Geforce GTX 1660 im PCGH-Test: Sparsame Alternative zur Radeon RX 590 [Update: Index]

Die GTX 1660 Ti im Test - auf die Geforce GTX 1660 Ti folgt die Geforce GTX 1660. Sie basiert ebenfalls auf dem TU116-Prozessor, allerdings in einer leicht beschnittenen Form und mit GDDR5- statt GDDR6-Speicher gepaart. Was der Nachfolger der Geforce GTX 1060/3G imstande ist zu leisten, klärt PC Games Hardware im Test der GTX 1660.

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Geforce GTX 1660 im PCGH-Test: Sparsame Alternative zur Radeon RX 590
Quelle: PC Games Hardware

Update vom 19. März: Heute lösen wir unser Versprechen ein, den PCGH-Leistungsindex der Geforce GTX 1660 nachzuliefern. Um diesen zu gewinnen, haben wir ein Modell durch die Benchmarks gescheucht, das sich preislich an der unverbindlichen Preisempfehlung orientiert und folglich eher spartanisch ausgestattet ist. Namentlich handelt es sich um die Zotac Geforce GTX 1660 Twin Fan, welche ohne werkseitige Übertaktung auskommt und mit dem Referenz-Powerlimit von 120 Watt arbeitet (siehe Bildergalerie). Sie berechnet die 22 Tests des PCGH-Grafikkarten-Leistungsindex (21 Spiele in 3 Auflösungen, ein OpenCL-Test) mit 1.845 bis 1.905 MHz Kerntakt (automatischer Boost). Welcher Wert sich daraus ergibt, erfahren Sie im Benchmark-Abschnitt dieses Artikels.


Update vom 15. März: Wir haben weitere Bilder und Erläuterungen der drei anwesenden Custom-Designs von

Gigabyte, MSI und Zotac in die Bildergalerie gepackt, damit Interessenten eine Orientierung haben. Den bewährten PCGH-Leistungsindex der Geforce GTX 1660 als Referenzversion liefern wir voraussichtlich kommende Woche nach.

Mittlerweile sind Grafikkarten mit Geforce GTX 1660 auch im Preisvergleich angekommen. Hier geht es ab 225 Euro los, zum Beispiel mit der kompakten Gainward GTX 1660 Pegasus, die aktuell teuerste GDDR5-Turingkarte kommt von MSI mit der Gaming X, die ab 284 Euro startet.


Vor knapp einem Monat hat Nvidia die Geforce GTX 1660 Ti (Test) veröffentlicht und damit die erste Grafikkarte, welche zwar der Turing-Generation entstammt, aber ohne Tensor-Kerne und Raytracing-Einheiten auskommen muss. Gegenüber den großen Turing-GPUs werden die Shader-Multiprozessoren schmaler gestaltet, kommen verglichen mit der Nvidia-Vorgängerarchitektur Pascal aber mit Verbesserungen daher. Die prominenteste Änderung, die Nvidia in den Fokus rückt, ist die Aufteilung zwischen FP32- und INT32-Einheiten, um Floating-Point- und Integer-Berechnungen mit einfacher Genauigkeit parallel abzuarbeiten. Was die zusätzlichen INT32-ALUs in der Praxis an Leistung bringen, hängt davon ab, wie stark ein Entwickler auf Integer-Berechnungen setzt. In Shadow of the Tomb Raider spricht Nvidia von einem 50-prozentigen Leistungsplus, allerdings stellt der Titel aktuell das Paradebeispiel für die Technik dar.

Darüber hinaus nutzt die Turing-GPU dedizierte FP16-Shader für ein 2:1-Verhältnis zu FP32. Das Rendern in halber Genauigkeit reicht bei bestimmten Effekten aus, die sich via FP16 günstiger berechnen lassen. Ubisoft nutzt das Feature in Far Cry 5 bei der Wasserdarstellung - allerdings nur auf AMDs Vega-Chips. Weitere Rechenleistung lässt sich durch das adaptive Shading sparen, bei dem Bildteile mit einer niedrigeren Präzision gerendert werden, zum Beispiel bei großen einheitlichen Flächen oder Bildrändern in flinken Rennspielen. Das Feature muss allerdings explizit vom Entwickler unterstützt werden, genauso wie die Nutzung von INT32 und FP16. Ohne Hilfe der Software soll die Vergrößerung des L1-Caches die Leistung pro SM erhöhen.

