Dirt Rally 2.0 im Techniktest: Grafikkarten-Benchmarks mit 20 Modellen plus Fazit
In diesem Artikelabschnitt zeigen wir Ihnen die Benchmarks von 20 Grafikkarten und geben Empfehlungen.
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Dirt Rally 2.0: Benchmarkszene
Wie für PCGH-Techniktests üblich, hat das Benchmark-Gremium vor allen Messreihen mehrere Stunden auf den Pisten von Dirt Rally 2.0 verbracht, um das Spiel und dessen Performance-Charakteristik kennenzulernen. Dabei ist die große Performance-Varianz zwischen den Schauplätzen und insbesondere Witterungsbedingungen erwähnenswert. Bei sonnigem Wetter laufen alle Strecken gut bis sehr gut. Kommt jedoch Regen mit seinen zahlreichen Reflexionen hinzu, wird Dirt Rally 2.0 wesentlich anspruchsvoller - in erster Linie für die Grafikkarte. Treue Leser wissen, dass wir nichts von "Schönwetter-Benchmarks" halten, denn es bringt wenig, eine Strecke mit guter Performance zu testen und damit Leser in die Irre zu führen. Die Enttäuschung ist groß, wenn Benchmarks von flüssigen Bildraten sprechen, am eigenen Rechner auf einer "gemeinen" Route dann jedoch eine Diashow abläuft. Daher sucht PC Games Hardware stets nach überdurchschnittlich anspruchsvollen Szenen.
Für unsere Benchmarks haben wir letztendlich die Strecke "North Fork Pass" in New England (USA) bei Bewölkung und feuchter Fahrbahn gewählt. Dies ist ein überdurchschnittlich anspruchsvolles Szenario, die dichte Vegetation sowie die vielen Spiegelungen sorgen für sehr hohe Grafiklast. Außerdem punktet die Route mit einem anfangs relativ geraden Verlauf, sodass der manuell durchgeführte, 20-sekündige Benchmark selbst mit der Tastatur einfach von der Hand geht. Die Reproduzierbarkeit ist perfekt, womit Dirt Rally 2.0 insgesamt ein heißer Kandidat für die anstehende PCGH-Benchmarkrevision ist. Den genauen Benchmark-Ablauf und weitere Technikdetails sehen Sie im eingebetteten Video zu Dirt Rally 2.0 (weiter unten).
Bevor wir zu den Grafikkarten-Benchmarks kommen, müssen wir noch auf eine Auffälligkeit bei der Performance hinweisen. Diese betrifft Nvidia-Grafikkarten und offenbar die - für Dirt Rally 2.0 überarbeitete - Darstellung des Publikums. Bei der Leistungsevaluation stießen wir schnell auf Ungereimtheiten, insbesondere die Strecke "Valle de los puentes" in Argentinien, wo besonders viele NPCs den Streckenrand zieren, ist auffällig. Auf dieser Strecke sinkt die Performance selbst mit einer Geforce RTX 2080 Ti in Full HD weit unter 60 Fps. Zum besseren Verständnis und Vergleichbarkeit: Die übertaktete RTX 2080 aus unserem Testfeld wird in diesem Szenario stark limitiert und kommt in der ersten scharfen Kurve in Full HD nur auf 45 Fps, während eine Radeon VII ungetrübt ihre volle Leistung zu liefern imstande ist und in diesem Szenario mehr als doppelt so hohe Bildraten ausgeben kann.
Es handelt sich bei der Argentinien-Strecke um einen besonders heftigen Ausreißer, doch tritt das Nvidia-Problem mit dem Publikum vielerorts auf - und auch in unserem Benchmark "Wert Fork Pass". Denn immer, wenn NPCs gehäuft am Streckenrand stehen, brechen die Geforce-GPUs stark ein, während die AMD-Grafikkarten diese Auffälligkeiten nicht zeigen. Die in diesen Bereichen mit Nvidia-Grafikkarten absackenden Bildraten sind durchaus beim Spielen auffällig und selbst mit dem Gamepad deutlich spürbar - ein Umstand, der außerdem bei praktisch jedem Start eines Rennens auftritt und auch in unseren Benchmarks.
Die deutlich kompromittierte Performance der Nvidia-GPUs ist in den Frametimes eindeutig zu erkennen. Achten Sie auf den "Nvidia-Buckel" am Start der Messungen. Dieses Verhalten ist auch im eingebetteten Video deutlich zu erkennen.
Dirt Rally 2.0: Benchmarks
Wie immer verwenden wir für die Grafikkarten-Benchmarks die zum Testzeitpunkt aktuellen Treiber von AMD und Nvidia, in diesem Fall die Radeon Software Adrenalin 19.2.3 und den Geforce 419.17 WHQL. Beide Treiber werden mit Optimierungen für Dirt Rally 2.0 beworben. Das Spiel wird indes über Steam bereitgestellt und verfügt bereits über den ersten Patch auf Version 1.1. Im Spiel maximieren wir alle Details abseits der Kantenglättung - wir benchen die Grafikkarten mit TAA und Ingame-AF. Als Testauflösungen bieten wir Ihnen wie gehabt die vier Settings Full HD, WQHD, Ultrawide-QHD und Ultra HD an. Die während der Tests durchschnittlich anliegenden (automatischen) GPU-Taktraten sehen Sie unter dem Namen der jeweiligen Grafikkarte.
20 Grafikkarten der Jahrgänge 2014 bis 2019 mussten den sehenswerten Benchmark in vier Auflösungen über sich ergehen lassen. Dirt Rally 2.0 ist relativ anspruchsvoll, die Hälfte der Grafikkarten scheitert in Full High Definition an der für gute Spielbarkeit gewünschten 60-Fps-Marke. In WQHD wird für diese Bildrate bereits eine Oberklasse-Grafikkarte wie die Radeon RX Vega 56 oder Geforce RTX 2070 benötigt, während Nutzer eines Ultra-HD-Bildschirms nur selten in diese Fps-Gefilde vordringen. Unter dem Strich erreichen die getesteten, werkseitig übertakteten Grafikkarten in Dirt Rally 2.0 mit TAA ungefähr so viele Fps wie ihre unübertakteten Pendants in Dirt 4 mit 4x MSAA im Rahmen des PCGH-Leistungsindex.
Was das grundsätzliche Performance-Bild angeht, kommt Dirt Rally 2.0 nach seinen Vorgängern, Radeon-Grafikkarten performen etwas besser als ansonsten vergleichbare Geforce-Modelle. Interessant ist, dass dabei mit einer früheren Tradition gebrochen wird: Verloren AMD-GPUs früher weniger Leistung mit steigender Auflösung, sind es diesmal die Geforce-Chips, welche bei größeren Pixelmengen prozentual besser dastehen. Dabei werden nur selten Plätze getauscht, im Falle der Radeon VII entscheidet dieses Phänomen jedoch über die Platzierung auf dem Siegertreppchen - ihr gelingt es nur in Full- und WQHD, die werkseitig übertaktete Geforce RTX 2080 zu überholen. Ab Ultrawide-QHD führt das Turing-Modell um Haaresbreite.
Die Geforce GTX 980 Ti und GTX 1070 sind mit ihren automatischen Frequenzen exakt gleich schnell - in allen vier Auflösungen!
Ebenfalls interessant: Die Radeon RX 590 überholt das 2015er High-End-Modell Radeon R9 Fury X und die Geforce GTX 1060 kommt nicht so recht von der Stelle - sowohl die alte R9 390 als auch die RX 570 rendern schneller. Bemerkenswert ist auch die Punktlandung, welche die getesteten Modelle auf Basis der Geforce GTX 980 Ti und GTX 1070 hinlegen. Sie sind mit ihren automatischen Frequenzen exakt gleich schnell - in allen vier Auflösungen!
Falls Sie Multisampling verwenden möchten, sollten Sie sich auf einen größeren Fps-Einbruch gefasst machen. 4× MSAA kostet in unserer Testszene je nach Grafikkarte und Architektur zwischen 20 und 25 Prozent, 8× MSAA sogar bis zu 40 Prozent Leistung (gegenüber keinem AA). Temporal-AA ist hingegen fast kostenlos, die Bildrate bricht um schlimmstenfalls zehn Prozent ein - in Ultra-HD, bei geringeren Auflösungen ist der Einfluss kaum bemerkbar (minus zwei bis fünf Prozent).
Dirt Rally 2.0: Einfluss des Grafikspeichers
Um Dirt Rally 2.0 mit maximalen Details ohne MSAA zu spielen, sollte Ihre Grafikkarte mindestens über 4 GiByte Speicher verfügen. Diese Kapazität genügt laut unseren Messungen bis hinauf zur WQHD-Auflösung, darüber hinaus kommt es zu Unregelmäßigkeiten wie Rucklern. Da entsprechende Grafikkarten jedoch auch die Rohleistung für höhere Auflösungen vermissen lassen, herrscht kein grober Missstand. Wer in UWQHD oder Ultra HD spielt, sollte ein starkes 6-GiByte-Modell wie die Geforce GTX 980 Ti oder RTX 2060 im Rechner haben, um Frametime-Spikes zu vermeiden. Noch größere Kapazitäten führen weder zu einer sicht- noch zu einer fühlbaren Verbesserung der Erfahrung. Das Streaming von Dirt Rally 2.0 arbeitet laut unserer Erfahrung angenehm sauber, Texturschwund mit langsam einblendenden Oberflächen ist nicht zu beklagen.
Wer Multisample-AA zuschaltet, dem empfehlen wir mindestens eine 6-GiByte-Grafikkarte, besser jedoch eine mit 8 GiByte. Die zusätzlichen Bildpuffer steigern den Grundbedarf je nach MSAA-Stufe um mehrere hundert MiByte. Ein Beispiel: In Ultra HD mit TAA meldet eine Geforce RTX 2070 eine Belegung von rund 6.380 MiByte. Kommt 4× MSAA dazu, steigt die Belegung auf 6.700 MiByte und mit 8× MSAA auf rund 7.100 MiByte. Eine Grafikkarte mit weniger als 8 GiByte bekommt hier Probleme und muss Daten auslagern. Dieses Problem ist jedoch weitgehend theoretischer Natur, denn keine 6-GiByte-Grafikkarte dieser Welt kann Dirt Rally 2.0 in Ultra HD mit 8× MSAA flüssig darstellen - bereits besagte Geforce RTX 2070 rangiert bei rund 30 Fps.
Die Grafikkarten-Messmethodik der PCGH
Basierend auf Leser-Feedback verwendet PC Games Hardware für Spiele -Benchmarks seit einigen Jahren keine Referenz-Grafikkarten mit Standard-Taktraten mehr. An ihre Stelle treten Herstellerdesigns samt werkseitiger Übertaktung, wie sie von einem Großteil unserer Community verwendet werden. Hierbei handelt es sich um typische Modelle, wenngleich "typisch" gar nicht so einfach zu definieren ist. Die Auswahl richtet sich nicht nur daran, welche Grafikkarten noch im PCGH-Testlabor anwesend sind, sondern auch, ob sie repräsentativ für das jeweilige Modell sind: Wir nutzen nach Möglichkeit weder unübertaktete, sich wegen Überhitzung drosselnde oder enorm schnelle Herstellerdesigns, sondern "Vernunftversionen", wie wir sie auch in den PCGH-Grafikkartentests meistens empfehlen. Beachten Sie bitte, dass wir nicht sämtliche Modelle am Markt testen können, sondern uns auf eine Auswahl beschränken müssen. Auch behalten wir uns vor, einzelne hier herangezogene Herstellerkarten in anderen Tests auszutauschen, beispielsweise dann, wenn sie das Testlabor verlassen müssen. Jede Grafikkarte wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte: Eine gerade aus dem Regal genommene Grafikkarte, noch kalt vom Nichtstun, boostet höher als im normalen Betrieb nach einiger Zeit unter Last. Die durchschnittliche, automatisch gesetzte GPU-Taktfrequenz beim Test der jeweiligen Karten finden Sie in den Benchmarks. Die tatsächliche Frequenz ist wichtig und kann angesichts der großen möglichen Unterschiede nicht einfach unter den Tisch fallen, denn "GTX 1080 Ti" ist nicht "GTX 1080 Ti", um nur ein Beispiel zu nennen - je nach Herstellerdesign können zehn Prozent Differenz dazwischen liegen. Hinterfragen Sie daher Messwerte im Internet, die ohne jegliche Taktangabe veröffentlicht werden. Dem gegenüber stehen wenige Grafikkarten, von denen keine übertakteten Versionen existieren. Die prominenteste ist AMDs Radeon R9 Fury X, welche wir als Referenzdesign testen - gäbe es OC-Versionen, würde eine solche in den Benchmarks mitmischen.

Bin kein Fan der Temporallösungen; da geht mir oftmals zu viel Schärfe flöten.
Und DSR/Downsampling kostet gegenüber SGSSAA mehr leistung und hat an Polygonkanten eine schlechtere EER (bei gleicher "Samplezahl").
Wenigstens hat OGSSAA bei Texturen (leichte) Vorteile, so dass man unter zuschalten von weiteren Maßnahmen zur Kantenglättung (Post Processing oder TAA) dann womöglich auch ein ordentliches Bild bekommt, wenn auch unschärfer. -_-
PS
Diese 2D-Vegetation sieht aus wie in Games vor 10 Jahren oder länger auch schon... hätte man da im Jahr 2019 nicht mal was besseres machen können?
Auf Wunsch kann ich morgen die Originale hochladen.
MfG,
Raff