Xbox One vs. Xbox One X (Scorpio) vs. Xbox One S: 2,5 Konsolengenerationen im Hardware-Vergleich

Ab dem 07. November wird Microsoft die Xbox One X, unter dem Projektnamen Scorpio entwickelt, in den weltweiten Handel bringen. Auch wenn sie nominell zur gleichen Konsolengeneration gehört, ähnelt das Leistungsplus einem Generationensprung. PC Games Hardware verglicht die Xbox One X mit der One S und der ursprünglichen One.

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Xbox One vs. Xbox One X (Scorpio) vs. Xbox One S: 2,5 Konsolengenerationen im Hardware-Vergleich
Quelle: Microsoft

Mit der ursprünglichen Xbox One aus dem November 2013 bekleckerte sich Microsoft bei den Spielern nicht mit Ruhm. Die Leistung lag unter den Erwartungen, da die GPU mit 768 Shader-Einheiten nicht nur recht schwach aufgestellt ist, sondern auch noch die 32 MiByte ESRAM als potenziellen Flaschenhals zur Seite gestellt hat. Ein vergleichsweise großes Gehäuse mit externem Netzteil rundete die Negativkritik ab. Mit der Xbox One X, die unter dem Projektnamen Scorpio entwickelt wurde, möchte Microsoft jetzt, vier Jahre später, alles besser machen.

Xbox One X & One S bilden aktuelle Xbox-Generation

Mit der Xbox One S hat Microsoft im Vorfeld die äußerlichen Kritikpunkte beseitigt: Das Gehäuse wurde deutlich kleiner und das Netzteil ist integriert worden. An den grundsätzlichen Spezifikationen hat sich zugunsten der Kompatibilität aber nichts geändert. Einzig der GPU-Takt wurde von 853 auf 914 MHz erhöht, was minimal bessere Frametimes ermöglicht. Um sich beim Thema Leistung von dem schlechten Image zu lösen, hat Microsoft die Xbox One X vorgestellt, die sich mit der gleichen Designsprache und identischen Anschlüssen als Schwester neben die One S gesellt.

Die GPU-Leistung steigt um den Faktor 4,3, gleichzeitig schmeißt Microsoft den ESRAM heraus und setzt wie Sony bei der PS4 (Pro) auf GDDR5. Selbst gegenüber dem Cache steigt die Übertragungsrate um fast 40 Prozent, gegenüber dem alten DDR3 um den Faktor 4,8. Der gemeinsame Arbeits- und Grafikspeicher wächst von 8 auf 12 GiByte an - 9 davon sind für Spieleentwickler verfügbar. Rein auf die GPU-Leistung bezogen könnte man bei der Xbox One X schon von einer neuen Konsolengeneration sprechen. Einzig die CPU hinkt ein bisschen hinterher, denn die Basis bilden weiterhin zwei Jaguar-Cluster mit insgesamt acht Kernen, deren Takt von 1,75 auf 2,3 GHz steigt. Einen angepassten Command-Prozessor zur effizienteren Verarbeitung der CPU-Draw-Calls soll schon in der Xbox One gesessen haben und wäre dementsprechend kein Alleinstellungsmerkmal der Xbox One X.