TU116-GPU in leicht abgespeckter Form

Während die Geforce GTX 1660 Ti den Vollausbau der TU116-GPU nutzt, kommt die Geforce GTX 1660 mit einer leicht beschnittenen Variante, dem TU116-300 statt -400, daher. Nvidia behandelt die zwei kleinen Turing-Grafikkarten als Nachfolger der Geforce GTX 1060/6G und Geforce GTX 1060/3G, grenzt die Namen aber - erfreulicherweise - wieder stärker voneinander ab. Schon die Geforce GTX 1060/3G war kaum beschnitten, nutzte aber die gleiche Zahlenfolge, was bei weniger versierten Käufern zu Missverständnissen führen konnte. Die GP106-Ableger sind mit dem Erscheinen der GTX 1660 und GTX 1660 Ti offiziell in den End-of-Life-Status gewechselt, sollten wie die großen Pascal-Schwestern also nach und nach vom Markt verschwinden.

Modell RTX 2060 GTX 1660 Ti GTX 1660 GTX 1070 GTX 1060 6GB RX Vega 56 RX 590
Codename/Konfektion TU106-200A-KA TU116-400 TU116-300 GP104-200 GP106-400 Vega 10 XL Polaris 30 XT
DX-12-Feature-Level 12_1 12_1 12_1 12_1 12_1 12_1 12_0
Chipgröße (reiner Die) 445 mm² 284 mm² 284 mm² 314 mm² 200 mm² 486 mm² 232 mm²
Transistoren Grafikchip (Mio.) 10.800 6.600 6.600 7.200 4.400 12.500 5.700
Fertigungsverfahren 12 nm FFN 12 nm FFN 12 nm FFN 16 nm FF+ 16 nm FF+ 14 nm LPP 12 nm LP
FP32-ALUs/SIMDs/TMUs 1.920/30/120 1.536/24/96 1.408/22/88 1.920/15/120 1.280/10/80 3.584/56/224 2.304/36/144
Dedizierte INT32-ALUs 1.920 1.536 1.408 - - - -
Tensor-Kerne 240 - - - - - -
Raytracing-Kerne 30 - - - - - -
Leistung RT-Kerne (Giga-Rays/s) 5 - - - - - -
Raster-Endstufen (ROPs) 48 48 48 64 48 64 32
Größe des Level-2-Cache (KiB) 3.072 1.536 1.536 2.048 1.536 4.096 2.048
GPU-Basistakt (MHz) 1.365 1.500 1.530 1.506 1.506 1.156 1.469
GPU-Boost-Takt (MHz) 1.680 1.770 1.785 1.683 1.708 1.471 1.545
Leist. FP16/FP32/FP64 (TFLOPS) 12,9/6,5/0,20 10,9/5,4/0,17 10,1/5,0/0,16 6,5/6,5/0,20 4,4/4,4/0,14 21,1/10,5/0,68 7,1/7,1/0,44
Durchsatz Pixel/Texel (Mrd./s) 80,6/201,6 85,0/169,9 85,7/157,1 80,8/202,0 54,7/136,6 94,1/329,5 49,4/222,5
Speicheranbindung (Bit) 192 192 192 256 192 2.048 256
Geschwindigkeit RAM (GT/s) 14,0 12,0 8,0 8,0 8,0 1,89 8,0
Speichertyp GDDR6 GDDR6 GDDR5 GDDR5 GDDR5 HBM gen2 GDDR5
Speicherübertragung (GB/s) 336,0 288,0 192,0 256,0 192,3 409,6 256,0
Speicherkapazität (MiB) 6.144 6.144 6.144 8.192 6.144 8.192 8.192
PCI-Express-Stromanschlüsse 1 × 8-polig 1 × 8-polig 1 × 8-polig 1 × 8-polig 1 × 6-polig 2 × 8-polig Je 1 × 8-/6-Pol
Typische Leistungsaufnahme <160 Watt <120 Watt <120 Watt <150 Watt <120 Watt 210 Watt 225 Watt
Unverbindliche Preisempfehlung 369 Euro 299 Euro 225 Euro 499 Euro 319 Euro 399 Euro 259 Euro

