Windows Vista und Windows 7: Zwei historische Microsoft-Termine am selben Tag
Am 22. Juli 2005 enthüllte Microsoft den Namen Windows Vista. Genau vier Jahre später erreichte Windows 7 den RTM-Status - und korrigierte viele Schwächen, die Vista auf damaligen PCs zum schwierigen Neustart machten.
Am 22. Juli liegen Aufstieg und Fall zweier Windows-Versionen ungewöhnlich dicht beieinander: 2005 gab Microsoft bekannt, dass das zuvor unter dem Codenamen "Longhorn" entwickelte Betriebssystem künftig Windows Vista heißen würde. Genau vier Jahre später, am 22. Juli 2009, erklärte der Konzern Windows 7 mit Build 7600 für fertig zur Produktion. Vista sollte einen neuen Blick auf den PC eröffnen - Windows 7 musste anschließend dafür sorgen, dass dieser Blick auf möglichst vielen Rechnern auch flüssig funktionierte.
Microsoft verband den Namen Vista damals mit Klarheit und einer neuen Sicht auf persönliche Computer. Die erste Beta für Entwickler und IT-Fachleute wurde für spätestens Anfang August 2005 angekündigt. Nach Jahren unter dem Namen Longhorn hatte das nächste große Windows damit erstmals eine offizielle Identität. Bis zur Veröffentlichung für Privatkunden am 30. Januar 2007 sollte es allerdings noch rund anderthalb Jahre dauern.
Warum Vista viele damalige PCs überforderte
Technisch war Vista kein bloßes Windows XP mit transparenter Oberfläche. Das Betriebssystem führte unter anderem ein neues Treibermodell, die hardwarebeschleunigte Aero-Oberfläche, verschärfte Sicherheitsmechanismen und tiefgreifende Änderungen am Grafik- und Audiosystem ein. Allein Aero verlangte einen DirectX-9-Grafikchip mit Pixel Shader 2.0, einen passenden WDDM-Treiber sowie ausreichend Grafikspeicher. Für Rechner mit integrierter Grafik sah Microsoft mindestens 1 GiByte Arbeitsspeicher vor. In einer Zeit, in der viele bestehende PCs noch mit 512 MiByte und älteren Grafiklösungen liefen, war das ein großer Sprung in den Systemanforderungen. Die ganzen Widgets, die man sich auf den Desktop legen konnte, zeigten den Ressourcenverbrauch nicht nur an, sondern trugen dazu bei.
| Komponente | Windows XP | Windows Vista | Windows 7 |
|---|---|---|---|
| Prozessor | 233 MHz | 800 MHz | 1 GHz, 32 oder 64 Bit |
| Arbeitsspeicher | 64 MIB | 512 MiB | 1 GiB bei 32 Bit/2 GiB bei 64 Bit |
| Freier Speicherplatz | 1,5 GB | 15 GB auf einer mindestens 20 GB großen Festplatte | 16 GB bei 32 Bit/20 GB bei 64 Bit |
| Grafik | Super VGA, 800 × 600 Pixel | DirectX-9-fähige Grafikkarte | DirectX 9 mit WDDM-1.0-Treiber |
| Installationsmedium | CD-ROM- oder DVD-Laufwerk | DVD-Laufwerk | DVD-Laufwerk beziehungsweise geeignetes Installationsmedium |
| Veröffentlichung | Oktober 2001 | Januar 2007 | Oktober 2009 |
Doch mit der schicken Optik und den vielen technischen Neuerungen ging auch das einher, was Windows Vista Reputation kosten sollte: Zum Start gab es Kompatibilitätsprobleme mit Treibern, Druckern, Webcams und älterer Software. Wer von einem gut eingespielten Rechner mit dem ausgereiften Windows XP wechselte, erhielt zwar eine modernere technische Basis, musste aber teilweise Leistungseinbußen oder nicht unterstützte Geräte hinnehmen. Die Lage verbesserte sich durch aktualisierte Treiber und Service Packs, der Ruf des Systems war zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits beschädigt. Microsoft hatte ein Einsehen und tat dann das, was PCGH einst titelte "Vista done right".
Vier Jahre später war Windows 7 fertig
Am 22. Juli 2009 meldete Microsoft schließlich den RTM-Status von Windows 7. RTM steht für "Release to Manufacturing" und markierte die Freigabe der finalen Version für PC-Hersteller und weitere Partner. Microsoft betonte bei der Ankündigung ausdrücklich die Konzentration auf grundlegende Eigenschaften der Hard- und Software sowie die enge Zusammenarbeit mit Geräteherstellern.