Technik: Retina-Prothese lässt Blinde wieder sehen
In den USA wurde erstmals eine Retina-Prothese zugelassen, die die Bilder einer Kamera direkt auf die Sehnerven des menschlichen Auges überträgt.
Nicht sehen zu können ist für viele Menschen die schlimmste vorstellbare Behinderung und seit langem wird an verschiedenen Verfahren gearbeitet, um erblindeten Menschen ein gewisses Sehvermögen zurückzugeben. Das US-Unternehmen Second Sight vermeldet nun die erste Zulassung eines Implantates, welches genau dies leistet, für den US-Markt.
Das Argus II System richtet sich hierbei an Personen, die an Retinitis pigmentosa erkrankt sind. Bei dieser Retina-Degeneration sind nur die Photorezeptoren, nicht aber das optische System oder die Nerven des Auges geschädigt. Die Blindheit resultiert aus der mangelnden Fähigkeit das auf die Netzhaut fallende Licht in Nervenimpulse umzuwandeln.
Genau hier greift Argus II an: Ein Elektroden-Array wird auf die Netzhaut implantiert und kann in Zukunft die Nerven direkt auf elektrischem Wege reizen. Die darzustellenden Informationen hierfür werden drahtlos von einem externen Steuergerät zugespielt, das die Bilder einer beispielsweise in eine Brille integrierten Kamera auswertet.
Das Auflösungsvermögen ist derzeit zwar noch auf sechs Zeilen mit je zehn Pixeln beschränkt, aber bereits die Wahrnehmung von 60 Pixeln stellt eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität dar. Experimentiert wird mit vergleichbaren Systemen schon lange, doch das Argus II System ist eine der ersten Lösungen, die es zur Marktreife geschafft hat und außerhalb klinischer Studien eingesetzt wird. (in Europa bereits seit 2011).




Und auf diesen Chip passen 60 Elektroden?
Wie wäre es mit einem handelsüblichen Sensor aus einer HD-Cam?
Das ist kein Sensor, sondern ein Ausgabegerät. Und wenn man bedenkt, dass die Forceffedback-Experimente von vor ein paar Tagen einen Smartphone-großen Kasten brauchten, um über zwei Elektroden Reize abzugeben, dann sind 60 auf einem kleinen Streifen doch schon mal nicht schlecht
Optische Systeme, die tatsächlich von Ergebnissen der Unterhaltungselektronik profitieren, sind afaik auch schon deutlich weiter und arbeiten experimentell mit einigen tausend Pixeln (aber begrenzter Haltbarkeit). Nur: Die nutzen halt Licht zur Stimulation und das funktionert nur, wenn die Netzhaut voll funktionstüchtig ist und der Grund für die Sehbehinderung in der Hornhaut oder dem Glaskörper liegt.
Also 6x10 ist wohl besser als 0x0 und ich vermute, ein Blinder würde sehr sehr sehr viel dafür geben 6x10 Pixel zu sehen. Zudem wird es wohl schon hier und da eingesetzt
Nja so oder so, von "Marktreif" ist das weit entfernt.
Ich würde keinem Blinden so ein ding andrehen mit 10x6 Pixel, da muss wohl noch einiges passieren.
Hab ich schon auf einer anderen Seite in den News gesehen.
Ich finds echt spitze, wie man über die Technik das Leben für Leute mit handicap verbessern kann.
Hoffentlich kommt da noch viel mehr!
Das Problem liegt nicht in der möglichen Auflösung des Sensors.
Die zurzeit technisch machbare Ankopplung an den Sehnerv begrenzt die mögliche Auflösung. Diese Technik steckt noch in den Kinderschuhen.
Daneben muss man auch einen Kompromiss aus Größe eines Bildpunktes zur einfallenden Lichtmenge finden. Je kleiner ein Bildpunkt, desto höher muss das Signal verstärkt werden.
Wie bereits erwähnt, ist das auch eine Frage der Energieversorgung.