Intels Kaby Lake-G mit Vega-GPU soll unter Nvidias Geforce-Partner-Programm leiden

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Intels Kaby Lake-G mit Vega-GPU soll unter Nvidias Geforce-Partner-Programm leiden
Quelle: Intel

Mit großem Tamtam hatte Intel auf der CES 2018 im Januar seine Prozessoren mit dem Codenamen Kaby Lake-G angekündigt, die vier KBL-Rechenkerne mit einer Radeon RX Vega M samt 4 GiByte HBM2 vereinen. Die verfügbaren und angekündigten Notebooks auf dessen Basis fallen noch immer überschaubar aus. Angeblich soll das mitunter an Nvidias Geforce-Partner-Programm liegen.

Intels Kaby Lake-G dürfte zu den größten Kuriositäten in der Hardware-Welt der letzten Jahre zählen. Der Chiphersteller kombiniert sein "4+2"-Die aus der Kaby-Lake-Familie (vier Rechenkerne, GT2-iGPU) mit einem Grafikchip aus AMDs Custom-Sparte, die kommerziell als Radeon RX Vega M vermarktet wird. Die GPU und der einzelne HBM2-Stack sitzen nicht auf einem Silizium-Interposer, sondern nutzen Intels EMIB als Verbindungsstelle auf einem klassischen Substrat. Offiziell enthüllt wurde das Produkt im vergangenen Januar im Rahmen der CES 2018.

Seitdem ist die Verbreitung äußerst überschaubar. Dell hat das XPS 15 2-in-1 9575 veröffentlicht, HP das Spectre X360 15 angekündigt und der chinesische Hersteller Chuwi einen Mini-PC auf Basis von Kaby Lake-G aufgelegt. Intel selbst bietet die Hades-Canyon-NUCs als Barebones an. Notebookcheck.net möchte in Erfahrung gebracht haben, dass das geringe Interesse seitens der anderen Hersteller an Nvidias Geforce-Partner-Programm liegen könnte. Im mobilen Markt hat die Webseite erfahrungsgemäß sehr gute Kontakte, entsprechende Angaben soll es von drei Quellen gegeben haben. Alle Hersteller, die einen Fokus auf Nvidias Geforce-Grafikkarten legen und wahrscheinlich am GPP teilnehmen, haben Kaby Lake-G komplett ignoriert, darunter Acer, Asus, Gigabyte und MSI. Zotac hat ebenfalls keine Zbox mit dem Chip aufgelegt. Nvidia sei gegen eine Verbreitung von Gaming-Notebooks mit Kaby Lake-G. Dell und HP haben dem GPP eine Abfuhr erteilt (Lenovos Situation ist nicht gänzlich geklärt).

Während das GPP durchaus das Schweigen seitens vieler Hersteller erklären könnte, bleibt die Frage offen, warum die Kaby-Lake-G-Prozessoren innerhalb der veröffentlichten Produkte schlecht verfügbar sind. Dells XPS 15 2-in-1 9575 gibt es nur in den USA (Update: Dells XPS 15 2-in-1 9575 ist auch in Deutschland kurzfristig verfügbar, allerdings als einziges KBL-G-Produkt), Intels Hades Canyon ist hierzulande nur vorbestellbar und HP hat sein Spectre X360 15 gar nur angekündigt. Spekulationen gehen immer wieder in Richtung Apple - Intel könnte KBL-G speziell für den Hersteller aufgelegt haben, um einen weiteren Deal für die kommenden Macbooks einzuheimsen. Schon früher war Apple der Hauptabnehmer von Intel-CPUs mit Iris-Pro-iGPU.

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    • Kommentare (92)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Atma Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von matty2580
        Ein 6-Core Intel ist ungefähr gleichauf mit einem AMD 8-Core, der "nur" in einigen Anwedungen besser ist.
        Coffee Lake hat unbestritten eben den Taktvorteil. Stock liegen auf allen Kernen mindestens 4,3 GHz Boosttakt an, bei Last auf 2 Kernen sind es schon 4,6 GHz. Da muss Ryzen wegen der Taktwall einfach den Hut nehmen. In Anwendungen die voll mit Kernen/Threads skalieren, werden aber alle 8C/16T CPUs den 8700K in die Tasche stecken. Da hilft auch der Takt nichts mehr. Bei Spielen kennen wir ja den Grund: der Ringbus. Spiele lieben niedrige Latenzen, kein anderer Interconnect kann so niedrige Latenzen vorweisen wie der Ringbus. Aber auch der hat seine Grenzen, je mehr Kerne es zu verbinden gilt umso ineffizienter/langsamer wird der Ringbus. Bei Skylake-EP/-X hat sich Intel nicht ohne Grund davon verabschiedet. Das Mesh krankt in seiner jetzigen Form noch an erhöhten Latenzen, was insbesondere bei den LCC CPUs zum Tragen kommt. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sich ähnlich wie AMDs Infinity Fabric mit etwas Optimierung noch einiges aus dem Mesh rausholen lässt.
      • Von Atma Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von matty2580
        Ein 6-Core Intel ist ungefähr gleichauf mit einem AMD 8-Core, der "nur" in einigen Anwedungen besser ist.
        Coffee Lake hat unbestritten eben den Taktvorteil. Stock liegen auf allen Kernen mindestens 4,3 GHz Boosttakt an, bei Last auf 2 Kernen sind es schon 4,6 GHz. Da muss Ryzen wegen der Taktwall einfach den Hut nehmen. In Anwendungen die voll mit Kernen/Threads skalieren, werden aber alle 8C/16T CPUs den 8700K in die Tasche stecken. Da hilft auch der Takt nichts mehr. Bei Spielen kennen wir ja den Grund: der Ringbus. Spiele lieben niedrige Latenzen, kein anderer Interconnect kann so niedrige Latenzen vorweisen wie der Ringbus. Aber auch der hat seine Grenzen, je mehr Kerne es zu verbinden gilt umso ineffizienter/langsamer wird der Ringbus. Bei Skylake-EP/-X hat sich Intel nicht ohne Grund davon verabschiedet. Das Mesh krankt in seiner jetzigen Form noch an erhöhten Latenzen, was insbesondere bei den LCC CPUs zum Tragen kommt. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sich ähnlich wie AMDs Infinity Fabric mit etwas Optimierung noch einiges aus dem Mesh rausholen lässt.
      • Von Gast1655586602
        Zitat von gaussmath
        Ich würde die Vega Architektur hardwareseitig auch nicht Fail bezeichnen. Ich denke, dass AMD die Treiberseite nicht in den Griff bekommen hat.
        Vega krankt hardwareseitig vor allem an Ineffizienz. Der schrecklich hohe Stromverbrauch und die Wärmeabgabe für die Performance pro Chipsgröße ist einfach unterirdisch. Mit Treibern hat das nichts zu tun!