  Xbox One X Xbox One S Xbox One Vergleich: PS4 Pro
Grafikeinheit        
Architektur AMD GCN Gen 4+ AMD GCN Gen 2+ AMD GCN Gen 2+ AMD GCN Gen 4+
Shader-/SIMD-/Textureinheiten 2.560/40/160 768/12/48 768/12/48 2.304/36/144
Rasterendstufen (ROPs) 32 16 16 32
maximaler GPU-Takt (MHz) 1.172 914 853 911
SP-Rechenleistung (TFLOPs) 6 1,4 1,31 4,198
Prozessor        
Architektur AMD Jaguar AMD Jaguar AMD Jaguar AMD Jaguar
Kernanzahl 2 × 4 2 × 4 2 × 4 2 × 4
maximaler CPU-Takt (GHz) 2,3 1,75 1,75 2,1
Fertigungsprozess 16 nm FinFET TSMC 16 nm FinFET TSMC 28 nm TSMC 16 nm FinFET TSMC
Die-Size 360 mm² 240 mm² 363 mm² ?
Speicher        
Typ 12 GiByte GDDR5 8 GiByte DDR3 + 32 MiByte ESRAM 8 GiByte DDR3 + 32 MiByte ESRAM 8 GiByte GDDR5
Für Spiele nutzbar 9 GiByte 5 GiByte 5 GiByte 5,5 GiByte
Frequenz (MHz) 3.400 1.067 + 914 1.067 + 853 3.400
Interface (parallele Bit) 384 256 + 1.024 256 + 1.024 256
Datentransferrate (GB/s) 326 68,3 + 219 68,3 + 204 218
Festplatte        
Typ HDD HDD (5.400 RPM) HDD (5.400 RPM) HDD (5.400 RPM)
Insgesamte Kapazität 1 TByte 500 GByte 500 GByte 1 TByte
Verfügbare Kapazität unbekannt etwa 400 GByte etwa 400 GByte etwa 900 GByte
Wechsel nicht erlaubt, Garantieverlust nicht erlaubt, Garantieverlust nicht erlaubt, Garantieverlust erlaubt
Sonstiges        
Anschlüsse 3 × USB 3.0, 1 × AUX, Optic Out, HDMI 2.0 Out, HDMI 1.4 In, IR Out 3 × USB 3.0, 1 × AUX, Optic Out, HDMI 2.0 Out, HDMI 1.4 In, IR Out 3 × USB 3.0, 1 × AUX, Optic Out, HDMI 1.4 Out, HDMI 1.4 In, Kinect, IR Out 3 × USB 3.0, 1 × AUX, Optic Out, HDMI 2.0 Out, IR Out
Konnektivität Gbit-Ethernet, WLAN 802.11 b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 (LE) Gbit-Ethernet, WLAN 802.11 b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 (LE) Gbit-Ethernet, WLAN 802.11 b/g/n Gbit-Ethernet, WLAN 802.11 b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 (LE)
Ausmaße (mm, B×H×T) 300 × 60 × 240 295 × 65 × 230 343 × 80 × 263 295 × 55 × 327
Netzteil 245 Watt, intern 120 Watt, intern 220 Watt, extern 300 Watt, intern
Laufwerk 4K UHD Blu-ray 4K UHD Blu-ray Blu-ray Blu-ray
Gewicht (kg) 3,81 2,9 3,54 3,3

Xbox One (S) als Hinkefuß

Weil Microsoft die X-, S- und ursprünglichen One-Konsolen innerhalb der gleichen Generation vermarktet, muss das neue Flaggschiff mit ein paar Restriktionen auskommen. Studios werden die zusätzliche Hardware-Leistung in den seltensten Fällen - vermutlich nie - dazu nutzen, eigene Rendering-Systeme alleine für die Xbox One X zu entwickeln. Stattdessen soll die Grafik aufgebohrt werden, in den meisten Fällen durch eine höhere Auflösung. Genauso wie Sony bei der PS4 Pro kommt bei der Xbox One X das eine oder andere Mal Checkerboard-Rendering zum Einsatz. Die Z- und Geometrie-Daten liegen in voller Auflösung vor, sodass die Formen entsprechend scharf gerendert werden können. Um deren "Inhalte" möglichst detailliert zu berechnen, gibt es eine temporale Komponente, was zum einen das Bild in Bewegung beruhigt und zum anderen eben mehr Details auf Oberflächen erlaubt. Ob die GPU in der Xbox One X ebenfalls einen ID-Buffer dafür nutzt, ist nicht bekannt.

Xbox One X: Rückseite mit Anschlüssen Quelle: Microsoft Xbox One X: Rückseite mit Anschlüssen

