Intel Atom: Mit Silvermont den Anschluss an AMD und ARM nicht verlieren
Intel hat nun mit Silvermont eine grundlegend überarbeitete Atom-CPU-Architektur angekündigt, die auf 22-Nanometer-Fertigung mit 3D-Transistoren setzt. Die ersten Atoms auf Silvermont-Basis sollen für Tablet, Notebook und Desktop mit der Bay-Trail-Plattform Ende 2013 in den Handel kommen; Smartphone-Varianten sollen dann Anfang 2014 folgen.
Intel hat nun angekündigt, dass die Atom-Prozessoren in eine neue Generation eintreten werden. Der General Manager der Intel Architecture Group, Dadi Perlmutter, ließ verlauten, dass mit den neuen Silvermonts "eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs und eine erhebliche Leistungssteigerung" möglich sei. Tatsächlich soll eine Verdoppelung der Leistung bei weniger Stromverbrauch erreicht werden (siehe Bildergalerie). Die Silvermonts werden die ersten Atoms von Intel sein, die tatsächlich eine neue Mikroarchitektur einführen und nicht auf alten Designs aufbauen. Die neuen Silvermont-Atoms sind damit die ersten neuen Atoms seit der Einführung 2008.
Mit der neuen CPU-Architektur wird Intel nun auch vom In-Order-Design, bei dem die Befehle der Eingangsreihenfolge entsprechend abgearbeitet werden, zu einem geschwindigkeitsoptimierten Out-of-Order-Design wechseln. Diese Vorgehensweise ist bei AMD schon seit der Einführung der Brazos üblich und wird auch wieder bei der Jaguararchitektur in den APUs Kabini und Temash angewendet. Die Anzahl der Kerne bei den Silvermont-Atoms wird auf bis zu acht anwachsen. Momentan verfügen die Atoms nur über maximal zwei Prozessorkerne, allerdings teilweise mit Hyper-Threading. Die Bay-Trail-CPUs, die Silvermont-Atoms für den Tablet- und Hybridbereich, werden über zwei bis vier Kerne verfügen. Bay-Trail soll bereits vor dem Weihnachtsgeschäft in den ersten Geräten verbaut werden. Zwei der Kerne bilden zusammen mit dem gemeinsam genutzten L2-Cache (bis zu 1 MiB) ein sogenanntes Modul. Jeder Kern besitzt dabei ein eigene FPU- und SSE-Einheit, bei AMD teilen sich zwei Kerne diese Einheiten. Hyperthreading gibt es nicht bei Silvermont. Dabei soll die Pipeline-Tiefe von Silvermont nicht verändert worden sein, dafür wurde aber die Brand Prediction von 13 auf 10 Takte reduziert. Falsche Sprungvorhersagen können also schneller korrigiert werden.
Bay-Trail soll in drei grundlegenden Ausführungen erscheinen, um alle Bereiche zwischen Low-Budget-Tablet bis zum Desktop abzudecken. Der Bay-Trail T wird eine CPU mit einer TDP bis zu maximal 3 Watt. Der Bay-Trail M wird eine TDP von 4 bis 6,5 Watt haben. Beim Bay-Trail D werden 12 Watt Abwärme generiert. Diese werden unter anderem in den Valleyview-SoCs verbaut, welche neben dem neuen Quadcore mit Taktraten von bis zu 2,7 GHz auch über eine Gen7-Grafik von Intel verfügt, die eine Auflösung bis zu 2.500 x 1.600 Pixeln bei 60 Hertz schafft. Außerdem bringen die SoCs native USB-3.0-Unterstützung mit. Beim DDR3-Speicher sind Taktraten bis zu 1.066 MHz (Bay-Trail M) beziehungsweise 1.333 MHz (Bay-Trail D) möglich. Erste Informationen zu den Valleyview-SoCs gab es bereits Anfang April, kurz vor dem Intel Developer Forum.
Weitere Varianten der Silvermonts in den verschiedenen Bereichen sind der Merrifield. Mit diesem bringt Intel eine Silvermont-Variante für Smartphones. Dabei soll vor allem die Akkulaufzeit, im Vergleich zu den im Moment verwendeten Atoms, verlängert werden. Im Serversegment wird ab dem zweiten Halbjahr 2013 der Avoton auf den Markt kommen. Dieser soll über ein integriertes Netzwerk-Interface, Fehlerkorrektur und Intels Virtualisierungstechnik verfügen. Der Rangeley soll ein Prozessor für Netzwerkgeräte wie Router, Switches und Sicherheitsequipment werden.
Quellen: Pressemitteilung

Abwarten, was es unterm Strich bringt.
In-Order ist einfach verdammt effizient, was das Transistorbudget angeht und je nach Implementation auch beim Stromverbrauch. Mit ausreichend Multithreading ist auch die IPC/C nicht wirklich schlecht. Mit OoO wird Intel jetzt sicherlich deutlich mehr Leistung bei gleichem Takt und gleicher Kernzahl bieten - aber zu welchem Preis?
Stimmt... und dennoch: so langsam wieder näher ran krabbeln wäre in diesem falle sogar noch richtiger ^^