Mars mit Wüste statt Wasser: Neuer Erklärungsversuch - auf Basis neuer Messdaten
Auf dem Mars entnommene Bodenproben stützen ein neues Modell, das das Verschwinden des Wassers auf dem Planeten erklären könnte. Demnach beschleunigt dort vorhandenes Wasser die Wüstenbildung - mit dem bekannten Ergebnis.
Aktuell ist der Mars zwar ein Wüstenplanet, das war aber nicht immer so. Die Oberfläche wurde offenbar - wie auf der Erde - durch große Mengen an Wasser und dessen Bewegungen geformt. Die Ursache für die seitdem erfolgte Transformation ist dabei unklar - und laufend Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Ein neuer Ansatz zur Erklärung wird dabei in einem Paper auf Nature beschrieben, das unter der Leitung der University of Chicago entstand.
Das Ziel: Wüstenplanet
Demnach sollen ähnliche Zusammenhänge wie auf der Erde diese Entwicklung begünstigt haben. Dort wird die dauerhafte Präsenz von Wasser durch ein selbstregulierendes System verursacht. Mit steigendem CO₂-Gehalt in der Atmosphäre steigt demnach die Temperatur und dadurch auch die Wassermenge. Das begünstigt wiederum eine zunehmende Bindung des CO₂, das durch vulkanischer Aktivitäten wieder in die Atmosphäre abgegeben wird.
Ähnlich soll es laut dem neu entwickelten Modell auch auf dem Mars abgelaufen sein. Demnach trat durch die mit der Zeit langsam ansteigende Sonnenstrahlung flüssiges Wasser auf, das die zunehmende Bindung des Kohlenstoffs in der Atmosphäre begünstigte und den Planeten damit abkühlte. Im Gegensatz zur Erde verblieb das CO₂ aber mangels vulkanische Aktivitäten dort. Das unterstützen zumindest neue Messdaten des Marsrovers Curiosity, der auf Mount Sharp erstmals entsprechend kohlenstoffhaltige Bodenproben entnehmen konnte. Mit der Zeit wurde der Atmosphärendruck dadurch irgendwann derart niedrig, dass flüssiges Wasser kaum noch auftreten kann. Und selbst wenn es das würde, würde der Kohlenstoff wieder gebunden werden. Der Mars reguliert sich also offenbar selbst zu einem Wüstenplaneten.
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Auf kurze Ausbruchsphasen sollen angeblich - wie aktuell - Trockenperioden folgen, die 100 Millionen Jahre dauern und jedes potenziell entstehende Leben auslöschen. Aktuell sind das aber explizit noch Annahmen. Denn das Modell geht davon aus, dass ähnliche Messungen an anderen Orten des Planeten ähnliche Werte liefern würden. Zur Verifizierung stehen also noch viele weitere Messungen aus, die die Theorie weiter stützen oder irrelevant machen könnten.
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Quelle: Eurekalert via FR
