Tiefenraumantennen der ESA: Kühlung auf -263 Grad Celsius bringt 40 % mehr Daten
Die European Space Agency (ESA) möchte ein höheres Datenaufkommen erreichen und will dafür einerseits mehr Radioantennen errichten und andererseits bereits bestehende Einspeisungen herunterkühlen. Dadurch sollen bis zu 40 Prozent bzw. 80 Prozent mehr Daten ermittelt werden können.
Im Sonnensystem befinden sich Raumfahrzeuge, die viele Daten auf Anweisung der Bodenstationen der ESA gesammelt haben, und die es via "Downlink" zu empfangen gilt. Jedoch sei die Nachfrage nach Downlink-Kapazitäten für die Stationen höher als je zuvor. Darüber hinaus möchte die ESA weitere Raumschiffe tiefer ins Sonnensystem aussenden und Missionen von Partner-Raumfahrtbehörden unterstützen. Das Ziel lautet hierbei also, die Downlink-Kapazitäten zu erhöhen.
Weitere Antennen und extreme Kühlung für mehr Daten
Doch wie lässt sich das erreichen? Die ESA gibt für ein höheres Datenaufkommen zwei Lösungswege an: Zum einen gelinge dies mittels der Errichtung weiterer Antennen, von denen der ESA bisher drei zur Verfügung stehen, und zum anderen durch die Leistungssteigerung bestehender Antennen. Für beide Wege ist die ESA offen und hat bereits entsprechende Maßnahmen ergriffen.
In Australien, 140 Kilometer nördlich von Perth, wird derweil eine weitere Raumantenne neben einer bereits bestehenden errichtet, während über alle Bodenstationen der ESA hinweg ein besonderes Upgrade durchgeführt wird. Bei allen drei 35 Meter hohen Antennen soll nämlich die Antenneneinspeisung - das ist die Verbindung der physischen Antenne mit dem elektronischen Sender und Empfänger - auf 10 Grad Celsius über den absoluten Nullpunkt heruntergekühlt werden (ungefähr minus 263 Grad Celsius).
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Dieses Upgrade soll die Menge an Daten, die per Downlink von den Raumschiffen kommen, um bis zu 40 Prozent erhöhen können. Ermöglicht werden könnten dadurch zum Beispiel Bilder der Sonne mit höherer Auflösung. Zukünftige Upgrades sollen sogar für bis zu 80 Prozent mehr Daten sorgen, die heruntergeladen werden können.
Diese Technologie soll laut der ESA auch die Reichweite der Antennen vergrößern, was anstehende Missionen zum Uranus oder Neptun deutlich unterstützen würde. Die erste gekühlte Antenneneinspeisung wurde im Mai 2021 bei der Cebreros Station in Spanien umgesetzt. Für den argentinischen Standort soll das Upgrade 2022 erfolgen. Die Antenne in Australien ist zu einem späteren Zeitpunkt dran.
Quelle: European Space Agency

Meinte eigentlich mehr den absoluten Nullpunkt.