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    • Kommentare (15)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von RavionHD Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von DARK-THREAT
        1.31 TF (1,40 TF bei der One S) zu 6 TF. -> 4,58 mal besser
        Ja das habe ich auch so geschrieben.
        Zitat von DARK-THREAT
        Die CPU der XBOX One (S) hat 1,75GHz .
        Halbierung der Latenz und Verdoppelung des L2 Caches nicht vergessen. Es gibt weit mehr als nur der Takt!
        -> ca 60% besser
        Da habe ich mich vertan, also 31.4% höherer Takt als die Xbox One(S) CPU.
        Größerer L2 Cache wirkt keine Wunder, 35% besser als die Xbox One CPU lass ich mir ja einreden, aber 60% sind völlig realitätsfern.
        Zitat von DARK-THREAT
        Speicherbandbreite: 68,3GB/s + 204GB/s 32MB eSRAM (bzw 219GB/s bei der One S) zu 326GB/s. Frequenz statt 2133MHz nun 6800MHz.
        Wobei die DDR3 Speicherbandbreite der Xbox One elend langsam war.
        In der Praxis ist der Unterschied trotzdem nicht wirklich sehr relevant.
        Sonst wäre die Fury X mit 512 GB/s deutlich besser als die GTX 980ti mit 336 GB/s.

        Zitat von DARK-THREAT
        31% besserer Takt. Halbierung der Latenz (Verdoppelung des L2-Cache). Also ich komme da auf 62%
        LOL! Du glaubst doch nicht etwa dass das parallel eine genauso große Leistungssteigerung bewirkt?

        Zitat von Cook2211
        Das ist Blödsinn. Als wäre es mit 30% mehr Takt und Optimierungen mal eben möglich 60% mehr Leistung aus der Jaguar Architektur zu holen. Wie immer bist du beim Thema Xbox arg optimistisch.
        Optimistisch ist völlig untertrieben.
      • Von RavionHD Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von DARK-THREAT
        1.31 TF (1,40 TF bei der One S) zu 6 TF. -> 4,58 mal besser
        Ja das habe ich auch so geschrieben.
        Zitat von DARK-THREAT
        Die CPU der XBOX One (S) hat 1,75GHz .
        Halbierung der Latenz und Verdoppelung des L2 Caches nicht vergessen. Es gibt weit mehr als nur der Takt!
        -> ca 60% besser
        Da habe ich mich vertan, also 31.4% höherer Takt als die Xbox One(S) CPU.
        Größerer L2 Cache wirkt keine Wunder, 35% besser als die Xbox One CPU lass ich mir ja einreden, aber 60% sind völlig realitätsfern.
        Zitat von DARK-THREAT
        Speicherbandbreite: 68,3GB/s + 204GB/s 32MB eSRAM (bzw 219GB/s bei der One S) zu 326GB/s. Frequenz statt 2133MHz nun 6800MHz.
        Wobei die DDR3 Speicherbandbreite der Xbox One elend langsam war.
        In der Praxis ist der Unterschied trotzdem nicht wirklich sehr relevant.
        Sonst wäre die Fury X mit 512 GB/s deutlich besser als die GTX 980ti mit 336 GB/s.

        Zitat von DARK-THREAT
        31% besserer Takt. Halbierung der Latenz (Verdoppelung des L2-Cache). Also ich komme da auf 62%
        LOL! Du glaubst doch nicht etwa dass das parallel eine genauso große Leistungssteigerung bewirkt?

        Zitat von Cook2211
        Das ist Blödsinn. Als wäre es mit 30% mehr Takt und Optimierungen mal eben möglich 60% mehr Leistung aus der Jaguar Architektur zu holen. Wie immer bist du beim Thema Xbox arg optimistisch.
        Optimistisch ist völlig untertrieben.
      • Von Cook2211 Trockeneisprofi (m/w)
        Für den Rest der Welt ist und bleibt es Jaguar, wobei die Unterschiede zwischen Puma und Jaguar so oder so äußerst gering sind.
      • Von DARK-THREAT BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Cook2211
        Das ist Blödsinn. Als wäre es mit 30% mehr Takt und Optimierungen mal eben möglich 60% mehr Leistung aus der Jaguar Architektur zu holen. Wie immer bist du beim Thema Xbox arg optimistisch.
        Für mich ist das Ganze weiterhin näher an Puma statt an Jaguar.
      • Von Cook2211 Trockeneisprofi (m/w)
        Das ist Blödsinn. Als wäre es mit 30% mehr Takt und Optimierungen mal eben möglich 60% mehr Leistung aus der Jaguar Architektur zu holen. Wie immer bist du beim Thema Xbox arg optimistisch.
      • Von DARK-THREAT BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Cook2211
        60%....wer's glaubt...
        31% besserer Takt. Halbierung der Latenz (Verdoppelung des L2-Cache). Also ich komme da auf 62%
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