CPU-Forschung: Wissenschaftler fertigen kompletten RISC-Prozessor mit Nanotubes

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Mikroskopaufnahme eines Prozessors mit Feldeffekttransistoren auf Basis von Kohlenstoffnanoröhrchen
Quelle: MIT (Felice Frankel)

Wissenschaftler des MIT und von Analog Devices haben gemeinsam einen Prozessor hergestellt, der komplett auf Nanotubes setzt. Diese könnten in Zukunft eine Alternative zu Silizium darstellen, da sie weniger Platz benötigen und höhere Taktfrequenzen ermöglichen. Beim hergestellten Prozessor ist davon aber wenig zu spüren, dann die Fertigung hat noch einige Probleme.

Zwar schaffen es Foundries wie TSMC und Samsung weiterhin, die bestehenden Prozesse weiterzuentwickeln und somit stetig kleinere Strukturbreiten zu erreichen, doch gibt es auch Ausbruchsversuche: Beispielsweise hat TSMC kürzlich davon gesprochen, auch die Alternativen zu Silizium im Blick zu behalten.

Ein funktionierender Prozessor mit Nanotubes

Eine Alternative für den altbewährten Werkstoff wären sogenannte Nanotubes, beispielsweise Kohlenstoffnanoröhrchen. Eine kurze Erklärung zu Nanotubes, inklusive schematischer Aufbaugrafiken, ist auf Wikipedia zu finden. Der Vorteil von Transistoren aus Nanotubes (siehe Banner) sind eine geringere Größe im Vergleich zu aktuellen Feldeffekttransistoren sowie eine höhere Leitfähigkeit und damit höhere mögliche Taktfrequenzen.

Aus einer Zusammenarbeit des MITs mit dem Halbleiterhersteller Analog Devices ist nun ein funktionsfähiger RISC-Chip entstanden, der solche Kohlenstoffnanoröhrchen erfolgreich einsetzt und auf den Namen "RV16X-NANO" hört. Der Chip kann 32-Bit-Befehle ausführen und Speicher mit 16 Bit ansteuern. Er besteht aus 14.000 Transistoren und arbeitet mit 10 kHz.
Mikroprozessor mit Feldeffekttransistoren auf Basis von Kohlenstoffnanoröhrchen Quelle: MIT Mikroprozessor mit Feldeffekttransistoren auf Basis von Kohlenstoffnanoröhrchen Bisherige Versuche, Chips mit Nanotubes herzustellen, scheitern an der Reinheit und der Ausrichtung der Röhrchen. Laut MIT müssten die Nanotubes eine Reinheit von 99.999999 Prozent aufweisen, um nicht auszufallen - eine solche Reinheit ist derzeit unmöglich zu erreichen. Indem sie verunreinigte Röhrchen so platzierten, dass sie den Betrieb nicht stören, konnte die benötigte Reinheit hingegen auf technisch mögliche 99,99 Prozent gesenkt werden. Das sorgte dafür, dass am Ende alle verbauten Transistoren funktionierten.

Diese Lösung bedeutet aber auch, dass für jeden Transistor auch Röhrchen verbaut werden, die am Ende gar keine Funktion haben. Zudem ist eine gewisse Redundanz auch deshalb notwendig, da sich die Röhrchen nicht immer korrekt ausrichten. Diese zusätzlichen Röhren brauchen aber Platz und verschlechtern die Takteigenschaften - sie machen also die eigentlichen Vorteile von Nanotubes zunichte.

Auch spannend: [PLUS] Fertigungstechnik: Wie fein ist die Halbleiterherstellung wirklich?

Immerhin erlaubt das Verfahren eine problemfreie Verkleinerung der Gatelänge. Die Forscher können im nächsten Schritt also einen Chip mit kleineren Transistoren fertigen und somit den elektrischen Widerstand verringern und die Taktfrequenz erhöhen. Von einer Marktreife ist das Verfahren aber leider immer noch weit entfernt.

Quellen: Ars Technica, Computerbase

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    • Kommentare (20)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von scorplord Software-Overclocker(in)
        Zitat von Pu244
        Rein chemisch könnte man wohl irgendwie auch weit unterhalb der 3nm Transistoren fertigen, nur macht einem dann der quantenmechanische (und das ist ein Teil der Physik) Tunneleffekt einen Strich durch die Rechnung.

