel unseres Spieleparcours bringt Q gegenüber HQ ein Fps-Plus von 3,5 Prozent - auf einer Radeon HD 7000. Nachdem AMD mit dem Catalyst 12.4 erneut an der Qualität des Treiberstandards (Q) geschraubt hat, gilt unsere Aussage umso mehr: HQ gegen HQ entspricht am ehesten "apples to apples". Frei nach AMDs Motto "Play the game as originally intended" setzen wir außerdem die AMD-Optimierung beim Tessellationsschalter für die Benchmarks außer Kraft und deaktivieren die Oberflächenoptimierung. Die vertikale Synchronisation ist auf allen Karten immer abgeschaltet (bei Titeln wie Skyrim und Batman zusätzlich in den Ini-Dateien).

Die Benchmark-Auflösungen
Jeder Benchmark-Durchlauf wird mindestens drei Mal durchgeführt und die Ergebnisse anschließend gemittelt. Auch bei den Auflösungen haben Sie, unsere Leser, maßgeblich mitbestimmt: Eine aktuelle Umfrage besagt, dass mehr als die Hälfte der PCGH-Leser in Full-HD spielt, daher nutzen wir diese Auflösung in den meisten Tests. Bei Spezialtests und/oder mit Supersample-AA variieren die Einstellungen.

113
    • Kommentare (113)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Painkiller Kokü-Junkie (m/w)
        @ lg36

        Poste dein Problem doch bitte hier, und nicht in News-Kommentar Thread.

        Vielen Dank!

        Gruß
        Pain
      • Von Painkiller Kokü-Junkie (m/w)
        @ lg36

        Poste dein Problem doch bitte hier, und nicht in News-Kommentar Thread.

        Vielen Dank!

        Gruß
        Pain
      • Von lg36
        Hi Leute.

        Bei meiner Titan Black ist glaube ich etwas nicht in Ordnung. Wenn ich meinen PC einschalte rennt einer von 3 Lüftern ständig auf 100% (egal ob ich im Moment gerade Spiele oder nichts mache). Ich kann tun und lassen was ich will, solange ich sie nicht aus und wieder einbaue hört es nicht auf und selbst dann fängt es wieder nach ein paar stunden an!!!

        Ich habe leider keine Möglichkeit es in einem anderen System zu testen und wollte mal fragen ob das an meinem System liegen kann oder ob wirklich die GPU etwas hat ?

        Danke im Voraus!
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        Der Herculez X3 Ultra als Nachrüstversion ist offiziell nur mit dem Referenz-Layout der GTX 780 (Ti) und GTX Titan (Black) kompatibel. Siehe dazu auch den Test des Kühlers auf einer GTX 780 OC im Vergleich mit fünf weiteren Modellen in der PCGH 08/2014. Der reine GPU-Kühler sollte aber problemlos passen, die mitgelieferten Front- und Backplates sind vermutlich das Problem (Passform), allerdings habe ich das nicht ausprobiert.

        MfG,
        Raff
      • Von IluBabe Volt-Modder(in)
        Zitat von oldsql.Triso
        Gibt doch eine Version mit diesem Kühler. Jedenfalls habe ich eine davon
        Danke für die Auskunft.
      • Von oldsql.Triso Volt-Modder(in)
        Zitat von IluBabe
        Passt der Kühler eigentlich auch auf ne 770er?

        Gibt doch eine Version mit diesem Kühler. Jedenfalls habe ich eine davon
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk