Xbox One X "Scorpio" vs. PS4 Pro: Hardware-Spezifikationen im Vergleich [Update]

Mit der Playstation 4 Pro und Xbox One X "Scorpio" bringen Sony und Microsoft beide einen Konsolen-Refresh, den beide Hersteller nicht als eine neue Generation, aber als deutlich leistungsstärkere Alternative zu den ursprünglichen Modellen sehen. Mit der Ankündigung der Scorpio lohnt sich ein Vergleich zwischen Xbox One X "Scorpio" und PS4 Pro.

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Xbox One X "Scorpio" vs. PS4 Pro: Hardware-Spezifikationen im Vergleich
Quelle: Microsoft/Digital Foundry
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Update: Microsoft gibt den Spieleentwicklern inzwischen 9 statt 8 GiByte des GDDR5-RAMs frei. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.

Microsoft hat die technischen Details der Xbox One X Scorpio gestern Nachmittag zusammen mit der Digital Foundry bekannt gegeben. Die Konsole stellt sich primär gegen Sonys Playstation 4 Pro - bei beiden Modellen handelt es sich um "Mid-Generation-Refreshs", welche die neuen Flaggschiffprodukte darstellen. Auch wenn man als PC-Spieler nichts mit Konsolen zu tun haben möchte, sind die Hardware-Spezifikationen doch spätestens interessant, seitdem Microsoft und Sony auf AMDs x86- und GCN-Angebot setzen. Damit lässt sich die Leistung in Relation zu aktuellen Desktop-CPUs und Radeon-GPUs beziehungsweise kombiniert zu APUs setzen. Außerdem erscheinen viele Spiele ja für alle Plattformen.

Xbox Scorpio vs. PS4 Pro: GPU

Gegenüber der originalen Xbox One beziehungsweise Xbox One S dürfte die Xbox One X "Scorpio" einen Unterschied wie Tag und Nacht darstellen. Im Vergleich zur PS4 Pro ist der Unterschied nicht mehr ganz so hoch, wenn auch klar vorhanden. Die reine Grafikeinheit ist mit 40 (2.560 Shader) statt 36 Compute-Units (2.304 Shader) kaum größer - physisch vorhanden sind in der Scorpio-APU zwar 44, also 2.816 Shader, vier werden zugunsten einer besseren Chipausbeute jedoch deaktiviert, bringen der Konsole am Ende also nichts.

Während die gut zehn Prozent mehr Shader nicht die Welt ausmachen, darf die GPU in der Xbox One X "Scorpio" auch deutlich höher takten als jene in der PS4 Pro. 1.172 statt 911 MHz machen einen Unterschied von fast 30 Prozent, sodass die GPU am Ende eine 43 Prozent höhere Rohleistung von 6,0 statt 4,2 FP32-TFLOPS hat.

  Xbox Scorpio PS4 Pro Relativer Unterschied
Grafikeinheit      
Architektur AMD GCN Gen 4+ AMD GCN Gen 4+ -
Shader-/SIMD-/Textureinheiten 2.560/40/160 2.304/36/144 + 11,1 %
Rasterendstufen (ROPs) 32 32 -
maximaler GPU-Takt (Megahertz) 1.172 911 + 28,6 %
SP-Rechenleistung (TFLOPS) 6,0 4,198 + 42,9 %
Prozessor      
Architektur AMD Jaguar AMD Jaguar -
Kernanzahl 2 × 4 2 × 4 -
maximaler CPU-Takt (Gigahertz) 2,3 2,1 + 9,5 %
Fertigungsprozess 16 nm FinFET TSMC 16 nm FinFET TSMC -
Die-Size 360 mm² ? -
Speicher      
Typ 12 GiByte GDDR5 8 GiByte GDDR5 (+ 1 GiB DDR3) + 50,0 %
Verfügbarer Speicher für Spiele 9 GiByte GDDR5 5,5 GiByte GDDR5 + 63,4 %
Frequenz (Megahertz) 3.400 3.400 -
Interface (parallele Bit) 384 256 + 50,0 %
Datentransferrate (GB/s) 326 218 + 50,0 %
Datenträger      
Typ HDD HDD (5.400 RPM) -
Insgesamte Kapazität 1 TByte 1 TByte -
Verfügbare Kapazität unbekannt etwa 900 GByte -
Wechsel unbekannt erlaubt -