        => chemisch ist mehr möglich als physikalisch.
        Du widersprichst dir da direkt selbst also danke. Wenn der Tunneleffekt (ein physikalischer) das Ding nicht tauglich macht ist es physikalisch nicht möglich. Auch wenn du es chemisch fertigst. Die Gesetze dafür gibt die Physik vor und wenn es an eine physikalische Grenze, also eine Grenze der Naturgesetze kommt, dann ist es eine physikalische Grenze!

        Ist ja scheiß egal wie es gefertigt wird. Und OField hat recht. Chemie ist streng genommen ein Teilbereich der Physik. Außerhalb von Quanteneffekten lässt sich schön sagen das Chemie die Physik der Außenelektronen ist.
      • Von scorplord Software-Overclocker(in)
        Zitat von Pu244
        Rein chemisch könnte man wohl irgendwie auch weit unterhalb der 3nm Transistoren fertigen, nur macht einem dann der quantenmechanische (und das ist ein Teil der Physik) Tunneleffekt einen Strich durch die Rechnung.

        => chemisch ist mehr möglich als physikalisch.
        Du widersprichst dir da direkt selbst also danke. Wenn der Tunneleffekt (ein physikalischer) das Ding nicht tauglich macht ist es physikalisch nicht möglich. Auch wenn du es chemisch fertigst. Die Gesetze dafür gibt die Physik vor und wenn es an eine physikalische Grenze, also eine Grenze der Naturgesetze kommt, dann ist es eine physikalische Grenze!

        Ist ja scheiß egal wie es gefertigt wird. Und OField hat recht. Chemie ist streng genommen ein Teilbereich der Physik. Außerhalb von Quanteneffekten lässt sich schön sagen das Chemie die Physik der Außenelektronen ist.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von OField
        Chemie ist Teilmenge der Physik und beschreibt nur Bindungen zwischen Atomen. Physik hingegen ist viel mehr. Also, nein, einfach nur: nein.
        Dennoch ist es chemisch möglich kleiner Transistoren herzustellen, sie funktionieren dann nur leider physikalisch nicht.

        Von daher liegst du falsch.

        Du solltest dich nochmal genau damit beschäftigen, wie das ist, wenn eine Teilmenge die andere ausschließt.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Casurin
        Der Vorteil von RISC ist das man sich auf wenige befehle einschränken kann und diese sehr effizient sind. Dadurch verliert man aber in generelleren und spezifischeren Problemstellungen an Leistung. (Genau deshalb haben wir ja jetzt auch Hardware-Decoder für gängige Videoformate - weil das auch auf einer x86_64 Architektur zu viel Leistung benötigt).
        Schnell sind sie dann wenn nur die einfachen Instruktionen benötigt werden.
        In generelleren und spezifischeren Problemstellungen? Also in allen?

        Ich würde ja sagen, dass wir Hardware-Decoder haben, weil alles, was direkt in Hardware läuft immer deutlich schneller und sparsamer geht und die gängigen Videoformate einem eben die Möglichkeit geben, etwas lohnenderweise in Hardware zu gießen. Der Unterschied hier ist der zwischen generalisierter und spezialisierter Hardware und nicht zwischen RISC und irgendetwas anderem.
      • Von OField Software-Overclocker(in)
        Zitat von Pu244
        Rein chemisch könnte man wohl irgendwie auch weit unterhalb der 3nm Transistoren fertigen, nur macht einem dann der quantenmechanische (und das ist ein Teil der Physik) Tunneleffekt einen Strich durch die Rechnung.

        => chemisch ist mehr möglich als physikalisch.
        Chemie ist Teilmenge der Physik und beschreibt nur Bindungen zwischen Atomen. Physik hingegen ist viel mehr. Also, nein, einfach nur: nein.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von scorplord
        Jetzt erklär mir bitte was eine chemische Grenze sein soll welche NACH einer physikalischen kommt?
        Rein chemisch könnte man wohl irgendwie auch weit unterhalb der 3nm Transistoren fertigen, nur macht einem dann der quantenmechanische (und das ist ein Teil der Physik) Tunneleffekt einen Strich durch die Rechnung.

        => chemisch ist mehr möglich als physikalisch.
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