PV-Anlage: Metzgerei in Bayern darf selbst produzierten Strom an heißen Tagen nicht verwenden
PV-Anlage können vom Netzbetreiber abgeschaltet werden, wenn eine Überlastung des Netzes droht. Bei einer Metzgerei in Bayern führt das zu teuren Konsequenzen.
PV-Anlage spielen bei der Energiewende eine wichtige Rolle. Mit ihnen können auch Privatpersonen und Unternehmen sauberen Strom für den Eigenbedarf produzieren und den Überschuss sogar für gutes Geld ins Netz einspeisen. Da die Produktion dieser Anlagen vom Wetter abhängig ist, gibt es Phasen, in denen besonders viel oder besonders wenig Strom zusätzlich ins Netz eingespeist wird. Um eine Überlastung zu besonders sonnigen Zeiten zu vermeiden, können die Netzbetreiber die Einspeisung stoppen. Ein Betreiber geht in Bayern jetzt aber noch einen Schritt weiter und sorgt damit für mächtig Ärger.
In Langenbach im Landkreis Freising hat die Metzgerei Feinkost Keller vor zwei Jahren eine große Photovoltaikanlage auf den Firmendächern installiert, um den Stromverbrauch des Betriebs zu decken und die Ausgaben zu senken. Die Anlage bringt dabei satte 200.000 Kilowattstunden im Jahr, 80% davon werden direkt vom Betrieb verbraucht, weshalb das Netz durch Einspeisungen kaum belastet wird. Laut Aussage des Firmenchefs wurden sogar Abläufe im Betrieb so umorganisiert, dass besonders energieintensive Tätigkeiten dann stattfinden, wenn die PV-Anlage den meisten Strom erzeugt. Über die Zeit soll sich die Investition in die PV-Anlage so von selbst bezahlt machen. Die Einspeise-Vergütung spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, die Selbstversorgung steht klar im Vordergrund.
Der Netzbetreiber schaltet gleich die ganze Anlage ab
Leider geht der an sich hervorragende Plan an bestimmten Tagen nicht auf, weil die Überlandwerke Erding, die in Langebach das Netz betreiben, bei einer drohenden Netzüberlastung gleich die gesamte Photovoltaikanlage der Metzgerei abschalten. Die Abschaltung zieht sich teilweise sechs oder sieben Stunden und wird nur mit einer Mail zehn Minuten davor angekündigt. Der Strombedarf muss dann über das Netz gedeckt werden, wodurch an sonnigen Tagen schon mal Kosten in Höhe von bis zu 500 Euro entstehen. Ob dieser Schritt berechtigt ist und ob der Metzgerei möglicherweise Schadensersatz zusteht, muss erst noch geprüft werden. Das Überlandwerk Erding gibt aktuell wohl noch keine Auskunft zu dem Sachverhalt.
Quelle: taz.de

Speicher macht kaum Sinn da Nachts in der Fleischerei nicht gearbeitet wird.
P.S.: Unter Inselanlage verstehen leider immer das komplett Falsche, denn eine richtige Inselanlage darf keine physische Verbindung zum Stromnetz haben, was aber viele darunter verstehen wollen wäre eine netzparallele Insel und die ist nicht zulässig.
Das Einzige was belastet wird ist das Konto des Netzbetreibers.
Im Ergebnis hat man jetzt in vielen Regionen viel mehr Peakleistung stehen, als die Netze verkraften und Teil davon stammt aus Zeiten, als kleinere Privatanlagen noch ganz ohne der nur mit begrenzter Abschalt-/Drosselungssteuerungs an Netz gelassen wurden. Optimal wäre es Leitungen zu haben, mit denen jeder 100% einspeisen könnte. Die wollte Söderstan aber explizit nicht (und bis heute auch nur, wenn der Bund oder andere Bundesländer die schweine teuren Erdkabel bezahlt). Die nächst fairere Notlösung wäre es, dass alle auf 80% oder 50% drosseln müssen. Das geht aber auch nicht, weil einige Bestandsschutz auf bis zu 100% Abnahme haben. Was dagegen quasi immer einen auf 0% drosselbaren Vertrag hat, sind erst spät aufgebaute, gewerbliche Großanlagen wie die von der Bäckerei. Ergebnis: Weil die Nachbarn weiterhin mit 100% einspeisen dürfen, wird die Bäckerei im Gegenzug auf 0% gedrosselt und muss dann wegen der fixen Strompreise teuer dafür bezahlen, dass sie den Überschussstrom der Nachbarn verbrät, obwohl sie damit dem Netzbetreiber einen echten Dienst erweist.
Wenn der Bäcker schlau wäre, würde er seinen Versorgungsvertrag auf einen Anbieter mit flexiblen Preisen umstellen, dann würde er an der Stelle zumindest deutlich weniger draufzahlen. (Würde Bayern nicht darauf bestehen, dass der deutsche Strommarkt homogen bleibt, könnte der Bäcker sowas rauskriegen, weil der Strompreis in dieser Region eigentlich deutlich ins negative abrutschen müsste.)
Wenn der Bäcker gemein wäre, würde er einfach mal von 12:00 bis 14:00 einen spontanen Betriebsausflug machen. Dann gingen beim Netzbetreiber wahrscheinlich sämtliche Warnlampen an.
Sind zwar wieder irre Kosten für Akku, zusätzliche Geräte und Montage von ca. 20.000€ aber ja vollkommen nötig wenn 500€ Stromkosten pro Tag durch Abschaltung anfallen können.