Forschung: Robotergesicht aus menschlicher Haut soll Emotionen nachstellen
Ein neues Forschungsprojekt im Bereich der humanoiden Robotik zielt auf noch lebendigere Gesichtsausdrücke ab und nutzt hierfür unter anderem menschliche Hautzellen. Das Ergebnis schwankt allerdings zwischen beeindruckend und verstörend.
Die humanoide Robotik befasst sich mit der Entwicklung von Maschinenwesen, deren Konstruktion der menschlichen Gestalt nachempfunden ist. Bislang ging es in der Forschung grundsätzlich um die körperliche Struktur solcher Maschinen: Solange ein Kopf, Torso sowie je zwei Arme und Beine bei aufrechtem Gang enthalten sind, geht das Gerät als humanoider Roboter durch.
Nun sehen solche Roboter aber bestenfalls noch aus, als ob sie aus Pixar-Filmen wie Wall-E stammen - etwa der humanoide Toyota-Roboter anno 2005 oder der Alpha 1E von UBTech. Ob das neueste Forschungsprojekt der Universität Tokio in die richtige Richtung geht, wagen wir zu bezweifeln: Im Verbund mit der Harvard-Universität haben diese ein "realistisches Gesicht aus menschlichem Hautgewebe" entwickelt, das in der Lage sein soll, einen lebendig wirkenden Gesichtsausdruck zu erzeugen. Der YouTube-Kanal New Scientiest hat hierzu ein Video der Entwicklung in Aktion hochgeladen:
Bei dem Gewebe handelt es sich den Wissenschaftlern zufolge um eine "kultivierte Mischung aus menschlichen Hautzellen, die in einem Kollagengerüst gezüchtet und auf eine 3D-gedruckte Harzbasis aufgebracht wurden". Zudem soll das zu diesem Zweck gezüchtete Muskelgewebe dafür sorgen, dass eine "faszinierende Möglichkeit für die Realisierung eines höheren Grades an Bionik" geschaffen wird - bisher waren für die Mimik primär mechanische Bauteile notwendig.
Die Zielsetzung dieser Forschung liegt unter anderem in der Welt der Chirurgie und pharmazeutischen Forschung von Medikamenten bei Hautkrankheiten. So könne etwa die Untersuchung der "Korrelation zwischen Gesichtsmuskelkontraktionen und dem daraus resultierenden Gesichtsausdruck" Einblicke in die physiologischen Aspekte bieten. Daraus sollen wiederum neue Erkenntnisse bei der Behandlung von Krankheiten - explizit werden etwa Gesichtslähmungen genannt - folgen, die so künftig besser verstanden werden können.
Quelle: Cell Reports Physical Science

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