iPhone 15 Pro / Max: iOS 17.2 wird das Tele verbessern [Update]
Die neue Kamera im iPhone 15 macht auf sich aufmerksam, speziell beim 15 Pro und Pro Max. Nun kündigt Apple an, die Fähigkeiten im Telebereich zu verbessern.
Originalartikel vom 19.09.2023: Apple zeigt sich offen und erklärt viele technische Besonderheiten der neuen Kamera des iPhone 15 im Interview mit der Webseite Petapixel. PCGH fasst die interessantesten Aussagen von Jon McCormack, Vice President of Camera Software Engineering, für Sie zusammen.
24 versus 48 Megapixel
Beginnen wir mit der Basis, und zwar mit der Hauptkamera. Waren bisher nur 12 Megapixel auf dem iPhone möglich (auch beim iPhone 14 Pro Max), sind es nun mindestens 24 Megapixel. Optional sind auch 48 Megapixel möglich, denn das ist die eigentliche Auflösung des Hauptsensors, doch Apple hat gute Gründe, warum 24 der neue Standard ist. Zwar sind 48-MP-Fotos im HEIF-Format gar nicht so groß und bieten im Zweifel mehr Details, der 24-MP-Modus hat aber den Vorteil eines etwas größeren Dynamikumfangs. Warum ist das so? McCormack erklärt, dass beim Fotografieren mit 24 Megapixel in Wahrheit 12 unter- und 12-überbelichtete Fotos gemacht und diese dann nach Sichtung und Verwerfung kombiniert werden. Das ist beim 48er-Modus so nicht möglich, da hier aufgrund der Größe der Bilder nicht so viele Daten verarbeitet werden können. Dazu kommt, dass der 24-MP-Modus latenzfrei auslöst, während das in 48 Megapixel nicht möglich ist. Wie lang die Latenz ist, wird man aber sehen müssen.
Brennweitenvorteil beim iPhone 15 Pro
Per Software haben das iPhone 15 Pro und das Pro Max das Alleinstellungsmerkmal, dass man durch das Tippen auf die 1x-Taste auf der Hauptkamera zusätzlich zwischen 24, 28 und 35 mm Brennweite auswählen kann. Das ist aber laut McCormack kein reiner Digitalzoom, wie einige Beobachter vermutet haben. Tatsächlich wird hier die Auflösung des Sensors mit KI-Software kombiniert. McCormack spricht von einem dedizierten neuronalen Netzwerk, das durch den 48-MP-Sensor in der Lage ist, die Zoomstufen detaillierter als bei einem reinen Digitalzoom zu gestalten.
Allerdings steht dieser Brennweitenumschalter zwischen 24, 28 und 35 nur beim Fotografieren und nicht beim Filmen zur Verfügung. Dafür gibt es einen triftigen Grund: Beim Fotografieren sammle das iPhone ständig Daten, um diese dann zum endgültigen Foto zu kombinieren. Bei Videos ist das aufgrund der Menge der Daten bzw. Einzelbilder schlichtweg nicht möglich. Deshalb gibt es im Video-Modus nur einen Zoomring und keine dedizierten Festbrennweiten.
Vorteile für Videofilmer
Durch die ProRes-Log-Codierung und die Möglichkeit, über USB-C (10 GBit) eine externe SSD anzuschließen, haben Videofilmer aber ebenfalls neue Vorteile. Wichtig zu wissen: Nur ProRes-Dateien und speziell 4K bei 60 Fps erfordern eine angeschlossene SSD. Alle anderen Videomodi und alle aufgenommenen Fotos können nur zuerst auf dem iPhone gespeichert und später übertragen werden. Der Fokus auf ProRes sei eine Designentscheidung.
Klar ist aber auch, dass Apple bei der eigenen Foto- und Video-App wie gehabt viele der möglichen Entscheidungen nicht selbst anbietet, um den Nutzern ein "aufgeräumtes Erlebnis" zu bieten. Es wird also an externen App-Entwicklern liegen, Power-Usern mehr Möglichkeiten zu geben. Apple verlässt sich laut McCormack ein Stück weit darauf, dass die Entwickler Hardware und Software "maximal ausreizen". Das Ganze sei ein "schmaler Grat für Apple".
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Test von DxoMark
Aktualisierung vom 27.09.2023: Passend zum Thema Kamera gibt es interessante Neuigkeiten. So hat die weithin bekannte Webseite DxoMark ihren Test des iPhone 15 Pro Max veröffentlicht, der für Fotointeressierte spannend ist. Und das teuerste iPhone 15 der Reihe schafft auf Anhieb einen beachtlichen zweiten Platz im Gesamtranking. Die Gesamtpunktzahl von 154 wird nur noch von einem Smartphone überboten, dem Huawei P60 Pro, das 156 Punkte erreicht. Damit wird auch die hauseigene Konkurrenz, das iPhone 14 Pro Max, deutlich geschlagen - es kommt auf 146 Punkte und liegt global auf Platz 9. Lobend erwähnt werden die Helligkeit und der Kontrast beim Betrachten von Fotos auf dem HDR-Display, die präzise Belichtung (auch bei Nachtaufnahmen), die angenehme und natürliche Farbwiedergabe (auch bei Hauttönen), die Detailtreue bei hellem Licht, der schnelle und präzise Autofokus sowie eine "effektive Videostabilisierung". Das 15 Pro Max sei folgerichtig "das beste iPhone", das DxoMark je getestet habe. Doch es gibt auch Nachteile: das Rauschen in Fotos mit wenig Licht, unerwünschte Artefakte, einschließlich Streulicht, Geisterbilder und Aliasing, ein "geringfügig" eingeschränkter Dynamikbereich in Fotos und die uneinheitlichen Details in allen Zoombereichen. Wer mehr zur Einschätzung der Kamera lesen möchte, der sollte sich den sehr ausführlichen Test bei DxoMark durchlesen.
iOS-Update mit Verbesserungen für das Tele
Aktualisierung vom 06.12.2023: Nach einer längeren Pause gibt es Neuigkeiten zu den Foto-Fähigkeiten von iPhone 15 Pro und Pro Max. So gibt es im Changelog zum bald erscheinenden iOS 17.2 einen interessanten Hinweis zu den Fähigkeiten zum "Teleobjektiv". Dort heißt es: "Verbesserte Telefoto-Kamera-Fokussierungsgeschwindigkeit beim Erfassen kleiner, weit entfernter Objekte auf dem iPhone 15 Pro und iPhone 15 Pro Max." Sowohl die 77 mm Kleinbild Tele beim iPhone 15 Pro als auch die 120 mm KB beim iPhone 15 Pro Max werden damit also adressiert. Hier im Speziellen die Genauigkeit bzw. Geschwindigkeit bei der Erfassung weit entfernter Details. Ob das Ganze einen Bugfix darstellt oder einfach eine Verbesserung der bisherigen Fähigkeiten, wird daraus nicht ersichtlich.
