5D-Speicher: Forscher speichern menschliches Erbgut für die Ewigkeit

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5D-Speicher: Forscher speichern menschliches Erbgut für die Ewigkeit
Quelle: University of Southampton

Forscher haben das menschliche Erbgut auf einem 5D-Speicher aus Glas gesichert. Der Kristall soll dabei fast vierzehn Milliarden Jahre durchhalten können.

Vor mehr als acht Jahren wurde die "5D Optical Storage" genannte Technologie der Öffentlichkeit präsentiert - nun meldet sich die kleine Glasscheibe wieder mit einem Anwendungsfall. Während damals auf dem rund 360 TByte großen Speicher unter anderem die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und die Magna Carta gespeichert wurden, hat ein Forschungsteam der englischen Universität in Southampton den 5D-Speicher zur Speicherung des menschlichen Erbguts genutzt.

Mehr zum Thema: 5D Optical Storage speichert auf einer Glasplatte unbegrenzt bis zu 360 TB

Wie die zugehörige Mitteilung erklärt, sollen die Informationen "für die Ewigkeit" halten. Ein nominelles Ablaufdatum hat der Speicher dennoch: Bei Zimmertemperatur hält der Kristall rund 13,8 Milliarden Jahre. Zudem soll die Scheibe auch bei besonders hohen Temperaturen seine Funktion beibehalten; genannt werden bis zu 1.000 Grad Celsius sowie "extrem niedrige Temperaturen". Auch eine direkte Belastung von zehn Tonnen pro cm² könne der Struktur ebenso wenig wie die Einwirkung kosmischer Strahlen etwas anhaben.

Beim Prozess wurde in Zusammenarbeit mit dem irischen Unternehmen Helixworks Technologies jeder der rund drei Milliarden Buchstaben im menschlichen Genom 150 Mal sequenziert. Damit stellten die Forscher sicher, dass sich "die Buchstaben an der korrekten Stelle" befinden. Hierfür wurde die Glasscheibe mit einem Femtolaser beschrieben, der Lichtpulse (namensgetreu) im Femtosekunden-Takt abfeuert. Hierdurch bilden sich Strukturen, die beeinflussen, wie Licht durch die Glasscheibe dringt. Daraus folgt auch die Fünfdimensionalität des Speichers: Neben den gängigen x-, y-, und z-Achsen haben sowohl die Ausrichtung der Nanostruktur als auch die Größe Auswirkungen auf die Lichtbrechung.

Zusätzlich zum menschlichen Erbgut wurde auch ein visueller Hinweis auf den Kristall eingeschrieben. Dieser soll dafür Sorge tragen, dass die vorliegenden Daten auch in ferner Zukunft gelesen, verstanden und genutzt werden können, wie Prof. Peter Kazansky in seiner führenden Funktion innerhalb des Forschungsteams erklärte. Das Team hoffe, dass "der Kristall eine Blaupause liefern könnte, um die Menschheit Tausende, Millionen oder sogar Milliarden von Jahren in der Zukunft vor dem Aussterben zu bewahren, wenn die Wissenschaft es zulässt."

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von RyzA
        Guck dir mal das Ende von "A.I." an. Falls du den noch nicht kennst.
        Tatsächlich schon mehr als einmal gesehen, aber beim Schreiben gar nicht daran gedacht.
        Allerdings hatten die Robots noch originale DNA und haben schon ein paar Tausende Jahre später das "Erbe" angetreten.
        Mit so einem Speicher wird die Menschheit am Ende doch noch (fast) unsterblich.
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von RyzA
        Guck dir mal das Ende von "A.I." an. Falls du den noch nicht kennst.
        Tatsächlich schon mehr als einmal gesehen, aber beim Schreiben gar nicht daran gedacht.
        Allerdings hatten die Robots noch originale DNA und haben schon ein paar Tausende Jahre später das "Erbe" angetreten.
        Mit so einem Speicher wird die Menschheit am Ende doch noch (fast) unsterblich.
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von DarkWing13
        Interessant...in ein paar Milliarden Jahren findet die der Menschheit nachfolgende intelligente Art (oder Aliens ) den Speicher und rekonstruiert daraus wieder den Menschen...als Haustier oder so ähnlich...
        Guck dir mal das Ende von "A.I." an. Falls du den noch nicht kennst.
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Interessant...in ein paar Milliarden Jahren findet die der Menschheit nachfolgende intelligente Art (oder Aliens ) den Speicher und rekonstruiert daraus wieder den Menschen...als Haustier oder so ähnlich...
      • Von Neuer_User BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Misanthrop68
        .... Langzeitarchivierung ...
        Die ältesten bekannten Bilder sind 51.000 Jahre alt
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      • Von Misanthrop68 Volt-Modder(in)
        Zitat von SebKle
        Man hat keine großen Schwierigkeiten Daten aus alten Systemen auszulesen und auch keine Schwierigkeiten Lesegeräte anzufertigen. Die Schwierigkeiten mit den alten Daten aus bspw. den Apollo- oder Viking-Missionen lag eher daran, dass während den Missionen viel quasi on-the-fly per Hand gemacht worden ist und es hier keine sorgfälltige Zuordnung gab. Das führt natürlich zu Schwierigkeiten in der Nachvollziehbarkeit und Interpretation von Daten. Folgend ein Link zu einem Artikel von Anfang der 90er, der diese Schwierigkeit näher beleuchtet. https://www.nature.com/ar...
        Langzeitarchivierung hat vielfältige Probleme die mit der Digitalisierung sich verschlechter hat. Es ist mit mehr Auffand verbunden und anfälliger für Daten Verlust. Die Erreichbarkeit und Verarbeitung ist stark auf spezialisiert Technik ausgelegt und so von dieser abhängig.

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