Fortnite-Entwickler Epic Games: Klage gegen Apple vor EU-Kommission
Der Rechtsstreit zwischen den Machern hinter Fortnite und Apple schwappt nun auch nach Europa. Epic Games hat nun eine Kartellbeschwerde bei der EU-Kommission eingereicht.
Seit dem Jahr 2020 streiten sich Epic Games und Apple vor Gericht in den USA. Das Entwicklerstudio findet es ungerecht, 30 Prozent Provision pro Verkauf im Apple App Store an Apple abgeben zu müssen und zugleich keine eigene Bezahloption hinterlegen zu dürfen. Wie Epic-Chef Tim Sweeney gegenüber der FAZ erläutert, habe man nun eine Kartellbeschwerde gegen Apple bei der EU-Kommission eingereicht. Laut Epic Games führen die strikten Restriktionen im digitalen Store von Apple dazu, dass es keinen freien Wettbewerb der App-Entwickler gibt. Gegen Google klagt Epic dagegen nicht, da in Europa einfach Apple im Fokus stehen würde.
Hat Apple die Provisionspflicht im App Store willkürlich bestimmt?
App-Entwickler müssen bei jeder kostenpflichtigen App beziehungsweise bei kostenpflichtigen In-App-Käufen eine Lizenzgebühr in Höhe von 30 Prozent der Einnahmen an Apple beziehungsweise Google zahlen. So verdient etwa Apple mehrere Millionen Dollar pro Jahr. Es gibt immer wieder Versuche von App-Anbietern, sich dieser Zahlung der Provision zu entziehen. So verstieß jüngst Epic Games gegen diese Nutzungsbedingungen, als man kurzerhand eine eigene Bezahlmöglichkeit mit Echtgeld für die virtuelle Währung V-Bucks in den beliebten Battle-Royale-Shooter Fortnite integrierte, dabei die V-Bucks mit 20 Prozent Rabatt im Vergleich zum App Store angeboten hatte und so versuchte, die Provisionszahlung an Apple und Google zu umgehen. Wenige Stunden, nachdem die neue Spielversion im Apple App Store und im Google Play Store verfügbar war, wurde diese Version wieder offline genommen von den Store-Betreibern.
Der Rechtsanwalt von Epic Games, Ashwin van Rooijen der Kanzlei Clifford Chance, erklärt der FAZ, dass Apple offenbar willkürlich die Pflicht eingeführt habe, dass man auf allen iOS-Geräten nur im Apple App Store digitale Inhalte für das jeweilige Endgerät einkaufen kann. Schließlich bestehe diese Pflicht nicht auf Apple Macs, dort dürfe Epic etwa ein eigenes Bezahlsystem für Fortnite nutzen. Vor der Blockade durch Apple hätten mehr als 116 Millionen Nutzer Fortnite auf iPhones und iPads gespielt. Auf keiner anderen Plattform hätten so viele Nutzer das Spiel mit dem beliebten Battle-Royale-Modus gespielt. Nun sei der Zahl der Apple-Spieler um mehr als 60 Prozent gesunken.
Bereichert sich Apple mehrfach und hält so die Konkurrenz auf Distanz?
Mit einem reichlich bizarren Video hatte Epic Games versucht, sich als Opfer von Apples Machenschaften zu inszenieren. In Wirklichkeit geht es schlicht und einfach ums Geld. Um den eigenen Forderungen mehr Gewicht zu verleihen, gründete Epic die sogenannte Coalition for App Fairness, der sich etwa der Streaming-Dienst Spotify und die Macher der Dating-App Tinder angeschlossen haben. Als unfair wird von all diesen Firmen die Vorgehensweise von Apple genannt. Schließlich offeriert der iPhone-Hersteller etwa den eigenen Musik-Streaming-Dienst Apple Music, bei dem alle Einnahmen zu Apple gehen, während der Gerätehersteller zudem auch noch 30 Prozent der Abo-Gebühren der direkten Konkurrenz - etwa von Spotify - einsackt.
Niedrigere Lizenzgebühr für Exklusivpartner wie Amazon und bald auch für kleine Unternehmen
Fakt ist, dass Apple versucht, erste Schritte einzuleiten, um auf Entwickler zuzugehen. Seit 01. Januar 2021 gibt es das neue App Store Small Business Program, bei dem die fällige App-Store-Provision nur noch 15 Prozent statt wie üblich 30 Prozent beträgt. Allerdings gilt dieser niedrigere Satz nur für kleine App-Entwickler, die im Kalenderjahr 2020 weniger als eine Million US-Dollar Umsatz mit ihren Apps auf Apple-Geräten erzielt haben. Auch für Apps von Amazon wie etwa die kindle-App zum Lesen von E-Books, Prime Video & Co. gewährt Apple eine niedrigere Provisionszahlung von nur noch 15 Prozent, wenn man dafür die Amazon-Apps immer auch auf alle Apple-Geräten veröffentlicht, mit Updates versorgt und Sonderfunktionen wie etwa eine Unterstützung von Siri und Airplay einbaut.
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Sammlung zur Kartellbeschwerde von Epic Games gegen Apple:
- Laut Epic Games führen die strikten Restriktionen im digitalen Store von Apple dazu, dass es keinen freien Wettbewerb der App-Entwickler gibt. Schließlich muss man immer 30 Prozent Provision an Apple für jeden Verkauf einer eigenen App oder eines In-App-Inhalts zahlen.
- Die Nutzerzahlen sind seit der Blockade von Fortnite im Apple App Store um über 60 Prozent eingebrochen.
- Nun hat Epic Games bei der EU-Kommission eine Kartellbeschwerde gegen Apple eingereicht.
Quellen: FAZ, Appfairness, Apple, Finanzen.net

Du wünscht dir da das Großkonzerne sich über bindende Verträge und geltendes Recht hinwegsetzen können - in welcher Dystopischen Weltanschauung ist das auch nur annähernd etwas positives?
Übrigens prallen deine Beleidigungen und Aggressivität an mir einfach nur ab, ich weiß auch nicht was dir das bei einem Thema wie Vertragsrecht wirklich bringt, nicht nur mich, sondern auch andere hier dermaßen anzugehen.
Hier klagt eine Firma gegen die andere und man wird sehen, ob die Klage zugelassen wird und wie schlussendlich entschieden wird. Bis jetzt geht alles seinen normalen rechtsstaatlichen und juristischen Weg, was du ja anscheinend anzweifelst!