AC Syndicate im Technik-Test: Benchmarks von 16 Grafikkarten

Assassin's Creed Syndicate ist nun weltweit für den PC erschienen, nachdem die Playstation 4 und Xbox One schon im letzten Monat bedient wurden. PC Games Hardware hat sich den technischen Unterbau des viktorianischen Abenteuers näher angesehen und zahlreiche Geforce- sowie Radeon-Grafikkarten durch eine selbstausgewählte Benchmarkszene gejagt. Als Schmankerl können wir außerdem mit einer aufschlussreichen CPU-Kern-Skalierung dienen.

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AC Syndicate maxed & downsampled (4.096 × 2.160 @ 2.560 × 1.350) (67)
Quelle: PC Games Hardware/Raff

Nachdem der Vorgänger Unity wegen der unzähligen technischen Macken eher negativ im Gedächtnis blieb, können wir für Syndicate erfreulicherweise verlauten lassen, dass Ubisoft eine deutliche und sehr auffallende Verbesserung der Technik und Performance erzielt hat. Offensichtlich hat sich der Publisher die Kritik zu Herzen genommen, die Anvilnext-Engine optimiert und Fehler ausgeräumt.

Assassin's Creed Syndicate im Technik-Test: Überarbeitete Anvilnext-Engine

Das NPC-Aufkommen in Assassin's Creed Syndicate wurde deutlich zurückgeschraubt, dichte Menschenmengen treffen Sie nun weitaus weniger häufig an als noch im Vorgänger, nur hin und wieder stehen die Spielfiguren in dicht gedrängten Gruppen beieinander. Beispielsweise am Bahnhof von Whitechapel, wo wir übrigens unsere Benchmarks angefertigt haben. Dieser Umstand tut der Atmosphäre aber kaum einen Abbruch, diese ist serientypisch stark und auf der Habenseite stehen unter anderem eine wesentlich ausgeglichenere Performance und weniger Fehler. Die Frameraten schwanken gegenüber Unity weit weniger stark, das Spielgefühl ist direkter und flüssiger, das Level of Detail wurde verbessert, die Speicherbelegung gedrückt. Die im Vorgänger todschicken, aber teils miserabel laufenden Zwischensequenzen sind nun deutlich flüssiger und noch genauso hübsch anzusehen, markieren jedoch noch immer das Frameraten-Worst-Case-Szenario. Hier zeigen sich auch die aufwendig gestalteten Figuren von ihrer Schokoladenseite: Die feinst modellierten Gesichter wirken dank Subsurface-Scatterings und aufwendiger Animation sehr glaubwürdig. Die Kleidung fällt zwar szenariobedingt weniger opulent und barock aus, ist aber gewohnt aufwendig gestaltet und dank dem physikbasierten Renderansatz erhalten Stoffe, Leder und Metallapplikationen korrekte Reflexionseigenschaften und verhalten sich bei verschiedensten Beleuchtungsszenarien realistisch.

Assassin's Creed Syndicate im Technik-Test: Benchmarks

AC Syndicate: PCGH-Benchmark-Settings Quelle: PC Games Hardware AC Syndicate: PCGH-Benchmark-Settings Für unsere Benchmarks besuchen wir den Bahnhof von Whitechapel, der mit seinen NPC-Anhäufungen für eine überdurchschnittlich hohe Last sorgt. Wie immer gilt: Unsere Werte zeigen, was Sie in den aufwendigeren Szenerien erwarten können; meistens werden aber höhere Bildraten erzeugt. Zum Einsatz kommen 16 Grafikkarten aus AMDs GCN-1.0-, -1.1- sowie -1.2-Riege und Geforces mit Kepler- beziehungsweise Maxwell-Innenleben. Um eine Beeinflussung des Gameworks-Effekts HBAO+ (Ultra) zu verhindern, testen wir Syndicate mit SSAO. Gleiches gilt für die hübschen, aber sehr ressourcenhungrigen Percentage-Closer Soft Shadows (PCSS). Die Schattenqualität steht in den Benchmarks dementsprechend auf "Hoch". Die Kantenglättung belassen wir auf FXAA, um auch in höheren Auflösungen noch spielbare Bildraten abzubilden.

Wie eingangs angesprochen, zeigt sich Assassin's Creed Syndicate bei der Hardware relativ genügsam, sofern Unity der Maßstab und eine Grundvoraussetzung erfüllt ist: Für unsere Benchmark-Einstellungen sind bereits 3 GiByte Grafikspeicher ratsam. Erkennbar ist das an der Geforce GTX 770 (2 GiB), welche von der Radeon R9 280 (3 GiB) überholt wird. In 1080p können selbst Besitzer einer Mittelklasse-Kepler-Grafikkarte noch mit den fast maximierten Details in 30 Fps spielen. Mit AMDs Hawaii-Modellen (ab R9 290) und Nvidias Geforce GTX 970 erreicht man die 60-Fps-Grenze. Spätestens mit der GTX 980 oder R9 Fury hat man ein Fps-Polster oberhalb der 60 Fps, mit dem man optional noch Details, wie HBAO+ (Ultra), hinzuschalten kann. In 1440p kratzt die R9 Fury X an der 60-Fps-Marke, Nvidias GM200-Ableger überschreiten diese noch. Wem 30 Fps ausreichen, der kommt mit einer R9 380 oder GTX 960 über die Runden, sofern diese über 4 GiByte Speicher verfügen - in Unity wäre das undenkbar gewesen. Apropos 380: Die neue Radeon R9 380X in der übertakteten Sapphire-Nitro-Version macht in AC Syndicate eine überdurchschnittlich gute Figur, schnuppert tatsächlich fast R9-290-Luft und kommt an der GTX 780 OC vorbei. Ultra-HD bleibt indes Sache von Fiji XT und GM200.

Insgesamt zeigen sich Geforces und Radeons ausgeglichen. In Full-HD liegen die Nvidia-GPUs noch etwas stärker vor dem jeweiligen Konkurrenz-Modell, in höheren Auflösungen können die aber wie gewohnt wieder etwas Abstand wett machen. Kepler zeichnet ebenfalls noch ein passables Bild, profitiert aber nicht mehr ganz so stark von Treiberoptimierungen wie der neuere Maxwell.

Assassin's Creed Syndicate im Technik-Test: CPU-Kern-Skalierung

Um zu sehen, wie gut Ubisofts aktuelle Anvilnext-Engine mit CPU-Kernen skaliert, haben wir einen Core i7-5820K (6 Kerne, 12 Threads) auf 2,5 GHz untertaktet, Syndicate auf 1.280 × 720 Pixel gestellt sowie AA und AF abgeschaltet. Zum Einsatz kommt außerdem eine Geforce GTX Titan X @ 1.500/4.200 MHz. So gehen wir sicher, dass die Grafikkarte nicht limitiert und das Spiel möglichst viele der vorhandenen CPU-Ressourcen nutzt.

Insgesamt gibt Syndicate ein sehr positives Bild von sich. Selbst mit sechs aktivierten Kernen bekommt man noch ein Fps-Plus durch Hyper-Threading. In den hier genutzten Einstellungen kann das bis zu 20 Fps ausmachen; unter Realbedingungen im (partiellen) Grafiklimit wird das Plus nicht ganz so hoch ausfallen. Mit vier Kernen bringt SMT relativ gesehen noch mehr. Mindestens vier Kernen sollten es dann übrigens schon sein, um dauerhaft über die 60-Fps-Marke zu kommen. Zweikernnutzer ohne SMT sollten sich das Spiel verkneifen, da hiermit die Ladezeiten sehr lange dauern (mehrere Minuten, bis der Spielstand geladen wurde) und das Spiel äußerst unrund läuft; es kommt zu sporadischem, aber starkem Stocken.
AC Syndicate CPU-Kern-Skalierung Quelle: PC Games Hardware AC Syndicate CPU-Kern-Skalierung

Assassin's Creed Syndicate im Technik-Test: Exkurs Gameworks

Wie schon Unity nutzt auch Assassin's Creed Syndicate einige Effekte aus Nvidias Gameworks-Programm. Die sehr effektive Kantenglättung TXAA bleibt Geforce-GPUs vorbehalten, Radeon-Besitzern stehen nur MSAA und FXAA zur Verfügung. Nvidias Percentage Closer Soft Shadows (PCSS) und HBAO+ können hier wie dort genutzt werden. Die Umgebungsverdeckung steht in Syndicate erstmalig in der noch höheren Qualitätsstufe HBAO+ ultra zur Verfügung. Damit erhöht sich die Sichtweite deutlich, auch entfernteste Objekte werden fein verschattet. Der Effekt kostet verhältnismäßig wenig Leistung und ist deutlich hübscher als das klassische SSAO. Die ebenfalls sehr ansehnlichen Nvidia-Schatten indes brauchen sehr viel Leistung und lassen selbst High-End-GPUs auf der höchsten Stufe extrem stark einbrechen. Zudem erhöht sich der Bedarf an Grafikspeicher drastisch.

Wie sich die beiden Effekte HBAO+ (Ultra) und PCSS auf die Framerate auswirken, sehen Sie nachfolgend exemplarisch anhand der Geforce GTX 970 (@ 1.320/3.506 MHz) und Radeon R9 390 (@ 1.010/3.000 MHz). Darunter finden Sie Screenshot-Vergleiche (aus Nvidias Syndicate-Guide).

HBAO+ Ultra kostet demzufolge auf der GTX 970 etwas weniger Leistung als auf der R9 390, die Nvidia-Fps brechen von SSAO auf HBAO+ ultra um 18 Prozent ein, während es bei der AMD-GPU rund 21 Prozent sind. Die hübsche Schattierung liegt folglich im Budget beider Oberklasse-Grafikkarten. Richtig teuer sind hingegen PCSS und PCSS ultra, allerdings mit einer kleinen Überraschung: Die bestmögliche Schattenfilterung kostet auf der GTX 970 satte 45 Prozent der Fps (ausgehend von "Hoch"-Schatten) und auf der R9 390 "nur" 40 Prozent. Kombiniert man alle Effekte zur ultimativen Qualität, brechen die GPUs maximal ein und haben mit Bildraten im mittleren 20er-Bereich zu kämpfen, die Radeon R9 390 geht jedoch als knapper Sieger aus dem Duell hervor - mit der flüssigen "Vernunfteinstellung" Schatten hoch + SSAO führt die GTX 970 OC.

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    • Kommentare (109)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von restX3 BIOS-Overclocker(in)
        Grafik gefällt mir sehr gut.
      • Von restX3 BIOS-Overclocker(in)
        Grafik gefällt mir sehr gut.
      • Von zerrocool88 Software-Overclocker(in)
        Hey Leute

        Ich bin am überlegen es mir zu holen. Kann mir einer sagen ob ein 4670k mit 4,6 ghz und einer 780ti reicht um im Ultra FHD Bereich die 60fps zu erreichen. Ich bin gerade mit dem Handy unterwegs und kann irhebdwie die Bilder im Benchmark nicht öffnen -.-'
      • Von majinvegeta20 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von alalcoolj
        Naja, da doch die GPU 40 fps in 1080p erreicht und der i5 im Stande ist 50 fps zu erreichen, hast du genau 50 fps mMn (der CPU ist's doch wurscht ob 720p oder 1080p dargestellt werden, die Berechnungen sind identisch). Warum sollte man plötzlich 35 oder weniger haben??? Die GPU schafft doch prinzipiell 40 fps und die CPU limitiert erst ab 50 fps.
        Nicht wenn in den max Einstellungen CPU relevante Details die auf max mehr CPU Power benötigen enthalten sind.

        Meist wird ja bloß 720p und min. Details getestet.

        XeT hat mich da nu ganz richtig verstanden.
      • Von XeT BIOS-Overclocker(in)
        Und wie berechnet die GPU bilder wenn die CPU nicht mehr Befehle schicke kann? Ich glaube Majinvegeta
        möchte eigentlich nur CPU-Benchmarks damit man sieht was die CPU und nicht mehr Kerne bringt. Wir verstehen ihn leider nie richtig. Und das ein CPU-Limit eher eine Mauer ist zeigt dich die Print. Die CPU ist in 720p in Limit und sogar in 1080p und verliert da nochmal 3 FPS. Der Wert ist nicht genau eine Zahl aber such nur wegen leichten Abweichungen, Toleranzen etc.
        Aber dein Punkt verstehe ich schon. Dafür braucht man aber eine etwas anders arbeitende GPU. Nur schneller reicht da denke ich nicht.
      • Von Grestorn
        Wie gesagt, das Limit ist keine Wand... So einfach kann man das nicht ansetzen.
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