Xbox One X Scorpio vs. PS4 Pro: Speicher

Erfreulich ist, dass die höhere GPU-Leistung von schnellerem und vor allem mehr Speicher flankiert wird. Den ESRAM-Cache hat AMD für Microsoft herausgeschmissen, stattdessen kommen 12 GiByte schneller GDDR5-Speicher zum Einsatz. Dank der breiten Anbindung von 384 Bit ergibt sich bei einem Speichertakt von 3.400 MHz eine Übertragungsrate von 326 GB/s. Am Ende sind das 50 Prozent mehr Speicher und mehr Bandbreite als bei Sonys PS4 Pro. Das verbessert das Verhältnis zwischen Speicherausstattung und GPU-Leistung und eröffnet neue Möglichkeiten bei den Texturen und vor allem der Texturfilterung - Letztere lässt bei Konsolen oft zu wünschen übrig. Spieleentwickler können im Falle der Xbox One X übrigens 9 GiByte RAM nutzen - 3 sind für das Betriebssystem reserviert. Die PS4 Pro muss mit 5,5 GiByte für Spiele auskommen.

Xbox One X Scorpio vs. PS4 Pro: CPU

Bei der CPU hat sich zumindest auf dem Papier nicht so viel getan. Die zugrundeliegende Low-Power-Architektur basiert weiterhin auf Jaguar, soll in Sachen Latenzen und Speicherzugriff aber verbessert worden sein. 2,3 GHz Kerntakt sind knapp 10 Prozent mehr als bei der PS4 Pro. Die reine CPU-Rechenleistung steigt damit deutlich weniger als jene der GPU. Microsoft spricht von einem verbesserten Command-Prozessor mit DirectX-12-spezifischen Instruktionen innerhalb der GPU, welche die Draw-Call-Befehle der CPU verarbeitet. Im Bestfall soll die CPU-Last dadurch halbiert werden - was am Ende dabei tatsächlich herauskommt, steht jedoch auf einem anderen Blatt geschrieben.

Xbox One X Scorpio vs. PS4 Pro: Blu-ray-Laufwerk mit UHD-Unterstützung

Am Rande sei erwähnt, dass die Xbox One X "Scorpio" ein Blu-ray-Laufwerk mit Unterstützung für Ultra-HD-Discs spendiert bekommt. Wer die Konsole gleichzeitig als Entertainmentsystem nutzt, ist damit besser aufgestellt. Weiterhin zum Einsatz kommt eine 1-TByte-HDD - eine SSD dürfte auch 2017 außerhalb eines Konsolenbudgets liegen. Ob Nutzer den Datenträger im Rahmen der Garantiebestimmungen wechseln dürfte, ist noch nicht bekannt.

Xbox One X Scorpio vs. PS4 Pro: Fazit

Letztendlich ist die Xbox One X "Scorpio" also ein gutes Stück schneller als eine PS4 Pro - im Optimalfall könnten etwa 50 Prozent mehr Frames pro Zeiteinheit bei gleichen Rahmenbedingungen dargestellt werden. Gleichzeitig hat sie 4 GiByte mehr Speicher, sodass Spielen zusätzliche 2,5 GiByte zur Verfügung stehen (4 GiB reserviert das Betriebssystem der Xbox One X für sich, bei der PS4 Pro sind es 2,5 GiB). Dadurch passen mindestens höher aufgelöste Texturen in den Speicher.

Einen Unterschied können allerdings noch die APIs ausmachen. Sonys GNM ist bekannt dafür, noch näher an der Hardware zu arbeiten als Microsofts DirectX 12. Für einen "Higher"-Level-Zugriff gibt es GNMX beziehungsweise eine angepasste DX11-Version. Entwickler können theoretisch also mehr Leistung aus der PS4 Pro herauskitzeln. Dafür hat die zusätzliche Abstraktionsschicht von DX12 den Vorteil, dass Studios einfacher für die unterschiedlichen APUs der Xbox One (S) und Xbox One X "Scorpio" optimieren können - im Zweifelsfall braucht es unterschiedliche Grafikoptionen ähnlich zum PC, um die zusätzliche Rechenleistung auszunutzen. Sony muss hingegen die halbe GPU der PS4 Pro deaktivieren, wenn normale PS4-Spiele ohne Pro-Profil laufen.

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