        Wenn man Vega dann untertaktet oder kleiner dimensioniert feht dann letztendlich die Rohleistung. Das ist in meinen Augen auch ein Problem von Kaby-Lake-G. Es braucht sicher noch 2-3 Generationen bis etwas aus diesem Konzept wird. Bis dahin dreht sich das Leistungskarusell jedoch weiter!

        Zitat von gaussmath
        Aber mal ganz ehrlich, ich bin auch frustriert. Ich würde zu gerne Nvidia den Rücken kehren. Der Wechsel von einer 1080 Ti zu einer RX 64 wäre leider ein ziemlich großes Downgrade. Ich denke, ich werde es aber dennoch machen und mit geringern Quality Settings leben.
        Wie @empy gesagt hat. Warte noch! Vega ist aktuell nicht der große Wurf. Das würde auch niemandem helfen außer das eigene Ego zu befriedigen. Ich hoffe AMD kommt wieder auf die Beine und bringt würdige Nachfolger. Aktuell sagen die Gerüchte für 2019 und 2020 leider genau das Gegenteil.

        Außer Zen + EPYC gibt es nur technisch negative Aussichten. Der Abschwung von der RTG wird demnach nicht von GPP oder Intel kommen.

        Zitat von gaussmath
        Die 1180 wird nie im Leben 50% schneller als die 1080T Ti sein...
        Er redet wahrscheinlich von der 1180 Ti. Da sind durchaus +50% drin. Die 1180 hingegen wird eher um das alte Flagschiff 1080 Ti landen mit ... +10-20% vielleicht hier und da.
      • Von gaussmath
        Die 1180 wird nie im Leben 50% schneller als die 1080T Ti sein...
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Krabonq
        Nochmal, Vega ist faktisch ganz klar kein "Fail".

        Die Vega 56 kann problemlos mit der GTX 1070 mithalten und übertrifft sie mittlerweile, dank Treiberoptimierungen, schon in vielen Spielen.
        Eigentlich solle es Vega mit der GTX 1080Ti aufnehmen können, bzw. sogar mit Volta, welcher 50% schneller ist als die GTX 1080Ti. Herausgekommen ist ein Chip, der in etwa dem GM 200 entspricht, was Stromverbrauch und Leistung betrifft. Von daher kann von einem Griff ins Klo sprechen.

        Zitat von Krabonq
        Mit Undervolting ist der Stromverbrauch auch gut und man kann nochmal gute 50 Watt vom Stromverbrauch unter Last weg bekommen und die Karte läuft dann sogar noch schneller, weil sie nicht so schnell ins PT rennt.
        Das kann man aber auch mit Maxwell und Pascal machen, dann sieht die Sache wieder anders aus.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von gaussmath
        Der Wechsel von einer 1080 Ti zu einer RX 64 wäre leider ein ziemlich großes Downgrade. Ich denke, ich werde es aber dennoch machen und mit geringern Quality Settings leben.
        Oder du nutzt die 1080 Ti noch, bis sie die Grätsche macht oder es ein aufrüstwürdiges Produkt von AMD gibt. Das Geld dafür hat Nvidia eh schon.

        Zum Thema: Dass Nvidia im Mobilmarkt, wo Effizienz besonders wichtig ist, gut dasteht, ist verständlich. Ich glaube nicht daran, dass sich Hersteller davon abhalten lassen würden, die KBL-Gs zu verbauen, wenn sie sich davon was versprechen würden. Kann ja andere Gründe haben: schwierige Kühlung, weil alles an einer Stelle oder Kostenpunkt für die Leistungsklasse, immerhin ist das kein High-End, nutzt aber HBM.

        Ein Single-Chip-SoC mit CPU, GPU und RAM wäre aber mal eine interessante Sache, wobei ich nicht weiß, wie gut sich Logik und DRAM gleichzeitig belichten lassen. Aber wenn man das hinkriegen würde, könnte man bestimmt ganz nette Ein-Chip-Systeme herstellen. Halt nicht zum zocken.
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