Windows 8.1 Update - Microsoft rudert zurück: Die PCGH-Meinung der Woche
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne berichtet ein Redakteur über ein IT-Thema, das ihn in der vergangenen Woche bewegt hat. Zum Abschluss dieser Woche äußert sich Reinhard über die Entwicklung, welche die letzten Windows-8-Updates aufzeigen.
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne berichtet ein Redakteur über ein IT-Thema, das ihn in der vergangenen Woche bewegt hat: Heute äußert sich Reinhard über das Verhalten von Microsoft in der Causa Widnows 8.
Das isses nun, das Windows 8.1 Update (1): Es bringt viele Neuerungen mit, welche die PC-Nutzer den Umgang mit seinem Gerät erleichterten. Aber sind die Neuerungen wirklich so neu? Gucken wir sie uns doch mal genauer an. Da wäre zum einen das neue Kontextmenü für die Kacheln, welches genau an der Stelle des Mauszeigers erscheint. Wenn man es benutzt, freut man sich richtig, wie angenehm man es mit der Maus bedienen kann. Des Weiteren sind Apps nun auf dem Desktop in der Taskleiste sicht- und anheftbar. Falls man zu jenen gehört, welche einige Modern-UI-Apps nutzen, wird man den schnellen Wechseln zwischen Desktop und App lieben. Letztere bieten zudem eine Titelleiste, über die sie sich einfach beenden lassen.
Alle schöne und gute, richtig sinnvolle Neuerungen, wie ich finde. Allerdings ist das Déjà-Vu-Gefühl, das man beim Benutzen dieser Elemente verspürt, nicht wegzudiskutieren. Alle diese UI-Funktionen kannte man nämlich schon von Windows, als es noch ohne Modern UI auskam. Microsoft scheint also ein bisschen das klassische Windows unter Modern UI nachzubauen, nur dass die Icons nun Kacheln heißen und mit einem bunten Rechteck hinterlegt sind. Da Microsoft selbst die Verbesserung der Bedienung für Mausnutzer als Grund für die Änderungen angibt, stellt sich die Frage, ob sie beim ursprünglichen Release darauf schlicht keinen Wert gelegt oder haben oder ob die neue Oberfläche absichtlich und ohne Rücksicht auf Verluste so in prominentes Licht gerückt wurde.
Gut eineinhalb Jahre nach dem Release kann man zumindest feststellen: Die Entscheidung hat Windows nicht gut getan. Sogar das geschmähte Windows Vista schaffte es ein Jahr nach dem Marktstart auf über zehn Prozent Marktanteil, obwohl es vom Start weg als Vollpreisprodukt verkauft wurde. Windows 8 erreichte erst ein halbes Jahr später eine ähnliche Verbreitung, trotz der Preis-Offensive zum Release. Microsoft ignorierte all die Warnungen, die gleich nach der Vorstellung der Developer Preview ausgesprochen wurden und bewies mit Windows 8, dass sich Nutzer nicht zu ihrem "Glück" nicht zwingen lassen. Wäre Modern UI von Anfang an optional gewesen, hätte sich Windows 8 wohl ähnlich schnell wie sein Vorgänger durchgesetzt. Unter der Haube verbirgt sich nämlich tatsächlich das beste Windows bisher. Da Microsoft dem Nutzer aber von vornherein die Möglichkeit raubte, die bevorzugte Oberfläche selbst zu wählen, verzichtete ein Großteil lieber ganz auf das Betriebssystem. Daran wird auch wird auch das jetzige Zurückrudern nichts ändern. Es wird wohl wieder Zeit für ein neues Windows.
Redaktions-Kolumne
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Hierbei handelt es sich nicht zwingend um die Meinung der Redaktion, sondern um die Meinung des jeweiligen Redakteurs.

Naja, wenn das Startmenü wieder zurückkommt, denke ich tatsächlich auf 8 umzusteigen, weil schlecht ist es mittlerweile nicht mehr
Ich finde mich in der ISS besser zurecht als in Windows 8
Was haben Windows 8 und die ISS gemeinsam? Wenn man ein Fenster öffnet hat man ein Problem
Nein, ist es nicht wirklich. Bis Windows 7 kann man den Rechner noch komplett runterfahren, sodass es sich bei einem Starten des Rechners um einen kompletten Bootvorgang handelt, der vom BIOS/UEFI bis zum Login Screen abläuft.
Bei Windows 8 jedoch ist es nicht mehr so. Dort wird das System nur in eine Art Ruhezustand versetzt, der eigentlich dem Ruhezustand entspricht, den es auch schon in Windows XP/Windows 7 gab. Kann ich immer sehr schön an meinem anderen Rechner sehen, auf dem Windows 8.1 in der Testversion läuft. Dort kommt beim Start von Windows 8 immer der Screen "Resume from Hypernation", was ja nichts anderes heißt, das das System aus dem Ruhezustand wieder hochgefahren wird, obwohl das System bei der vorherigen Sitzung immer runterfahren werden soll und nicht in den Ruhezustand. Dadurch ist es auch kein Wunder, das Windows 8 mit seinen inzwischen verfügbaren Derivaten um einiges schneller beim "Booten" ist als Windows 7.
Versetze ich Windows 7 aber auch nur in den Ruhezustand anstatt das System komplett runter zu fahren, ist Windows 7 in nahezu gleicher Zeit einsatzbereit. Der schnellere Bottvorgang von Windows 8 ist in meinen Augen nichts anderes als eine Mogelpackung von Microsoft. Außerdem ist mir das völlig schnuppe, ob ein System nun in 30 oder 40 Sekunden bootet. Man fährt ja schließlich nicht alle 5 Minuten sein System runter, nur um kurz darauf erneut zu booten !
Ganz ehrlich: Ich benutze die Kacheloberfläche nie, aber trotzdem ist Windows 8 mit dem nötigen Wissen und einiger Eingewöhnungszeit immer schneller und einfacher als all seine Vorgänger.
Hatte zweimal das "Vergnügen" bei einem System mit WIN8 Einstellungen fürs Netzwerk zu kontrollieren. Es war "traumhaft", bei jeder zweiten Einstellung von Desktop- zur Metrooberfläche umgeschaltet zu werden, ohne es zu wollen. Benutzerfreundlich ist definitiv anders.
MS hätte hier ganze Arbeit leisten sollen und alle Einstellungen für beide Oberflächen zugänglich machen sollen.