Die TU116-300-GPU auf der Geforce GTX 1660 nutzt 22 der physisch 24 vorhandenen SMs. Das ergibt 1.408 statt 1.536 FP32- und INT32-Shader. Die Textureinheiten werden entsprechend von 96 auf 88 gestutzt. Vom 1.536 KiByte großen L1-Cache bleiben 1.408 KiByte übrig. Die Raster-Endstufen (ROPs) bleiben mit 48 an der Zahl unangetastet, ebenso ist der daran hängende L2-Cache mit 1,5 MiByte Kapazität vollständig vorhanden. Die GPU-Taktraten erhöht Nvidia bei den Referenzvorgaben minimal von 1.500/1.700 MHz (Basistakt/typischer Boost) auf 1.530/1.785 MHz. Die Geforce GTX 1660 kommt dadurch auf eine Rechenleistung von 5,0 FP32-TFLOPS - nur rund acht Prozent weniger als die Geforce GTX 1660 Ti. Genau aus diesem Grund bleibt die TDP in Höhe von 120 Watt unverändert. Eine stärkere Differenzierung nimmt Nvidia erst durch den RAM vor.

Volles Speicher-Interface mit GDDR5 statt GDDR6

Eine größere Unterscheidung kommt wie schon bei der Geforce GTX 1060 durch den Speicher zustande. Statt die Geforce GTX 1660 durch die Menge zu differenzieren, wählt Nvidia den Weg der Geschwindigkeit. Der Speicher-Controller der TU116-GPU kann sowohl mit GDDR6 als auch mit GDDR5 umgehen. Die Geforce GTX 1660 Ti nutzt die schnelle Variante mit 6.000 MHz Takt (12 Gbps), wohingegen die kleine Schwester GTX 1660 mit 8-Gbps-GDDR5 auskommen muss. An dem 192 Bit breiten Interface ergibt das eine Bandbreite von 192 statt 288 GB/s - ein durchaus beträchtlicher Einschnitt von einem Drittel, welcher die Leistung stärker beeinträchtigen dürfte als die Reduzierung der Rechenwerke. Welche Leistung die Geforce GTX 1660 unterm Strich erreicht, klären wir sogleich.

Preisliche Ablöse für die Geforce GTX 1060/3G

Wir haben bereits angesprochen, dass die Geforce GTX 1660 die Nachfolge der Geforce GTX 1060/3G antritt. Das spiegelt sich auch im Preis wider: Das Turing-Modell beerbt die unverbindliche Preisempfehlung ab 199 US-Dollar eins zu eins. Wegen des Wechselkurses werden daraus im Jahre 2019 225 statt 219 Euro. "Ab" heißt wie bei Nvidia inzwischen üblich, dass sich die Boardpartner an der UVP orientieren können, aber nicht müssen. Traditionell sollten die günstigeren Custom-Designs mit kleineren Kühllösungen - hier mit einzelnem Axiallüfter und simpler Aluminiumkonstruktion - den Preispunkt am Anfang erreichen und kurz nach der Markteinführung unterbieten. Da die Geforce GTX 1660 Ti bereits ab 260 Euro erhältlich ist (UVP: ab 299 Euro), hat das Nicht-Ti-Modell keinen allzu großen Spielraum.

In der Kommunikation mit der Fachpresse betonte Nvidia, dass es sich bei der heutigen Veröffentlichung um einen sogenannten Hard-Launch handle. Die Eigenkreationen der Boardpartner sollen umgehend in großer Stückzahl verfügbar sein. Ein hauseigenes Referenzdesign, eine sogenannte Founders Edition, wird der Chiphersteller wie schon bei der Geforce GTX 1660 Ti nicht anbieten.

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  1. Seite 1 Geforce GTX 1660 im Test: Spezifikationen, Besonderheiten, Preis
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    • Kommentare (302)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Kondar Volt-Modder(in)
        Zitat von yummycandy
        Und wenn man nicht alle 3 Jahre updaten will und jetzt muß?
        Dann wie immer.
        Das was man gerade braucht und sich leisten kann bzw. will.
      • Von Kondar Volt-Modder(in)
        Zitat von yummycandy
        Und wenn man nicht alle 3 Jahre updaten will und jetzt muß?
        Dann wie immer.
        Das was man gerade braucht und sich leisten kann bzw. will.
      • Von TwoCents
        Zitat von Mahoy
        Das ist ja auch kein Wunder, schließlich weiß doch jeder, das Mindfactory komplett von AMD-Fanboys unterwandert ist und seine eigenen Verkäufe von Nvidia-Karten sabotiert !1!!!11!einself!!!

