Isar Aerospace: Münchener Start-up mit erfolgreichem Test zum ersten Orbitalstart aus Westeuropa
Das Münchener Start-up Isar Aerospace steht kurz vor dem Ziel: In der vergangenen Woche wurde der wohl letzte Test vor dem eigentlichen Start der Spectrum-Rakete erfolgreich abgeschlossen.
Das Münchner Start-Up "Isar Aerospace" hat nach Abschluss der "Static Fire Tests" beider Stufen seiner Spectrum-Rakete die technischen Voraussetzungen für einen Flug erfüllt. Vereinfacht formuliert wird bei solchen Raketentests der Booster am Boden fixiert, während die Triebwerke gezündet werden - gewissermaßen eine letzte Feuertaufe vor dem eigentlichen Flug. Wie Isar Aerospace nun in einer Mitteilung erklärt, wurde die erste Stufe am 14. Februar 2025 erfolgreich für 30 Sekunden gezündet, nachdem bereits im dritten Quartal 2024 die zweite Stufe getestet worden war.
Die zweistufige "Spectrum"-Rakete erreicht eine Höhe von 28 Metern und nutzt ein Gemisch aus Flüssigsauerstoff sowie Propan als Treibstoff. Insgesamt neun Aquila-Triebwerke treiben die erste Stufe an und erreichen eine Gesamtschubkraft in Höhe von 675 kN; die zweite Stufe verfügt indes über ein einzelnes Triebwerk, das für präzise Bahnanpassungen im Orbit ausgelegt ist. Die Nutzlastkapazität beträgt bis zu 1.000 Kilogramm für sonnensynchrone Umlaufbahnen in 500-700 Kilometer Höhe.
Der Starttermin hängt jetzt von der Freigabe durch die norwegischen Luftfahrtbehörden ab, die den Countdown am Andøya Spaceport genehmigen müssen. Isar Aerospace hat dort eigene Startinfrastruktur wie Integrationshallen und Startrampen aufgebaut. Auch die Rakete selbst sowie die zugehörigen Triebwerke wurden in Eigenregie entwickelt. Hierfür konnte das Startup über mehrere Finanzierungsrunden hinweg über 400 Millionen Euro einnehmen. Sollte der Flug stattfinden, wäre es der erste Orbitalflug einer privat entwickelten Rakete vom europäischen Festland - für die "technologische Souveränität ein bedeutender Schritt", wie Isar-Aerospace-CEO Daniel Metzler erklärt.

Ansonsten ein sehr interessanter Artikel, mal sehen wie es in Zukunft damit weiter geht.