        Nein, ernsthaft: Das zeigt einfach nur, dass bei gleicher oder leicht höherer Leistung und gleichem oder leicht höherem Preis die höhere Leistungsaufnahme nur ein schwaches, die Bonus-Spiele jedoch ein starkes Argument sind.
        Interessant, wie die gleichen User, die die Statistik einer von Millionen Spielern genutzten Plattform als nicht repräsentativ abstrafen, gleichzeitig kein Problem damit haben, die Zahlen eines Händlers mit ein paar tausenden Kunden als Beleg ihre Thesen zu nutzen

        Komisch, dass repräsentative Zahlen wie eben von Steam oder auch JonPeddie zeigen, dass 70-90% des Marktes der Leistungsaufnahme als primären und wichtigeren Bonus, als das Spielebundle ansehen.
      • Von Rolk Kokü-Junkie (m/w)
        Vermutlich kannst du aber noch lange warten, bis andere als diese billigen Ein-Lüfter Modelle auf 200 € fallen.

        Die RX590 Powercolor Red Dragon hat sich übrigens 30 mal und keine 15 mal verkauft. Habe es doch selbst erst zusammen gezählt. Als neueste RX590 Zugänge die Asrock und die Powercolor Red Dragon zusammen 60 Stück.
      • Von Schaffe89
        Zitat von Mahoy
        Nein, ernsthaft: Das zeigt einfach nur, dass bei gleicher oder leicht höherer Leistung und gleichem oder leicht höherem Preis die höhere Leistungsaufnahme nur ein schwaches, die Bonus-Spiele jedoch ein starkes Argument sind.
        Die GTX 1660 ist bisher kaum verfügbar und nicht ein beliebtes Modell wird für einen guten Preis angeboten, das sind bisher alles nur Alibi-Modelle mit einem Lüfter, die auch bei der 2060 und 1660 Ti keine Beachtung finden.
        Um einen Vergleich zu haben, müsste man die verkauften Einheiten der RX 590 gegenüberstellen und mehr als eine gute Woche betrachten.
        Wenn die Karten dann mal verfügbar sind und < 200 kosten, werden sie sich wie geschnitten Brot verkaufen, die 1660 Ti verkauft sich mittlerweile gut, da sind schon 1100 Stück bei MF verkauft worden.
        Aktuell gibt es bei MF nur ein einziges beliebtes Modell, die MSI Gaming X für satte 268 Euro, ansonsten alles Billig-Designs mit einem Lüfter, keine Produktbilder und zu hohe Preise.

        Es könnte auch daran liegen, dass der Performancebereich schon gesättigter ist, die neu eingeführte RX 590 von Powercolor, bei nur 219 Euro, hat sich gerade mal 15x verkauft, seit 2 Wochen.
        Die GTX 1060 war auch vor 2 Tagen noch für 179 Euro im Mindstar.
      • Von MoneyRulez
        Zitat von Mahoy
        Daher würde ich sagen, wer heute etwas im Bereich der GTX 1660 (Ti) / GTX 1070 oder der RX 590 / Vega 56 kauft, kommt auch in zwei bis drei Jahren in FHD noch damit über die Runden, ohne die Grafikqualität schmerzhaft reduzieren zu müssen.
        Andererseits: Mit Navi in greifbarer Nähe würde ich erst einmal abwarten, was da für wie viel herum kommt, wenn man nicht ganz dringend sofort eine neue Grafikkarte braucht. Ich werde jedenfalls bis dahin an meiner GTX 1060/6G festhalten und mich dann entscheiden.
        Habe aktuell noch eine gtx970 die mir für gelegentliches Spielen in FHD reicht. Übersprang Pascal wegen des Mining-Booms und nun ist Turing mir zu teuer geraten, die neuen Features noch zu experimentell. Also noch mal 1-2 Jahre warten, kein Problem, bis dahin weiß man zumindest, ob sich Raytracing durch setzt und wie navi oder die nächste nVidia 3xxx damit umgehen werden. Wer noch ältere Modelle hat, der hat aber gerade ausreichend Auswahl für FHD in der Preisklasse 200€-400€. Problematisch ist es doch eher für Gamer, welche zur Oberklasse aufrüsten wollen für 4K, da ist die Luft relativ dünn, man landet sofort bei rtx 2080 oder RadeonVII, alles recht teuer, viel weniger Auswahl als in der FHD Klasse.
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